Satellitentechnik
Unter dem Begriff Satellitentechnik werden jene Techniken und ingenieurwissenschaftliche Methoden zusammengefasst, die sich mit dem Bau und Betrieb von künstlichen Erdsatelliten und Raumsonden befassen. Die Technologie der Satelliten dient zivilen und militärischen Zwecken.
Beschreibung
Satelliten sind Echtzeitsysteme, die technisch als Summe von Teilsystemen betrachtet und aufgebaut werden, die hinsichtlich Satellitenbahn und Lageregelung, Bauweise, Energieversorgung, Elektronik (Steuerung und Regelungstechnik), Software, Kommunikation (SatCom)<ref></ref><ref></ref><ref></ref>, Missionszweck<ref>Our Missions. ESA, abgerufen am 8. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und Telemetrie kooperieren. Zu den fliegenden Subsystemen kommen noch die Trägerraketen, mit denen die Lasten bzw. Satelliten oder Sonden auf ihre Bahnen gebracht werden, und die Systeme der Bodenstationen, die ihren Betrieb gewährleisten.
Satelliten werden ebenso zu einem System-von-Systemen zusammengefasst wie beim Global Positioning System (GPS), Galileo, GLONASS und Beidou.<ref></ref> Derartige Systeme arbeiten mit einer Atomuhr (siehe auch die Deep Space Atomic Clock) für eine präzise Zeit.<ref></ref><ref>How the Galileo atomic clocks work. ESA, abgerufen am 8. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref></ref> Kommerzielle Beispiele sind das Starlink-Projekt für einen weltweiten Satelliten-Internetzugang<ref></ref> von SpaceX. Weitere System-von-Systemen Beispiele sind die 300 Satelliten der World Meteorological Organization (WMO) observieren die Erde zu Wetterereignissen, -vorhersagen und Zwecken des Klimawandels.
Die Entwicklung und Produktion von Satelliten wird militärischen oder zivilen Unternehmen unternommen, z. B. die Airbus Defence and Space und ihre Tochterunternehmen.
Systemdesign
Besondere Erfordernisse der Satellitentechnik, die über den Bau und Betrieb terrestrischer Systeme hinausgehen, sind u. a. die geforderte Gewichtsreduktion und Miniaturisierung, die geeignete Energieversorgung (Solarzellen oder Radionuklidbatterie), hohe Strahlenresistenz, die mechanische Stabilität gegenüber extremen Beschleunigungen und Vibrationen, Probleme der Schwerelosigkeit (Treibstoff-Förderung, Vakuumtechnik, Navigation usw.) und beim Wärmehaushalt. Die NASA definiert kleine Satelliten als Objekte mit einer Masse von bis zu 500 kg, Kleinstsatelliten<ref></ref> hingegen wiegen nur etwa 100 g.<ref>State-of-the-Art of Small Spacecraft Technology - NASA. NASA, abgerufen am 8. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die komplexe Architektur von Satelliten wird beispielsweise mithilfe modellbasierter Methoden wie SysML entwickelt oder weiterentwickelt.<ref></ref>
Die Basis der Satellitentechnik sind die integrierten Subsysteme, die sich über den ganzen Satelliten verteilen – insbesondere die mechanische Struktur, Adapter und Gelenke, Thermalkontrolle (passiv und aktiv), Verkabelung, Mess- und elektrische Kontrolle, Sicherheits- und Pyrosysteme.
Geschichte
Nachdem erste Raketenkapazitäten aufgebaut worden waren, gelang es der Sowjetunion am 4. Oktober 1957, den Testsatelliten Sputnik 1 erfolgreich zu starten. Dieses Ergebnis schockierte die USA und führte zu dem sogenannten Sputnikschock. Neben dem Wettrüsten um Atomwaffen begann nun auch der Wettlauf ins Weltall<ref>Strategischer Wettbewerb im Weltraum: Politik, Recht, Sicherheit und Wirtschaft im All (= Sicherheit, Strategie & Innovation). Springer Fachmedien Wiesbaden, Wiesbaden 2024, ISBN 978-3-658-42601-9, doi:10.1007/978-3-658-42602-6 (springer.com [abgerufen am 8. Oktober 2025]).</ref> und die kontinuierliche Entwicklung der Satellitentechnik und ihrer Subtechnologien.
Siehe auch
Literatur
Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.
- Udo Renner, Nikolaos Balteas, Joachim Nauck: Satellitentechnik. Springer Berlin Heidelberg, Berlin, Heidelberg 1988, ISBN 978-3-642-83149-2, doi:10.1007/978-3-642-83148-5.
- Ernst Messerschmid, Stefanos Fasoulas: Raumfahrtsysteme. Springer Berlin Heidelberg, Berlin, Heidelberg 2017, ISBN 978-3-662-49637-4, doi:10.1007/978-3-662-49638-1.
Einzelnachweise
<references />