Österreichischer Drachenkopf
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| Österreichischer Drachenkopf | ||||||||||||
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| Datei:Dracocephalum austriacum 3.jpg
Österreichischer Drachenkopf (Dracocephalum austriacum) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Dracocephalum austriacum | ||||||||||||
| L. |
Der Österreichische Drachenkopf (Dracocephalum austriacum), auch Pontischer Drachenkopf<ref name="ExkursionsfloraA2008" /> genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Drachenköpfe (Dracocephalum) in der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).
Beschreibung
Der Österreichische Drachenkopf ist eine ausdauernde, krautige Pflanze oder ein Zwergstrauch<ref name="Finkenzeller 1996" />. Er erreicht Wuchshöhen zwischen 20 und 40 Zentimetern, zum Teil bis 60 Zentimeter.<ref name="Finkenzeller 1996" /><ref name="Rothmaler 5" /> Der Stängel ist einfach, aufrecht oder aufsteigend und dicht beblättert.<ref name="Finkenzeller 1996" /> Die Blätter sind 1,5 bis 2,5 Zentimeter lang, bis beinahe zur Mitte fiederteilig<ref name="Finkenzeller 1996" /> und kahl oder schwach behaart.<ref name="Rothmaler 5" /> Die drei bis fünf (selten bis sieben) Abschnitte der Blätter sind linealisch bis lineal-lanzettlich, ganzrandig und stachelspitzig.<ref name="Rothmaler 5" /><ref name="Finkenzeller 1996" /> Ihr Rand ist eingerollt.<ref name="Finkenzeller 1996" />
Die meist zwei- bis vierblütigen Blütenquirle sind zu einer mehr oder weniger dichten Ähre angeordnet.<ref name="Finkenzeller 1996" /> Die Tragblätter sind dreiteilig.<ref name="Finkenzeller 1996" /> Der Kelch ist zweilippig und 15-nervig.<ref name="Finkenzeller 1996" /> Die Oberlippe ist zweilippig und helmförmig.<ref name="Finkenzeller 1996" /> Die Krone ist 35 bis 50 Millimeter lang.<ref name="Rothmaler 5" /> Die Blütenkrone besitzt einen über 2 Zentimeter langen Trichter einer bauchig erweiterten Röhre.<ref name="HegiGams1964" /> Die Oberlippe der Blütenkrone ist etwa 1 Zentimeter lang und fast rechteckig, die Unterlippe ist dreilappig.<ref name="HegiGams1964" /> Die Staubbeutel sind behaart.<ref name="Rothmaler 5" /> Die Staubblätter sind unter die Oberlippe gekrümmt und fast ebenso lang wie die Krone.<ref name="Finkenzeller 1996" /> Sie besitzen dicht wollige, violette Staubbeutel.<ref name="HegiGams1964" /> Die Griffeläste sind gleich lang.<ref name="Finkenzeller 1996" /> Die Blütezeit reicht von Mai bis August.<ref name="Rothmaler 5" /> Die Nüsschen sind 3 Millimeter lang, braun und tragen 2 fast flügelartige Kanten.<ref name="HegiGams1964" />
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.<ref name="FE3" />
Verbreitung, Gefährdung und Schutz
Das Verbreitungsgebiet des Österreichischen Drachenkopfs erstreckt sich im warmgemäßigten Europa von den Pyrenäen über die Alpen bis zur westlichen Ukraine. Er kommt weiters im Kaukasus vor und besiedelt felsige Hänge und Trockenrasen. Im Einzelnen werden Vorkommen in den Ländern Spanien, Frankreich,<ref name="Tela Botanica" /> Schweiz, Italien, Österreich,<ref name="BotiBild" /> Tschechien, Slowakei, Ungarn, Rumänien, Ukraine, in der russischen Republik Dagestan und in der Nordost-Türkei genannt.<ref name="Rothmaler 5" /><ref name="MBArtenschutz" /><ref name="FE3" /> Der Österreichische Drachenkopf steigt im Kanton Wallis am Haut de Cry bei Ardon bis 2000 Meter Meereshöhe auf.<ref name="HegiGams1964" />
Insgesamt werden die europäischen Bestände als gefährdet eingestuft<ref name="MBArtenschutz" /> und durch die Führung in der FFH-Richtlinie der Europäischen Union und der damit verbundenen Verpflichtung zur Ausweisung von Schutzgebieten geschützt.<ref name ="FFH" />
Der Österreichische Drachenkopf kommt in Österreich im Bundesland Niederösterreich vor und wird als stark gefährdet betrachtet.<ref name="SteckbriefNOe2015" /> Die Bestände im italienischen Südtirol werden in der Roten Liste als vom Aussterben bedroht geführt.<ref name="ExkursionsfloraA2008" />
Der Österreichische Drachenkopf wird in der Schweiz in der Roten Liste als gefährdet (VU)<ref name="MBArtenschutz" /> angeführt. Er kommt in den Kantonen Graubünden und Wallis vor. Er wird als legistische Schutzmaßnahme in Anhang 2 der Verordnung über den Natur- und Heimatschutz geführt.<ref name="VONatHeimSchu" /> Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1 (sehr trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 5 (basisch), Temperaturzahl T = 2+ (unter-subalpin und ober-montan), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 5 (kontinental).<ref name="InfoFlora" />
Ökologie
Der Nektar der Blüten ist nur langrüsseligen Hummeln zugänglich.<ref name="HegiGams1964" /> Im Vinschgau wurde beobachtet, dass bis zu 10 Prozent der Blüten rein weiblich sind.<ref name="HegiGams1964" />
Systematik
Dracocephalum austriacum wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Band 2 Seite 595 erstbeschrieben.<ref name="SpPl" /> Synonyme für Dracocephalum austriacum <templatestyles src="Person/styles.css" />L. sind Dracontocephalum laciniatum (<templatestyles src="Person/styles.css" />Mill.) <templatestyles src="Person/styles.css" />St.-Lag., Ruyschiana austriaca <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) House, Ruyschiana laciniata <templatestyles src="Person/styles.css" />Mill. und Zornia partita <templatestyles src="Person/styles.css" />Moench.
Nutzung
Der Österreichische Drachenkopf wird selten als Zierpflanze für Steingärten genutzt.<ref name="Rothmaler 5" />
Einzelnachweise
<references> <ref name="ExkursionsfloraA2008"></ref> <ref name="BotiBild">Österreichischer Drachenkopf. In: Botanik im Bild. Flora von Österreich, Liechtenstein und Südtirol. Naturhistorisches Museum Wien, abgerufen am 2. Juli 2011.</ref> <ref name="Tela Botanica">Dracocephalum austriacum L. In: Tela Botanica. Le réseau de la botanique francophone. Association Tela Botanica, abgerufen am 2. Juli 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> <ref name="MBArtenschutz">Christoph Käsermann: Dracocephalum austriacum L. – Österreichischer Drachenkopf – Lamiaceae. In: Christoph Käsermann, Daniel M. Moser (Hrsg.): Merkblätter Artenschutz – Blütenpflanzen und Farne. Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft, Bern 1999, S. 128–129 (PDF-Datei; 724 kB).</ref> <ref name="VONatHeimSchu">Liste der geschützten Pflanzen. Anhang 2. In: Verordnung über den Natur- und Heimatschutz SR 451.1. Die Bundesbehörden der Schweizerischen Eidgenossenschaft, abgerufen am 1. Juli 2011 (Listung von Dracocephalum sp., Drachenkopf).</ref> <ref name="FE3">Vernon H. Heywood: Dracocephalum. In: </ref> <ref name="SteckbriefNOe2015">Bernhard Frank, Frank Schumacher & Thorsten Englisch: Artensteckbrief Österreichischer Drachenkopf – Dracocephalum austriacum L. Hrsg.: Amt der NÖ Landesregierung, Abt. Naturschutz. St. Pölten 2015.</ref> <ref name="Rothmaler 5"></ref> <ref name="Finkenzeller 1996"></ref> <ref name="FFH">Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (FFH-Richtlinie) in der konsolidierten Fassung vom 1. Juli 2013Vorlage:Abrufdatum In: ABl. L 206, 22. Juli 1992, Anhang II, S. 37.</ref> <ref name="SpPl">Carl von Linné: Species Plantarum. Band 2. Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 595 (online).</ref> <ref name="InfoFlora"> Dracocephalum austriacum L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="HegiGams1964">Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 4. Verlag Carl Hanser, München 1964. S. 2365–2366.</ref> </references>