Gosaulacke
| Gosaulacke | ||||||
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| Datei:Dachstein - panoramio.jpg | ||||||
| Gosaulacke im Juni | ||||||
| Geographische Lage | Gosau, Oberösterreich | |||||
| Daten | ||||||
| Koordinaten | 47° 31′ 0″ N, 13° 31′ 41″ O
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dim=630 | globe= | name=Gosaulacke | region=AT-4 | type=waterbody
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| Höhe über Meeresspiegel | 969 m ü. A. | |||||
| Fläche | 7,5 ha | |||||
| Länge | 630 m | |||||
| Breite | 160 m | |||||
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Besonderheiten |
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Die Gosaulacke ist ein episodisches Kleingewässer in der Gemeinde Gosau im Salzkammergut in Oberösterreich. Sie ist der kleinste der drei Gosauseen in der zum UNESCO-Welterbe zählenden Kulturlandschaft Hallstatt–Dachstein/Salzkammergut.
Geographie
Die Gosaulacke liegt auf 969 m ü. A. im Dachsteingebirge<ref>Friedrich Simony: Das Dachsteingebiet. Ein geographisches Charakterbild aus den österreichischen Nordalpen. Ed. Hölzel, Wien 1895, S. 11 (opac.geologie.ac.at [PDF; abgerufen am 15. Januar 2021]).</ref> zwischen dem etwa 895 Meter entfernten Vorderen Gosausee im Nordwesten und dem etwa 1.615 Meter entfernten Hinteren Gosausee im Südosten.<ref>Österreichische Karte 1:50.000 (ÖK 50). Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, 2005 (Kartenausschnitt auf Austrian Map online [abgerufen am 15. Januar 2021]).</ref> Das Tal, in dem sich die drei Seen befinden, entspricht einer geologischen Störung des Gebirges und wurde durch den eiszeitlichen Dachsteingletscher geformt. Die Flanken des Tals bestehen aus verschiedenartig ausgebildetem Dachsteinkalk.<ref>Josef Schadler: Der entleerte Gosausee. Geologische Beobachtungen am Seeboden. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines. Band 103, 1958, S. 192–193 (Vorlage:ZOBODAT/URL [PDF; abgerufen am 15. Januar 2021]).</ref> An den Ufern der Gosaulacke finden sich Muschelkalk und Reiflinger Kalk.<ref>Hans Reinl: Der Gosaukamm. In: Zeitschrift des deutschen und österreichischen Alpenvereins. Band XLV, 1914, S. 220.</ref>
Hydrologie
Der Karstquellsee weist stark schwankende Wasserstände auf<ref name="Eisner_1992_5_8">Josef Eisner: Naturschutzgebiete Oberösterreich. Bestand und Gefährdung. Managementmöglichkeiten. Zwischenbericht. Abteilung Naturschutz des Amtes der oberösterreichischen Landesregierung, April 1992, S. 5 und 8 (Vorlage:ZOBODAT/URL [PDF; abgerufen am 15. Januar 2021]).</ref> und kann gelegentlich auch vollständige austrocknen.<ref name="Guttmann_2007_19_28">Stefan Guttmann, Engelbert Mair, Markus Schneidergruber, Markus Staudinger: Natur und Landschaft. Leitbilder für Oberösterreich. Band 36: Raumeinheit Kalkhochalpen. Abteilung Naturschutz des Amtes der oberösterreichischen Landesregierung, Mai 2007, S. 19 und 28 (Vorlage:ZOBODAT/URL [PDF; abgerufen am 15. Januar 2021]).</ref> Die maximale Länge beträgt etwa 630 Meter, die maximale Breite 160 Meter und die maximale Fläche 7 Hektar.<ref>Gosaulacke auf der Karte im DORIS. In: Digitales Oberösterreichisches Raum-Informations-System. Abgerufen am 7. November 2022.