United States Immigration and Customs Enforcement
| U.S. Immigration and Customs Enforcement — ICE — | |
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| class="notheme" colspan="2" style="padding: 1em 0; text-align: center; background-color:#Vorlage:Standardfarbe" | | |
| Staatliche Ebene | Bund |
| Stellung der Behörde | Polizei- und Zollbehörde |
| Aufsichtsbehörde(n) | Ministerium für Innere Sicherheit der Vereinigten Staaten (DHS) |
| Bestehen | seit 1. März 2003 |
| Hauptsitz | Washington, D.C. |
| Haushalt | 150 Mrd. US-Dollar (2025–2029)<ref>Newsweek: US Immigration Budget Now Bigger Than Most of the World’s Militaries (englisch, newsweek.com) abgerufen am 3. Juli 2025.</ref>, zuvor 9 Mrd. US-Dollar (2024) bzw. 3 Mrd. US-Dollar (2003)<ref>American Immigration Council: The Cost of Immigration Enforcement and Border Security. Fact Sheet August 2024 (englisch, americanimmigrationcouncil.org PDF), abgerufen am 3. Juli 2025.</ref> |
| Behördenleitung | Todd M. Lyons<ref>U.S. Immigration and Customs Enforcement: ICE Leadership, abgerufen am 21. Juni 2025.</ref> kommissarisch |
| Mitarbeiter | > 20.000<ref>ice.gov About (englisch); abgerufen am 25. August 2016.</ref> |
| Website | www.ice.gov |
Die US-amerikanische Behörde United States Immigration and Customs Enforcement (ICE) ist die größte Polizei- und Zollbehörde des Ministeriums für Innere Sicherheit (DHS) der USA mit Sitz in Washington, D.C. Sie wurde 2003 infolge der Terroranschläge am 11. September 2001 vor allem aus dem Immigration and Naturalization Service heraus neugebildet und ist verantwortlich für das Ermitteln, Identifizieren und Enttarnen von Grenzverletzungen und Gefährdungspotentialen des Verkehrswesens und der öffentlichen Infrastruktur. Sie steht auch mit sämtlichen größeren US-Botschaften im Ausland in Verbindung, um legale und illegale Einwanderungsvorgänge zu überwachen.
Die beiden internen ICE-Einheiten Homeland Security Investigations (HSI) und Enforcement and Removal Operations (ERO) treten in der Öffentlichkeit am häufigsten unter der Bezeichnung ICE in Erscheinung. Sie sind neben anderen Behörden für die Einhaltung der 400 einschlägigen Bundesgesetze zuständig. Sie führen vor allem die Abschiebung illegaler Einwanderer bundesweit durch.
Die Organisation weist das breiteste Aufgabenfeld einer Bundesbehörde in den Vereinigten Staaten auf. Zudem verfügen die ICE Special Agents (deutsch „Spezialagenten“) und Federal Inspectors (deutsch „Bundesinspektoren“) über die weitreichendsten Ermittlungsbefugnisse aller US-Behörden im Inland.<ref>US CODE: Title 19,1589a. Enforcement authority of customs officers. law.cornell.edu; abgerufen am 23. November 2008.</ref><ref>US CODE: Title 8,1357. Powers of immigration officers and employees. law.cornell.edu; abgerufen am 23. November 2008.</ref><ref>US CODE: Title 19,482. Search of vehicles and persons. law.cornell.edu; abgerufen am 23. November 2008.</ref> Das Motto lautet Protecting National Security and Upholding Public Safety (Schutz der nationalen Sicherheit und Aufrechterhaltung der Öffentlichen Sicherheit).
Auftrag
Der frühere Immigration and Naturalization Service (INS) ist wie einige andere Behörden bei der Einrichtung des ICE in diesem aufgegangen. Aufgabe des ICE ist die Überwachung der Bundesgrenzen, inklusive der Grenz- und Zollkontrolle, die Überwachung der unerlaubten Migration, die Bekämpfung des Terrorismus, der grenzüberschreitenden Kriminalität sowie der Personen- und der Objektschutz von Dienstgebäuden des Bundes.
Organisation
Führung und Personal
Behördenleiter war bis Juli 2010 ein Assistant Secretary (deutsch etwa Ministerialdirektor), seitdem ein Direktor, der direkt dem Minister für Innere Sicherheit unterstellt ist. Die Gründung des ICE basiert auf dem Gesetz Homeland Security Act of 2002. Die Behörde hat über 20.000 Mitarbeiter, davon sind die meisten Vollzugsbeamte mit über 400 Büros im In- und Ausland.<ref>ice.gov (englisch); abgerufen am 26. Juni 2021.</ref>
Für diese Position des Direktors ist eine Bestätigung durch den Senat erforderlich. Da seit dem 20. Januar 2017 kein vorgeschlagener Direktor durch den Senat bestätigt worden ist, wird ICE seitdem kommissarisch geleitet.
Es folgen die bisherigen Direktoren der Behörde:
- 2003–2005: Michael J. Garcia
- 2005–2006: John P. Clark (kommissarisch)
- 2006–2008: Julie Myers
- 2008–2009: John P. Torres (kommissarisch)
- 2009–2013: John T. Morton
- 2013–2014: John Sandweg (kommissarisch)
- 2014: Thomas Winkowski (kommissarisch)
- 2014–2017: Sarah Saldaña
- 2017: Daniel Ragsdale (kommissarisch)
- 2017: Thomas Homan (kommissarisch)
Abteilungen
- Office of Investigations (OI)
- Office of Intelligence
- Office of Detention and Removal (DRO) – Aufgaben der DRO sind die Kontrolle von Ausländern, ihre Inhaftierung und der Gefangenentransport sowie die Abschiebung. Sie wird von uniformierten Immigration Enforcement Agents durchgeführt.
