Zum Inhalt springen

Ḫašammeli

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Ḫašammeli war der hethitische, luwische und palaische Götterschmied hattischen Ursprungs.<ref>Piotr Tararcha: Religions of Second Millennium Anatolia. Wiesbaden 2009, S. 36.</ref>

Namensvarianten

Ein erster Hinweis auf diesen Gott findet sich im Männernamen Ḫazamil, der im 18. Jh. v. Chr. in Kaneš genannt wurde.<ref>Piotr Tararcha: Religions of Second Millennium Anatolia. Wiesbaden 2009, S. 27.</ref> Der Gott wurde manchmal auch ohne den hattischen Maskulinmarker /-l/ Ḫašmaiu genannt.

Aufgaben, Kult, Mythos

Ḫašammeli war ein Haus und Hof verbundener Gott,<ref>Volkert Haas: Die hethitische Literatur. Berlin 2006, S. 350.</ref> der auch die Kinder beschützte.<ref>Volkert Haas: Die hethitische Literatur. Berlin 2006, S. 119.</ref>

Er wurde in Opferlisten häufig gemeinsam mit den Göttern Mond (Arma<ref>Piotr Tararcha: Religions of Second Millennium Anatolia. Wiesbaden 2009, S. 43.</ref>), Stern und Nacht (Išpant<ref>Piotr Tararcha: Religions of Second Millennium Anatolia. Wiesbaden 2009, S. 30.</ref>) genannt,<ref>Volkert Haas: Die hethitische Literatur. Berlin 2006, S. 119.</ref> die eventuell mit jenen Brüdern des Gottes identifiziert werden können, die der Frostdämon Ḫaḫḫima im Mythos verschonen will, da er diese als „Vaterbrüder“ bezeichnet.<ref>Volkert Haas: Die hethitische Literatur. Berlin 2006, S. 119.</ref>

Großkönig Muršili II. dankte Ḫašammeli in seinen Annalen für einen Sieg über das Land Piggainarešša infolge eines nächtlichen Überraschungsangriffs, nachdem Ḫašammeli den Großkönig im Auftrag des Wettergottes Tarḫunna verborgen habe.<ref>Volkert Haas: Die hethitische Literatur. Berlin 2006, S. 81.</ref>

In palaischen Götterlisten steht Ḫašamili an fünfter Stelle, nach den Ilaliyantikeš und vor Kamama.

Literatur

  • Volkert Haas: Die hethitische Literatur. Walter de Gruyter, Berlin 2006, ISBN 3-11-018877-5, S. 81, 119.
  • Volkert Haas, Heidemarie Koch: Religionen des alten Orients: Hethiter und Iran. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2011, ISBN 978-3-525-51695-9.
  • Piotr Taracha: Religions of Second Millennium Anatolia. Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-447-05885-8.

Einzelnachweise

<references />