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(1269) Rollandia

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Asteroid
(1269) Rollandia
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Eigenschaften des Orbits Vorlage:Infobox Asteroid/Database
Epoche: Vorlage:JD (JD 2.461.000,5)
Orbittyp Hauptgürtelasteroid
Asteroidenfamilie Vorlage:Infobox Asteroid/Familie
Große Halbachse 3.92124 AE
Exzentrizität 0.096599
Perihel – Aphel Vorlage:Str round AE – Vorlage:Str round AE
Perihel – Aphel  AE –  AE
Neigung der Bahnebene 2.75884 °
Länge des aufsteigenden Knotens Vorlage:Str round°
Argument der Periapsis Vorlage:Str round°
Zeitpunkt des Periheldurchgangs Vorlage:Infobox Asteroid/GetDate
Siderische Umlaufperiode Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Infobox Asteroid“ ist nicht vorhanden.
Siderische Umlaufzeit {{{Umlaufdauer}}}
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit {{{Umlaufgeschwindigkeit}}} km/s
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit Vorlage:Str round km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 104,9 km ± 1,0 km
Abmessungen
Masse Vorlage:Infobox Asteroid/Wartung/Masse kg
Albedo 0,05
Mittlere Dichte g/cm³
Rotationsperiode Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Infobox Asteroid“ ist nicht vorhanden.
Absolute Helligkeit Vorlage:Str round mag
Spektralklasse {{{Spektralklasse}}}
Spektralklasse
(nach Tholen)
D
Spektralklasse
(nach SMASSII)
Geschichte
Entdecker Grigori N. Neuimin
Datum der Entdeckung Vorlage:Infobox Asteroid/GetDateVorlage:Infobox Astronomie/Entdeckungskategorie
Andere Bezeichnung 1902 EA, 1906 SA, 1907 WB, 1918 EG, 1926 GC1, 1930 SH, 1931 VY, 1936 LE, 1961 PB
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom Vorlage:Infobox Asteroid/Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.

Vorlage:Infobox Asteroid/Kategorien

(1269) Rollandia ist ein Asteroid jenseits des äußeren Hauptgürtels, der am 20. September 1930 vom sowjetischen Astronomen Grigori Nikolajewitsch Neuimin am Krim-Observatorium in Simejis bei einer Helligkeit von 13,3 mag entdeckt wurde. Nachträglich konnte festgestellt werden, dass er bereits am 3. März 1902, 1906, 1907 und 1926 an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg sowie 1918 am Krim-Observatorium fotografiert worden war.

Der Asteroid ist benannt zu Ehren des französischen Schriftstellers und Nobelpreisträgers von 1915, Romain Rolland (1866–1944).

(1269) Rollandia wird zwar zu den Hauptgürtelasteroiden gezählt, bewegt sich aber weit außerhalb der Hecuba-Lücke und ist ein Mitglied der Hilda-Gruppe. Diese bewegt sich in einer 3:2-Bahnresonanz mit dem Planeten Jupiter um die Sonne.<ref>C. E. Spratt: The Hilda group of minor planets. In: Journal of the Royal Astronomical Society of Canada. Band 83, 1989, S. 393–404, Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:bibcode“ ist nicht vorhanden. (PDF; 173 kB).</ref> Obwohl der gegenseitige Bahnabstand (Minimum orbit intersection distance, MOID) von Jupiter und (1269) Rollandia immer wieder zwischen 0,69 und 0,84 AE schwankte, sind sich die beiden Himmelskörper durch die Bahnresonanz in den vergangenen 10.000 Jahren nie näher gekommen als bis auf etwa 1,38 AE (207 Mio. km).<ref>A. Vitagliano: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar); (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>

Wissenschaftliche Auswertung

Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (1269) Rollandia, für die damals Werte von 105,2 km bzw. 0,05 erhalten wurden.<ref>E. F. Tedesco, P. V. Noah, M. Noah, S. D. Price: The Supplemental IRAS Minor Planet Survey. In: The Astronomical Journal. Band 123, Nr. 2, 2002, S. 1056–1085, doi:10.1086/338320 (PDF; 398 kB).</ref> Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot speziell für Mitglieder der Hilda-Gruppe führte 2012 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 104,9 km bzw. 0,05.<ref>T. Grav, A. K. Mainzer, J. Bauer, J. Masiero, T. Spahr, R. S. McMillan, R. Walker, R. Cutri, E. Wright, P. R. Eisenhardt, E. Blauvelt, E. DeBaun, D. Elsbury, T. Gautier IV, S. Gomillion, E. Hand, A. Wilkins: WISE/NEOWISE Observations of the Hilda Population: Preliminary Results. In: The Astrophysical Journal. Band 744, Nr. 2, 2012, S. 1–15, doi:10.1088/0004-637X/744/2/197 (PDF; 3,45 MB).</ref>

Spektroskopische Beobachtungen am 19. März 1990 am Roque-de-los-Muchachos-Observatorium auf La Palma zeigten im Spektrum von (1269) Rollandia unbekannte Absorptionslinien bei 416, 441 und 515 nm Wellenlänge ähnlich wie bei (279) Thule, die nie zuvor bei Asteroiden festgestellt worden waren. Sie wurden sie mit einer Oberflächeneigenschaft des Asteroiden in Verbindung gebracht, die vielleicht nicht immer von der Erde aus zu sehen ist.<ref>A. Fitzsimmons, I. P. Williams, C.-I. Lagerkvist, M. Dahlgren: Spectra of six asteroids obtained at La Palma. In: Monthly Notices of the Royal Astronomical Society. Band 247, 1990, S. 26P–29P, Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:bibcode“ ist nicht vorhanden. (PDF; 321 kB).</ref> Eine spektroskopische Untersuchung von 23 Hilda-Asteroiden im September 1992 am La-Silla-Observatorium in Chile und im Oktober/November 1992 am Roque-de-los-Muchachos-Observatorium ergab für (1269) Rollandia eine taxonomische Klassifizierung als D-Typ.<ref>M. Dahlgren, C.-I. Lagerkvist, A. Fitzsimmons, I. P. Williams, M. Gordon: A study of Hilda asteroids. II. Compositional implications from optical spectroscopy. In: Astronomy & Astrophysics. Band 323, 1997, S. 606–619, Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:bibcode“ ist nicht vorhanden. (PDF; 536 kB).</ref>

Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt im September 2008 und März 2012 an der Außenstelle Tschuhujiw des Charkiw-Observatoriums in der Ukraine und am Krim-Observatorium in Simejis. Die Helligkeitsschwankungen waren gering und als untere Grenze für die Rotationsperiode wurde ein Wert von 36 h abgeschätzt.<ref>I. G. Slyusarev, V. G. Shevchenko, I. N. Belskaya, Yu. N. Krugly, V. G. Chiorny: Results of photometry of selected asteroids from the Hilda group. In: Astronomical School’s Report. Band 9, Nr. 1, 2013, S. 75–79, doi:10.18372/2411-6602.09.1075 (PDF; 249 kB, russisch).</ref> Weitere Beobachtungen erfolgten vom 25. bis 31. März 2012 am Observatoire du Bois de Bardon in Frankreich. Aus der während drei Nächten aufgezeichneten Lichtkurve wurde eine Rotationsperiode von 15,315 h abgeleitet.<ref>S. Fauvaud, M. Fauvaud: Photometry of Minor Planets. I. Rotation Periods from Lightcurve Analysis for Seven Main-belt Asteroids. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 40, Nr. 4, 2013, S. 224–229, Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:bibcode“ ist nicht vorhanden. (PDF; 306 kB).</ref> Dieser Wert konnte aber durch keine nachfolgende photometrische Messung bestätigt werden. Im Gegenteil erbrachte jede weitere Untersuchung immer wieder neue Vorschläge für die Rotationsperiode:

Messungen vom 6. bis 17. August 2016 während zwölf Nächten am Center for Solar System Studies (CS3) in Colorado und Kalifornien wurden zunächst zu einer Rotationsperiode von 19,98 h ausgewertet. Auch die halbe Periode erschien möglich.<ref>B. D. Warner, R. D. Stephens, D. R. Coley: Lightcurve Analysis of Hilda Asteroids at the Center for Solar System Studies: 2016 June–September. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 44, Nr. 1, 2017, S. 36–41, Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:bibcode“ ist nicht vorhanden. (PDF; 5,33 MB).</ref> Dagegen wurde aus Beobachtungen vom 10. bis 28. Februar 2019 während fünf Nächten am Command Module Observatory in Arizona eine längere Rotationsperiode von 28,277 h erhalten.<ref>T. Polakis: Lightcurves of Twelve Main-Belt Minor Planets. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 46, Nr. 3, 2019, S. 287–292, Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:bibcode“ ist nicht vorhanden. (PDF; 711 kB).</ref> Neue Messungen vom 17. bis 25. April 2019 am CS3 führten dieses Mal in der Auswertung zu einer Rotationsperiode von 17,36 h. Auch eine Revision der Daten aus 2016 erbrachte nun einen ähnlichen Wert von 17,12 h.<ref>B. D. Warner, R. D. Stephens: Lightcurve Analysis of Hilda Asteroids at the Center for Solar System Studies: 2019 April–June. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 46, Nr. 4, 2019, S. 406–412, Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:bibcode“ ist nicht vorhanden. (PDF; 689 kB).</ref>

Photometrische Beobachtungen erfolgten wieder vom 3. April bis 14. Juni 2020 durch die Grupo de Observadores de Rotaciones de Asteroides (GORA) an drei Observatorien in Argentinien. Aus ihnen wurde eine Rotationsperiode von 39,81 h abgeleitet.<ref>M. Colazo, A. Stechina, C. Fornari, M. Santucho, A. Mottino, E. Pulver, R. Melia, N. Suárez, D. Scotta, A. Chapman, J. Oey, E. Meza, E. Bellocchio, M. Morales, T. Speranza, F. Romero, M. Suligoy, P. T. Passarino, M. Borello, R. Farfán, F. Limón, J. Delgado, R. Naves, C. Colazo: Asteroid Photometry and Lightcurve Analysis at GORA Observatories. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 48, Nr. 1, 2021, S. 50–55, Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:bibcode“ ist nicht vorhanden. (PDF; 1,92 MB).</ref> Bei weiteren Untersuchungen im gleichen Zeitraum vom 5. bis 18. April 2020 am Command Module Observatory konnte abweichend zu allen früheren Auswertungen nun eine deutlich längere Periode von 60,45 h bestimmt werden.<ref>T. Polakis: Photometric Observations of Twenty-Seven Minor Planets. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 47, Nr. 4, 2020, S. 314–321, Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:bibcode“ ist nicht vorhanden. (PDF; 1,22 MB).</ref>

Eine Untersuchung von 2021 versuchte, die Messergebnisse von Beobachtungen am Cerro Tololo Inter-American Observatory (CTIO) in Chile vom 6. und 7. Mai 2013 mit den verschiedenen vorgeschlagenen Rotationsperioden in Übereinstimmung zu bringen. Das gelang in keinem Fall in zufriedenstellender Weise und die Rotationsperiode musste als unbekannt und wahrscheinlicher länger als zuvor in den meisten Fällen vermutet angenommen werden. Auch ein Taumeln des Asteroiden wurde als möglich erachtet.<ref>W. Romanishin: The Elusive Period of the Hilda 1269 Rollandia. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 48, Nr. 2, 2021, S. 102–103, Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:bibcode“ ist nicht vorhanden. (PDF; 269 kB).</ref>

Bei Asteroiden mit Rotationsperioden von etwa einem Vielfachen eines halb- oder ganzzahligen Erdtags kann an einem Observatorium oft nur eine unvollständige Lichtkurve aufgenommen werden, da in jeder Nacht immer wieder derselbe Teilabschnitt der Lichtkurve erfasst wird, was durch Alias-Effekte oft zu erschwerten oder fehlerhaften Auswertungen führt. Daher wurde vom 5. September bis 19. November 2024 eine koordinierte Beobachtungskampagne an mehreren weit voneinander entfernten Observatorien unternommen, um die Unklarheit in der Rotationsperiode von (1269) Rollandia zu klären. Die photometrischen Daten, die während 28 Nächten am Organ Mesa Observatory in New Mexico, am Balzaretto Observatory in Italien und am Blue Mountains Observatory in Australien erfasst wurden, ergaben eine vollständige Lichtkurve und konnten nun eindeutig zu einer Rotationsperiode von 59,70 h ausgewertet werden. Dies bestätigte näherungsweise das längere Ergebnis von 2020, während sich alle zuvor ermittelten Perioden sicher ausschließen ließen.<ref>F. Pilcher, L. Franco, J. Oey: The Ambiguous Rotation Period of 1269 Rollandia is Solved by a Global Collaboration of Observers. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 52, Nr. 2, 2025, S. 104, Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:bibcode“ ist nicht vorhanden. (PDF; 160 kB).</ref>

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

<references />