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Ōtsuchi (Iwate)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Ōtsuchi-chō
{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)
Ōtsuchi (Iwate) (Japan)
Ōtsuchi (Iwate) (Japan)
Geographische Lage in Japan
Region: Tōhoku
Präfektur: Iwate
Koordinaten: 39° 22′ N, 141° 54′ OKoordinaten: 39° 21′ 36″ N, 141° 54′ 24″ O
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Basisdaten
Fläche: 200,59 km²
Einwohner: 10.719
(1. März 2021)
Bevölkerungsdichte: 53 Einwohner je km²
Gemeindeschlüssel: 03461-4
Symbole
Flagge/Wappen:
Baum: Japanische Zelkove
Blume: Shinzan-Azalee
Vogel: Sturmmöwe
Fisch: Ketalachs
Rathaus
Adresse: Ōtsuchi Town Hall
1-1, Shinchō
Ōtsuchi-chō, Kamihei-gun
Iwate-ken 028-1192 Japan
Webadresse: www.town.otsuchi.iwate.jp
Lage der Stadt Ōtsuchi in der Präfektur Iwate
Lage Ōtsuchis in der Präfektur
Lage Ōtsuchis in der Präfektur

Ōtsuchi (jap. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), -chō) ist eine japanische Kleinstadt im Landkreis Kamihei in der Präfektur Iwate.

Geographie

Datei:Otsuchi town center area Aerial photograph.1977.jpg
Stadtzentrum Ōtsuchi (aus 2 Luftaufnahmen von 1977 zusammengesetztes Luftbild in Farbe), erstellt vom MLIT

<templatestyles src="Mehrere Bilder/styles.css" />

Die Gemeinde liegt an der pazifischen Sanriku-Küste, 50 km nördlich von Rikuzentakata. Die Geometrie der Gegend von Ōtsuchi ist mit ihren steilen und schmalen Buchten typisch für die Ria-Küste.<ref name="MoriEtAl2013_O2T">Nobuhito Mori, Daniel T. Cox, Tomohiro Yasuda, Hajime Mase: Overview of the 2011 Tohoku Earthquake Tsunami Damage and Its Relation to Coastal Protection along the Sanriku Coast. In: Earthquake Spectra. Band 29, S1, 2013, S. 127–143, doi:10.1193/1.4000118.</ref>

Die Stadt Ōtsuchi liegt in dem alluvialen Schwemmkegel, der von den beiden Flüssen gebildet wird, zwischen denen er liegt – dem Ōtsuchi im Norden und dem Kozuchi im Süden. Der Oyashio-Meeresstrom, der vom Beringmeer südwärts in das Gebiet vor Ōtsuchi fließt, hat ganzjährig Einfluss auf dessen Klimat, indem die Sommer kühl und die Winter verhältnismäßig gemäßigt ausfallen.<ref name="Takezawa2016_A2E_p1">Shoichiro Takezawa: The Aftermath of the 2011 East Japan Earthquake and Tsunami - Living among the Rubble. Lexington Books, Lanham u. a. 2016, ISBN 978-1-4985-4251-7, S. 1.</ref>

Der Südteil mit dem Ortszentrum befindet sich am Nord- und Nordwestufer der Ōtsuchi-Bucht ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Ōtsuchi-wan), einer langgestreckten, bergumsäumten Bucht zwischen der Hakozaki-Halbinsel ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Hakozaki-hantō), des benachbarten Kamaishi im Süden, mit dem Mihako-Kap ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Mihako-zaki) als Ende, sowie der Kirikiri-Halbinsel ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Kirikiri-hantō) im Norden mit der vorgelagerten Insel Noshima ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), deren Kap Samehana ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), dt. „Hainase“) das Nordende markiert. Auf der gegenüberliegenden Seite der Kirikiri-Halbinsel befindet sich die Funakoshi-Bucht ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Funakoshi-wan), deren Südufer ebenfalls zur Gemeinde gehört. Direkt an die Küste schließt sich das Kitakami-Bergland an, so dass sich die Besiedlung auf die Küste konzentriert, sowie teilweise die Flusstäler. Die höchste Erhebung auf dem Gemeindegebiet ist der Kujira-san ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) mit 610,2 m auf der Grenze zu Yamada, das sich auch auf der gegenüberliegenden Seite der Funakoshi-Bucht befindet. Im Nordwesten grenzt die Gemeinde an Miyako, sowie auf einem kleinen Zipfel im Westen an Tōno.

Die Gemeinde besteht aus 17 Ortsteilen:

Das Dorf Kirikiri ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) als nördlichster Ortsteil grenzt – anders als andere Fischerdörfer im Ōtsuchi-Gebiet wie Akahama, Ando und das Ōtsuchi-Downtowngebiet selbst – nicht an die Ōtsuchi-Bucht, sondern liegt an der Funakoshi-Bucht. Das Dorf ist von einer Anzahl von Bergen umgeben. Nur das Küstengebiet Kirikis im Norden mit seinem weißen Sandstrand und kleinem Fischereihafen öffnet sich zum Meer hin.<ref name="Takezawa2016_A2E_p30f">Shoichiro Takezawa: The Aftermath of the 2011 East Japan Earthquake and Tsunami - Living among the Rubble. Lexington Books, Lanham u. a. 2016, ISBN 978-1-4985-4251-7, S. 30 f.</ref>

