ČSD-Baureihe 556.0
| ČSD-Baureihe 556.0 | |
|---|---|
| Nummerierung: | 556.0001–0510 |
| Anzahl: | 510 |
| Hersteller: | Škoda, Plzeň |
| Baujahr(e): | 1951–1958 |
| Ausmusterung: | bis 1983 |
| Achsfolge: | 1’E h2 |
| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) |
| Länge über Puffer: | 24 300 mm |
| Fester Achsstand: | 6600 mm |
| Gesamtachsstand: | 9200 mm |
| Achsstand mit Tender: | 19 340 mm |
| Treibraddurchmesser: | 1400 mm |
| Laufraddurchmesser: | 900 mm |
| Leermasse: | 117,2 t (mit Tender) |
| Dienstmasse: | 99,0 t |
| Dienstmasse mit Tender: | 184,9 t |
| Reibungsmasse: | 84,0 t |
| Radsatzfahrmasse: | 16 t |
| Höchstgeschwindigkeit: | 80 km/h |
| Indizierte Leistung: | 1620 kW |
| Anfahrzugkraft: | 160 kN |
| Kesselüberdruck: | 18 bar |
| Kessellänge: | 12 000 mm |
| Heizrohrlänge: | 5250 mm |
| Anzahl der Heizrohre: | 101 |
| Rostfläche: | 4,34 m² |
| Strahlungsheizfläche: | 24,2 m² |
| Rohrheizfläche: | 176,8 m² |
| Verdampfungsheizfläche: | 201 m² |
| Überhitzerfläche: | 75,2 m² |
| Steuerungsart: | Heusinger |
| Zylinderanzahl: | 2 |
| Zylinderdurchmesser: | 550 mm |
| Kolbenhub: | 660 mm |
| Bremse: | Druckluftbremse Westinghouse/Bozic |
| Kleinster Halbmesser: | 120 m |
| Steuerung: | Heusinger |
| Tenderbauart: | 935.2 |
| Wasservorrat: | 35 m³ |
| Brennstoffvorrat: | 20 m³ |
Die Maschinen der ČSD-Baureihe 556.0 sind für den Güterzugdienst konzipierte Schlepptender-Dampflokomotiven der einstigen Tschechoslowakischen Staatsbahnen (ČSD). Aufgrund der Stoker-Feuerung erhielten sie vom Betriebsdienst den Spitznamen Štokr.
Geschichte
Entworfen wurde sie, weil die vorhandenen Lokomotivbauarten für die zu erwartenden Transportaufgaben entweder zu langsam (ČSD-Baureihe 534.03) oder aus anderen Gründen nicht geeignet waren (ČSD-Baureihe 555.0). Die guten Erfahrungen mit dem 1’E-Fahrgestell der deutschen Lokomotiven der Reihen 50 und 52 ließen bei Škoda, Plzeň unter der Leitung von Ing. Kalčik eine Lokomotive entstehen, die die Krönung des Dampflokomotivbaus in der Tschechoslowakei darstellt und im europäischen Maßstab eine Spitzenkonstruktion ist.
Kurz nach ihrem Erscheinen wurde die neue Lokomotive in vorhandenen Güterzugplänen eingesetzt, um ihre Leistungsfähigkeit zu erproben. So wurde 1952 ein Zug mit 1400 t Last auf einer Steigung von 10 ‰ mit einer Geschwindigkeit von 23 km/h befördert. Die Norm lag hier bei 1000 t. Von 1954 bis 1958 wurden dann einige spektakuläre Züge gefahren:
- ein Zug mit einer Last von 3002 t ohne Schiebelokomotive
- ein Zug mit einer Last von 7392 t (432 Achsen und 1500 m Länge) mit einer Schiebelokomotive
- absoluter Rekord war die Beförderung eines Zuges von Kojetín nach Ostrava am 20. Dezember 1958. Ein Zug mit 484 Achsen, 121 Wagen und einer Last von 8272 t (1800 m lang) wurde von der 556.0338 als Zug- und der 556.0020 als Schiebelokomotive befördert. Zeitweise diente die 556.0155 als zweite Schiebelokomotive. Diese Rekorde hatten zur Folge, dass bald 4000-t-Braunkohle-Ganzzüge von Lokomotiven dieser Reihe befördert wurden.
Die 556 0050 wurde zwischen 1955 und 1957 für Versuche mit Kohlenstaubfeuerung verwendet. Sie erhielt in dieser Zeit die Betriebsnummer 556 101.
Die am 1. Mai 1958 gelieferte 556 0510 war die letzte von den ČSD in Dienst gestellte Dampflokomotive.
Trotzdem waren die Lokomotiven dank ihres niedrigen Achsdruckes universell einsetzbar und während ihres 30-jährigen Einsatzes überall im Land zu finden. Auch international erregten die Lokomotiven großes Aufsehen. 1957 weilte die 556.0265 zu Messungen bei der VES-M Halle, eine weitere Lokomotive wurde in Rumänien erprobt. 1971 halfen 17 Lokomotiven in Ungarn aus. Die Lokomotiven kamen bis Ende der 1970er Jahre regelmäßig in die DDR und nach Österreich, sogar vor dem Vindobona waren Einsätze zwischen Gmünd/NÖ und Česke Velenicé zu beobachten.
Mit der Elektrifizierung der wichtigsten Hauptstrecken und der Beschaffung von Diesellokomotiven wurden die Lokomotiven ab den 1970er Jahren langsam entbehrlich. 1980 wurde u. a. mit ihnen der Dampflokomotivbetrieb bei den ČSD beendet.
Einige der Lokomotiven sind erhalten geblieben. Betriebsfähig sind jedoch nur die 556.0506 in Budweis und die 556.036 in Bratislava. Die Lokomotiven 556.0298 in Prag, 556.0510 in Chomutov, 556.039 in Plešivec, 556.0254 und 0271 im Eisenbahnmuseum Lužná u Rakovníka und 556.0458 in Liptovský Mikuláš sind nicht betriebsfähig.
Technische Merkmale
Beim Bau der Lokomotiven der Reihe 556.0 wurden alle Erkenntnisse angewandt, die bis dahin weltweit im Dampflokomotivbau gesammelt wurden. So wurden bei der Konstruktion Rollenlager, Stoker-Feuerung, automatische Schmierung, Doppelblasrohre der Bauart Kylchap, eine pneumatische Entschlackung des Kessels und pneumatische Betätigung der Heusinger-Steuerung mit einem Servomotor eingeplant. Der Kesseldruck wurde auf 18 bar erhöht, ansonsten ist der Kessel mit dem der 475.1 identisch. Die Lokomotiven sind durchgängig in Schweißkonstruktion hergestellt.
Der Lauf- und der erste Kuppelradsatz bilden ein Krauss-Helmholtz-Lenkgestell. Der erste und fünfte Kuppelradsatz sind um ±25 mm seitenverschiebbar, der dritte Kuppelradsatz ist der Treibradsatz und hat um 15 mm geschwächte Spurkränze. Damit sind Radien von 120 m ohne Zwängen durchfahrbar. Der Rahmen ist ein Barrenrahmen, die Rahmenwangen weisen einer Stärke von 90 mm auf. Die Kuppelradsätze laufen in Gleitlagern mit Zentralschmierung, die Lokomotive stützt sich durch Ausgleichshebel zwischen den Tragfedern in vier Punkten auf dem Laufwerk ab. Ab der Lokomotive 556 0146 erhielten die Laufradsätze Rollenachslager. Ein deutlicher Unterschied zu den Vorbildern der deutschen Reihen 50 und 52 ist die nach vorn verschobene Lage des Kessels. Die Schornsteinmitte liegt vor den Zylinderblöcken. Die Zylinderblöcke sind eine Stahlgusskonstruktion, die Kolben ohne vordere Kolbenstangenführung und die Kreuzköpfe mit doppelter Führung entsprechen den neueren Bauprinzipien der ČSD. Die innere Steuerung besteht aus selbsttätig wirkenden Druckausgleichskolbenschiebern der Bauart Trofimoff. Die Umsteuerung erfolgt pneumatisch.
Das Führerhaus ist rundum geschlossen und mit dem Tender durch einen Faltenbalg verbunden. Die Dampfmaschine für die Stoker-Anlage liegt unter dem Führerhausboden.
Die Lokomotiven wurden mit fünfachsigen Tendern gekuppelt. Ihr Laufwerk besteht aus einem führenden Drehgestell und drei im Rahmen gelagerten Radsätzen.
Siehe auch
Literatur
- Katalog der historischen Eisenbahnfahrzeuge auf slowakischem Gebiet, Bratislava 2001
- Der Modelleisenbahner, 7/1967, Fahrzeugarchiv
- Helmut Griebl: ČSD Dampflokomotiven, Wien 1969
- Stars der Schiene, Baureihe 50 Buch
- Stars der Schiene, Folge 38
Weblinks
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Wert des Parameters
archive-todaymuss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. (tschechisch) - <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Beschreibung der Baureihe 556.0 auf fira.hyperlink.cz ( vom 18. Dezember 2009 im Internet Archive) (tschechisch)