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(168) Sibylla

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Asteroid
(168) Sibylla
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Eigenschaften des Orbits Vorlage:Infobox Asteroid/Database
Epoche: Vorlage:JD (JD 2.461.000,5)
Orbittyp Hauptgürtelasteroid
Asteroidenfamilie
Große Halbachse 3.37189 AE
Exzentrizität 0.074422
Perihel – Aphel Vorlage:Str round AE – Vorlage:Str round AE
Perihel – Aphel  AE –  AE
Neigung der Bahnebene 4.67136 °
Länge des aufsteigenden Knotens Vorlage:Str round°
Argument der Periapsis Vorlage:Str round°
Zeitpunkt des Periheldurchgangs Vorlage:Infobox Asteroid/GetDate
Siderische Umlaufperiode Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Infobox Asteroid“ ist nicht vorhanden.
Siderische Umlaufzeit {{{Umlaufdauer}}}
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit {{{Umlaufgeschwindigkeit}}} km/s
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit Vorlage:Str round km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 145,4 km ± 3,2 km
Abmessungen {{{Abmessungen}}}
Masse Vorlage:Infobox Asteroid/Wartung/Masse kg
Albedo 0,06
Mittlere Dichte g/cm³
Rotationsperiode Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Infobox Asteroid“ ist nicht vorhanden.
Absolute Helligkeit Vorlage:Str round mag
Spektralklasse {{{Spektralklasse}}}
Spektralklasse
(nach Tholen)
C
Spektralklasse
(nach SMASSII)
Ch
Geschichte
Entdecker James Craig Watson
Datum der Entdeckung Vorlage:Infobox Asteroid/GetDate
Andere Bezeichnung 1876 SA, 1911 HF, 1949 MO
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom Vorlage:Infobox Asteroid/Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.

Vorlage:Infobox Asteroid/Kategorien

(168) Sibylla ist ein Asteroid jenseits des äußeren Hauptgürtels, der am 28. September 1876 vom US-amerikanischen Astronomen James Craig Watson am Detroit Observatory in Ann Arbor entdeckt wurde.

Der Asteroid wurde wahrscheinlich nach den Sibyllen als Gruppe benannt. Die Sibyllen waren junge und alte Frauen, die vom Himmel inspiriert und mit prophetischen Kräften ausgestattet waren und sich bei den Göttern für die Menschen einsetzten. Die berühmteste der (vermutlich zehn) Sibyllen war die von Cumae in Italien, eine Frau voller Weisheit und Weitblick.

(168) Sibylla wird zwar zu den Hauptgürtelasteroiden gezählt, bewegt sich aber außerhalb der Hecuba-Lücke und ist damit ein Mitglied der Cybele-Gruppe.<ref>M. N. De Prá, N. Pinilla-Alonso, J. M. Carvano, J. Licandro, H. Campins, T. Mothé-Diniz, J. De León, V. Alí-Lagoa: PRIMASS visits Hilda and Cybele groups. In: Icarus. Band 311, 2018, S. 35–51, doi:10.1016/j.icarus.2017.11.012.</ref>