Auf der gegenüberliegenden Seite der gleichnamigen Halbinsel, am Nordufer der Ōtsuchi-Bucht befindet sich Akahama ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Am Nordwestufer in unmittelbarer Nähe befindet sich das Ortszentrum in einer trichterförmigen Flussdoppelmündung mit den Ortsteilen, im entgegengesetzten Uhrzeigersinn, Minatomachi ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), „Hafenbezirk“), Ando ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), Shinminatomachi ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), „neuer Hafenbezirk“), Shinchō ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), „neuer Bezirk“), Suehirochō ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), Ōmachi ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), „großer Bezirk“), Honchō ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), „Hauptbezirk“), Kamichō ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), „unterer Bezirk“), Sakaechō ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) und Sukachō ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Entlang des nördlichen Flusses Ōtsuchi-gawa ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), „großer Hammerfluss“) der Doppelmündung, folgen dann am Unterlauf die Ortsteile Ōtsuchi ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), Ogakuchi ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) und dann nach mehreren Kilometern tief in den Bergen Kanezawa ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), sowie entlang des Unterlaufs des südlichen Flusses Kozuchi-gawa ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), „kleiner Hammerfluss“) die Ortsteile Kozuchi ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) und Sakuragichō ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)).

Da sich das Ortszentrum mit dem Gros der Bevölkerung am Ende einer langgestreckten Bucht in der trichterförmigen Flussmündung mit aufsteigenden Bergen befindet, wirken sich Tsunamis besonders verheerend aus.

Geschichte

Das Gebiet der Stadt Ōtsuchi kann mit einer 7000-jährigen Siedlungsgeschichte aufwarten, die von der frühen Jōmon-Zeit bis in die heutige Zeit reicht.<ref name="Takezawa2016_A2E_p5f" />

Mit dem Beginn der Meiji-Ära im Jahr 1868 löste die Nachbarstadt Kamaishi, die sich zum Geburtsort der modernen japanischen Eisenschmieden entwickelte, Ōtsuchi als Schwerpunkt des Gebietes ab. Vor allem dank seiner Fischerei- und Meeresprodukte-Industrie behielt Ōtsuchi ein stabiles Wohlstandsniveau bei. Von 1125 Haushalten im Jahr 1888 in dem Gebiet waren 548 – also nahezu die Hälfte – in den Fischhandel verwickelt, was die wesentliche Rolle der Fischerei für die Wirtschaft der Region belegt.<ref name="Takezawa2016_A2E_p5f" />

Die heutige Gemeinde entstand am 1. April 1889 während der Reorganisation des japanischen Gemeindewesens aus den Dörfern Ōtsuchi, Kozuchi und Kirikiri.<ref name="town-otsuchi-iwate-jp_tsunami_HP"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />津波防災手帳 大槌町 (Memento vom 16. Juli 2018 auf WebCite), town.otsuchi.iwate.jp.</ref> Am 1. April 1955 wurde Ōtsuchi mit dem im Hinterland liegenden Dorf Kanezawa zur neuen Gemeinde Ōtsuchi vereinigt.

Dem Dorf Kiriki wird im Gegensatz zu dem nah am Downtown-Gebiet gelegenen Ando ein ausgeprägter Sinn für die eigene Unabhängigkeit bescheinigt. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges gehörte Kiriki weder zum Verwaltungsdistrikt der Stadt Ōtsuchi noch zu dessen Fischereiverband. Bevor ein Tunnel gebaut wurde, der Kiriki mit dem Downtown-Gebiet verband, musste man einen Berg überqueren, um in das Dorf zu kommen, was als ein verstärkender Faktor für das Unabhängigkeitsbewusstsein in dem Dorf angesehen werden kann. Die Einwohner Kirikis nennen das Downtowngebiet noch heute „Ōtsuchi“, was deutlich macht, dass sie sich selbst nicht als Bevölkerung von Ōtsuchi betrachten. Anders als bei anderen Dörfern in dem Gebiet besteht der bedeutendste Industriezweig in Kiriki in der Fischerei. Bevor die vier Fischereiverbände im Ōtsuchi-Gebiet zusammengelegt wurden, warb Kiriki damit, dass sein Fischereiverband die meisten Mitglieder und größten Profiten verbuchen konnte.<ref name="Takezawa2016_A2E_p30f" />

Erdbeben- und Tsunamikatastrophen

Datei:Otsuchi Inundation areas of the 2011 Great East Japan Earthquake Ando et al 2013.png
Tsunami in Ōtsuchi:
rot: vorausgesagte Überflutungsgebiete anhand der Vereinigungsmenge dreier Erdbebentypen: der historischen Meiji-Sanriku-oki und Shōwa-Sanriku-oki und des hypothetischen Miyagi-oki
schwarze Zahlen: Überflutungs- oder Auflaufhöhen [m] vom 11. März 2011
blau: Überflutungsgebiete am 11. März 2011
Säulendiagramme: Bevölkerung (links) und Tote (rechts) für die Altersgruppen 0–15 (unten), 16–64 (Mitte) und ≥65 (oben)
<ref name="AndoEtAl2013_NHES_13_2173-2187_Fig2b">M. Ando, M. Ishida, Y. Hayashi, C. Mizuki, Y. Nishikawa, Y. Tu: Interviewing insights regarding the fatalities inflicted by the 2011 Great East Japan Earthquake. In: Nat. Hazards Earth Syst. Sci. Band 13, 6. September 2017, S. 2173–2187, doi:10.5194/nhess-13-2173-2013., Lizenz: Creative Commons Attribution 3.0 Unported (CC BY 3.0); hier: 2179, Fig.2 b) ("Otsuchi").</ref>
Vergleich der Bilanzen von völlig zerstörten Häusern und Opfern in Ōtsuchi für die Katastrophen von 1896, 1933, 1960 und 2011<ref name="NakasuEtAl2018_IJDRR_27_pp21-36_NakasuEtAl2017">Tadashi Nakasu, Yuichi Ono, Wiraporn Pothisiri: Why did Rikuzentakata have a high death toll in the 2011 Great East Japan Earthquake and Tsunami disaster? Finding the devastating disaster’s root causes. In: International Journal of Disaster Risk Reduction. Band 27, 2018, S. 21–36, doi:10.1016/j.ijdrr.2017.08.001. (Online veröffentlicht am 15. August 2017). Mit Verweis auf: Tadashi Nakasu, Yuichi Ono, Wiraporn Pothisiri: Forensic investigation of the 2011 Great East Japan Earthquake and Tsunami disaster: a case study of Rikuzentakata, Disaster Prevention and Management, 26 (3) (2017), S. 298–313, doi:10.1108/DPM-10-2016-0213.</ref>
Katastrophenereignis Völlig zerstörte Häuser Zahl der Todesopfer Quelle
Meiji 1896 (Erdbeben und Tsunami) 684 600 <ref name="NakasuEtAl2018_IJDRR_27_pp21-36_NakasuEtAl2017" />
Shōwa 1933 (Erdbeben und Tsunami) 483 61 <ref name="NakasuEtAl2018_IJDRR_27_pp21-36_NakasuEtAl2017" />
Chile 1960 (Erdbeben und Tsunami) 30 0 <ref name="NakasuEtAl2018_IJDRR_27_pp21-36_NakasuEtAl2017" />
Tōhoku 2011 (Erdbeben und Tsunami) 3677 1229 <ref name="NakasuEtAl2018_IJDRR_27_pp21-36_NakasuEtAl2017" />
Anmerkung: Die Zahl der Todesopfer für die Tōhoku-Katastrophe 2011 errechnet sich aus den Gesamtzahlen der Toten und Vermissten des 153. FDMA-Schadensberichts vom 8. März 2016 abzüglich der Zahlenangaben katastrophenbedingter Todesfälle,<ref group="A" name="A1_RA-disaster-related deaths">Mit dem Ausdruck „disaster-related deaths“ hat die Wiederaufbaubehörde (Reconstruction Agency) offiziell eine Kategorie für solche Fälle definiert, in denen der Tod Folge indirekter Schäden war, die durch Erdbeben, Tsunami und Nuklearkatastrophe verursacht waren. (Quelle: Haruka Toda, Shuhei Nomura, Stuart Gilmour, Masaharu Tsubokura, Tomoyoshi Oikawa, Kiwon Lee, Grace Y. Kiyabu, Kenji Shibuya: Assessment of medium-term cardiovascular disease risk after Japan’s 2011 Fukushima Daiichi nuclear accident: a retrospective analysis. In: BMJ Open. Band 7, Nr. 12, Dezember 2017, S. 1–9, doi:10.1136/bmjopen-2017-018502. (Online veröffentlicht am 22. Dezember 2017); Lizenz: Creative Commons Attribution Non Commercial (CC BY-NC 4.0).)</ref> die von der Wiederaufbaubehörde (Reconstruction Agency, RA) ermittelt wurden.<ref name="NakasuEtAl2018_IJDRR_27_pp21-36_NakasuEtAl2017" />

Historische Tsunamierfahrungen und Gegenmaßnahmen

Ōtsuchi wird als Teil der Küstenregion von Sanriku häufig von Tsunamis getroffen. In einem Zeitraum von lediglich rund einhundert Jahren erlebte Ōtsuchi mehrere große Tsunamis wie infolge des Meiji-Sanriku-Erdbebens 1896, des Shōwa-Sanriku-Erdbebens 1933 und des Großen Chile-Erdbebens 1960. Von den insgesamt an der Sanriku-Küste 21.959 Toten und Vermissten durch das Meiji-Sanriku-Erdbeben waren 612 Einwohner von Ōtsuchi. Beim Sanriku-Erdbeben von 1933 stammten von insgesamt 3.064 Toten entlang der Sanriku-Küste erneut 62 aus Ōtsuchi.<ref name="Takezawa2016_A2E_p5f" />

Die Küstenbewohner, denen die von der Küste drohenden Gefahren sehr bewusst waren, investierten mit enormem Aufwand an Zeit und Geld in den Bau von Seawalls, siedelten mit ihren Häusern auf höheres Terrain um und versuchten allgemein sicherzustellen, vor Tsunamis geschützt zu sein.<ref name="Takezawa2016_A2E_p5f" />

