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Żnin

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Vorlage:Infobox Ort in Polen

Żnin [[[:Vorlage:IPA]]] (deutsch Znin, seit 21. Mai 1941 Dietfurt (Wartheland)<ref>Stadt Dietfurt (Wartheland) (Territorial.de) </ref>; früher auch Schnin)<ref name="AAM5" /><ref name="Neumann" /><ref name="StatBüro" /><ref name="KlBrockh" /> ist eine Stadt im Powiat Żniński der Woiwodschaft Kujawien-Pommern in Polen. Die Stadt mit etwa 13.850 Einwohnern ist Sitz des Powiat und der gleichnamigen Stadt-und-Land-Gemeinde mit etwas mehr als 24.000 Einwohnern.

Geographische Lage

Datei:Żnin, rynek z lotu ptaka.jpg
Stadtpanorama mit dem Marktplatz im Stadtzentrum

Die Stadt liegt in der historischen Region Posen, beiderseits der Gąsawka (Gonsawka) zwischen dem Duże Żnińskie und Małe Żnińskie (Großer und Kleiner Zniner See), etwa 30 Kilometer südwestlich von Bydgoszcz (Bromberg) und 75 Kilometer nordöstlich der Stadt Posen.

Geschichte

Datei:Town hall tower in Znin (2).jpg
Stadtzentrum von Żnin
Datei:Posen 1905.png
Znin, südwestlich von Bromberg und nordöstlich der Stadt Posen, auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung)

Die Entstehung des Ortes geht wahrscheinlich auf das 11. Jahrhundert zurück. Die älteste schriftliche Erwähnung findet sich in einem päpstlichen Dokument aus dem Jahr 1136, welches diesen und weitere 29 Orte in das Eigentum des Erzbischofs von Gnesen übergab (Erzbistum Gniezno). 1148 wurde in Żnin ein eigenes Bistum eingerichtet. Zu dieser Zeit war die Stadt auch Sitz einer Kastellanei. Als Datum der Erhebung zur Stadt wird manchmal 1272 angegeben, jedoch gingen die entsprechenden Dokumente schon im Mittelalter verloren. 1331 wurde Żnin von Deutschordensrittern niedergebrannt. Nach dem Wiederaufbau wurde die Stadt befestigt. König Kasimir der Große hielt sich mehrmals in Żnin auf und bestätigte die alten Privilegien der Stadt. Ab 1374 war Żnin auch eine bevorzugte Residenz der Erzbischöfe von Gnesen. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts entvölkerten Pest, Hunger und wiederholte Brände die Stadt. Durch die erste Teilung Polens kam Żnin 1772 an Preußen. Während der Napoleonischen Zeit wurde sie 1807 Teil des Herzogtums Warschau, wurde aber vom Wiener Kongress 1815 erneut Preußen zugesprochen.

Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs war Znin Kreisstadt des Kreises Znin im Regierungsbezirk Bromberg der preußischen Provinz Posen im Deutschen Reich. Nach dem Posener Aufstand 1919 und dem Versailler Vertrag wurde die Stadt am 10. Januar 1920 an Polen abgetreten.

Nach dem Überfall auf Polen 1939 durch die deutsche Wehrmacht und der völkerrechtswidrigen Annexion durch das Deutsche Reich erhielt die Stadt den Namen Dietfurt.<ref>Am 12. Juni 1941 ordnete Reichsinnenminister Wilhelm Frick Namensänderungen für einige Städte in den vom Deutschen Reich annektierten Ostgebieten an (chroniknet.de)</ref> 1942 befand sich dort ein Lager für die Abteilung K 4 / 36 des Reichsarbeitsdienstes (RAD). Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region von der Roten Armee besetzt und kurz danach von der Sowjetunion der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen.