- Office of the United States Federal Protective Service
- Office of the Principal Legal Advisor (OPLA)
- Office of Congressional Relations (OCR)
- Office of Professional Responsibility (OPR)
Sondereinheiten
Das ICE besitzt seit über 15 Jahren Special Response Teams (SRT), die den SWAT-Teams ähneln. Jede der 17 Regionaleinheiten (Homeland Security Investigation Principal Field Offices) verfügt über ein SRT, insgesamt 400 Personen.<ref>TOP STORY: Special response teams prep for high risk situations at Ft. Benning | ICE. 30. November 2011, abgerufen am 29. Juni 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Darüber hinaus besteht seit 1974 die Einheit Shadow Wolves, welche den Schmuggel im Gelände der Tohono Oʼodham Nation bekämpft. Sie waren ursprünglich Teil des US-Zolldienstes. Sie nutzen die traditionellen Fährtentechnik der amerikanischen Ureinwohner (Cutting for sign) und sind die einzige indigene Einheit innerhalb des Heimatschutzministeriums.<ref>Shadow Wolves | ICE. 6. Februar 2025, abgerufen am 4. August 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Liegenschaften und Outsourcing
Ein wesentlicher Teil der ICE-Haftanstalten und Abschiebungen wird durch private Dienstleister und in Public-Private Partnerships, etwa durch die Geo Group,<ref>New ICE facility in Hudson, Colorado to be called Big Horn, run by GEO – CBS Colorado. 13. Januar 2026, abgerufen am 18. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> betrieben.<ref>Gillian Brockell: This Family Made Billions on Trump-Branded Condos. Now Their Private Jet Is Taking Shackled Migrants to a Far-Flung African Prison. In: Zeteo. Abgerufen am 18. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Anfang 2026 beabsichtigt die Regierung Trump den Erwerb von landesweit mindestens 23 Lagerhallen und ehemaliger Logistikzentren, mit denen zehntausende weiterer Haftplätze geschaffen werden sollen. Hierzu sind 45 Milliarden US-Dollar vorgesehen.<ref>Trump's $45 billion expansion of immigrant detention sites faces pushback from communities. In: NBC. 3. Februar 2026, abgerufen am 4. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>ICE Is Buying Up Mega Warehouses Across America. In: Yahoo News. 30. Januar 2026, abgerufen am 4. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Mit ELITE entwickelt Palantir eine Softwarelösung für die Behörde, die Anschriften des US-Gesundheitsministeriums und andere Daten zur Identifikation und Lokalisierung abschiebefähiger Personen zusammenführt.<ref>Joseph Cox: ‘ELITE’: The Palantir App ICE Uses to Find Neighborhoods to Raid. In: 404 Media. 15. Januar 2026, abgerufen am 21. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Joseph Cox ·: Here is the User Guide for ELITE, the Tool Palantir Made for ICE. In: 404 Media. 30. Januar 2026, abgerufen am 30. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Ausrüstung
Bewaffnung
Die Vollzugsmitarbeiter (Special Agents, Deportation Officers, Immigration Enforcement Agents und Federal Protective Service Police Officers) sind mit Pistolen des Typs SIG P226 bzw. HK USP 40 ausgerüstet. Einige Einheiten verwenden zudem Schrotflinten wie die Remington 870 und Sturmgewehre wie das Steyr Aug (MP). Beim Special Response Team werden das Sturmgewehr Colt M4 und die HK MP5 verwendet.
Uniformierung und Kennzeichnungspflicht
ICE-Bundesagenten treten in einer Vielzahl taktischer, bunter (grün/grau) und ziviler Uniformkombinationen in Erscheinung. Kennzeichnungen bestehen mitunter aus einem allgemeinen „Police“-Schriftzug, was ihre Zuordnung und Abgrenzung gegenüber Einsatzkräften anderer Behörden wie Bundes-, Staats- und örtlichen Polizeien erschwert. Dabei besteht für Agenten formell die Ausweispflicht.<ref name=":0">Alonso Martínez: How do you identify an ICE agent? In: El Pais. 19. Februar 2025, abgerufen am 16. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Für Fahrzeuge von ICE-Agenten besteht keinerlei Kennzeichnungspflicht.<ref name=":0" />
Fernmeldetechnik
Das ICE betreibt mit dem Funksystem SECTOR (UHF-Band) das einzige System einer Vollzugsbehörde der Vereinigten Staaten, das das gesamte Staatsgebiet abdeckt.
Rekrutierung und Ausbildung
Die Ausbildung findet an der ICE Academy des Federal Law Enforcement Training Center in Glynco (Georgia) statt.
