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(2483) Guinevere

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Asteroid
(2483) Guinevere
002483-asteroid shape model (2483) Guinevere.png
Berechnetes 3D-Modell von (2483) Guinevere
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Eigenschaften des Orbits Vorlage:Infobox Asteroid/Database
Epoche: Vorlage:JD (JD 2.461.000,5)
Orbittyp Hauptgürtelasteroid
Asteroidenfamilie
Große Halbachse 3.97539 AE
Exzentrizität 0.279427
Perihel – Aphel Vorlage:Str round AE – Vorlage:Str round AE
Perihel – Aphel  AE –  AE
Neigung der Bahnebene 4.49885 °
Länge des aufsteigenden Knotens Vorlage:Str round°
Argument der Periapsis Vorlage:Str round°
Zeitpunkt des Periheldurchgangs Vorlage:Infobox Asteroid/GetDate
Siderische Umlaufperiode Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Infobox Asteroid“ ist nicht vorhanden.
Siderische Umlaufzeit {{{Umlaufdauer}}}
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit {{{Umlaufgeschwindigkeit}}} km/s
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit Vorlage:Str round km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 35,7 km ± 0,3 km
Abmessungen
Masse Vorlage:Infobox Asteroid/Wartung/Masse kg
Albedo 0,07
Mittlere Dichte g/cm³
Rotationsperiode Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Infobox Asteroid“ ist nicht vorhanden.
Absolute Helligkeit Vorlage:Str round mag
Spektralklasse {{{Spektralklasse}}}
Spektralklasse
(nach Tholen)
Spektralklasse
(nach SMASSII)
Geschichte
Entdecker Max Wolf
Datum der Entdeckung Vorlage:Infobox Asteroid/GetDate
Andere Bezeichnung 1921 WF, 1928 QB, 1929 VR, 1955 FZ1, 1961 VM, 1961 XR, 1971 BM, 1971 FN, 1977 XL
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom Vorlage:Infobox Asteroid/Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.

Vorlage:Infobox Asteroid/Kategorien

(2483) Guinevere ist ein Asteroid jenseits des äußeren Hauptgürtels, der am 17. August 1928 vom deutschen Astronomen Max Wolf an der Landessternwarte Heidelberg-Königstuhl bei einer Helligkeit von 15 mag entdeckt wurde. Nachträglich konnte festgestellt werden, dass er bereits am 23. November 1921 an der Hamburger Sternwarte in Bergedorf fotografiert worden war.

Der Asteroid ist benannt nach Guinevere, der Heldin der Artus-Sage, der Gemahlin König Artus’, aber Geliebten Lancelots. Als diese Affäre öffentlich wurde, entbrannte ein Bürgerkrieg zwischen König Artus und Lancelot. Lancelot rettete Guinevere vor dem Scheiterhaufen, doch diese Ereignisse leiteten den Untergang von Artus’ idyllischem Königreich ein. Auf Anregung von Frederic Pilcher schlug Edward L. G. Bowell, der den entscheidenden Schlüssel zur Identifizierung dieses Asteroiden fand, den Namen vor.

(2483) Guinevere wird zwar zu den Hauptgürtelasteroiden gezählt, bewegt sich aber weit außerhalb der Hecuba-Lücke und ist ein Mitglied der Hilda-Gruppe. Diese bewegt sich in einer 3:2-Bahnresonanz mit dem Planeten Jupiter um die Sonne.<ref>C. E. Spratt: The Hilda group of minor planets. In: Journal of the Royal Astronomical Society of Canada. Band 83, 1989, S. 393–404, bibcode:1989JRASC..83..393S (PDF; 173 kB).</ref> Durch die große Exzentrizität ihrer Umlaufbahn ist (2483) Guinevere am sonnenfernsten Punkt (Aphel) ihrer Bahn derzeit weiter von der Sonne entfernt als Jupiter in seinem sonnennächsten Punkt (Perihel), der Asteroid ist damit ein Jupiterbahnstreifer. Dieser Zustand, der seit etwa 400 Jahren besteht, wird noch etwa für weitere 2900 Jahre anhalten. Obwohl der gegenseitige Bahnabstand (Minimum orbit intersection distance, MOID) von Jupiter und (2483) Guinevere mit einer Periodizität von etwa 3600 Jahren zwischen 0,24 und 0,62 AE schwankte, sind sich die beiden Himmelskörper durch die Bahnresonanz in den vergangenen 10.000 Jahren nie näher gekommen als bis auf etwa 2,14 AE (321 Mio. km).<ref>A. Vitagliano: SOLEX 12.1. Abgerufen am 9. Juli 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Wissenschaftliche Auswertung

Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 erstmals Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (2483) Guinevere, für die damals Werte von 44,2 km bzw. 0,04 erhalten wurden.<ref>E. F. Tedesco, P. V. Noah, M. Noah, S. D. Price: The Supplemental IRAS Minor Planet Survey. In: The Astronomical Journal. Band 123, Nr. 2, 2002, S. 1056–1085, doi:10.1086/338320 (PDF; 398 kB).</ref> Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot speziell für Mitglieder der Hilda-Gruppe führte 2012 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 35,7 km bzw. 0,07.<ref>T. Grav, A. K. Mainzer, J. Bauer, J. Masiero, T. Spahr, R. S. McMillan, R. Walker, R. Cutri, E. Wright, P. R. Eisenhardt, E. Blauvelt, E. DeBaun, D. Elsbury, T. Gautier IV, S. Gomillion, E. Hand, A. Wilkins: WISE/NEOWISE Observations of the Hilda Population: Preliminary Results. In: The Astrophysical Journal. Band 744, Nr. 2, 2012, S. 1–15, doi:10.1088/0004-637X/744/2/197 (PDF; 3,45 MB).</ref>

Eine spektroskopische Untersuchung von 23 Hilda-Asteroiden im September 1992 am La-Silla-Observatorium in Chile und im Oktober/November 1992 am Roque-de-los-Muchachos-Observatorium auf La Palma ergab für (2483) Guinevere eine taxonomische Klassifizierung als D-Typ.<ref>M. Dahlgren, C.-I. Lagerkvist, A. Fitzsimmons, I. P. Williams, M. Gordon: A study of Hilda asteroids. II. Compositional implications from optical spectroscopy. In: Astronomy & Astrophysics. Band 323, 1997, S. 606–619, bibcode:1997A&A...323..606D (PDF; 536 kB).</ref>

Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt vom 14. Dezember 1993 bis 4. Februar 1994 am Roque-de-los-Muchachos-Observatorium. Aus der während vier Nächten aufgezeichneten Lichtkurve wurde eine Rotationsperiode von 14,733 h bestimmt.<ref>M. Dahlgren, J. F. Lahulla, C.-I. Lagerkvist, J. Lagerros, S. Mottola, A. Erikson, M. Gonano-Beurer, M. Di Martino: A Study of Hilda Asteroids. V. Lightcurves of 47 Hilda Asteroids. In: Icarus. Band 133, Nr. 2, 1998, S. 247–285, doi:10.1006/icar.1998.5919.</ref>

Im Jahr 2016 führte die Auswertung von archivierten Lichtkurven des United States Naval Observatory (USNO) in Arizona und der Catalina Sky Survey erstmals zur Erstellung eines dreidimensionalen Gestaltmodells des Asteroiden für zwei alternative Rotationsachse mit prograder Rotation und einer Periode von 14,73081 h.<ref>J. Ďurech, J. Hanuš, D. Oszkiewicz, R. Vančo: Asteroid models from the Lowell photometric database. In: Astronomy & Astrophysics. Band 587, A48, 2016, S. 1–6, doi:10.1051/0004-6361/201527573 (PDF; 262 kB).</ref>

Neue photometrische Beobachtungen erfolgten vom 7. bis 11. Oktober 2016 am Center for Solar System Studies (CS3) in Colorado und Kalifornien. Aus den registrierten Daten wurde eine Rotationsperiode von 14,730 h abgeleitet,<ref>B. D. Warner, R. D. Stephens, D. R. Coley: Lightcurve Analysis of Hilda Asteroids at the Center for Solar System Studies: 2016 Septmeber–December. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 44, Nr. 2, 2017, S. 130–137, bibcode:2017MPBu...44..130W (PDF; 6,86 MB).</ref> während weitere Messungen vom 18. bis 20. Dezember 2017 am CS3 zu einer Periode von 14,722 h ausgewertet wurden. Dabei konnte aus beiden Datensätzen unter Einbeziehung weiterer Daten der Catalina Sky Survey auch ein Gestaltmodell für eine Rotationsachse mit prograder Rotation berechnet werden.<ref>B. D. Warner, R. D. Stephens, D. R. Coley: Lightcurve Analysis of Hilda Asteroids at the Center for Solar System Studies: 2017 October–December. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 45, Nr. 2, 2018, S. 147–161, bibcode:2018MPBu...45..147W (PDF; 2,21 MB).</ref>

Eine Auswertung von Aufnahmen des Weltraumteleskops Kepler vom 13. bis 31. Mai 2018 im Rahmen der K2-Mission speziell für Mitglieder der Hilda-Gruppe hatte für (2483) Guinevere zur Bestimmung einer Rotationsperiode von 14,733 h geführt.<ref>Gy. M. Szabó, Cs. Kiss, R. Szakáts, A. Pál, L. Molnár, K. Sárneczky, J. Vinkó, R. Szabó, G. Marton, L. L. Kiss: Rotational Properties of Hilda Asteroids Observed by the K2 Mission. In: The Astrophysical Journal Supplement Series. Band 247, Nr. 1, 2020, S. 1–13, doi:10.3847/1538-4365/ab6b23 (PDF; 3,57 MB).</ref> Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion eine Rotationsperiode von 14,7307 h bestimmt werden.<ref>J. Ďurech, M. Vávra, R. Vančo, N. Erasmus: Rotation Periods of Asteroids Determined With Bootstrap Convex Inversion From ATLAS Photometry. In: Frontiers in Astronomy and Space Sciences. Band 9, 2022, S. 1–7, doi:10.3389/fspas.2022.809771 (PDF; 1,01 MB).</ref>

Aus weiteren Beobachtungen vom 10. bis 16. Juli 2023 an der Palmer Divide Stations des CS3 in Colorado ließ sich eine Rotationsperiode von 14,732 h bestimmen.<ref>B. D. Warner: Asteroid Lightcurve Analysis at the Center for Solar System Studies Palmer Divide Station: 2023 July–October. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 51, Nr. 1, 2024, S. 22–30, bibcode:2024MPBu...51...22W (PDF; 2,71 MB).</ref> Im Jahr 2023 wurde aus photometrischen Messungen von Gaia DR3 erneut ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für eine Rotationsachse mit prograder Rotation und einer Periode von 14,7306 h berechnet.<ref>J. Ďurech, J. Hanuš: Reconstruction of asteroid spin states from Gaia DR3 photometry. In: Astronomy & Astrophysics. Band 675, A24, 2023, S. 1–13, doi:10.1051/0004-6361/202345889 (PDF; 32,9 MB).</ref>

Guinevere-Familie

(2483) Guinevere ist namensgebendes und größtes Mitglied einer Asteroidenfamilie mit ähnlichen Bahneigenschaften, wie eine Große Halbachse von 3,98–4,03 AE, eine Exzentrizität von 0,20–0,27 und eine Bahnneigung von 4,7°–6,3°. Taxonomisch handelt es sich um Asteroiden der Spektralklassen D, C und X, die mittlere Albedo liegt bei 0,07. Der Guinevere-Familie wurden im Jahr 2019 etwa 80 Mitglieder zugerechnet.<ref>T. A. Vinogradova: Empirical method of proper element calculation and identification of asteroid families. In: Monthly Notices of the Royal Astronomical Society. Band 484, Nr. 3, 2019, S. 3755–3764, doi:10.1093/mnras/stz228 (PDF; 4,80 MB).</ref>

Siehe auch

Weblinks

Commons: (2483) Guinevere – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />