(4446) Carolyn
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| Asteroid (4446) Carolyn | |
|---|---|
| Eigenschaften des Orbits Vorlage:Infobox Asteroid/Database | |
| Orbittyp | Hauptgürtelasteroid |
| Große Halbachse | 3.98181 AE |
| Exzentrizität | 0.280293 |
| Perihel – Aphel | Vorlage:Str round AE – Vorlage:Str round AE |
| Neigung der Bahnebene | 7.24481 ° |
| Länge des aufsteigenden Knotens | Vorlage:Str round° |
| Argument der Periapsis | Vorlage:Str round° |
| Zeitpunkt des Periheldurchgangs | Vorlage:Infobox Asteroid/GetDate |
| Siderische Umlaufperiode | Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Infobox Asteroid“ ist nicht vorhanden. |
| Mittlere Orbitalgeschwindigkeit | Vorlage:Str round km/s |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mittlerer Durchmesser | 28,6 km ± 0,5 km |
| Albedo | 0,09 |
| Rotationsperiode | Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Infobox Asteroid“ ist nicht vorhanden. |
| Absolute Helligkeit | Vorlage:Str round mag |
| Geschichte | |
| Entdecker | Edward L. G. Bowell |
| Datum der Entdeckung | Vorlage:Infobox Asteroid/GetDate |
| Andere Bezeichnung | 1977 RC6, 1985 TT |
| Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom Vorlage:Infobox Asteroid/Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten. | |
Vorlage:Infobox Asteroid/Kategorien
(4446) Carolyn ist ein Asteroid jenseits des äußeren Hauptgürtels, der am 15. Oktober 1985 vom US-amerikanischen Astronomen Edward L. G. Bowell an der Anderson Mesa Station des Lowell-Observatoriums in Arizona bei einer Helligkeit von 16,8 mag entdeckt wurde. Nachträglich konnte festgestellt werden, dass er bereits am 9. und 18. September 1977 sowie am 20. und 22. September 1985 am Krim-Observatorium in Nautschnyj fotografiert worden war.
Der Asteroid ist benannt zu Ehren der US-amerikanischen Astronomin Carolyn Shoemaker (1929–2021), der Entdeckerin von Kometen und Asteroiden. Shoemaker begann 1980 mit der Suche nach Asteroiden und nutzte dafür Aufnahmen des britischen Schmidt-Teleskops an Siding-Spring-Observatorium in Australien. Sie trug maßgeblich zur Entwicklung eines neuen fotografischen Durchmusterungsprogramms bei, das die 0,46-m-Schmidt-Kamera am Palomar-Observatorium in Kalifornien und ein neu entwickeltes Stereomikroskop einsetzte, wodurch die Effizienz des Filmscannens deutlich gesteigert wurde. 1983 entdeckte Shoemaker ihren ersten erdnahen Asteroiden, das Amor-Typ-Objekt (3199) Nefertiti, und später im selben Jahr ihren ersten Kometen, C/1983 R1 (Shoemaker). Bis Februar 1991 hatte sie 22 Kometen entdeckt, etwa einen pro 100 Scanstunden. Bezüglich der im Namen der Kometen verewigten Entdeckungen übertraf sie damit die Anzahl von William Robert Brooks (1844–1921) und belegte hinter Jean-Louis Pons (1761–1831) den zweiten Platz in der ewigen Bestenliste. Zum Zeitpunkt dieser Benennung Anfang 1991 hielt Shoemaker bereits den Rekord für die Entdeckung neun neuer periodischer Kometen.
(4446) Carolyn wird zwar zu den Hauptgürtelasteroiden gezählt, bewegt sich aber weit außerhalb der Hecuba-Lücke und ist ein Mitglied der Hilda-Gruppe. Diese bewegt sich in einer 3:2-Bahnresonanz mit dem Planeten Jupiter um die Sonne. Durch die große Exzentrizität ihrer Umlaufbahn ist (4446) Carolyn am sonnenfernsten Punkt (Aphel) ihrer Bahn derzeit weiter von der Sonne entfernt als Jupiter in seinem sonnennächsten Punkt (Perihel), der Asteroid ist damit ein Jupiterbahnstreifer. Dieser Zustand, der seit etwa 4700 Jahren besteht, wird noch etwa für weitere 570 Jahre anhalten. Obwohl der gegenseitige Bahnabstand (Minimum orbit intersection distance, MOID) von Jupiter und (4446) Carolyn mit einer Periodizität von etwa 7500 Jahren zwischen 0,10 und 0,64 AE schwankte, sind sich die beiden Himmelskörper durch die Bahnresonanz in den vergangenen 10.000 Jahren nie näher gekommen als bis auf etwa 2,23 AE (333 Mio. km).<ref>A. Vitagliano: SOLEX 12.1. Abgerufen am 9. Juli 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Wissenschaftliche Auswertung
Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot speziell für Mitglieder der Hilda-Gruppe führte 2012 für (4446) Carolyn zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 28,7 km bzw. 0,09.<ref>T. Grav, A. K. Mainzer, J. Bauer, J. Masiero, T. Spahr, R. S. McMillan, R. Walker, R. Cutri, E. Wright, P. R. Eisenhardt, E. Blauvelt, E. DeBaun, D. Elsbury, T. Gautier IV, S. Gomillion, E. Hand, A. Wilkins: WISE/NEOWISE Observations of the Hilda Population: Preliminary Results. In: The Astrophysical Journal. Band 744, Nr. 2, 2012, S. 1–15, doi:10.1088/0004-637X/744/2/197 (PDF; 3,45 MB).</ref>
Eine spektroskopische Untersuchung von 23 Hilda-Asteroiden im September 1992 am La-Silla-Observatorium in Chile und im Oktober/November 1992 am Roque-de-los-Muchachos-Observatorium auf La Palma ergab für (4446) Carolyn eine taxonomische Klassifizierung als D-Typ.<ref>M. Dahlgren, C.-I. Lagerkvist, A. Fitzsimmons, I. P. Williams, M. Gordon: A study of Hilda asteroids. II. Compositional implications from optical spectroscopy. In: Astronomy & Astrophysics. Band 323, 1997, S. 606–619, bibcode:1997A&A...323..606D (PDF; 536 kB).</ref>
Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt vom 2. bis 17. Juli 2016 am Center for Solar System Studies (CS3) in Colorado und Kalifornien. Aus der aufgezeichneten Lichtkurve wurde zunächst eine Rotationsperiode von 40,92 h bestimmt.<ref>B. D. Warner, R. D. Stephens, D. R. Coley: Lightcurve Analysis of Hilda Asteroids at the Center for Solar System Studies: 2016 June–September. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 44, Nr. 1, 2017, S. 36–41, bibcode:2017MPBu...44...36W (PDF; 5,33 MB).</ref> Weitere Beobachtungen vom 19. Juni bis 5. Juli 2024 an der Palmer Divide Station des CS3 in Colorado führten jedoch zu einer völligen Neubewertung des Rotationszustands des Asteroiden. Aus den während 12 Nächten registrierten Daten ließ sich eine Rotationsperiode von 30,257 h bestimmen, während ein Versuch, die Daten auf eine Periode von etwa 40 Stunden anzupassen, unbefriedigende Ergebnisse lieferte. Auch eine zweite Periodizität von 7,851 h mit sehr geringer Amplitude konnte in den Daten gefunden werden. Daraufhin wurden auch die Lichtkurven aus 2016 noch einmal revidiert. Auch hier wurde nun eine Rotationsperiode von 30,23 h abgeleitet und zusätzlich eine sekundäre Periode von 9,843 h, ebenfalls mit sehr geringer Amplitude. Da der Asteroid aber bei beiden Beobachtungskampagnen keine Anzeichen einer Taumelbewegung zeigte, wurde es als unwahrscheinlich erachtet, dass die sekundären Perioden irgendeine physikalische Ursache haben, sondern wurden als Artefakte angesehen.<ref>B. D. Warner: Asteroid Lightcurve Analysis at The Center for Solar System Studies Palmer Divide Station: 2024 April–June. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 51, Nr. 4, 2024, S. 345–355, bibcode:2024MPBu...51..345W (PDF; 3,27 MB).</ref>
Siehe auch
Weblinks
- (4446) Carolyn beim IAU Minor Planet Center (englisch)
- (4446) Carolyn in der Small-Body Database des Jet Propulsion Laboratory (englisch).
- (4446) Carolyn in der Datenbank der „Asteroids – Dynamic Site“ (AstDyS-2, englisch).
Einzelnachweise
<references />