(1748) Mauderli
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| Asteroid (1748) Mauderli | |
|---|---|
| Eigenschaften des Orbits Vorlage:Infobox Asteroid/Database | |
| Orbittyp | Hauptgürtelasteroid |
| Große Halbachse | 3.95370 AE |
| Exzentrizität | 0.214928 |
| Perihel – Aphel | Vorlage:Str round AE – Vorlage:Str round AE |
| Neigung der Bahnebene | 3.30032 ° |
| Länge des aufsteigenden Knotens | Vorlage:Str round° |
| Argument der Periapsis | Vorlage:Str round° |
| Zeitpunkt des Periheldurchgangs | Vorlage:Infobox Asteroid/GetDate |
| Siderische Umlaufperiode | Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Infobox Asteroid“ ist nicht vorhanden. |
| Mittlere Orbitalgeschwindigkeit | Vorlage:Str round km/s |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mittlerer Durchmesser | 44,9 km ± 0,7 km |
| Albedo | 0,05 |
| Rotationsperiode | Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Infobox Asteroid“ ist nicht vorhanden. |
| Absolute Helligkeit | Vorlage:Str round mag |
| Spektralklasse (nach Tholen) |
D |
| Geschichte | |
| Entdecker | Paul Wild |
| Datum der Entdeckung | Vorlage:Infobox Asteroid/GetDate |
| Andere Bezeichnung | 1922 BC, 1927 SF, 1934 ND1, 1938 DL2, 1943 TP, 1951 UH, 1951 XD, 1966 RA, 2019 GL30 |
| Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom Vorlage:Infobox Asteroid/Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten. | |
Vorlage:Infobox Asteroid/Kategorien
(1748) Mauderli ist ein Asteroid jenseits des äußeren Hauptgürtels, der am 7. September 1966 vom Schweizer Astronomen Paul Wild am Observatorium Zimmerwald bei einer Helligkeit von 16,5 mag entdeckt wurde. Nachträglich konnte festgestellt werden, dass er bereits am 25. Januar 1922 an der Landessternwarte Heidelberg-Königstuhl, 1927 am Krim-Observatorium in Simejis, 1934 am Union-Observatorium in Südafrika, 1938 und 1943 am Konkoly-Observatorium in Ungarn, 1951 am Goethe-Link-Observatorium in Indiana sowie zehn Tage vor seiner Entdeckung in Zimmerwald fotografiert worden war.
Der Asteroid ist benannt zu Ehren von Sigmund Mauderli (1876–1962), der von 1921 bis 1946 Direktor des Astronomischen Instituts der Universität Bern war. Er widmete einen Großteil seiner Zeit der Bahnbestimmung und der Störungsberechnung von Kleinplaneten für das Astronomische Rechen-Institut.
(1748) Mauderli wird zwar zu den Hauptgürtelasteroiden gezählt, bewegt sich aber weit außerhalb der Hecuba-Lücke und ist ein Mitglied der Hilda-Gruppe. Diese bewegt sich in einer 3:2-Bahnresonanz mit dem Planeten Jupiter um die Sonne.<ref>C. E. Spratt: The Hilda group of minor planets. In: Journal of the Royal Astronomical Society of Canada. Band 83, 1989, S. 393–404, bibcode:1989JRASC..83..393S (PDF; 173 kB).</ref> Obwohl der gegenseitige Bahnabstand (Minimum orbit intersection distance, MOID) von Jupiter und (1748) Mauderli immer wieder zwischen 0,51 und 0,60 AE schwankte, sind sich die beiden Himmelskörper durch die Bahnresonanz in den vergangenen 10.000 Jahren nie näher gekommen als bis auf etwa 1,73 AE (259 Mio. km).<ref>A. Vitagliano: SOLEX 12.1. Abgerufen am 9. Juli 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Wissenschaftliche Auswertung