Wissenschaftliche Auswertung

Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 erstmals Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (168) Sibylla, für die damals Werte von 148,4 km bzw. 0,05 erhalten wurden.<ref>E. F. Tedesco, P. V. Noah, M. Noah, S. D. Price: The Supplemental IRAS Minor Planet Survey. In: The Astronomical Journal. Band 123, Nr. 2, 2002, S. 1056–1085, doi:10.1086/338320 (PDF; 398 kB).</ref> Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 144,0 km bzw. 0,06.<ref>J. R. Masiero, A. K. Mainzer, T. Grav, J. M. Bauer, R. M. Cutri, J. Dailey, P. R. M. Eisenhardt, R. S. McMillan, T. B. Spahr, M. F. Skrutskie, D. Tholen, R. G. Walker, E. L. Wright, E. DeBaun, D. Elsbury, T. Gautier IV, S. Gomillion, A. Wilkins: Main Belt Asteroids with WISE/NEOWISE. I. Preliminary Albedos and Diameters. In: The Astrophysical Journal. Band 741, Nr. 2, 2011, S. 1–20, doi:10.1088/0004-637X/741/2/68 (PDF; 73,0 MB).</ref> Eine Analyse von Beobachtungen, die im Mai und November 2006 und August 2007 durch das japanische Weltraumteleskop AKARI im mittleren Infrarot erfolgt waren, ergab 2012 Werte für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 146 ± 2 km bzw. 0,06.<ref>T. Kasuga, F. Usui, S. Hasegawa, D. Kuroda, T. Ootsubo, T. G. Müller, M. Ishiguro: AKARI/AcuA Physical Studies of the Cybele Asteroid Family. In: The Astronomical Journal. Band 143, Nr. 6, 2012, S. 1–11, doi:10.1088/0004-6256/143/6/141 (PDF; 477 kB).</ref> Nach neuen Messungen mit NEOWISE wurden die Werte 2014 auf 145,4 km bzw. 0,06 geändert.<ref>J. R. Masiero, T. Grav, A. K. Mainzer, C. R. Nugent, J. M. Bauer, R. Stevenson, S. Sonnett: Main Belt Asteroids with WISE/NEOWISE. Near-infrared Albedos. In: The Astrophysical Journal. Band 791, Nr. 2, 2014, S. 1–11, doi:10.1088/0004-637X/791/2/121 (PDF; 1,10 MB).</ref> Nach der Reaktivierung von NEOWISE im Jahr 2013 und Registrierung neuer Daten wurden die Werte 2015 zunächst mit 141,8 oder 145,1 km bzw. 0,04 angegeben<ref>C. R. Nugent, A. Mainzer, J. Masiero, J. Bauer, R. M. Cutri, T. Grav, E. Kramer, S. Sonnett, R. Stevenson, E. L. Wright: NEOWISE Reactivation Mission Year One: Preliminary Asteroid Diameters and Albedos. In: The Astrophysical Journal. Band 814, Nr. 2, 2015, S. 1–13, doi:10.1088/0004-637X/814/2/117 (PDF; 1,07 MB).</ref> und dann 2016 erneut korrigiert zu etwa 148,7 km bzw. 0,04, diese Angaben beinhalten aber alle hohe Unsicherheiten.<ref>C. R. Nugent, A. Mainzer, J. Bauer, R. M. Cutri, E. A. Kramer, T. Grav, J. Masiero, S. Sonnett, E. L. Wright: NEOWISE Reactivation Mission Year Two: Asteroid Diameters and Albedos. In: The Astronomical Journal. Band 152, Nr. 3, 2016, S. 1–12, doi:10.3847/0004-6256/152/3/63 (PDF; 1,34 MB).</ref>

Eine spektroskopische Untersuchung von 820 Asteroiden zwischen November 1996 und September 2001 am La-Silla-Observatorium in Chile ergab für (168) Sibylla eine taxonomische Klassifizierung als Caa- bzw. Ch-Typ.<ref>D. Lazzaro, C. A. Angeli, J. M. Carvano, T. Mothé-Diniz, R. Duffard, M. Florczak: S3OS2: the visible spectroscopic survey of 820 asteroids. In: Icarus. Band 172, Nr. 1, 2004, S. 179–220, doi:10.1016/j.icarus.2004.06.006 (arXiv-Preprint: PDF; 3,49 MB).</ref>

Photometrische Beobachtungen des Asteroiden gab es erstmals vom 13. bis 26. März 1991 am Osservatorio Astrofisico di Catania in Italien. In drei Beobachtungsnächten konnte aber nur ein Teilstück einer Lichtkurven-Periode erfasst werden. Es wurde daraus eine Rotationsperiode von 23,82 h abgeleitet, alternative Werte wurden aber nicht ausgeschlossen.<ref>M. Di Martino, C. Blanco, D. Riccioli, G. De Sanctis: Lightcurves and Rotational Periods of Nine Main Belt Asteroids. In: Icarus. Band 107, Nr. 2, 1994, S. 269–275, doi:10.1006/icar.1994.1022.</ref> Vom 28. bis 31. März 2003 wurden weitere Messungen am Yunnan Observatory in China durchgeführt. Auch hier konnte wieder nur ein Teilstück der Periodizität erfasst werden, am wahrscheinlichsten wurde auf eine Rotationsperiode von 24,41 h geschlossen, aber ein Wert von 12,34 h erschien auch möglich.<ref>X.-B. Wang, XB., Sh.-H. Gu: CCD Photometry of Asteroids 168, 206 and 506. In: Earth, Moon, and Planets. Band 93, 2003, S. 275–280, doi:10.1007/s11038-004-5959-8 (PDF; 271 kB).</ref>

