Ökumenisches Heiligenlexikon
Das Ökumenische Heiligenlexikon (ÖHL) ist ein überkonfessionelles privates Internetprojekt des evangelischen Pfarrers Joachim Schäfer aus Stuttgart, das als Ziel hat, das Leben der Heiligen, Seligen und gedenkwürdigen Personen in ökumenischer Ausrichtung darzustellen. Es handelt sich nicht um eine wissenschaftliche Ressource.
Lexikon
Das Ökumenische Heiligenlexikon ist seit dem 14. September 1998 online verfügbar.
Grundlage der Zusammenstellung sind allgemein zugängliche Quellen sowie hagiografische und kirchengeschichtliche Nachschlagewerke. Die aufgefundenen Informationen werden von Freiwilligen zusammengetragen. Das Projekt versteht sich als konfessionsübergreifende Plattform, die Heilige aller christlichen Strömungen berücksichtigt. Zahlenmäßig überwiegen die im deutschsprachigen Raum bekannteren römisch-katholischen Heiligen.<ref name="Bräunlein">Das ökumenische Heiligenlexikon. Abgerufen am 29. März 2026.</ref>
Im August 2023 umfasste das Lexikon mehr als 10.000 Biografien von Personen, die als heilig, selig oder aufgrund ihrer Lebensgeschichte verehrt werden.<ref>Heilige, Namenstage, Patrone - Ökumenisches Heiligenlexikon. Abgerufen am 29. März 2026.</ref>
Bei rund 500 Biografien sind Originaltexte und Zitate hinzufügt, zusammengestellt vom emeritierten Abt der Benediktinerabtei St. Stephan in Augsburg, Emmeram Kränkl.<ref>25 Jahre Ökumenisches Heiligenlexikon im Internet. In: Erzdiözese Wien. 17. August 2023, abgerufen am 16. Dezember 2024.</ref>
Kritik und Lob
Die Heiligenviten des Lexikons seien durchgehend knapp gehalten, urteilte im Jahr 2004 die bereits erwähnte religionswissenschaftliche Rezension von Peter J. Bräunlein. Abgesehen von gelegentlichen Hinweisen auf die Catholic Encyclopedia (Forschungsstand 1912), das Biographisch-Bibliographische Kirchenlexikon oder den catholic information service der Kolumbusritter fehlten Quellenverweise. Dementsprechend richte „sich das Ökumenische Heiligenlexikon nicht an Fachwissenschaftler“, was es allerdings auch ausdrücklich nicht für sich in Anspruch nimmt. „Und selbst für Lehrer und Schüler der Fächer Philosophie, Ethik, Religion dürfte der Gewinn eher bescheiden ausfallen, zumal die bloße Kenntnis eines Heiligennamens, seines Patronats und einiger legendenhafter Überlieferungen nicht sehr viel über religions- und profangeschichtliche Zusammenhänge aussagt.“<ref name="Bräunlein" />
Das Internetportal katholisch.de der römisch-katholischen Kirche in Deutschland bezeichnet „besonders für schwierige Fälle“ der Suche nach Namenspatronen das Ökumenische Heiligenlexikon als „hilfreich“ und nennt es „die wohl umfangreichste Quelle für Heilige aller christlichen Traditionen“.<ref>Namenstage-FAQ – warum, wie und wann man Namenspatrone feiert. In: katholisch.de. 23. April 2023, abgerufen am 28. Januar 2025.</ref>
Die digitale Mediathek rpi-virtuell für Religionspädagoginnen und -pädagogen urteilt: „Diese Internetseite bietet umfassende Informationen zu allen Heiligen, Feiertagen u.a.m. Die Homepage führt den aktuellen Tagesheiligen auf. Für den Religionsunterricht als Vorbereitungs- und Informationsseite überaus nützlich!“<ref>Ökumenisches Heiligenlexikon. 22. November 2017, abgerufen am 20. Dezember 2024.</ref>
Weblinks
- Ökumenisches Heiligenlexikon.
- Eintrag für Ökumenisches Heiligenlexikon bei Clio-online (Thomas Meyer, 30. Juli 2010)
- DNB 969828497 – Katalogeintrag der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise
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