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Österreichische Bärenklau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Österreichische Bärenklau
Datei:Heracleum austriacum.jpg

Österreichische Bärenklau (Heracleum austriacum), Illustration

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Bärenklau (Heracleum)
Art: Österreichische Bärenklau
Wissenschaftlicher Name
Heracleum austriacum
L.

Die Österreichische Bärenklau<ref name="FloraWeb" /> (Heracleum austriacum), auch Österreicher Bärenklau<ref name="InfoFlora" /> genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Bärenklau (Heracleum) innerhalb der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Sie gedeiht in Gebirgen.

Beschreibung

Datei:Heracleum austriacum (Österreich-Bärenklau) IMG 26664.JPG
Habitus, Laubblätter und Blütenstände
Datei:Heracleum austriacum (Österreich-Bärenklau) IMG 26643.JPG
Ausschnitt eines Blütenstandes mit Döldchen und vergrößerten Kronblättern an deren Rand

Vegetative Merkmale

Die Österreichische Bärenklau wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 50 Zentimeter, selten bis zu 90 Zentimeter. Der aufrechte Stängel hat am Grund einen Durchmesser von nur 3 bis 4 Millimeter ist schwach gefurcht und ist, kahl oder im oberen Teil rau behaart.<ref name="Thellung1965" />

Die wechselständig am Stängel angeordneten Laubblätter sind meist in Blattscheide, -stiel und -spreite gegliedert. Die Blattspreite ist fünf- bis siebenzählig gefiedert und auf beiden Seiten rau behaart oder selten kahl.<ref name="Thellung1965" /> Die seitlichen Fiedern sind eiförmig bis ei-lanzettlich und am Rand gekerbt bis gesägt.<ref name="Thellung1965" /> Die Endabschnitte der Stängelblätter sind oft größer als die seitlichen und oft dreilappig und am Grund herzförmig oder gerundet bis keilförmig.<ref name="Thellung1965" /> Die grundständigen Laubblätter sind gestielt; ihre Blattspreite ist 3 bis 10, selten bis 17 Zentimeter lang und 3,5 bis 10, selten bis 17 Zentimeter breit.<ref name="Thellung1965" /> Die Stängelblätter sind mit kurzen und nur schwach bauchigen Blattscheiden kurz gestielt oder sitzend.<ref name="Thellung1965" /> Die mittleren Stängelblätter sind viel kleiner als die unteren; die obersten sind zu einem kleinen Blattabschnitt verkümmert.<ref name="Thellung1965" />

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juli und August. Jeder Blütenstängel trägt nur 1 bis 3 Doppeldolden.<ref name="Thellung1965" /> Der doppeldoldige Blütenstand weist einen Durchmesser von maximal 10 Zentimetern auf. Er besteht aus etwa 13 bis 15 Strahlen, die bis 5 Zentimeter lang sind.<ref name="Thellung1965" /> Eine Hülle fehlt oder besteht aus nur wenigen Blättchen; die Hüllchenblätter dagegen sind zahlreich und fast fäflich-borstig.<ref name="Thellung1965" /> Die Kelchzähne sind dreekig-lanzettlich.<ref name="Thellung1965" /> Die Blüten sind weiß oder leicht rosafarben. Auffallend ist, dass die nach außen gerichteten Blütenhüllblätter stark vergrößert sind (etwa wie beim Strahlen-Breitsame (Orlaya grandiflora)). Sie können bis zu einem Zentimeter lang werden.<ref name="Thellung1965" /> Die 2 Griffel sind aufrecht-abstehend und 2 bis 2,5 Millimeter lang.<ref name="Thellung1965" /> Die Frucht ist flach, breit verkehrt eiförmig, etwa 6 bis 11 Millimeter lang und breit geflügelt.<ref name="Thellung1965" /> Der Flügelrand ist etwa 0,5 Millimeter breit.<ref name="Thellung1965" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22 für beide Unterarten.<ref name="IPCN" /><ref name="Oberdorfer2001" />

Vorkommen

Es gibt Fundortangaben für Deutschland, Österreich, die Schweiz, Italien und Slowenien.<ref name="Euro+Med" /> Es handelt sich um ein ostalpines Florenelement. In Österreich ist die Österreichische Bärenklau häufig bis selten.

Besonders bemerkenswert ist die Verbreitung in der Schweiz, wo diese Art nur in der Gegend des Napf im Emmental vorkommt und somit um hunderte Kilometer von der nächsten Population getrennt wächst. Sie wächst hier in Höhenlagen von 1250 bis 1400 Metern.<ref name="Thellung1965" />

In Deutschland ist sie vor allem in den Salzburger Alpen nicht selten und kommt hier in Höhenlagen von 1150 bis 2110 Meter vor.<ref name="Thellung1965" />

Man findet den Österreichischen Bärenklau vornehmlich in der subalpinen Vegetationszone. Dort wächst sie in Rost-Seggerasen (Caricetum ferrugineae), Gras- und Hochstaudenfluren sowie lichten Gebüschen auf kalkhaltigen, frischen und humosen Steinschuttböden.

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3+ (feucht), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 2+ (unter-subalpin und ober-montan), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />

Systematik

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung von Heracleum austriacum erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 249.<ref name="Tropicos" />

Datei:Heracleum austriacum subsp siifolium RF.jpg
Blütenstand der Roten Österreich-Bärenklau (Heracleum austriacum subsp. siifolium)
Datei:Heracleum austriacum subsp siifolium 3 RF.jpg
Laubblatt von Heracleum austriacum subsp. siifolium

Unterarten

In der Exkursionsflora für Österreich werden 2005 zwei Unterarten aufgelistet:

  • Weiße Österreich-Bärenklau (Heracleum austriacum <templatestyles src="Person/styles.css" />L. subsp. austriacum) hat weiße Kronblätter. Die äußeren, stark geförderten Kronblätter sind 5 bis 8 Millimeter lang. Die beiden Zipfel sind je 1 bis 2 Millimeter breit. Der Blütenstand hat 7 bis 13 Doldenstrahlen. Sie kommt in der hochmontanen bis subalpinen Höhenstufe besonders der Nördlichen Kalkalpen vor: Niederösterreich, Steiermark, Oberösterreich, Salzburg, östlichstes Nordtirol, in Bayern im Königssee-Gebiet und in der Schweiz<ref name="InfoFlora" />.<ref name="Euro+Med" />
  • Rote Österreich-Bärenklau, oder Merk-Bärenklau (Heracleum austriacum subsp. siifolium <templatestyles src="Person/styles.css" />(Scop.) Nyman): Sie hat rosafarbene oder rote Kronblätter. Die äußeren Kronblätter sind 6 bis 10 Millimeter lang. Die beiden Zipfel sind 1,8 bis 3,5 Millimeter breit. Diese Unterart hat sechs bis zehn Doldenstrahlen. Sie ist ein Endemit der Südostalpen und kommt nur in Südkärnten (besonders Karawanken) sowie in Nordslowenien und im nordöstlichen Italien vor.<ref name="Euro+Med" />

Literatur

  • Apiaceae., Jahrbuch der Gesellschaft Schweizer Staudenfreunde (GSS)
  • Konrad Lauber, Gerhart Wagner: Flora Helvetica. 3. überarbeitete Auflage. Paul Haupt, Bern/Stuttgart/Wien 2001, ISBN 3-258-06313-3.

Einzelnachweise

<references> <ref name="IPCN"> Heracleum austriacum bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Tropicos"> Heracleum austriacum bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Heracleum austriacum L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="FloraWeb"> Heracleum austriacum L., Österreichische Bärenklau. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Thellung1965"> Albert Thellung: Umbelliferae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 2. Verlag Carl Hanser, München 1965. S. 1454–1456. </ref> <ref name="Euro+Med"> Ralf Hand, 2011+: Apiaceae. Datenblatt Heracleum austriacum In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> </references>

Weblinks