Mit dem Satelliten Midcourse Space Experiment (MSX) wurden 1996 bis 1997 im Rahmen der Infrared Minor Planet Survey (MIMPS) Daten gewonnen, aus denen sich Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden ableiten ließen, darunter auch (1748) Mauderli, für den damals Werte von 40,8 km bzw. 0,06 erhalten wurden.<ref>E. F. Tedesco, M. P. Egan, S. D. Price: The Midcourse Space Experiment Infrared Minor Planet Survey. In: The Astronomical Journal. Band 124, Nr. 1, 2002, S. 583–591, doi:10.1086/340960 (PDF; 485 kB).</ref> Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot speziell für Mitglieder der Hilda-Gruppe führte 2012 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 44,9 km bzw. 0,05.<ref>T. Grav, A. K. Mainzer, J. Bauer, J. Masiero, T. Spahr, R. S. McMillan, R. Walker, R. Cutri, E. Wright, P. R. Eisenhardt, E. Blauvelt, E. DeBaun, D. Elsbury, T. Gautier IV, S. Gomillion, E. Hand, A. Wilkins: WISE/NEOWISE Observations of the Hilda Population: Preliminary Results. In: The Astrophysical Journal. Band 744, Nr. 2, 2012, S. 1–15, doi:10.1088/0004-637X/744/2/197 (PDF; 3,45 MB).</ref>
Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt vom 25. bis 29. August 1989 am La-Silla-Observatorium in Chile. Die gemessenen Daten wurden zu einer Rotationsperiode von 5,997 h ausgewertet.<ref>M. Gonano, M. Di Martino, S. Mottola, G. Neukum: Physical study of outer belt asteroids. In: Advances in Space Research. Band 11, Nr. 12, 1991, S. 197–200, doi:10.1016/0273-1177(91)90563-Y (PDF; 337 kB).</ref> In Verbindung mit weiteren Beobachtungen am 26. August und 1. September 1989 am Mauna-Kea-Observatorium auf Hawaiʻi wurde in einer Untersuchung von 1998 aus den während insgesamt sechs Nächten aufgezeichneten Lichtkurven ein Wert von 6,00 h abgeleitet.<ref>M. Dahlgren, J. F. Lahulla, C.-I. Lagerkvist, J. Lagerros, S. Mottola, A. Erikson, M. Gonano-Beurer, M. Di Martino: A Study of Hilda Asteroids. V. Lightcurves of 47 Hilda Asteroids. In: Icarus. Band 133, Nr. 2, 1998, S. 247–285, doi:10.1006/icar.1998.5919.</ref> Weitere Messungen erfolgten von Mai bis Juli 2011 und von Juli bis Oktober 2012 an der Außenstelle Tschuhujiw des Charkiw-Observatoriums in der Ukraine und am Krim-Observatorium in Simejis. Aus den registrierten Daten konnte für die Rotationsperiode ein genauerer Wert von 6,0018 h bestimmt werden.<ref>I. G. Slyusarev, V. G. Shevchenko, I. N. Belskaya, Yu. N. Krugly, V. G. Chiorny: Results of photometry of selected asteroids from the Hilda group. In: Astronomical School’s Report. Band 9, Nr. 1, 2013, S. 75–79, doi:10.18372/2411-6602.09.1075 (PDF; 249 kB, russisch).</ref>
Neue Messungen gab es wieder vom 29. April bis 2. Mai 2017 am Center for Solar System Studies (CS3) in Colorado und Kalifornien. Die Lichtkurve wurde zunächst zu einer Periode von 5,552 h ausgewertet.<ref>B. D. Warner, R. D. Stephens: Lightcurve Analysis of Hilda Asteroids at the Center for Solar System Studies: 2017 April thru July. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 44, Nr. 4, 2017, S. 331–334, bibcode:2017MPBu...44..331W (PDF; 3,99 MB).</ref> Bei weiteren Beobachtungen am CS3 vom 11. bis 15. Mai 2018 führte die Auswertung zu einer Vielzahl an möglichen Rotationsperioden. Als wahrscheinlichste erschien nun 5,320 h, aber auch Werte von 5,533 oder 5,981 h waren möglich. Dagegen bestätigte eine Revision der Daten aus 2017 den damals abgeleiteten Wert.<ref>B. D. Warner, R. D. Stephens: Lightcurve Analysis of Hilda Asteroids at the Center for Solar System Studies: 2018 April–June. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 45, Nr. 4, 2018, S. 390–393, bibcode:2018MPBu...45..390W (PDF; 483 kB).</ref>
