Île d’Orléans
| Île d’Orléans
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|---|---|---|---|---|---|---|
| Gewässer | Sankt-Lorenz-Strom | |||||
| Geographische Lage | 46° 54′ N, 71° 0′ W
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| Länge | 34 km | |||||
| Breite | 8 km | |||||
| Fläche | 191,78 km² | |||||
| Höchste Erhebung | 151 m | |||||
| Einwohner | 7000 37 Einw./km² | |||||
| Hauptort | Saint-Pierre-de-l’Île-d’Orléans | |||||
Die Île d’Orléans ist eine Insel im Südosten der kanadischen Provinz Québec. Sie liegt im Mündungsbereich des Sankt-Lorenz-Stroms, etwa fünf Kilometer nordöstlich der Provinzhauptstadt Québec. Nach der Île de Montréal ist sie die zweitgrößte Insel im Strom.
Dörfer
- Saint-François-de-l’Île-d’Orléans
- Saint-Jean-de-l’Île-d’Orléans. Die Kirche stammt aus dem Jahr 1732.<ref name=":0" />
- Saint-Laurent-de-l’Île-d’Orléans
- Saint-Pierre-de-l’Île-d’Orléans. Im Dorf befindet sich eine Kirche aus den Jahren 1717–1719.<ref name=":0" />
- Sainte-Pétronille. Dieses Dorf entwickelte sich im 19. Jahrhundert als Ferienresidenz der Oberschicht. Der Maler Horatio Walker richtete sich hier ein Atelier ein.<ref name=":0" />
- Sainte-Famille: Das Dorf hat die älteste Kirchgemeinde der Insel, die Kirche datiert auf die Jahre 1743–1748.<ref name=":0" />
Geographie
Die 191,78 km² große Insel ist etwa 34 km lang und acht Kilometer breit. Während die Küste der Insel relativ steil abfällt, besteht das Innere aus einer durchwegs flachen Ebene, deren zentraler Teil bewaldet ist. Der Boden ist fruchtbar und wird landwirtschaftlich intensiv genutzt. Der höchste Punkt mit 151 Metern liegt im Süden der Insel.<ref>Atlas of Canada (Maßstab 1:30.000)</ref> An der Nordspitze befindet sich ein ausgedehntes Watt.
Auf der Insel liegen sechs Gemeinden mit insgesamt rund 7000 Einwohnern, die zusammen die regionale Grafschaftsgemeinde L’Île-d’Orléans bilden. Die Pont de l’île d’Orléans, eine Hängebrücke mit einer Gesamtlänge von 4,43 km, stellt die Verbindung zur Stadt Québec her. Gegenüber der Südspitze befindet sich der Montmorency-Fall.
Geschichte
Die Huronen nannten die Insel ursprünglich Minigo. Der französische Forscher Jacques Cartier erreichte sie erstmals 1535 und nannte sie wegen der vielen dort wild wachsenden Reben Île de Bacchus.<ref name=":0">Pierre Marchand, Hedwige Pasquet, Philippe Rossat (Hrsg.): Québec (= Collection Guides Gallimard). 2. Auflage. Éditions Gallimard, Paris 1999, ISBN 2-7424-0182-2, S. 276 f.</ref> Doch am 6. Mai 1536 benannte er sie in Île d’Orléans um, zu Ehren des Herzogs von Orléans, dem Sohn von König Franz I.
Aufgrund ihrer günstigen Lage gehörte die Île d’Orléans zu den ersten Regionen Québecs, die von französischen Kolonisten (hauptsächlich aus der Normandie und dem Poitou) besiedelt wurden. Nachdem die ersten Siedler 1656<ref name=":0" /> bei einem Überfall der Irokesen getötet worden waren, begann 1660 die Wiederbesiedlung, ausgehend hauptsächlich von Sainte-Famille.<ref name=":0" />
1726 ließ sich der Arzt Jean Mauvide, der 1701 in Tours geboren wurde, auf der Insel nieder. Acht Jahre später heiratete er Marie-Anne Genest und baute auf einem Grundstück seines Schwiegervaters das Manoir Mauvide-Genest.<ref name=":0" />
1759 wurde die Insel von britischen Truppen besetzt und geplündert, von den 350 Höfen blieben nur drei unversehrt. Diese dienten vor der Schlacht auf der Abraham-Ebene als Ausgangsbasis für die Eroberung der Stadt Québec durch General James Wolfe. Seit 1935 ist die Insel über eine Hängebrücke mit dem Festland verbunden; zuvor bestand lediglich eine Fähre.
Heute beruht die Wirtschaft hauptsächlich auf der Landwirtschaft (Weizen- und Maisanbau, Weinbau, Produktion von Apfelwein, Tierhaltung). Ebenfalls eine bedeutende Rolle nimmt der Tourismus ein; viele Einwohner der Stadt Québec besitzen Wochenendhäuschen auf der Insel oder gehen segeln.
Bilder
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Blick auf den nördlichen Arm des Sankt Lorenz
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Kirche von Saint-Pierre (erbaut 1717)
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Segelhafen von Saint-Laurent
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Bootsmuseum in Saint-Laurent
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Die Île d’Orléans mit der Pont de l'Île d’Orléans im Hintergrund
Literatur
Walther Tuckermann: Die Île d’Orléans im Lorenzstrom. Eines der ältesten Siedlungszentren im französischen Kanada. In: Koloniale Rundschau, 27. Bibliographisches Institut, Leipzig 1936, S. 123–135
Weblinks
- Regionale Grafschaftsgemeinde L'Île-d’Orléans
- Tourismusbehörde der Île d’Orléans
- Île d’Orléans. In: The Canadian Encyclopedia. (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), französisch).
Einzelnachweise
<references />