Im 20. Jahrhundert erlebte Ōtsuchi jedoch ein rapides Bevölkerungswachstum. Von rund 9.500 Menschen im Jahr 1925 wuchs die Einwohnerzahl bis 1950 auf 15.000 und erreichte 1980 mit 21.300 einen Höhepunkt. Während die räumliche Beschränkung des Ortes zwischen den sehr nahe an die Küste reichenden Bergen in der Jōmon- oder in der Edo-Zeit, als die Bevölkerung des Ortes noch begrenzt war, vermutlich nicht problematisch war, begannen die Menschen in Ōtsuchi in der Zeit des Bevölkerungszuwachses und der wirtschaftlichen Entwicklung Japans nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Landgewinnung, um Platz zum Leben für neue Einwohner und einen mit Beton ausgebauten Hafen zu schaffen. Der größte Teil dieses neu gewonnenen Landes lag auf Höhe des Meeresspiegels. Selbst die leicht erhabenen Gebiete, auf denen beispielsweise das Rathaus errichtet wurde, lagen lediglich 2 oder 3 Meter über dem Meeresspiegel. Dies sollte später dazu beitragen, dass der Verlust an Menschenleben in Ōtsuchi während des Tōhoku-Tsunamis 2011 so hoch ausfiel.<ref name="Takezawa2016_A2E_p5f">Shoichiro Takezawa: The Aftermath of the 2011 East Japan Earthquake and Tsunami - Living among the Rubble. Lexington Books, Lanham u. a. 2016, ISBN 978-1-4985-4251-7, S. 5 f.</ref>

Als besondere Form des Gedenkens der Opfer einer Tsunamikatastrophe wurde in Ōtsuchi ein Windtelefon etabliert.

Tōhoku-Erdbeben 2011

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Ausmaß von Tsunami und Schäden

Der von dem Tōhoku-Erdbeben am 11. März 2011 ausgelöste Tsunami beschädigte das Gebiet von Ōtsuchi schwer. Das Küstenareal wurde vollständig zerstört. Der Tsunami zerstörte den Wellenbrecherdamm und drang entlang der Flüsse Ōtsuchi und Kotsuchi in das Landesinnere vor. Die wasserbaulichen Verbauungen und Dämme wurden während der Überflutung vollständig überspült. Außerhalb der Bucht betrug die Überflutungs-/Auflaufhöhe des Tsunamis anfänglich 17 m, und der Tsunami trat direkt und ohne bedeutenden Verlust an Energie in die Ōtsuchi-Bucht ein. In der Nähe des Hafens von Ōtsuchi überschritt die Überflutungshöhe 10 m, während die maximale Auflaufhöhe in Ōtsuchi 18,1 m erreichte.<ref name="MoriEtAl2013_O2T" /> Anderen Angaben zufolge hatte der Tsunami in Ōtsuchi eine Überflutungshöhe von 12,6 m<ref name="MimuraEtAl2011_DFG" /> und überflutete 4 Quadratkilometer<ref name="MimuraEtAl2011_DFG" /><ref name="NakasuEtAl2018_IJDRR_27_pp21-36_p22Tab2" /> und 52 Prozent der Fläche in den Wohngebieten.<ref name="MimuraEtAl2011_DFG">Nobuo Mimura, Kazuya Yasuhara, Seiki Kawagoe, Hiromune Yokoki, So Kazama: Damage from the Great East Japan Earthquake and Tsunami - A quick report. In: Mitigation and Adaptation Strategies for Global Change. Band 16, Nr. 7, 2011, S. 803–818, doi:10.1007/s11027-011-9304-z. (Online veröffentlicht am 21. Mai 2011).</ref> Im Überflutungsgebiet lebten 78,2 % der 15.293 Einwohner von Ōtsuchi.<ref name="OmamaEtAl2018_IJDRR_31_435-440">Shinichi Omama, Yoshihiro Inoue, Hiroyuki Fujiwara, Tomohiko Mase: First aid stations and patient demand in tsunami-affected areas of Iwate Prefecture following the Great East Japan Earthquake. In: International Journal of Disaster Risk Reduction. Band 31, 2018, S. 435–440, doi:10.1016/j.ijdrr.2018.06.005. (Erstmals online verfügbar am 12. Juni 2018). Lizenz: Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 4.0 International (CC BY-NC-ND 4.0).</ref>

Die Zahl der völlig zerstörten Wohngebäude wird auf 3579, die der teilweise zerstörten auf 588 beziffert.<ref name="FDMA_2018-03-07"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />平成23年(2011年)東北地方太平洋沖地震(東日本大震災)について(第157報) (Memento vom 18. März 2018 auf WebCite) (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />PDF (Memento vom 18. März 2018 auf WebCite)), 総務省消防庁 (Fire and Disaster Management Agency), 157. Bericht, 7. März 2018.</ref><ref name="Takezawa2016_A2E_pVIIf" /> Das entspricht über der Hälfte der 6.100 Häuser.<ref name="Takezawa2016_A2E_pVIIf" /> In der Nähe des Küstengebietes blieben keine Häuser oder Gebäude erhalten.<ref name="MoriEtAl2013_O2T" /> Zwei mehrstöckige Stahlbetonbauten wurden in Ōtsuchi vom Tsunami umgeworfen.<ref name="SuppasriEtAl2013_PAG170_993–1018_LL2">Anawat Suppasri, Nobuo Shuto, Fumihiko Imamura, Shunichi Koshimura, Erick Mas, Ahmet Cevdet Yalciner: Lessons Learned from the 2011 Great East Japan Tsunami: Performance of Tsunami Countermeasures, Coastal Buildings, and Tsunami Evacuation in Japan. In: Pure and Applied Geophysics. Band 170, Nr. 6–8, 2013, S. 993–1018, doi:10.1007/s00024-012-0511-7. (Online veröffentlicht am 7. Juli 2012).</ref> Rund 60 % der Einwohner Ōtsuchis verloren ihre Häuser.<ref name="Takezawa2016_A2E_pVIIf" /> Das einzige Krankenhaus und alle sieben Kliniken der Stadt wurden vom Tsunami beschädigt. Ōtsuchi gehörte wie Yamada, Noda und Rikuzentakata zu den Städten der Präfektur Iwate, in der die meisten medizinischen Einrichtungen ihre Funktionalität einbüßten.<ref name="OmamaEtAl2018_IJDRR_31_435-440" />