</ref> Aus dem 19. Jahrhundert liegt auch ein Bericht über eine Länge von 900 Metern und eine Fläche von 11 Hektar vor.<ref name="Müllner_1896_38">Johann Müllner: Die Seen des Salzkammergutes und die österreichische Traun. Erläuterungen zur ersten Lieferung des österreichischen Seenatlasses. Ed. Hölzel, Wien 1896, S. 38.</ref> Wiederkehrende Schwankungen bei der Wassertiefe liegen zwischen vier und fünf Metern.<ref>Josef Schadler: Der entleerte Gosausee. Geologische Beobachtungen am Seeboden. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines. Band 103, 1958, S. 194 (Vorlage:ZOBODAT/URL [PDF; abgerufen am 15. Januar 2021]).</ref>
Die Gosaulacke hat keinen ständigen Zufluss. Eine Füllung erfolgt infolge der Schneeschmelze oder starker Regenfälle.<ref>Michael Freund: Wunderbar flüssig. In: Nachhaltigkeitsbericht zum Geschäftsjahr 2018. Österreichische Bundesforste, Juni 2009, S. 4 (Vorlage:ZOBODAT/URL [PDF; abgerufen am 15. Januar 2021]).</ref> Im Nordosten wird sie durch zwei im Frühling Wasser führende Gebirgsbäche gespeist.<ref name="Müllner_1896_38" /> Nur bei Hochwasser und bei der Schneeschmelze im Frühling erfolgt ein Überlauf des Hinteren Gosausees, der die Gosaulacke auffüllt. Deren Abfluss zum Vorderen Gosausee wiederum ist in der Regel ebenfalls unterirdisch und durch Schuttboden verlaufend,<ref>Friedrich Simony: Das Dachsteingebiet. Ein geographisches Charakterbild aus den österreichischen Nordalpen. Ed. Hölzel, Wien 1895, Anhang: Kurze Erklärung der Tafeln XLII–XLVI (opac.geologie.ac.at [PDF; abgerufen am 15. Januar 2021]).</ref> kann jedoch gelegentlich auch oberirdisch in einem Trockental erfolgen.<ref name="Müllner_1896_38" />
Flora und Vegetation
Zwischen der Gosaulacke und dem Hinterem Gosausee erstrecken sich Bergahorn-Schluchtwälder. Hier gedeihen der Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium) und die empfindliche Echte Lungenflechte (Lobaria pulmonaria).<ref name="Guttmann_2007_19_28" />
Zu den zahlreichen Moosarten in diesem Abschnitt zählen:
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- Bambergers Schlafmoos (Hypnum bambergeri)
- Echtes Goldmoos (Homalothecium lutescens)
- Gewelltblättriges Gabelzahnmoos (Dicranum polysetum)
- Glattes Neckermoos (Neckera complanata)
- Grünes Koboldmoos (Buxbaumia viridis)
- Hängendes Widerhakenmoos (Antitrichia curtipendula)
- Lyells Goldhaarmoos (Orthotrichum lyellii)
- Mattes Hainmoos (Hylocomium umbratum)
- Sauter-Weißgabelzahnmoos (Paraleucobryum sauteri)
- Tamarisken-Wassersackmoos (Frullania tamarisci)
- Verlängertes Gabelzahnmoos (Dicranum elongatum)
- Warzendeckel-Schlafmoos (Hypnum andoi)
- Weißliches Kopfsprossmoos (Cephalozia leucantha)
- Zartnerviges Kurzbüchsenmoos (Brachythecium tommasinii)<ref>Gerhard Schlüsslmayr: Die Moose des Dachsteingebirges (= Stapfia. Nr. 108). Biologiezentrum des Oberösterreichischen Landesmuseums, Linz 2019, S. 73, 91, 183, 214, 243, 284, 292, 348, 357, 359, 361, 399, 411 und 433 (Vorlage:ZOBODAT/URL [PDF; abgerufen am 15. Januar 2021]).</ref>
Fauna
Das nährstoffarme (oligotrophe)<ref name="Eisner_1992_5_8" /> Gewässer ist ein wichtiger Lebensraum für Amphibien.<ref name="Guttmann_2007_19_28" />
Zur Vogelwelt an der Gosaulacke gehören folgende Arten:
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Schutzstatus
Die Gosaulacke ist Teil des Naturschutzgebiet Dachstein in den Gemeinden Gosau, Hallstatt und Obertraun (N098). Überdies erstreckt sich nach Nordwesten ein Gebiet mit einer Fläche von 53,0494 Hektar, das als Ökofläche Gosaulacke ausgewiesen ist.<ref name="genisys" /> Die Gosaulacke liegt darüber hinaus in der Kernzone der Kulturlandschaft Hallstatt–Dachstein/Salzkammergut,<ref>Map UNESCO World Heritage Cultural Landscape Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut, scale 1:50000. (PDF) Welterbezentrum der UNESCO, 2008, abgerufen am 15. Januar 2021.</ref> die seit 1997 zum UNESCO-Welterbe gehört.<ref>Hallstatt-Dachstein / Salzkammergut Cultural Landscape. Welterbezentrum der UNESCO, abgerufen am 15. Januar 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
In der Kunst
Die Gosaulacke ist ein wiederkehrendes Motiv in den Werken bildender Künstler des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Das Ölgemälde Die Gosaulacke mit dem Dachstein von Hubert Sattler datiert auf 1879 oder früher.<ref>Austria in Wien. Monatsversammlung vom 26. März. In: Mittheilungen des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins. Nr. 4, Juli 1879, S. 125.</ref> Das Ölgemälde Mittagsruhe an der Gosaulacke von Franz Leinecker wurde 1886 in einer Ausstellung im Künstlerhaus Salzburg präsentiert.<ref>Künstlerhaus. In: Salzburger Chronik, 15. Dezember 1886, S. 3 (online bei ANNO).</ref> Der Deutsche und Österreichische Alpenverein erwarb 1887 für eines seiner Mitglieder ein Aquarell von Melchior Fritsch mit dem Titel Dachstein von der Gosaulacke gesehen.<ref>Austria (Kunstabtheilung). In: Mittheilungen des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins. Nr. 10, 15. Mai 1887, S. 121.</ref> Im Nachlass des Landschaftsmalers Leopold Munsch fand sich 1888 ein Bild des Gewässers, das in den Besitz von Erzherzogin Marie Valerie kam.<ref>Bilderauktion. In: Neues Wiener Tagblatt, 11. Dezember 1888, S. 4 (online bei ANNO).</ref> Franz Xaver von Pausinger schuf eine Kohlezeichnung eines Hirschs und weiterer Tiere an der Gosaulacke, die der Kunsthändler Gustav Pisko 1910 in seinem Kunstsalon in Wien ausstellte.<ref>Besuch des Kaisers im Kunstsalon Pisko. In: Das Vaterland, 24. September 1910, S. 4 (online bei ANNO).</ref> Die nahegelegene Niedere Holzmeisteralm wurde von Friedrich Gauermann<ref>Hermann Ubell: Ein Jahrhundert österreichischer Malerei 1800–1900. In: Tages-Post, 23. Februar 1913, S. 2 (online bei ANNO).</ref> und Adalbert Stifter gemalt.<ref>Michael Kurz: Maler – Dichter – Pädagoge – Konservator Adalbert Stifter und das Salzkammergut. In: Oberösterreichische Heimatblätter. Nr. 3–4, 2005, S. 126 (Vorlage:ZOBODAT/URL [PDF; abgerufen am 15. Januar 2021]).</ref>
Einzelnachweise
<references> <ref name="genisys"> Ökofläche Gosaulacke. In: Geografisches Naturschutzinformationssystem (GENISYS). Land Oberösterreich, abgerufen am 9. März 2021. </ref> </references>
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