Štefan Lux
Stefan Lux (* 4. November 1887 in Wien; † 3. Juli 1936 in Genf) war ein tschechoslowakischer jüdischer Künstler und Journalist. Lux wird in zahlreichen Publikationen nachgesagt, unter dem Pseudonym Peter Sturmbusch Gedichte und Liedtexte veröffentlicht zu haben; dies ist jedoch nachweislich nicht der Fall.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> Lux beging während einer Generalversammlung des Völkerbundes vor versammeltem Plenum Suizid, um auf die Judenverfolgung im Deutschen Reich aufmerksam zu machen.
Leben
Stefan Lux wurde in Wien 1., Kurrentgasse 10 als Sohn des jüdischen Notars Albert Lux und seiner zweiten Gattin Malwine Lux (* 23. August 1856 Lemberg, † 26. Juli 1931 Wien, Rothschildspital), geborene Landesberger geboren.<ref>Geburtseintrag im Geburtenbuch der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Stadttempel (Innere Stadt), Band L, 1887–1888, Zahl 1781. Seine Eltern lebten zu diesem Zeitpunkt in Wien 1., Kurrentgasse 10. Hebamme bei der Geburt war Adeline Reischer, Lilienbrunngasse 4, die gemeinsam mit „Sal. Brodheim, Lilienbrunngasse 18“ die Geburt bezeugte. Online über Familysearch (Anmeldung erforderlich, Benutzung gratis), Israelitische Kultusgemeinde Wien, Stadttempel (Innere Stadt), Geburtenbuch, Band L, 1887–1888, Zahl 1781: familysearch.org (abgerufen am 10. Juni 2025). Original der Matriken im Archiv der Israelitischen Kultusgemeinde Wien; Zweitschrift im Wiener Stadt- und Landesarchiv, Israelitischen Kultusgemeinde, Geburtenbuch: Wien, B1: Band 17, Zahl 1781. Auf allen seinen im Wiener Stadt- und Landesarchiv erhaltenen Meldezetteln wird folgerichtig auch Wien als Geburtsort angegeben.</ref> Vor der Geburt seines Bruders Maximilian Lux (* 3. November 1895 Skalica, † 7. August 1912 Wien) übersiedelte die Familie in die Region Záhorie (heute Slowakei). In seinen frühen Jahren besuchte Lux die Schule in Malacky und wechselte später auf das Gymnasium im damaligen Pressburg. Danach studierte er in Budapest Rechtswissenschaft und wandte sich nach den Examen verschiedenen schönen Künsten zu.
Als Schauspieler erhielt er verschiedene Theaterrollen auf Bühnen in Berlin und Wien. 1920 führte er Regie im Spielfilm Gerechtigkeit, der als eine der ersten Leinwandproduktionen den um sich greifenden Antisemitismus thematisierte. Neben Ernst Deutsch und Fritz Kortner ist in der Hauptrolle der bekannte österreichisch-jüdische Schauspieler Rudolph Schildkraut zu sehen, der noch im selben Jahr in die USA auswanderte.
Lux selbst zog nach Prag und gründete dort ein Theater. Anfang der dreißiger Jahre wurde Lux zunehmend politisch aktiv und publizierte als Journalist in verschiedenen Veröffentlichungen und Zeitungen vehemente Aufrufe zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus.
Tod
Im Jahr 1936 entschloss Lux sich zu einem radikalen Protest gegen die Judenverfolgung im Deutschen Reich. Lux verschaffte sich mit einer Presse-Akkreditierung Zutritt zu einer Generalversammlung des Völkerbundes in Genf. Nach einer Rede des spanischen Außenministers Augusto Barcia Trelles betrat Lux am Vormittag des 3. Juli 1936 den Plenarsaal, richtete einige nicht genau überlieferte Worte an die versammelten Diplomaten und den belgischen Sitzungspräsidenten Paul van Zeeland, zog dann einen Revolver und schoss sich in die Brust. Er wurde daraufhin in ein Krankenhaus in Genf eingeliefert und erlag dort am Abend seiner schweren Verletzung. Er wurde auf dem Genfer jüdischen Friedhof beigesetzt.
Reaktionen und Würdigung
Bei seiner Beerdigung waren zahlreiche internationale Prominente und Politiker zugegen. Der britische Guardian schrieb: „Vorlage:Str trim“
Nahum Goldmann schrieb 1937: „Vorlage:Str trim“<ref>Vorlage:Toter Link/Corenotrehistoire.ch (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden.. Suche im Internet Archive )Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden. Stefan Lux, protomartyr à Genève de l'antisémitisme nazi.</ref>
Mit der deutsch-französischen Verfilmung des von Rolf Hochhuth verfassten Dokumentarschauspiels Der Stellvertreter von Costa-Gavras sollte Štefan Lux ein „filmisches Denkmal“ gesetzt werden. Der Film beginnt mit einer Darstellung seines Suizids.
Literatur
- Michael Biggs: The Transnational Diffusion of Protest by Self-Immolation, verschiedentlich vorgetragen, u. a. auf der Crossing Borders Conference, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Oktober 2006.
- Arnold Hahn: Vor den Augen der Welt! Warum starb Stefan Lux? Sein Leben, seine Tat, seine Briefe, Čechoslovakische Liga gegen den Antisemitismus, Prag 1936.
- Moshe Levani, in: The Jewish Digest 12/2 (1966), S. 16–20.
- Betty Sargent: The Desperate Mission of Stefan Lux, in: The Georgia Review 43 (Winter 1989), S. 693–707.
- Rüdiger Strempel: Lux. Gegen den Nationalsozialismus und die Lethargie der Welt. Osburg Verlag, Hamburg 2020, ISBN 978-3-95510-216-6.
Weblinks
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- Literatur von und über Skriptfehler: Ein solches Modul „WLink“ ist nicht vorhanden. im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Vorlage:IMDb
Einzelnachweise
<references />
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Lux, Štefan |
| ALTERNATIVNAMEN | Lux, Stefan Matthias |
| KURZBESCHREIBUNG | tschechoslowakisch-jüdischer Künstler und Journalist |
| GEBURTSDATUM | 4. November 1887 |
| GEBURTSORT | Wien |
| STERBEDATUM | 3. Juli 1936 |
| STERBEORT | Genf |
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