Demographie

Bevölkerungsentwicklung bis 1921
Jahr Einwohner Anmerkungen
1780 562 <ref name="JFG">Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preußen. Band 2: Topographie von Westpreußen. Marienwerder 1789, S. 92–93, Ziffer 4; Vorlage:Archive.org.</ref>
1783 606 <ref name="JFG" />
1788 705 in 120 Häusern<ref>August Karl von Holsche: Der Netzedistrikt, ein Beytrag zur Länder- und Völkerkunde mit statistischen Nachrichten. Königsberg 1793, S. 119, Ziffer 12 (Google Books).</ref><ref name="Wuttke">Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 442–443.</ref>
1802 991 <ref name="AAM5" />
1816 1127 davon 134 Evangelische, 930 Katholiken, 63 Juden<ref name="AAM5">Alexander August Mützell, Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 5: T–Z. Halle 1823, S. 376–383, Ziffer 647 (Google Books).</ref>
1818 931 <ref>Alexander August Mützell, Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats. Band 4: P–S. Halle 1823, S. 262, Ziffer 2443 (Google Books).</ref>
1821 1261 in 177 Privatwohnhäusern<ref name="AAM5" />
1826 1520 in 166 Häusern, 650 Juden<ref>Leopold von Zedlitz-Neukirch: Die Staatskräfte der preußischen Monarchie unter Friedrich Wilhelm III. Band 2, Teil 1. Berlin 1828, S. 119–120, Ziffer 3; Vorlage:Archive.org.</ref>
1837 1548 <ref name="Wuttke" />
1843 1685 <ref name="Wuttke" />
1858 1867 <ref name="Wuttke" />
1861 1922 <ref name="Wuttke" />
1867 2100 am 3. Dezember<ref name="StatBüro" />
1871 2237 darunter 250 Evangelische, 1550 Katholiken und 440 Juden (1400 Polen);<ref name="Neumann">Gustav Neumann: Geographie des Preußischen Staats. 2. Auflage, Band 2, Berlin 1874, S. 116, Ziffer 5.</ref> nach anderen Angaben 2237 Einwohner (am 1. Dezember), davon 210 Evangelische, 1598 Katholiken, ein sonstiger Christ, 428 Juden<ref name="StatBüro">Königliches Statistisches Büro: Die Gemeinden und Gutsbezirke des preussischen Staates und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. Dezember 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Teil IV: Die Provinz Posen. Berlin 1874, S. 178–179, Ziffer 7, S. 185–186; kpbc.umk.pl</ref>
1875 2407 <ref name="MR">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
1880 2483 <ref name="MR" />
1890 2587 davon 363 Evangelische, 1910 Katholiken, 313 Juden, ein Sonstiger<ref name="MR" />
1905 4088 darunter 941 Evangelische und 241 Juden<ref name="Meyers">Vorlage:Meyers-1905</ref>
1910 4547 am 1. Dezember, darunter 1472 mit deutscher Muttersprache (1102 Evangelische, 142 Katholiken, ein sonstiger Christ und 227 Juden) und 3039 mit polnischer Muttersprache (3037 Katholiken und zwei Juden);<ref>Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon der Regierungsbezirke Allenstein, Danzig, Marienwerder, Posen, Bromberg und Oppeln. Auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und anderer amtlicher Quellen. Berlin 1912, Heft V: Regierungsbezirk Bromberg, 14. Kreis Znin, S. 70–71, Ziffer 4 (Google Books).</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref> nach anderen Angaben 4553 Einwohner<ref name="KlBrockh">Vorlage:Brockhaus-1911</ref>

Gemeinde

Zur Stadt-und-Land-Gemeinde (gmina miejsko-wiejska) Żnin gehören die Stadt und 37 Dörfer mit Schulzenämtern. Vorlage:Hauptartikel

Städte- und Gemeindepartnerschaften

Verkehr und Sehenswürdigkeiten

Die Stadt hatte einen Bahnhof an der Bahnstrecke Inowrocław–Drawski Młyn, in Żnin zweigte die Bahnstrecke Żnin–Szubin ab.

Darüber hinaus gab es die heute teilweise als Museumseisenbahn betriebene Żnińska Kolej Powiatowa (Zniner Kreisbahn). Im Dorf Wenecja, durch die diese Bahnstrecke führt, befinden sich das Schmalspurbahnmuseum Wenecja und die oft besuchte Burgruine.

Sport

Der Verein Baszta Żnin hat eine Abteilung für Motorbootrennsport, die seit 1979 regelmäßig jährlich ein Motorbootrennen auf dem kleinen See veranstaltet. Dabei geht es fast immer um Welt- und Europameistertitel. 2011 gewann hier erstmals ein deutscher Teilnehmer die Goldmedaille, Manuel Saueressig aus Brodenbach wurde Europameister der Klasse F-4S.

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

  • Znin, Kreisstadt, am Zniner See und an der Gonsawka, Regierungsbezirk Bromberg, Provinz Posen, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Znin (meyersgaz.org).
  • Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 442–443.
  • Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preußen. Band 2: Topographie von Westpreußen. Marienwerder 1789, S. 92–93; Vorlage:Archive.org.

Weblinks

Vorlage:Commonscat

Einzelnachweise

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