<templatestyles src="Mehrere Bilder/styles.css" />

Verwüstungen im Ortsteil Akahama (Luftbilder: 15. März 2011)

Das Foto des auf einem Hausdach gestrandeten Ausflugsschiffes Hamayuri ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) ging um die Welt.<ref>A cruise ship lies on the roof of a two storey building in Otsuchi. In: sg.news.yahoo.com. 25. März 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. Juli 2012; abgerufen am 12. August 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der mit 200 Sitzen ausgestattete 109-Tonnen-High-Speed-Ausflugskatamaran im Besitz der Stadt Kamaishi war ehemals für Kreuzfahrten zur Insel Sangan (三貫島) und mit Aussicht auf die Bucht von Kamaishi verwendet worden. Am Tag der Katastrophe befand sich die Hamayuri in der Iwate-Werft in Akahama zur turnusmäßigen Überprüfung, wurde vom Tsunami fortgespült und von der zweiten Welle landeinwärts über das Sperrwerk getragen, bis sie rund 150 m nördlich der Werft nahezu unbeschadet auf dem Dach eines zweigeschossigen Gasthauses aufstrandete. Um an die Katastrophe zu erinnern, sammelte die Stadt Ōtsuchi Beiträge aus der Öffentlichkeit für die Restaurierung der Hamayuri und den Bau eines Gedenkparks als Platz für das Gebet für die Katastrophenopfer. Mit der Begründung, dass das Schiff in Gefahr sei herabzustürzen, traf die Stadt Kamaishi die Entscheidung zur Verschrottung des Schiffes. Es wurde am 10. Mai 2011 per Kran zu Boden niedergelassen und am folgenden Tag verschrottet.<ref name="Hayashi2017_BNME_41_4_337-391" />

Das zentrale Einkaufsviertel von Ōtsuchi mit dem Rathaus und dem Hauptbahnhof in seinem Zentrum ist den Einheimischen als „Innenstadt“ (machikata) bekannt. In diesem Downtown-Gebiet wurden 1.422 der 1.853 Häuser, dies entspricht rund 80 %, vollständig oder zur Hälfte zerstört.<ref name="Takezawa2016_A2E_p7" /> Sämtliche wichtige Einrichtungen in Ōtsuchi wurden zerstört, darunter das Rathaus, die Polizeiwache, die Feuerwache, die Krankenhäuser, die Bibliothek, die Hauptgeschäftsstraßen und das Einkaufszentrum. Mit dem Rathaus wurden auch die dort befindlichen Computer und Unterlagen zerstört. Wie ein Großteil Ōtsuchis wurde das Rathaus außer Dienst gestellt.<ref name="Takezawa2016_A2E_pVIIf" />

Der Tsunami verursachte umfassende Brandschäden, indem Propangasflaschen und die Überbleibsel der zerstörten Häuser in Brand gerieten. Die Brände hielten drei Tage an und beschränkten sich nicht allein auf die Trümmer und Häuser in dem Gebiet, sondern breiteten sich auch in den Wäldern der umliegenden Hügel aus, so dass es unmöglich wurde sie zu löschen. Dies erschwerte externen Rettungsteams außerordentlich stark das Betreten der Region, so dass viele der Dörfer und Evakuierungszentren im Gebiet von Ōtsuchi für einige Tage völlig abgeschnitten von der Außenwelt waren.<ref name="Takezawa2016_A2E_pVIIf">Shoichiro Takezawa: The Aftermath of the 2011 East Japan Earthquake and Tsunami - Living among the Rubble. Lexington Books, Lanham u. a. 2016, ISBN 978-1-4985-4251-7, S. VIIf.</ref>

Opfer

Die Isolation vieler Orte in Ōtsuchi durch die den Zugang für Rettungsteams von außen versperrenden Brände machte die Überprüfung der Sicherheit der Einwohner Ōtsuchis unmöglich, so dass Zeitungen und andere Medienquellen den Status der gesamten Bevölkerung Ōtsuchis (über 10.000 Menschen) fünf Tage nach dem Tsunami als „unbekannt“ eingestuft berichteten.<ref name="Takezawa2016_A2E_pVIIf" />

Die Brand- und Katastrophenschutzbehörde meldete in ihrem Schadensbericht vom 19. Mai 766 Tote und 952 Vermisste.<ref name="FDMA_2011-05-19_Rep124"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />平成23年(2011年)東北地方太平洋沖地震(第124報) (Memento vom 25. März 2018 auf WebCite) (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />PDF (Memento vom 25. März 2018 auf WebCite)), 総務省消防庁 (Fire and Disaster Management Agency), 124. Bericht, 19. Mai 2011.</ref><ref name="sinsai_zusetsu">{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). In: mainichi.jp. Mainichi Shimbun-sha, 20. Mai 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 22. Juni 2011; abgerufen am 19. Juni 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Übersicht über gemeldete Tote, Vermisste und Evakuierte).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/mainichi.jp</ref> Die Zahl der Toten erhöhte sich in der späteren Schadenserfassung auf 855, während noch 419 Menschen vermisst wurden.<ref name="FDMA_2018-09-07_Rep158"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />平成23年(2011年)東北地方太平洋沖地震(第158報) (Memento vom 3. Oktober 2018 auf WebCite), <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />ホーム > 東北地方太平洋沖地震(東日本大震災)被害報 >【過去】被害報 > 平成23年(2011年)東北地方太平洋沖地震被害報 157報~(1月~12月) (Memento vom 3. Oktober 2018 auf WebCite), 総務省消防庁 (Fire and Disaster Management Agency), 158. Schadensbericht, 7. September 2018.</ref>

Der Anteil der Opfer in Ōtsuchi betrug je nach Datengrundlage zwischen 8<ref name="FDMA_2013-03_Kap3-1u3-2"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />東日本大震災記録集 (Memento vom 23. März 2018 auf WebCite), 総務省消防庁 (Fire and Disaster Management Agency), März 2013, hier in Kapitel 3 (第3章 災害の概要) das Unterkapitel 3.1/3.2 (3.1 被害の概要/3.2 人的被害の状況) (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />PDF (Memento vom 23. März 2018 auf WebCite)).</ref> und 10 Prozent der Bevölkerung.<ref name="MoriEtAl2013_O2T" /> Gemessen an der Gesamtbevölkerung Ōtsuchis, die bei der Volkszählung von 2010 mit 15.276 angegeben worden war,<ref name="Census2010_stat-go-jp"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />平成 22年国勢調査 - 人口等基本集計結果 -(岩手県,宮城県及び福島県) (Memento vom 24. März 2018 auf WebCite) (PDF, japanisch), stat.go.jp (Statistics Japan - Statistics Bureau, Ministry of Internal Affairs and communication), Volkszählung 2010, Zusammenfassung der Ergebnisse für die Präfekturen Iwate, Miyagi und Fukushima, URL: https://www.stat.go.jp/data/kokusei/2010/index.html.</ref><ref name="FDMA_2013-03_Kap3-1u3-2" /> betrug die Opferrate durch die Katastrophe von 2011 8,3 %, wenn alle in dem 157. FDMA-Schadensbericht vom 7. März 2018 registrierten Toten und Vermissten berücksichtigt werden<ref name="FDMA_2018-03-07" /> beziehungsweise 8,05 %, wenn die in dem 153. FDMA-Schadensbericht vom 8. März 2016 registrierten Opfer (854 Tote und 423 Vermisste) abzüglich der von der Wiederaufbaubehörde (Reconstruction Agency, RA)<ref group="A" name="A1_RA-disaster-related deaths" /> gemeldeten katastrophenbedingten Todesfälle berücksichtigt werden, wodurch sich eine Zahl von 1.229 Toten und Vermissten ergibt. Mit der gleichen Datengrundlage, aber allein auf das Überflutungsgebiet des Tsunamis in Ōtsuchi bezogen, ergab sich eine Opferquote von 10,31 %.<ref name="NakasuEtAl2018_IJDRR_27_pp21-36_p22Tab2">Tadashi Nakasu, Yuichi Ono, Wiraporn Pothisiri: Why did Rikuzentakata have a high death toll in the 2011 Great East Japan Earthquake and Tsunami disaster? Finding the devastating disaster’s root causes. In: International Journal of Disaster Risk Reduction. Band 27, 2018, S. 21–36, doi:10.1016/j.ijdrr.2017.08.001. (Online veröffentlicht am 15. August 2017), hier S. 22, Tabelle 2.</ref><ref name="FDMA_2016-03-08"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />平成23年(2011年)東北地方太平洋沖地震(東日本大震災)について(第153報) (Memento vom 10. März 2016 auf WebCite), 総務省消防庁 (Fire and Disaster Management Agency), 153. Bericht, 8. März 2016.</ref>

Laut statistischer Angaben der Stadt hatte das Downtown-Gebiet machikata 343 Tote und weitere 325 Vermisste zu beklagen, was einem Verlust von 15 % seiner ursprünglichen Einwohnerzahl von 4.483 Menschen entspricht.<ref name="Takezawa2016_A2E_p7">Shoichiro Takezawa: The Aftermath of the 2011 East Japan Earthquake and Tsunami - Living among the Rubble. Lexington Books, Lanham u. a. 2016, ISBN 978-1-4985-4251-7, S. 7.</ref>

Datei:Otsuchi old town hall001.jpg
Zerstörtes Rathaus von Ōtsuchi, vor dem auch der Bürgermeister vom Tsunami erfasst wurde<ref name="Ranghieri&Ishiwatari2014_LFM_Kap17_149-153" /><ref name="Ranghieri&Ishiwatari2014_LFM_Kap5_55-62" /><ref name="cfSuppasriEtAl2013_PAG170_993–1018_LL2_p1009Fig22">Cf. Anawat Suppasri, Nobuo Shuto, Fumihiko Imamura, Shunichi Koshimura, Erick Mas, Ahmet Cevdet Yalciner: Lessons Learned from the 2011 Great East Japan Tsunami: Performance of Tsunami Countermeasures, Coastal Buildings, and Tsunami Evacuation in Japan. In: Pure and Applied Geophysics. Band 170, Nr. 6–8, 2013, S. 993–1018, doi:10.1007/s00024-012-0511-7. (Online veröffentlicht am 7. Juli 2012), hier: S. 1009, Figure 22. Lizenz: Creative Commons Attribution 2.0 Generic (CC BY 2.0).</ref><ref name="Hayashi2017_BNME_41_4_337-391" /> (Foto: 13. Juni 2013)

Unmittelbar nach dem Erdbeben hatten die wichtigsten Mitglieder der im Rathaus arbeitenden Stadtamtangestellten Tische auf den Platz vor dem Rathaus für ein Treffen des Katastrophenschutzkomitees aufgestellt, um über das Risiko zu beraten, dass das alte und etwas heruntergekommene Rathaus nach dem Erdbeben einstürzen könne. Etwa zu Beginn des Treffens traf die erste Tsunamiwelle ein, die viele der hochrangigen Stadtamtvertreter mit sich riss, darunter auch den Bürgermeister, der wie andere versuchte, sich auf das Dach des Rathauses zu flüchten. Auch die in dem Rathaus arbeitenden Personen gerieten unter die Fluten.<ref name="Takezawa2016_A2E_pVIIf" /> Rund 40 Menschen fielen dem Tsunami zum Opfer.<ref name="Hayashi2017_BNME_41_4_337-391">Isao Hayashi: Materializing Memories of Disasters: Individual Experiences in Conflict Concerning Disaster Remains in the Affected Regions of the Great East Japan Earthquake and Tsunami. In: Bulletin of the National Museum of Ethnology [国立民族学博物館研究報告]. Band 41, Nr. 4, 30. März 2017, S. 337–391, doi:10.15021/00008472.</ref> Neben ihrem Bürgermeister,<ref>Death toll to top 15,000 in quake-hit Miyagi alone. In: Kyodo News. 20. März 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 20. März 2011; abgerufen am 12. August 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="ChangEtAl2011_EERI_M12" /><ref name="Ranghieri&Ishiwatari2014_LFM_Kap17_149-153" /><ref name="Hayashi2017_BNME_41_4_337-391" /> der sich zum Zeitpunkt des Tsunamis vor dem Rathaus aufhielt und die Katastrophenschutzmaßnahmen leitete,<ref name="Ranghieri&Ishiwatari2014_LFM_Kap17_149-153" /><ref name="Ranghieri&Ishiwatari2014_LFM_Kap5_55-62">Protecting Significant and Sensitive Facilities. In: Federica Ranghieri, Mikio Ishiwatari (Hrsg.): Learning from Megadisasters - Lessons from the Great East Japan Earthquake. World Bank Publications, Washington, DC 2014, ISBN 978-1-4648-0153-2, Chapter 5, S. 55–62, doi:10.1596/978-1-4648-0153-2 (Werk online zugreifbar auf Google Books [abgerufen am 3. April 2018])., Lizenz: Creative Commons Attribution CC BY 3.0 IGO.</ref> verlor die Stadt im Tsunami auch 31<ref name="ChangEtAl2011_EERI_M12" />, 32<ref name="Ranghieri&Ishiwatari2014_LFM_Kap17_149-153" /> oder 39<ref name="Takezawa2016_A2E_pVIIf" /> andere ihrer insgesamt 139<ref name="Ranghieri&Ishiwatari2014_LFM_Kap17_149-153" /><ref name="ChangEtAl2011_EERI_M12" /> oder 146<ref name="Takezawa2016_A2E_pVIIf" /> kommunalen Angestellten, darunter sieben leitende Angestellte.<ref name="Ranghieri&Ishiwatari2014_LFM_Kap17_149-153" /><ref name="ChangEtAl2011_EERI_M12" /> Es kam zu Kontroversen darüber, ob das Rathaus in Kamicho als Katastrophenruine erhalten oder abgerissen werden soll. Der Abriss von Teilen des Rathauses begann Anfang Juni 2016.<ref name="Hayashi2017_BNME_41_4_337-391" />

Die im Dorf Kiriki verzeichneten Schäden waren die geringsten aller vom Tsunami getroffenen Dörfer in Ōtsuchi. 414 Häuser in Kiriki wurden völlig oder teilweise zerstört und von den 2.475 Einwohnern in 954 Haushalten, die Kiriki vor dem Tsunami hatte, wurden 100 als tot oder vermisst registriert. Damit lag der Anteil der Bürger Kirikis, die ihr Leben verloren hatten, mit etwa 4 % deutlich niedriger als im Downtowngebiet von Ōtsuchi (mit 15 %) und anderen Küstendörfern wie Ando und Akahama (mit 10 bis 11 %). Diese statistischen Ergebnisse lassen vermuten, dass die mit der Gefahr von Tsunamis gut vertrauten Einwohner Kirikis schneller evakuierten als Einwohner anderer Orte in Ōtsuchi.<ref name="Takezawa2016_A2E_p30f" />

Evakuierung

Die Anzahl der Menschen, die ihre Häuser verloren und Zuflucht in einem der 38 Evakuierungszentren der Stadt suchten, erreichte mit 6.200 ihren höchsten Stand.<ref name="Takezawa2016_A2E_pVIIf" /> Zusammen machten Opfer und Flüchtlinge etwa 50 % der Gesamtbevölkerung von Ōtsuchi aus.<ref name="MoriEtAl2013_O2T" />

