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Überschwemmung in Florenz 1966

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:1966 Arno Florence flood 2008.JPG
Platz in Florenz mit Angabe des Wasserstandes (rot umkreist) bei der Überschwemmung 1966

Die Überschwemmung in Florenz 1966 war eine der größten Hochwasserkatastrophen in der Geschichte der Stadt Florenz und ganz Italiens. Der Höhepunkt der Überschwemmung fiel auf den 4. November 1966. Die Schlammmassen, die mit dem Fluss Arno in die Innenstadt von Florenz angeschwemmt wurden, beschädigten zahlreiche Kunstschätze, von denen viele auf die Zeit der Renaissance zurückgingen.

Geschichte

Datei:Via San Remigio, targa alluvione 1333 e 1966.JPG
Via San Remigio:
Vergleich der Hochwassermarken von 1333 (unten) und 1966

Florenz wurde, begünstigt durch seine geographische Lage, im Laufe seiner Geschichte häufig Opfer von Hochwasser. Die bedeutendsten Überschwemmungen sind aus den Jahren 1333<ref>Hierzu findet sich ein Bericht des zeitgenössischen Historikers Giovanni Villani.</ref>, 1547, 1557<ref>Eine Schilderung findet sich in Istoria dei suoi tempi des zeitgenössischen Historikers Giovanni Battista Adriani.</ref> und 1844 überliefert. Die Überschwemmung des Jahres 1966 übertraf sämtliche Hochwassermarken der vergangenen Jahrhunderte.

Nach intensiven Regenfällen im Oktober 1966 verstärkten sich die Niederschläge ab dem 2. November und erreichten ihren Höhepunkt in der Nacht vom 3. auf den 4. November. Man vermutet, dass etwa 45 bis 50 Millionen Kubikmeter Wasser über Florenz niederregneten. Zeitgleich kam es auch im Ostalpenraum zu Jahrhunderthochwassern. Innenminister Paolo Emilio Taviani bezeichnete die Überschwemmung als die „schwerste Naturkatastrophe seit Menschengedenken“.<ref>Kalter Tropfen. In: Der Spiegel, Heft 50/1966 vom 4. Dezember 1966 (online auf spiegel.de, abgerufen am 24. September 2022).</ref>

Datei:National Library manuscripts being washed in Florence after the 1966 flood of the Arno - UNESCO - PHOTO 0000001407 0001.tiff
Nach der Überschwemmung werden Manuskripte aus der Nationalbibliothek im Kesselraum des Bahnhofs Florenz gewaschen und getrocknet.

Über die Zahl der Todesopfer herrschte lange Zeit Unklarheit, weil Behörden diese unter Verschluss hielten. Um das Jahr 2000 veröffentlichte eine städtische Vereinigung unter dem Vorsitz des Journalisten Franco Mariani ein Dokument der Präfektur, wonach bei der Überschwemmung insgesamt 34 Menschen umgekommen waren, davon 17 in der Stadt Florenz und 17 in den umliegenden Gemeinden der Provinz Florenz.

Die Trümmer, der Unrat und der Schlamm waren mit ausgelaufenem Heizöl kontaminiert. Ihre Beseitigung erforderte wochenlange Aufräumarbeiten. Dazu reisten aus Italien und dem Ausland zahlreiche Freiwillige an, die Angeli del Fango („Engel des Schlamms“) genannt wurden. In den USA wurde ein „Ausschuss zur Rettung italienischer Kunst“ (CRIA, Committee for the Rescue of Italian Art) unter dem Vorsitz von Ted und Jacqueline Kennedy sowie unter der Mitarbeit des bekannten Kunsthistorikers Millard Meiss gegründet.

Schäden

Datei:Cimabue 021.jpg
Beschädigtes Kruzifix von Cimabue

Das Hochwasser führte zu zahllosen Schäden an jahrhundertealten Kunstwerken. Betroffen wurden vor allem:

Literatur

  • Kalter Tropfen. In: Der Spiegel, Heft 50/1966 vom 4. Dezember 1966 (online auf spiegel.de, abgerufen am 24. September 2022).
  • Eugenio Pucci: Il Diluvio su Firenze. Bonechi Editore, Florenz 1966.

Weblinks

Commons: Überschwemmung in Florenz 1966 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Die Flut 1966, Virtuelle Ausstellung des Kunsthistorischen Instituts Florenz (ab 2006).

Einzelnachweise

<references />