Die Regierung Donald Trumps erhöhte 2025 das Budget auf das Dreifache.<ref>Nach tödlichen Schüssen – Was ist die US-Einwanderungsbehörde ICE – und wie hat Trump sie verändert? In: Deutschlandfunk. 11. Januar 2026, abgerufen am 17. Januar 2026.</ref> Der Personalbestand wuchs um mehr als das Doppelte, von 10.000 auf 22.000 Angehörige.<ref>Angenommen, nach sechs Minuten Bewerbungsgespräch. In: taz, 15. Januar 2026. Abgerufen am 16. Februar 2026.</ref><ref name="Time embarassed">‘I’m Embarrassed’: ICE Agents Speak About the Shooting in Minneapolis. In: Time, 14. Januar 2026. Abgerufen am 16. Februar 2026.</ref> Die Ausbildungszeit wurde halbiert und beträgt nun 47 Tage, angeblich weil Trump der 47. Präsident ist.<ref>Nick Miroff: Fast Times at Immigration and Customs Enforcement. In: The Atlantic. 26. August 2025, abgerufen am 16. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Diese Zeit reiche laut ehemaligen ICE-Agenten niemals aus, um die gesetzlichen Anforderungen zu lernen. Auch Pensionierte wurden angefragt, eine Rückkehr zu erwägen, was aber auf Vorbehalte stieß, da die Gefahr besteht, durch Ausführung illegaler Befehle die Pension zu verlieren.<ref name="Time embarassed" />
Neue Agenten sollen bis zu 50.000 US-Dollar Einstiegsbonus und einen Erlass ihrer Studiengebühren erhalten können.<ref>Matt Pearson: How are ICE agents recruited, and who are they? In: Deutsche Welle. 17. Januar 2026, abgerufen am 17. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Seit 2025 mehrt sich die Verwendung von ICE-Werbeslogans, die denen von Organisationen der White-Supremacy-Bewegung wie dem Ku-Klux-Klan (KKK) ähneln.<ref>Amna Nawaz: Trump administration's posts echo rhetoric linked to extremist groups. In: PBS. 12. Januar 2026, abgerufen am 16. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)): „[…] there's this tweet from Friday, an ICE recruitment ad featuring the turn of phrase „We will have our home again“ plastered over an image of a man on horseback and a stealth bomber flying in the distance. That's a reference to the song „We'll Have Our Home Again,“ a white supremacist anthem favored by the Proud Boys.“</ref><ref>DHS deploys white nationalist, anti-immigrant graphics to recruit. In: Southern Poverty Law Center. 28. August 2025, abgerufen am 16. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>The federal government’s ‘new’ slogan reveals its vision for immigration policy. In: Orange County Register. 15. November 2025, abgerufen am 16. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Eine Slate-Journalistin, die das ICE-Bewerbungsverfahren als Abschiebehelfer (deportation officer) erfolgreich durchlief, dokumentierte, dass vorab keine offizielle Abfrage ihres Führungszeugnisses, etwaiger Vorstrafen oder sonstige Sicherheitsüberprüfungen erfolgt seien.<ref>Laura Jedeed: You’ve Heard About Who ICE Is Recruiting. The Truth Is Far Worse. I’m the Proof. In: Slate. 13. Januar 2026, ISSN 1091-2339 (slate.com [abgerufen am 17. Januar 2026]).</ref><ref>Laura Jedeed: The Trump Administration Is Calling My Viral Story a Lie. Good Thing I Kept the Receipts. In: Slate. 16. Januar 2026, ISSN 1091-2339 (slate.com [abgerufen am 17. Januar 2026]).</ref>
Befugnisse
Das ICE ist eine Bundesbehörde und unterliegt daher anderen Vorschriften als die lokalen Polizeibehörden.<ref>Reinhard Spiegelhauer: US-Razzien gegen Einwanderer: „Wir wissen nicht, wo sie sind“. Abgerufen am 28. Juli 2025.</ref> Es ist befugt, Personen festzunehmen, im Gefängnis zu behalten, während der Fall bearbeitet wird, und abzuschieben, wenn sie gegen Einwanderungsgesetze verstoßen haben.<ref>Detention Facilities | ICE. 17. September 2020, abgerufen am 28. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Darüber hinaus ist das ICE zur Durchführung von Razzien zur Auffindung von illegalen Einwanderern sowie zur Erforschung von Delikten, welche die illegale Einwanderung betreffen (Menschenhandel, Betrug usw.), befugt.<ref>ICE's Mission | ICE. 19. August 2020, abgerufen am 28. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Für das Betreten von Privatgrundstücken einschließlich eines Gebäudes und für bestimmte Vollstreckungsmaßnahmen muss das ICE im Besitz eines Haftbefehls sein, der von einem Richter unterzeichnet wurde.<ref>Know Your Rights: If You Encounter ICE. In: National Immigrant Justice Center. Abgerufen am 28. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Darüber hinaus kann das ICE die lokalen Polizeibehörden um Amtshilfe ersuchen; die lokalen Polizeibehörden sind jedoch nicht dazu verpflichtet, dem Amtshilfeersuchen zu entsprechen.<ref>Guest Author: What Is The Difference Between ICE and Police? 23. Februar 2025, abgerufen am 28. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Gesellschaftliche Auswirkungen
Im Dezember 2025 waren 68.440 Personen durch ICE inhaftiert, davon knapp 75 Prozent ohne Verurteilung.<ref>Philipp Gerber: Mexikaner stirbt in ICE-Haft in USA, Mexiko fordert Aufklärung. In: amerika21. 18. Januar 2026, abgerufen am 18. Januar 2026: „Die Behörde ICE hielt Mitte Dezember insgesamt 68.440 Personen in Haft. Fast 75 Prozent von ihnen waren nicht strafrechtlich verurteilt worden.“</ref> Verschiedene wissenschaftliche Studien und Medienberichte untersuchen, welche Auswirkungen die Verhaftungen und Abschiebungen durch ICE auf die Gesellschaft haben.
Kinder und Bildungssystem
ICE-Razzien führen nachweislich zu abrupten und anhaltenden Störungen des Schulbesuchs, weil Eltern Angst haben, von ihren Kindern getrennt zu werden. In betroffenen Gemeinden steigen Fehlzeiten signifikant, und schulische Leistungen gehen zurück, auch bei Kindern, die nicht unmittelbar von Festnahmen betroffen sind.<ref name="EdWP2025Absences">Recent Immigration Raids Increased Student Absences. (PDF) In: EdWorkingPapers. 2025, abgerufen am 11. Januar 2026.</ref><ref name="SocSci2024AcademicPerformance">The Effect of Workplace Raids on Academic Performance. (PDF) In: Sociological Science. 2024, abgerufen am 11. Januar 2026.</ref><ref name="StanfordSIEPR2025">Student absences increased under threat of deportation efforts, study finds. In: Stanford Institute for Economic Policy Research. 16. Juni 2025, abgerufen am 11. Januar 2026.</ref> Die ICE-Razzien verursachen bei Kindern erheblichen Stress, Angst, Unsicherheit, Beklemmung und sogar Traumata.<ref name="NEAToday2025Trauma">The Trauma Immigration Raids Leave in Classrooms. In: NEA Today. 10. September 2025, abgerufen am 11. Januar 2026.</ref> Langfristig zeigen betroffene Kinder erhöhte Bildungsrisiken, darunter Lernrückstände und emotionale Belastungen, die ihre schulische Entwicklung beeinträchtigen.<ref name="PAR2021Repercussions">Repercussions of a Raid: Health and Education Outcomes of Children Entangled in Immigration Enforcement. In: Public Administration Review DOI. 2021, abgerufen am 11. Januar 2026.</ref>
Wirtschaft und Arbeit
Arbeitsplatzrazzien durch ICE wirken als plötzlicher wirtschaftlicher Schock, der Unternehmen Arbeitskräfte entzieht, lokale Produktionsketten unterbricht und Einkommen ganzer Haushalte vernichtet.<ref name="Lopez2017RaidingHeartland">William D Lopez: Raiding the Heartland. In: Johns Hopkins University Press. 2017, abgerufen am 11. Januar 2026.</ref> Die Furcht vor Razzien führt zu Abwesenheiten, Arbeitsplatzwechsel oder Rückzug aus bestimmten Tätigkeiten, insbesondere in Sektoren mit hohem Anteil immigrantischer Arbeitskräfte.<ref name="NewAmerica2025ChillingEffect">A Chilling Effect Increased Immigration Enforcement Jeopardizes Child Care and Mothers’ Employment. In: New America Better Life Lab. 11. Dezember 2025, abgerufen am 11. Januar 2026.</ref> Solche Effekte können auch rechtmäßig Beschäftigte mittelbar treffen, etwa durch Betriebsschließungen oder Auftragsverluste in lokalen Ökonomien.<ref name="NCLRev2010Deportation">The Effects of US Deportation Policies on Immigrant Families and Communities Cross Border Perspectives. In: North Carolina Law Review. 2010, abgerufen am 11. Januar 2026.</ref>
Familie, Care-Arbeit und soziale Reproduktion
Razzien führen häufig zu einer abrupten Trennung von Eltern und Kindern, wodurch Haushalte in instabile und oft dauerhaft veränderte Betreuungskonstellationen gezwungen werden.<ref name="Lopez2019Separated">William D Lopez: Separated Family and Community in the Aftermath of an Immigration Raid. In: New Books Network. 2019, abgerufen am 11. Januar 2026.</ref> Die Durchsetzungsmaßnahmen stören familiale Routinen und Betreuungsarrangements und erzeugen zusätzliche Belastungen innerhalb der Haushalte.<ref name="Urban2015Children">Implications of Immigration Enforcement Activities for the Well Being of Children in Immigrant Families. (PDF) In: Urban Institute. 2015, abgerufen am 11. Januar 2026.</ref><ref name="UCR2025ChildMentalHealth">Child mental health crisis tied to immigration enforcement. In: UCR News. 8. August 2025, abgerufen am 11. Januar 2026.</ref>
Gesundheit und psychisches Wohlbefinden
Großangelegte Razzien sind mit einem deutlichen Anstieg von Angststörungen, Depressionen und Posttraumatischen Belastungsstörungen in betroffenen Gemeinden verbunden.<ref name="JRH2023MentalHealthRaids">Challenges to Addressing Mental Health Repercussions of Large Scale Immigration Worksite Raids in the Rural United States. In: PubMed Central. 2023, abgerufen am 11. Januar 2026.</ref> Die Symptome können sich verstetigen; Betroffene meiden medizinische Versorgung aus Angst vor Entdeckung.<ref name="HealthAffairs2020Damage">An Immigration Raid’s Long Lasting Damage. In: Health Affairs DOI. 2020, abgerufen am 11. Januar 2026.</ref> Einwanderungsrazzien belasten die psychische Gesundheit von Kindern und Schulgemeinschaften. Experten sagen, dass diese Razzien und ihre Folgen auch langfristige Auswirkungen haben können. Ständige Wachsamkeit und Sorgen erhöhen das Risiko für Kinder, chronische Angstzustände und Depressionen zu entwickeln.<ref name="CalMatters2025KidsMentalHealth">Immigration raids take a toll on kids’ mental health. In: CalMatters. 3. Oktober 2025, abgerufen am 11. Januar 2026.</ref> Die psychischen Belastungen durch Inhaftierungen und Abschiebungen oder auch nur die Angst davor verschärfen die Herausforderungen, denen viele Einwanderer gegenüberstehen, darunter die anhaltenden Auswirkungen von Ausbeutung, Gewalt und Familientrennung, die sie während ihrer Migration oft erlebt haben.<ref name="APA2025ImmigrationMentalHealth">US immigration policy Mental health impacts of increased immigration enforcement. In: APA Monitor on Psychology. 1. September 2025, abgerufen am 11. Januar 2026.</ref>
Zivilgesellschaft
ICE-Razzien untergraben das Vertrauen in lokale Institutionen, da Betroffene ihre Nachbarschaften, Schulen, Kirchen oder soziale Dienste zunehmend meiden.<ref name="PMC2019SocialCapital">Deporting social capital Implications for immigrant communities in the United States. In: PubMed Central. 2019, abgerufen am 11. Januar 2026.</ref> Das Rückzugs- und Vermeidungsverhalten schwächt die Tragfähigkeit lokaler Netzwerke und die Teilnahme am öffentlichen Leben.<ref name="Harvard2020LatinoRaids">The Impact of Immigration Raids on Latino Communities. (PDF) In: Harvard Immigration Initiative. 2020, abgerufen am 11. Januar 2026.</ref> Die ständige Angst vor Razzien verändert alltägliche Routinen und soziale Kontakte und belastet damit die soziale Kohäsion.<ref name="CascadePBS2025DailyLife">For Washington Latinos fear of ICE raids is reshaping daily life. In: Cascade PBS. 15. Juli 2025, abgerufen am 11. Januar 2026.</ref>
Rechtsstaat und Chilling Effect
Untersuchungen zeigen, dass direkte Erfahrungen mit Einwanderungsdurchsetzung einen Chilling Effect haben und statistisch mit der Vermeidung öffentlicher Leistungen korrelieren, selbst wenn Anspruchsberechtigung besteht.<ref name="SpringerServiceAvoidance2023">Immigrants’ enforcement experiences and chilling effects on service access. In: Journal of Immigrant and Minority Health. Abgerufen am 11. Januar 2026.</ref> Verstärkte Überwachung und Durchsetzung führen dazu, dass Betroffene Gerichte und Polizei meiden, wodurch der Zugang zu rechtlichen Schutzmechanismen praktisch eingeschränkt wird.<ref name="UCSDWorkingPaperChilling">Immigration enforcement and the chilling effect on civic engagement. (PDF) In: University of California San Diego US Immigration Policy Center. Abgerufen am 11. Januar 2026.</ref>
Betroffene vermeiden auch die Inanspruchnahme medizinischer Versorgung, weil sie Angst vor Kontakten mit Behörden haben.<ref name="PMC10079615HealthChilling">Immigration enforcement and health care access. In: PubMed Central. Abgerufen am 11. Januar 2026.</ref> Eine höhere Intensität der Einwanderungsdurchsetzung ist mit einem deutlichen Rückgang der Medicaid-Teilnahme verbunden, selbst bei rechtlich anspruchsberechtigten Personen und Familien, da sie Furcht davor haben, als Belastung des Gesundheitswesens angesehen und ausgewiesen zu werden.<ref name="WilliamsMedicaidChilling">Chilling effects of immigration enforcement on Medicaid participation. (PDF) In: Williams College Economics. Abgerufen am 11. Januar 2026.</ref><ref name="CHOPPublicChargeChilling">Chilling effects of the public charge rule. In: Children’s Hospital of Philadelphia PolicyLab. Abgerufen am 11. Januar 2026.</ref>
Haftbedingungen
Todesfälle von Häftlingen
Seit der Einführung einer systematischeren Erfassung von Todesfällen im Gewahrsam von ICE verzeichnen wissenschaftliche Auswertungen und behördliche Angaben für die Jahre 2018 bis 2020 insgesamt rund 35 Todesfälle in ICE-Haft, mit einem deutlichen Anstieg im Jahr 2020 im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie. In den folgenden Jahren ging die Zahl der gemeldeten Todesfälle zurück und lag für die Jahre 2021 bis 2023 zusammen bei etwa zwölf Fällen, bevor sie 2024 erneut anstieg. Für das Kalenderjahr 2025 wurden 32 Todesfälle berichtet.<ref>Deaths in U.S. Immigration and Customs Enforcement Detention, 2018–2020. In: National Library of Medicine. 2021, abgerufen am 10. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Trends in deaths in U.S. immigration detention facilities, 2018–2023. In: AIMS Public Health. 2024, abgerufen am 10. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="guardian2026">2025 was ICE’s deadliest year in two decades. Here are the 32 people who died in custody. In: The Guardian. 4. Januar 2026, abgerufen am 10. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="reuters2026">Four died in ICE custody this week as 2025 deaths reach 20-year high. In: Reuters. 19. Dezember 2025, abgerufen am 10. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Unabhängige Untersuchungen zu den Todesfällen ergaben wiederholt erhebliche Mängel in den internen ICE-„Detainee Death Reviews“, darunter unvollständige medizinische Bewertungen, fehlerhafte Zeitabläufe und fehlende Ursachenanalysen, wodurch strukturelle Versäumnisse in der Versorgung der Häftlinge in den offiziellen Berichten teilweise nicht abgebildet wurden.<ref>Deadly Failures: Preventable Deaths in U.S. Immigration Detention. In: American Civil Liberties Union. Juni 2016, abgerufen am 10. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Sophie Terp, Sameer Ahmed, Elizabeth Burner, Madeline Ross, Molly Grassini, Briah Fischer, Parveen Parmar: Deaths in Immigration and Customs Enforcement (ICE) detention: FY2018-2020. In: AIMS public health. Band 8, Nr. 1, 2021, ISSN 2327-8994, S. 81–89, doi:10.3934/publichealth.2021006, PMID 33575408, PMC 7870381 (freier Volltext) – (nih.gov [abgerufen am 10. Januar 2026]).</ref>
Zudem erfassen die offiziellen ICE-Statistiken ausschließlich Todesfälle während des formalen Gewahrsams; Todesfälle von Personen, die kurz zuvor aus der Haft entlassen wurden, bleiben unberücksichtigt, obwohl diese mit der Haft in Zusammenhang stehen können.<ref>ACLU Seeks Public Records to Uncover Information About People Released From ICE Custody Before Their Deaths. In: American Civil Liberties Union. 21. Oktober 2019, abgerufen am 10. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Deaths after release from immigration detention in the United States. In: National Library of Medicine. 2024, abgerufen am 10. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Im Jahr 2025 erreichte die Zahl der Todesfälle einen Höchststand. 32 Personen starben während der Haft an medizinischen Notfällen, Suiziden sowie anderen Ursachen im Zusammenhang mit Haftbedingungen, was den höchsten bekannten Wert seit 2004 darstellt und vielfach auf Überbelegung, unzureichende medizinische Versorgung und verschlechterte Haftbedingungen zurückgeführt wurde. Dieser Anstieg der Todesfälle fiel zeitlich mit einer starken Ausweitung von ICE-Einsätzen und einer Zunahme der Inhaftierungen zusammen, was politische Kritik, Forderungen nach Untersuchungen durch Menschenrechtsorganisationen und verstärkte Medienberichterstattung auslöste. Zusätzlich wurde 2025 im Rahmen intensiver Abschiebungs- und Durchsetzungsoperationen über mehrere gewaltsame Zwischenfälle berichtet, darunter tödliche Schießereien und tödliche Unfälle während Einsatzaktionen, was die Debatte über Praktiken und Strategien der Einwanderungsdurchsetzung in den Vereinigten Staaten weiter intensivierte.<ref name="guardian2026" /><ref name="reuters2026" /><ref>Deaths of migrants in ICE custody reach highest level in 20 years. In: El País. 9. Oktober 2025, abgerufen am 10. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Detainee Death Reporting. In: U.S. Immigration and Customs Enforcement. 16. Oktober 2025, abgerufen am 10. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Sexueller Missbrauch und sexualisierte Gewalt
Zahlreiche Nichtregierungsorganisationen berichten über sexuellen Missbrauch und sexuelle Gewalt in Einrichtungen von ICE. Aufgrund der laxen Haltung der privaten Auftragnehmer und der mangelnden Aufsicht durch die Bundesbehörden gehen viele Experten davon aus, dass die Zahl der gemeldeten Missbrauchsfälle weit hinter der tatsächlichen Zahl zurückbleibt.<ref name="aclu-2011">ACLU Brings Cases of Immigration Detention Abuse to Light. In: American Immigration Council. Abgerufen am 14. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="aclu-2010">Meghan Rhoad: Detained and at Risk. In: Human Rights Watch. 25. August 2010 (hrw.org [abgerufen am 14. Januar 2026]).</ref> In einer Recherche aus dem Jahr 2010 über Vorfälle und Vorwürfe sexueller Übergriffe, Missbrauch und Belästigung in ICE-Haftanstalten berichtete Human Rights Watch von Übergriffen gegenüber mehr als 50 Gefangenen.<ref name="aclu-2010" /> Eine Beschwerde von Community Initiatives for Visiting Immigrants in Confinement (CIVIC) aus dem Jahr 2017 wirft dem DHS Office of Inspector General vor, über einen Zeitraum von zwei Jahren mehr als 97 Prozent der Meldungen über sexuellen Missbrauch von Personen in Einwanderungshaft nicht untersucht zu haben.<ref name="JDI_ICE">In Detention Centers, 97 Percent of Rape Accusations Met by Silence, Report Says. In: Just Detention International. Abgerufen am 14. Januar 2026.</ref> 2011 berichtete die ACLU über 185 Vorwürfe sexuellen Missbrauchs von inhaftierten Frauen ohne Papiere in ICE-Haftanstalten des Bundes und verlangte Aufklärung der Fälle.<ref name="aclu-2011" /><ref>Sexual Assault in Immigration Detention | Endisolation. Abgerufen am 14. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> CIVIC stellte fest, dass mehr Beschwerden gegen die Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) eingereicht wurden als gegen jede andere Behörde des DHS. Zusätzlich zu den 1.016 Beschwerden über sexuellen Missbrauch/sexuelle Übergriffe, die von inhaftierten Personen gemeldet wurden, gab es 402 Beschwerden über „erzwungenen sexuellen Kontakt“, 196 Beschwerden über „sexuelle Belästigung“ und 380 Beschwerden über „körperlichen oder sexuellen Missbrauch“, die gegen die ICE eingereicht wurden.<ref>Sexual Assault in Immigration Detention | Endisolation. Abgerufen am 14. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das RFK Center reichte 2025 gemeinsam mit der ACLU of Louisiana und dem National Immigration Project Beschwerden wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen im South Louisiana ICE Processing Center ein. Eine Frau und drei transgeschlechtliche Personen berichten dort von systematischem sexuellem Missbrauch, Belästigung, Zwangsarbeit und medizinischer Vernachlässigung. Die Vorwürfe deuteten laut der Beschwerde auf ein strukturelles Muster von Machtmissbrauch hin.<ref>New complaints expose pattern of systemic sexual abuse, harassment, and forced labor at Louisiana ICE facility. In: Robert & Ethel Kennedy Human Rights Center. 15. September 2025, abgerufen am 14. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Kritik