Bei Asteroiden mit Rotationsperioden von ungefähr einem ganzzahligen Erdtag kann an einem Observatorium oft nur eine unvollständige Lichtkurve aufgenommen werden, da in jeder Nacht immer wieder derselbe Abschnitt der Lichtkurve erfasst wird. Daher erfolgte vom 6. Oktober 2007 bis 11. Januar 2008 eine koordinierte Zusammenarbeit von drei Observatorien, nämlich dem Organ Mesa Observatory in New Mexico, der Sternwarte Belgrad in Serbien und dem Via Capote Observatory in Kalifornien. Jetzt konnte eine sehr detaillierte Lichtkurve gewonnen werden, die auf eine Rotationsperiode von 47,009 h hin ausgewertet wurde. (168) Sibylla ist damit ein langsamer Rotator.<ref>F. Pilcher, V. Benishek, J. W. Brinsfield: Period Determination for 168 Sibylla: A Collaboration Triumph. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 35, Nr. 3, 2008, S. 104–105, bibcode:2008MPBu...35..104P (PDF; 99 kB).</ref> Zur genaueren Untersuchung erfolgte daher vom 16. bis 19. Januar 2015 wieder eine Kooperation mehrerer Observatorien, nämlich dem Ho Koon Nature Education Cum Astronomical Centre in Hongkong und dem Kitt-Peak-Nationalobservatorium in Arizona. Die gemessenen Lichtkurven bestätigten die längere Rotationsperiode mit einem Wert von 47,000 h. Außerdem konnte das Gestaltmodell eines abgeplatteten Rotationsellipsoids und zwei alternative Lösungen für die Lage der Rotationsachse mit einer prograden Rotation bestimmt werden.<ref>X. Wang, K. Muinonen, X. L. Han, Ch.-T. Kwok: Studies for slowly rotating asteroids (168) Sibylla and (346) Hermentaria. In: Proceedings of the International Astronomical Union. Band 10, S318, 2015, S. 185–192, doi:10.1017/S1743921315008777 (PDF; 3,85 MB).</ref>

Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 wurden dann in einer Untersuchung von 2020 mit der Methode der konvexen Inversion und einem ellipsoiden Gestaltmodell eine retrograde Rotation sowie eine Rotationsperiode von 47,014 h bestimmt.<ref>J. Ďurech, J. Tonry, N. Erasmus, L. Denneau, A. N. Heinze, H. Flewelling, R. Vančo: Asteroid models reconstructed from ATLAS photometry. In: Astronomy & Astrophysics. Band 643, A59, 2020, S. 1–5, doi:10.1051/0004-6361/202037729 (PDF; 756 kB).</ref> Zwischen 2012 und 2018 wurden mit der All-Sky Automated Survey for Supernovae (ASAS-SN) auch photometrische Daten von 20.000 Asteroiden aufgezeichnet. Auf mehr als 5000 davon konnte erfolgreich die Methode der konvexen Inversion angewendet werden, darunter auch (168) Sibylla, für die in einer Untersuchung von 2021 erstmals ein dreidimensionales Gestaltmodell für eine Rotationsachse mit retrograder Rotation und einer Periode von 47,015 h berechnet wurde.<ref>J. Hanuš, O. Pejcha, B. J. Shappee, C. S. Kochanek, K. Z. Stanek, T. W.-S. Holoien: V-band photometry of asteroids from ASAS-SN. Finding asteroids with slow spin. In: Astronomy & Astrophysics. Band 654, A48, 2021, S. 1–11, doi:10.1051/0004-6361/202140759 (PDF; 1,16 MB).</ref>

Abschätzungen von Masse und Dichte für den Asteroiden (168) Sylvia aufgrund von gravitativen Beeinflussungen auf Testkörper ergaben in einer Untersuchung von 2012 eine Masse von etwa 3,92·1018 kg, was mit einem angenommenen Durchmesser von etwa 160 km zu einer Dichte von 2,26 g/cm³ führte bei keiner Porosität. Diese Werte besitzen eine Unsicherheit im Bereich von ±46 %.<ref>B. Carry: Density of Asteroids. In: Planetary and Space Science. Band 73, Nr. 1, 2012, S. 98–118, doi:10.1016/j.pss.2012.03.009 (arXiv-Preprint: PDF; 5,41 MB).</ref>

Siehe auch

Weblinks

Commons: (168) Sibylla – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />