Österreichischer Pennäler Ring
Der Österreichische Pennäler Ring (ÖPR) ist ein Korporationsverband österreichischer Schülerverbindungen. Der Begriff Pennäler ist von Pennal abgeleitet, einer alten Bezeichnung für eine weiterführende Schule.
Grundsätze
Innerhalb des Verbandes hat jede Mitgliedsverbindung eine hohe Eigenständigkeit. Die Gemeinsamkeit der Verbindungen des ÖPR besteht im Wesentlichen aus drei Bereichen: national-liberale Grundsätze, gemeinsame Traditionen und ein einheitliches Erscheinungsbild (alle Verbindungen haben ähnliche Abzeichen und Organisationsformen) sowie das Bekenntnis zur pennalen Mensur.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Erfolgsfaktor Studentenverbindung. ( vom 3. Juli 2007 im Internet Archive) In: Österreichischer Pennäler Ring.</ref>
Die pennalen Verbindungen nehmen nur männliche Mitglieder auf.
Geschichte
Kritik
Öffentliche Förderung
In den Jahren von 2000 bis 2004 wurde der ÖPR durch das damals vom FPÖ-Politiker Herbert Haupt geführte Bundesministerium für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz (BMSG) mit insgesamt 131.686 Euro gefördert. Die damalige Oppositionspartei SPÖ und verschiedene Medien kritisierten diese vergleichsweise hohe Förderung und das Schalten von Inseraten des BMSG in den Publikationen des ÖPR, da diese „fragwürdige Denkungsarten“ förderten. So veröffentlichte die ÖPR-Zeitschrift Junges Leben 2005 ein Plädoyer gegen die Demokratie, das der Verfasser mit den Worten „Aus all den genannten Kritikpunkten bin ich ein erklärter Gegner der Demokratie“ schließt. Neben Begrüßungen wie „Heil Jul“ und „Verehrte Waffenbrüder“ werden die Anschläge von „Neu York“ relativiert („Amerika erntet, was es gesät hat“). Verse wie „dass deutsch verbleibe diese Erde, auf der einst unsre Wiege stand“ finden sich dort ebenso wie Fotos von Herbert Haupt, Ewald Stadler und Andreas Mölzer.<ref>Andreas Koller: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />„Erklärter Gegner der Demokratie“ ( vom 29. September 2007 im Internet Archive). In: Salzburger Nachrichten. 26. März 2005.</ref>
Laut einer parlamentarischen Anfragebeantwortung im Jahr 2018 erhält der ÖPR seit 2001 jährlich rund 38.000 Euro Förderung. Auf Anfrage Grüner und Abgeordneter der NEOS antwortete die damalige Ministerin, der ÖPR habe angegeben, eine Frauenquote von 44 % zu haben, was für einen Männerbund sehr unglaubwürdig erscheint, zumal zum damaligen Zeitpunkt auf den Webseiten des ÖPR gestanden hatte, sie nehmen keine Frauen auf, um Beziehungskonflikte aus ihrer Gemeinschaft rauszuhalten.<ref>Geldspritze für schlagende Burschen wirft Fragen auf. In: Der Standard, 12. September 2018.</ref><ref>Burschenschaften bekommen heuer 38.000 Euro Förderungen. In: kurier.at, 7. August 2018, abgerufen am 22. Oktober 2019.</ref>
Politische Ausrichtung
In einer Veröffentlichung des Dokumentationsarchives des österreichischen Widerstandes über rechtsextreme Entwicklungen aus dem März 2002 wurden mehrere einschlägig angesiedelte Vorkommnisse im Umfeld des Österreichischen Pennälerrings (ÖPR) genannt, darunter war die Aussage, „dass Österreich, genauso wie auch Südtirol und der größte Teil der Schweiz, immer ein Teil der deutschen Volks- und Kulturgemeinschaft war und auch weiterhin ist“ aus dem ÖPR-Schülerkalender von 1996/97, das Anstimmen von SA-Liedern durch Mitglieder der ÖPR-Burschenschaft Germania Liberia und die Verlinkung eines Nationalen Infotelefons auf der Website der ÖPR-Verbindung DcSV! Gothia. Weiters fanden sich im Gästebuch der Tigurina Feldkirchen folgende Einträge: Die "echten Nord-Germanen" aus der "Gauhauptstadt Hamburg" grüßten dort etwa mit einem "Heil Ostmark!" und gratulierten zur neuen Regierung. "Endlich", so die Gratulanten, "wird das bolschewistische Schergenregieme [sic!] abgelöst." Ein anderer Beitrag fragte dort: Wird Jörg Haider endlich Gesamt-Deutschland führen? (Tja meine Herren vom Verfassungsschutz diese Formulierung ist erlaubt! Ätsch!) Man hörte sagen, dass ein Teil einer gewissen Volksgruppe von ihren Volksverh...äh...Volksführern wieder nach Hause gerufen werden [sic!]. Wen störts?<ref>Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes: Förderung für Burschenschaften – Neues von ganz rechts, März 2002</ref>
In einer Presseaussendung des ÖPR aus dem Jahr 2007 widersprach ÖPR-Vorsitzender Udo Guggenbichler solchen Vorwürfen und erklärte, der Verband bekenne sich zur Republik Österreich und zur Verfassung. Das wird bestätigt durch eine Anfragebeantwortung des Bundeskanzleramts vom 24. Oktober 2023: „Der Verein tritt allen militaristischen, rassistischen, sexistischen, nationalistischen, faschistischen und totalitären Tendenzen mit allen demokratischen Mitteln entschieden entgegen.“ und legt gemäß § 4Z2 der ÖJV-Statuten ein „Bekenntnis zur demokratischen Republik Österreich und zu den Grundwerten des Friedens, der Demokratie, der Menschenrechte und des Rechtsstaates ab.“<ref>Beantwortung der parlamentarischen Anfrage. Parlamentarischer Anfrage im Oktober 2023</ref>
Mitgliedsverbindungen
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| Name | Ort | Gründung | Farben | Wappen | Zirkel | Anmerkungen | |||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| p.c.B! Donauhort | Aschach | 1998 | |||||||
| p.k.V! Normannia | Bad Aussee | ||||||||
| p.c.B! Tauriska | Baden | 1984 | |||||||
| p.k.V! Albia | Bad Ischl | 1908 | |||||||
| PV! Nibelungen<ref>Pennalverbindung Nibelungen – Aktiv – Vernetzt – Erfolgreich. In: pvnibelungen.at. Abgerufen am 14. August 2024.</ref> | Bregenz | blau-rot-gold | |||||||
| p.k.B! Landskron | Bruck an der Mur | ||||||||
| PV! Alemannia<ref>Unser nächste Veranstaltung. In: pvalemannia. Abgerufen am 14. August 2024.</ref> | Dornbirn | 1902 | schwarz-gold-blau | ||||||
| PB! Markomannia | Eisenstadt | 2010 | rot-gold-schwarz | ||||||
| PV! Arminia | Feldkirch | 1904 | schwarz-rot-gold | ||||||
| w.p.B! Tigurina<ref>Website. In: w.p.B! Tigurina zu Feldkirchen. Abgerufen am 14. August 2024.</ref> | Feldkirchen | ||||||||
| t.V! Hollenburg | Ferlach | 1965 | |||||||
| MSV! Arminia | Gmunden | 1919 | |||||||
| p.c.B! Allemannia et Nibelungia | Graz | 1860 | |||||||
| p.c.B! Arminia | Graz | 1889 | |||||||
| consV! Suevia | Graz | 1894 | |||||||
| p.c.B! Allemannia Marburg | Graz | 1899 | |||||||
| PS Waltharia | Innsbruck | 1956 | |||||||
| p.C! Styria | Judenburg | ||||||||
| w.p.B! Gothia | Klagenfurt | ||||||||
| p.B! Tauriska | Klagenfurt | 1878 | |||||||
| f.C! Unitas | Klosterneuburg | 1901 | |||||||
| p.C! Austria | Knittelfeld | ||||||||
| JKM! Rugia | Krems | 1903 | |||||||
| KkV! Wachovia et Arminia<ref>Patrick Wammerl, Stephanie Angerer: Rune auf Instagram: Studentenverbindung im Visier der Verfassungsschützer. In: kurier.at. 5. Oktober 2023, abgerufen am 14. August 2024.</ref> | Krems | 1920 | |||||||
| p.StAV! Hans Kloepfer | Voitsberg/Köflach | 1976 | |||||||
| p.k.V! Vandalia | Landeck | ||||||||
| p.c.B! Markomannia | Leoben | 1894 | |||||||
| p.c.V! Ostmark | Linz | 1890 | |||||||
| fst.V! Bajuvaria | Linz | 1894 | |||||||
| p.B! Hohenstaufen | Linz | 1905 | |||||||
| p.c.S! Kürnberg | Linz | 1921 | |||||||
| p.B! Quercus-Markomannia | Linz | 1928 | |||||||
| p.V! Heimdall | Linz | ||||||||
| PV! Teutonia | Lustenau | ||||||||
| SV! Gothia | Meran | 2005 | Südtirol, Italien | ||||||
| p.c.B! Germania Libera | Mistelbach | 1993 | |||||||
| p.B! Saxonia Czernowitz | München | 1906 | Bayern, Deutschland | ||||||
| p.c.B! Marko-Germania | Pinkafeld | 1994 | schwarz-rot-gold | ||||||
| AcSV! Germania | Ried im Innkreis | 1910 | |||||||
| p.B! Anton Wallner | Saalfelden | ||||||||
| p.B! Rugia | Salzburg | ||||||||
| AGV! Rugia | Salzburg | 1892 | |||||||
| p.B! Scardonia | Schärding | 1964 | |||||||
| fst.C! Normannia Brünn | St. Florian | 1911 | |||||||
| JB! Igonta | St. Johann im Pongau | ||||||||
| p.B! Markomannia | St. Pölten | 1909 | |||||||
| c.P! Eysn | Steyr | 1961 | |||||||
| w.p.B! Gothia | Teurnia | 1922 | |||||||
| p.c.B! Arminia | Villach | 1905 | |||||||
| p.B! Florian Geyer | Vöcklabruck | 1957 | |||||||
| p.B! Silesia | Waidhofen | 1918 | |||||||
| DcSV! Gothia | Wels | 1922 | |||||||
| pennale Burschenschaft Franco-Cherusker<ref>Pürstls Jugend als "Stachel im Fleisch linker Schmarotzer". In: Der Standard. Abgerufen am 16. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> | Wien | 1883 |
schwarz-rot-gold |
||||||
| Fachstudentenschaft Rugia Eisgrub<ref>mrottenkolber: Rugia – Eine weitere WordPress-Website. 14. Juni 2022, abgerufen am 16. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> | Wien | 28. Okt. 1906 |
grün-rot-gold |
||||||
| pennale Burschenschaft Germania | Wien | 1907 |
schwarz-rot-gold |
||||||
| pennale Burschenschaft Vandalia<ref>Strache, ein echter "Vandale". In: oe24.at. 31. Januar 2018, abgerufen am 16. August 2024.</ref> | Wien | 1909 |
schwarz-rot-hellblau |
||||||
| pennale Burschenschaft Ghibellinia<ref>Website. In: PB! Ghibellinia zu Wien. Abgerufen am 16. August 2024.</ref> | Wien | 1988 |
rot-weiß-schwarz |
||||||
| pennale Burschenschaft Germania | Wiener Neustadt | 1917 | |||||||
| Fst.T! Agraria | Wieselburg | 1900 |
- Abkürzungen
- AcSV = Alldeutsch-conservative Semestralverbindung
- AGV = Alte Gymnasialverbindung
- cP = conservative Pennalie
- consV = conservative Verbindung
- DcSV = Deutsch-conservative Semestralverbindung
- fC/FstC = fachstudentisches Corps/Fachstudentisches Corps
- Fst = Fachstudentenschaft
- FstV = Fachstudentische Verbindung
- JKM = Jungmannschaft Kremser Mittelschüler
- KkV = Kremser konservative Verbindung
- MSV = Mittelschulverbindung
- p.B!/PB = pennale Burschenschaft/Pennale Burschenschaft
- pC/PC = pennales Corps/Pennales Corps
- p.c.B! = pennal-conservative Burschenschaft
- pcS = pennal-conservative Sängerschaft
- pcV/pkV = pennal-conservative Verbindung/pennal-konservative Verbindung
- pV/PV = pennale Verbindung/Pennale Verbindung
- pS/PS = pennale Sängerschaft/Pennale Sängerschaft/Pennalsängerschaft
- pSTAV = pennale Studenten- und Absolventenverbindung
- SV = Schülerverbindung
- tV = technische Verbindung
- wpB = wehrhaft-pennale Burschenschaft
Siehe auch
Literatur
- Bernhard Grün, Christoph Vogel: Die Fuxenstunde. Handbuch des Korporationsstudententums., Federsee Verlag, Bad Buchau 2014, S. 238–239, ISBN 978-3-925171-92-5.
- Oskar Waas: Die Pennalie. Ein Beitrag zu ihrer Geschichte. Graz 1967.
Weblinks
Fußnoten
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