Anschuldigung einer Paramilitarisierung der Behörde und Missbrauch durch Donald Trump zu politischen Zwecken
Das ICE steht in der Kritik, bei Verhaftungen aggressive, militärische Taktiken einzusetzen und exzessive Gewalt anzuwenden, was der demokratische Gouverneur von Illinois, JB Pritzker, auf CNN mit den Worten beschrieb: „Sie feuern Tränengas und Rauchgranaten ab und lassen es so aussehen, als wäre es ein Kriegsgebiet.“<ref>Immigration agents become increasingly aggressive in Chicago. In: PBS. 6. Oktober 2025. Abgerufen am 9. Oktober 2025.</ref> Pritzker fügte hinzu: „Sie führen Razzien in Wohngebieten durch, wo sie, anstatt die Kriminellen zu verfolgen, einfach braunhäutige und schwarze Menschen festnehmen und dann deren Ausweispapiere überprüfen.“<ref>Karina Tsui, Whitney Wild, Michelle Watson, Zoe Sottile: Trump authorizes National Guard in Chicago as judge temporarily blocks his plan to deploy federal troops in Portland. In: CNN. 5. Oktober 2025, abgerufen am 10. November 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Auch wird es dafür kritisiert, dass es maskiert Migranten verhaftet, ohne sich auszuweisen.<ref>Reinhard Spiegelhauer: US-Razzien gegen Einwanderer: „Wir wissen nicht, wo sie sind“. Abgerufen am 28. Juli 2025.</ref> Darüber hinaus werden die Haftbedingungen der inhaftierten Migranten kritisiert (schmutzige Toiletten, schlechtes Essen, Schlafen auf dem Fußboden).<ref>Martin Ganslmeier: Wachsende Proteste gegen Trumps Abschiebungen in New York City. Abgerufen am 28. Juli 2025.</ref>
Jason Stanley schrieb 2024, das ICE ähnele „faschistischen paramilitärischen Organisationen“. Es sei „eine Spezialeinheit, geschaffen während einer antidemokratischen Phase der amerikanischen Geschichte“ (2003, kurz nach den Terroranschlägen vom 11. September), „die über polizeiähnliche Befugnisse verfügt und sich gegen Randgruppen innerhalb [der Vereinigten Staaten] richtet“ und dessen Leiter Trump nahestehe. Das ICE ähnele einer Polizei, sei aber keine. Es kooperiere zwar oft mit den ‚echten‘ Strafverfolgungsbehörden und der Polizei, seine Ziele liefen aber häufig diesen Institutionen zuwider. Die Organisation schüre Angst unter Einwanderern, sodass diese weniger bereit seien, Verbrechen anzuzeigen. Ziel des ICE sei nicht, Amerika sicherer zu machen, sondern die Unterscheidung zwischen Amerikanern und Nicht-Amerikanern weiter zu verstärken.<ref>Jason Stanley: Wie Faschismus funktioniert. Neu-Isenburg 2024, S. 25 f.</ref>
Da Donald Trump vorgeworfen wurde, umfangreiche und personalintensive ICE-Einsätze seit seiner zweiten Amtseinführung im Jahre 2025 insbesondere in demokratisch regierten Städten und Bundesstaaten anordnete, um gezielt die lokalen Bevölkerungen zu terrorisieren, einzuschüchtern und um Unruhe zu erzeugen und Aufstände zu provozieren, wurde ICE von Kritikern auch als Trumps Gestapo bezeichnet.<ref>Benno Schwinghammer: Zivilgesellschaft in Minneapolis erhebt sich gegen „Trumps Gestapo“. 21. Januar 2026, abgerufen am 25. Januar 2026.</ref><ref>Frank Hornig: Hier nennen sie Trumps Truppen »Gestapo«. 12. Januar 2026, abgerufen am 25. Januar 2026.</ref><ref>Peter DeThier: „Werden wir die Gestapo sein?“: Prominenter Trump-Anhänger geißelt ICE-Agenten. 14. Januar 2026, abgerufen am 25. Januar 2026.</ref>
Im Februar 2026 regte Steve Bannon an, bei den Wahlen 2026 ICE-Einheiten zusammen mit dem Militär vor Wahllokalen einzusetzen, um Wahlbetrug zu verhindern. Dabei führte er u. a. die Verschwörungstheorie an, dass es 2020 großflächigen Wahlbetrug zugunsten von Joe Biden gegeben habe und die Demokraten so die Wahl gestohlen hätten. Dies wurde von Demokraten als Versuch der Wählereinschüchterung gedeutet.<ref>Steve Bannon calls for Trump to deploy ICE and military troops to polling sites. In: Politico, 4. Februar 2026. Abgerufen am 5. Februar 2026.</ref>
Christian Stäblein warf der ICE mit Hinblick auf die Geschehnisse in Minneapolis vor, sich mit „brutaler Macht […] über Recht und Menschlichkeit“ zu setzen sowie „willkürlich [zu] töten und darüber offenkundig [zu] lügen“. Dies führe zu einer Zerstörung der Zivilisation.<ref>Bischof entsetzt über Vorgehen von US-Behörde. In: Glaube und Heimat vom 8. Februar 2026, S. 6.</ref>
Racial Profiling und Unterstützung ‚weißer Vorherrschaft‘
Native Americans und Mitglieder indigener Stämme berichten wiederholt von als übergriffig wahrgenommenen Ausweiskontrollen, versuchten und erfolgten Festnahmen durch ICE-Agenten, darunter Elaine Miles,<ref>Oglala Sioux president walks back claims of DHS pressure, member arrests. In: Associated Press. 15. Januar 2026, abgerufen am 16. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> welche vielfach als Racial Profiling bewertet wurden.<ref>Anna Storti: Racial profiling by ICE agents mirrors the targeting of Japanese Americans during World War II. In: The Conversation. 8. Januar 2026, abgerufen am 16. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Völlig irres Racial Profiling: ICE macht jetzt sogar Jagd auf Native Americans. In: Frankfurter Rundschau. 29. November 2025, abgerufen am 16. Januar 2026.</ref> Bürgerrechtsorganisationen wie die ACLU bewerten die Vorgehensweise von ICE seit geraumer Zeit als Stärkung rassistischer Ressentiments und der Ideologie weißer Überlegenheit.<ref>America’s Legacy: How ICE Promotes White Supremacy. In: ACLU of Maryland. 31. Mai 2019, abgerufen am 16. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Vorwurf des exzessiven Schusswaffengebrauchs
Anfang Januar 2026 wurde in Minneapolis die 37-Jährige Renée Nicole Good durch Schüsse eines ICE-Beamten getötet. Nach Angaben der Polizei befand sie sich in ihrem Auto und blockierte eine Straße. Als sich ein ICE-Beamter dem Fahrzeug näherte, setzte sich dieses in Bewegung und es fielen mindestens zwei Schüsse. Die 37-Jährige erlitt dabei eine Kopfverletzung und wurde später im Krankenhaus für tot erklärt. Laut Heimatschutzministerin Kristi Noem und US-Präsident Donald Trump habe die Frau versucht, die Einsatzkräfte zu überfahren, welche dann in Notwehr geschossen hätten. Jacob Frey, Bürgermeister von Minneapolis und Tim Walz, Gouverneur von Minnesota, widersprachen dieser Darstellung.<ref>USA: Frau stirbt bei Einsatz der Einwanderungsbehörde ICE. In: DW. 8. Januar 2026, abgerufen am 9. Januar 2026.</ref> Laut Frey habe die Frau versucht, vom Einsatzort zu flüchten und nicht versucht, die Einsatzkräfte anzugreifen. Walz kritisierte, dass die US-Regierung versuche, die Ermittlungen durch Landesbeamte zu behindern und rief die Bevölkerung Minnesotas auf, friedlich zu demonstrieren.<ref>Alana Wise: Minnesota and federal officials are no longer cooperating on ICE shooting investigation. In: NPR. 8. Januar 2026, abgerufen am 9. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Tod der Frau sorgte für Proteste in Minnesota, sowie in weiteren großen Städten der USA, wie Houston, Washington, D.C. oder Philadelphia.<ref>Madeline Halpert: Second night of US protests over ICE shooting of woman in Minneapolis. In: BBC. 9. Januar 2026, abgerufen am 9. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das Wall Street Journal publizierte am 10. Januar einen Bericht über insgesamt 13 Fälle, in denen Beamte seit Juli 2025 auf oder in zivile Fahrzeuge geschossen haben, wobei mindestens acht Menschen angeschossen wurden und zwei Todesfälle bestätigt wurden. Laut Gerichtsakten und Angaben von Anwälten war nur ein Zivilist bewaffnet – mit einer versteckten Waffe, die nie gezogen wurde – und mindestens fünf der angeschossenen Personen waren US-Bürger.<ref>Brenna T. Smith, Belle Cushing, Jaclyn Jeffrey-Wilensky and Hannah Critchfield: Videos Show How ICE Vehicle Stops Can Escalate to Shootings. 10. Januar 2026, abgerufen am 11. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Am 24. Januar 2026 wurde erneut ein US-Bürger, der 37-jährige Intensivpfleger Alex Pretti, durch ICE-Mitarbeiter erschossen. Er hatte zuvor ICE-Mitarbeiter gefilmt und sich schützend vor eine Frau gestellt, die von ICE-Mitarbeitern zu Boden geworfen wurde. Er wurde anschließend von mehreren ICE-Agenten ebenfalls zu Boden geworfen und geschlagen. Kurz darauf fielen innerhalb von fünf Sekunden zehn Schüsse.<ref name="NYT_01">Local officials are giving an update on the shooting. In: The New York Times. 24. Januar 2026, abgerufen am 24. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Reformforderungen seitens der demokratischen Partei
Angesichts der tödlichen Schüsse von ICE-Agenten gegen US-Bürger haben Demokraten im Januar 2026 Reformen zu ICE-Einsätzen gefordert. Dazu gehören ein Festnahmeverbot für US-Bürger, ein Verbot vermummter Einsatzkräfte, die Pflicht zur Nutzung von Körperkameras, ein Verbot ausufernder Gewalt sowie ein Verbot von Razzien in Gotteshäusern, Krankenhäusern und Schulen. Zudem fordern sie, die Immunität der Einsatzkräfte zu beenden.<ref>Politischer Sturm um ICE und CBP: Angesichts der Toten wird Trump erstmals kleinlaut. In: n-tv.de. 29. Januar 2026, abgerufen am 29. Januar 2026.</ref>
Protestsongs
Mehrere US-Musiker schrieben Protestsongs gegen ICE. Der US-amerikanische Rockmusiker Bruce Springsteen veröffentlichte am 28. Januar 2026 eine Single mit dem Titel Streets of Minneapolis.<ref name="BS-Streets Of Minneapolis-YouTube">Bruce Springsteen – Streets Of Minneapolis (Official Audio) auf YouTube, 28. Januar 2026, abgerufen am 29. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value); Audio; Laufzeit: 4:35 min.).Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)</ref> Auch der Rapper Ice-T wandelte den Refrain seines Liedes „Cop Killer“ nach den Todesfällen in Minneapolis in „ICE Killer“ um.<ref>Protestlieder zu ICE-Einsätzen in USA: Nach Bruce Springsteen reagiert auch Rapper Ice-T in einem Song. In: Der Tagesspiegel Online. ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 29. Januar 2026]): „In der Radioshow „The Breakfast Club“ erzählte er [Ice-T] am Mittwoch, dass er den Refrain seines umstrittenen Liedes „Cop Killer“ aus dem Jahr 1992 im Juli bei einem Konzert in Los Angeles spontan in „ICE Killer“ umgewandelt habe.“</ref>
Siehe auch
Weblinks
- Offizielle Website (englisch)
Einzelnachweise
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