Die Grundschule Ōtsuchi der Stadt Ōtsuchi an der Haupt- und Einkaufsstraße war ein ausgewiesenes Evakuierungsgebäude. Daher wurde nicht erwartet, dass der Tsunami bis zur Schule vordringen würde, und viele Menschen blieben im Schulhof, teilweise in ihren Kraftfahrzeugen sitzend, anstatt höheres Terrain auf dem in der Nähe der Schule befindlichen Hügel aufzusuchen. Der Tsunami überspülte den gesamten Schulhof und riss Fahrzeuge und Menschen mit sich mit.<ref name="Takezawa2016_A2E_p8-10">Shoichiro Takezawa: The Aftermath of the 2011 East Japan Earthquake and Tsunami - Living among the Rubble. Lexington Books, Lanham u. a. 2016, ISBN 978-1-4985-4251-7, S. 8–10.</ref>

Wiederaufbau

Der Tod des Bürgermeisters und seiner Mitarbeiter führte dazu, dass der Wiederaufbauprozess in Ōtsuchi langsamer als an anderen Orten verlief.<ref name="SuppasriEtAl2013_PAG170_993–1018_LL2" /> Es vergingen fünf Monate, bis die Stadt wieder einen Bürgermeister erhielt.<ref name="Ranghieri&Ishiwatari2014_LFM_Kap17_149-153">Supporting and Rmpowering Municipal Functions and Staff. In: Federica Ranghieri, Mikio Ishiwatari (Hrsg.): Learning from Megadisasters - Lessons from the Great East Japan Earthquake. World Bank Publications, Washington, DC 2014, ISBN 978-1-4648-0153-2, Chapter 17, S. 149–153, doi:10.1596/978-1-4648-0153-2 (Werk online zugreifbar auf Google Books [abgerufen am 3. April 2018])., Lizenz: Creative Commons Attribution CC BY 3.0 IGO.</ref><ref name="Ranghieri&Ishiwatari2014_LFM_Kap5_55-62">Protecting Significant and Sensitive Facilities. In: Federica Ranghieri, Mikio Ishiwatari (Hrsg.): Learning from Megadisasters - Lessons from the Great East Japan Earthquake. World Bank Publications, Washington, DC 2014, ISBN 978-1-4648-0153-2, Chapter 5, S. 55–62, doi:10.1596/978-1-4648-0153-2 (Werk online zugreifbar auf Google Books [abgerufen am 3. April 2018])., Lizenz: Creative Commons Attribution CC BY 3.0 IGO.</ref>

In Ōtsuchi wurden alle Anlagen und die gesamte Ausstattung des örtlichen Fischereiverbandes beschädigt. Auch Monate nach der Katastrophe waren die wirtschaftlichen Aktivitäten dieses Sektors nicht wieder in Gang gekommen.<ref name="ChangEtAl2011_EERI_M12">Stephanie Chang et al.: The March 11, 2011, Great East Japan (Tohoku) Earthquake and Tsunami: Societal Dimensions. In: EERI Special Earthquake Report. August 2011, S. 1–23. Earthquake Engineering Research Institute (EERI).</ref>

Verkehr

Wichtigste Fernstraße ist die Nationalstraße 45 nach Sendai oder Aomori. Weitere sind die Präfekturstraßen 26, 145, 231 und 280.

Die Stadt ist über die JR Yamada-Linie nach Bahnhof Morioka in Morioka oder Kamaishi an das Schienennetz angeschlossen. Haltestellen sind Namiitakaigan ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), -eki), Kirikiri ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), -eki) und Ōtsuchi ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), -eki).

Bildung

In Ōtsuchi liegen die Grundschulen ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Ōtsuchi-chōritsu X shōgakkō) Ōtsuchi, Ando, Kirikiri, Kozuchi, Akahama, Kanezawa und Ōtsuchi-Kita („Ōtsuchi-Nord“), die Mittelschulen ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Ōtsuchi-chōritsu X chūgakkō) Ōtsuchi und Kirikiri, sowie die präfekturale Oberschule Ōtsuchi ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Iwate-kenritsu Ōtsuchi kōtō gakkō).

Städtepartnerschaften

Datei:新・大槌町役場庁舎.jpg
Shinmachi-Halle, Kamimachi, Otsuchi-machi, Kamimei-gun, Präfektur Iwate

Ōtsuchi ist seit dem 15. Oktober 2005 Schwesterstadt mit dem kalifornischen Fort Bragg.

Weblinks

Die Tsunamigefährdungskarte beruht mit ihren Tsunamiüberflutungsangaben auf drei Tsunami-Simulationen (1. historischer Meiji-Sanriku-Tsunami, 2. historischer Showa-Sanriku-Tsunami und 3. vorhergesagter Miyagi-Oki-Erdbeben-Tsunami). Die Karte des Kokudo Chiriin (国土地理院, Geographical Survey Institute=GSI) ist im Maßstab 1:25000 erstellt und für den Ausdruck im Papierformat A3 bestimmt. Die Studie zur Schadensprognose wurde von der Präfektur Iwate im Jahr 2003 und 2004 durchgeführt.
  • 10万分1浸水範囲概況図, 国土地理院 (Kokudo Chiriin, Geospatial Information Authority of Japan, ehemals: Geographical Survey Institute = GSI), www.gsi.go.jp: 地理院ホーム > 防災関連 > 平成23年(2011年)東北地方太平洋沖地震に関する情報提供 > 10万分1浸水範囲概況図:
Das GSI veröffentlicht an dieser Stelle eine Landkarte mit Ōtsuchi (浸水範囲概況図7), auf der die vom Tōhoku-Tsunami 2011 überfluteten Gebiete auf Grundlage von Auswertungen von Luftbildern und Satellitenaufnahmen eingezeichnet sind, soweit dies möglich war.

Einzelnachweise

<references />

Anmerkungen

<references group="A" />

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