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Wiesen-Habichtskraut

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Wiesen-Habichtskraut
Datei:Hieracium caespitosum plant (03).jpg

Wiesen-Habichtskraut (Hieracium caespitosum)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Cichorioideae
Tribus: Cichorieae
Gattung: Habichtskräuter (Hieracium)
Art: Wiesen-Habichtskraut
Wissenschaftlicher Name
Hieracium caespitosum
Dumort.

Das Wiesen-Habichtskraut (Hieracium caespitosum <templatestyles src="Person/styles.css" />P.D.Sell & C.West, Syn.: Pilosella caespitosa <templatestyles src="Person/styles.css" />(Dumort.) P.D.Sell & C.West) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Habichtskräuter (Hieracium) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie ist in weiten Teilen Europas heimisch und kommt unter anderem in Teilen Nordamerikas auch verwildert vor.

Beschreibung

Datei:Hieracium-caespitosum03.jpg
Illustration
Datei:Hieracium pratense 4973.jpg
Blütenstand
Datei:Pilosella caespitosa 15-p.bot-hier.prate-04.jpg
Fruchtstand

Vegetative Merkmale

Das Wiesen-Habichtskraut ist eine mehrjährige und ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 75 Zentimetern erreicht. Es werden sowohl ober- als auch unterirdische Ausläufer gebildet. Die aufrechten Stängel sind mit zahlreichen feinen 1 bis mehr als 3 Millimeter langen, rauen Trichomen behaart und haben eine fein aber rau behaarte Basis.<ref name="FoNA" /><ref name="BiolFlor" />

An der Stängelbasis befinden sich drei bis acht, gelegentlich auch mehr grundständige Laubblätter, während sich am Stängel keine oder bis zu zwei, gelegentlich auch bis zu fünf oder mehr Laubblätter befinden.

Die Blattspreite ist bei einer Länge von 3,5 bis 18 Zentimetern sowie einer Breite von 1,2 bis 2 Zentimetern verkehrt-lanzettlich bis lanzettlich mit keilförmiger Spreitenbasis und spitz zulaufender oder runder Spreitenspitze. Die Spreitenränder sind ganzrandig oder gezähnelt. Sowohl die Blattunterseite als auch die -oberseite sind meist mit zahlreichen 1 bis 3 Millimeter langen, rauen Trichomen behaart, seltener sind die Blattspreiten kahl.<ref name="FoNA" /><ref name="BiolFlor" />

Generative Merkmale

Die Blütezeit erstreckt sich in Mitteleuropa und Nordamerika von Mai bis August. Der mehr oder weniger doldenartige oder gedrängt zusammenstehende Gesamtblütenstand enthält meist 5 bis 25, gelegentlich auch mehr körbchenförmige Teilblütenstände. Der Korbschaft ist mit 1 bis 2,5 Millimeter langen feinen und rauen Haaren besetzt. Das bei einer Länge von 0,75 bis 0,9 Zentimetern glockenförmige Involucrum enthält 12 bis 18, gelegentlich auch mehr an der Unterseite rau behaarte Hüllblätter. Die Blütenkörbchen enthalten 25 bis 50 oder mehr Zungenblüten. Die gelben Zungenblüten sind 0,8 bis 1,2 Zentimeter lang.<ref name="FoNA" /><ref name="BiolFlor" />

Die Achänen sind bei einer Länge von 1,5 bis 1,8 Millimetern säulenförmig. Der Pappus besteht aus 25 bis 30 weißen Borstenhaaren, welche 4 bis 6 Millimeter lang sind.<ref name="FoNA" />

Chromosomenzahl

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18, 27, 36 oder 45.<ref name="Oberdorfer2001" />

Vorkommen

Das Wiesen-Habichtskraut ist in weiten Teilen Europas heimisch; im mediterranen Süden (Iberische Halbinsel, Italien) kommt es jedoch nicht vor.<ref name="GRIN" /> In den nordwestlichen USA und in Korea kommt das Wiesen-Habichtskraut verwildert vor und gilt als invasiver Neophyt.<ref name="ALIEN" /> In den USA wächst es vor allem auf gestörten Flächen und entlang von Flüssen in Höhenlagen von 10 bis 1500 Metern.<ref name="FoNA" />