Photometrische Messungen waren auch am 25. und 28. November 2014 sowie am 29. Januar 2016 mit dem WIYN-Teleskop am Kitt-Peak-Nationalobservatorium (KPNO) in Arizona und am 14. April 2018 mit einem anderen Teleskop am gleichen Ort erfolgt. Aufgrund der registrierten Lichtkurven wurde vorläufig davon ausgegangen, dass die Rotationsperiode bei 6,008 h liegt. Außerdem gaben besondere Eigenschaften der Lichtkurven zu der Vermutung Anlass, dass es sich bei (1748) Mauderli um einen engen Doppelasteroiden handeln könnte, bei dem gegenseitige Bedeckungen der Komponenten beobachtet wurden.<ref>W. Romanishin: (1748) Mauderli: A Possible Binary in the Hilda Population. In: Research Notes of the AAS. Band 4, Nr. 3/44, 2020, S. 1–3, doi:10.3847/2515-5172/ab8385 (PDF; 310 kB).</ref>
Eine Auswertung von Aufnahmen des Weltraumteleskops Kepler vom 25. Juni bis 7. Juli 2017 und vom 23. März bis 2. April 2018 im Rahmen der K2-Mission speziell für Mitglieder der Hilda-Gruppe hatte für (1748) Mauderli zur Bestimmung einer Rotationsperiode von 6,005 bzw. 6,000 h geführt.<ref>Gy. M. Szabó, Cs. Kiss, R. Szakáts, A. Pál, L. Molnár, K. Sárneczky, J. Vinkó, R. Szabó, G. Marton, L. L. Kiss: Rotational Properties of Hilda Asteroids Observed by the K2 Mission. In: The Astrophysical Journal Supplement Series. Band 247, Nr. 1, 2020, S. 1–13, doi:10.3847/1538-4365/ab6b23 (PDF; 3,57 MB).</ref> Im Rahmen einer koordinierten Beobachtung vom 23. bis 28. August 2020 mit ferngesteuerten Teleskopen an zwei weit voneinander entfernten Orten, nämlich am El Sauce Observatory in Chile und am iTelescope Observatory in Australien, konnte eine vollständige Lichtkurve aufgezeichnet und daraus eine Rotationsperiode von 6,003 h bestimmt werden. Perioden von 5,32, 5,55 oder 5,98 h führten dagegen zu keinen akzeptablen Ergebnissen.<ref>W. Romanishin: Lightcurves of Three Hildas. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 48, Nr. 1, 2021, S. 15–16, bibcode:2021MPBu...48...15R (PDF; 189 kB).</ref>
Photometrische Messungen vom 29. Oktober bis 9. November 2021 während sechs Nächten am Deep Sky West Observatory in New Mexico ergaben eine abgeleitete Rotationsperiode von 6,002 h, während eine mögliche Binarität nicht bestätigt werden konnte.<ref>E. V. Dose: Lightcurves of Seventeen Asteroids. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 49, Nr. 2, 2022, S. 141–148, bibcode:2022MPBu...49..141D (PDF; 2,20 MB).</ref> Beobachtungen im gleichen Zeitraum am 4. und 5. November 2021 am CS3 wurden nun ebenfalls zu einer Periode von 5,994 h ausgewertet. Die Daten aus 2017 und 2018 ließen sich unter der Annahme von lückenhaften Lichtkurven ebenfalls an Perioden von 6,007 bzw. 5,951 h anpassen.<ref>B. D. Warner, R. D. Stephens: Lightcurve Analysis of Hilda Asteroids at the Center for Solar System Studies: 2021 September–December. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 49, Nr. 2, 2022, S. 102–104, bibcode:2022MPBu...49..102W (PDF; 669 kB).</ref>
Siehe auch
Weblinks
- (1748) Mauderli beim IAU Minor Planet Center (englisch)
- (1748) Mauderli in der Small-Body Database des Jet Propulsion Laboratory (englisch).
- (1748) Mauderli in der Datenbank der „Asteroids – Dynamic Site“ (AstDyS-2, englisch).
Einzelnachweise
<references />