Beim Wiesen-Habichtskraut handelt es sich um eine anspruchslose Pflanzenart, die auch an trockenen Standorten gut gedeiht. Es gedeiht in Mitteleuropa auf wechselfeuchten oder feuchten, basenreichen, rohen oder humosen Lehm- oder Tonböden.<ref name="Oberdorfer2001" /> Es kommt in Pflanzengesellschaften der Ordnung Molinietalia, aber auch in wechselfeuchten Gesellschaften der Ordnungen Arrhenatheretalia oder Nardetalia oder des Verbandes Mesobromion vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> In den Allgäuer Alpen steigt es unterm Seifenmoos am Stuiben in Bayern bis in eine Höhenlage von 1320 Metern auf.<ref name="Dörr-Lippert2004" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3w+ (mäßig feucht aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Systematik

Die Erstbeschreibung unter dem Namen (Basionym) Hieracium caespitosum erfolgte 1827 durch den belgischen Botaniker Barthélemy Charles Joseph Dumortier in Florula belgica, opera majoris prodromus, auctore ..., S. 62. Die Neukombination Pilosella caespitosa erfolgte 1967 durch Peter Derek Sell und Cyril West in Watsonia, Volume 6, S. 314.<ref name="GRIN" /><ref name="Tropicos" /><ref name="Euro+Med" /><ref name="GCC" /><ref name="CichorieaePortal" />

Weitere Synonyme für Pilosella caespitosa <templatestyles src="Person/styles.css" />(Dumort.) P.D.Sell & C.West sind: Hieracium pratense <templatestyles src="Person/styles.css" />Tausch, Pilosella pratensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Tausch) F.W.Schultz & Sch.Bip., Hieracium karelicum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Norrl.) Norrl., Hieracium dublanense (<templatestyles src="Person/styles.css" />Rehmann) <templatestyles src="Person/styles.css" />Czerep., Hieracium pratense subsp. altaicum (<templatestyles src="Person/styles.css" />Nägeli & <templatestyles src="Person/styles.css" />Peter) <templatestyles src="Person/styles.css" />Zahn, Hieracium collinum subsp. dublanense <templatestyles src="Person/styles.css" />Rehmann, Hieracium rawaruskanum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Zahn) Czerep., Hieracium pratense subsp. sudetorum (<templatestyles src="Person/styles.css" />Peter) <templatestyles src="Person/styles.css" />Zahn, Pilosella altaica (<templatestyles src="Person/styles.css" />Nägeli & <templatestyles src="Person/styles.css" />Peter) <templatestyles src="Person/styles.css" />Schljakov, Hieracium dimorphum <templatestyles src="Person/styles.css" />Norrl., Hieracium sudetorum (<templatestyles src="Person/styles.css" />Peter) <templatestyles src="Person/styles.css" />J.Weiss, Hieracium pratense subsp. ipecense <templatestyles src="Person/styles.css" />Nägeli & <templatestyles src="Person/styles.css" />Peter, Hieracium pratense subsp. rawaruskanum <templatestyles src="Person/styles.css" />Zahn, Hieracium leptocaulon (<templatestyles src="Person/styles.css" />Nägeli & <templatestyles src="Person/styles.css" />Peter) <templatestyles src="Person/styles.css" />Üksip, Pilosella caespitosa subsp. sudetorum (<templatestyles src="Person/styles.css" />Peter) <templatestyles src="Person/styles.css" />Soják, Hieracium collinum subsp. altaicum <templatestyles src="Person/styles.css" />Nägeli & <templatestyles src="Person/styles.css" />Peter, Pilosella karelica <templatestyles src="Person/styles.css" />Norrl., Hieracium pratense subsp. leptocaulon (<templatestyles src="Person/styles.css" />Nägeli & <templatestyles src="Person/styles.css" />Peter) <templatestyles src="Person/styles.css" />Zahn, Hieracium collinum subsp. dissolutum <templatestyles src="Person/styles.css" />Nägeli & <templatestyles src="Person/styles.css" />Peter, Hieracium pratense subsp. dimorphum (<templatestyles src="Person/styles.css" />Norrl.) <templatestyles src="Person/styles.css" />H.Lindb., Pilosella aurantiaca subsp. dimorpha (<templatestyles src="Person/styles.css" />Norrl. ex <templatestyles src="Person/styles.css" />Norrl.) <templatestyles src="Person/styles.css" />T.Tyler, Hieracium dissolutum (<templatestyles src="Person/styles.css" />Nägeli & <templatestyles src="Person/styles.css" />Peter) <templatestyles src="Person/styles.css" />Üksip, Pilosella leptocaula (<templatestyles src="Person/styles.css" />Nägeli & <templatestyles src="Person/styles.css" />Peter) <templatestyles src="Person/styles.css" />Schljakov, Pilosella sudetorum (<templatestyles src="Person/styles.css" />Peter) <templatestyles src="Person/styles.css" />Dostál, Pilosella rawaruskana (<templatestyles src="Person/styles.css" />Zahn) <templatestyles src="Person/styles.css" />Schljakov, Hieracium collinum subsp. leptocaulon <templatestyles src="Person/styles.css" />Nägeli & <templatestyles src="Person/styles.css" />Peter, Pilosella dissoluta (<templatestyles src="Person/styles.css" />Nägeli & <templatestyles src="Person/styles.css" />Peter) <templatestyles src="Person/styles.css" />Schljakov, Hieracium caespitosum var. caespitosum, Pilosella dublanensis (<templatestyles src="Person/styles.css" />Rehmann) <templatestyles src="Person/styles.css" />Schljakov, Hieracium pratense subsp. pratense, Hieracium pratense subsp. dublanense (<templatestyles src="Person/styles.css" />Rehmann) <templatestyles src="Person/styles.css" />Zahn, Hieracium collinum subsp. sudetorum <templatestyles src="Person/styles.css" />Peter, Hieracium pratense subsp. dissolutum (<templatestyles src="Person/styles.css" />Nägeli & <templatestyles src="Person/styles.css" />Peter) <templatestyles src="Person/styles.css" />Zahn, Hieracium pratense subsp. karelicum (<templatestyles src="Person/styles.css" />Norrl.) <templatestyles src="Person/styles.css" />Zahn, Hieracium altaicum (<templatestyles src="Person/styles.css" />Nägeli & <templatestyles src="Person/styles.css" />Peter) <templatestyles src="Person/styles.css" />Üksip, Pilosella caespitosa subsp. dissoluta (<templatestyles src="Person/styles.css" />Nägeli & <templatestyles src="Person/styles.css" />Peter) <templatestyles src="Person/styles.css" />Soják, Hieracium caespitosum (<templatestyles src="Person/styles.css" />Nägeli & <templatestyles src="Person/styles.css" />Peter) <templatestyles src="Person/styles.css" />Nyár. subsp. caespitosum, Pilosella caespitosa subsp. leptocaula (<templatestyles src="Person/styles.css" />Nägeli & <templatestyles src="Person/styles.css" />Peter) <templatestyles src="Person/styles.css" />Soják.<ref name="GCC" />

Von manchen Autoren wird sie auch der Gattung Pilosella zugeordnet, welche wiederum von anderen Autoren als Untergattung von Hieracium angesehen wird.<ref name="GRIN" /><ref name="GCC" />

Einzelnachweise

<references> <ref name="BiolFlor"> Wiesen-Habichtskraut. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland. </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Tropicos"> Hieracium caespitosum bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Hieracium caespitosum Dumort. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="ALIEN"> meadow hawkweed. In: National Park Service. www.nps.gov, abgerufen am 21. März 2017 (englisch). </ref> <ref name="CichorieaePortal"> Pilosella caespitosa. In: Cichorieae Portal. www.cichorieae.e-taxonomy.net, abgerufen am 21. März 2017 (englisch). </ref> <ref name="Dörr-Lippert2004"> </ref> <ref name="Euro+Med"> Pilosella caespitosa. In: The Euro+Med PlantBase Project. www.bgbm.org, abgerufen am 5. Juni 2023 (englisch). </ref> <ref name="FoNA"> </ref> <ref name="GCC"> Pilosella caespitosa (Dumort.) P. D. Sell & C. West. In: Global Compositae Checklist. www.compositae.landcareresearch.co.nz, abgerufen am 21. März 2017 (englisch). </ref> </references>

Weblinks

Commons: Wiesen-Habichtskraut (Hieracium caespitosum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien