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Lobendava

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Lobendava
Wappen von Lobendava
Basisdaten
Staat: TschechienDatei:Flag of the Czech Republic.svg Tschechien
Region: Ústecký kraj
Bezirk: Děčín
Fläche: 1957,5<ref>Obec Lobendava: podrobné informace. In: Územně identifikační registr ČR. Abgerufen am 16. März 2014 (tschechisch).</ref> ha
Geographische Lage: 51° 1′ N, 14° 19′ OKoordinaten: 51° 1′ 10″ N, 14° 18′ 55″ O
 {{#coordinates:51,019444444444|14,315277777778|primary
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  }}
Höhe: 344 m n.m.
Einwohner: 251 (1. Jan. 2023)<ref>Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2023 (PDF; 602 kB) </ref>
Postleitzahl: 407 84
Kfz-Kennzeichen: U
Verkehr
Straße: Silnice II/266 nach Rumburk
Silnice II/267 nach Dolní Poustevna
Bahnanschluss: Horní Poustevna an der Bahnstrecke Rumburk–Sebnitz südlich des Gemeindegebiets
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 2
Verwaltung
Bürgermeister: Stanislav Jirásek (Stand: 2021)
Adresse: Lobendava 271
407 84 Lobendava
Gemeindenummer: 545708
Website: www.obeclobendava.cz
Lage von Lobendava im Bezirk Děčín
Datei:Lobendava DC CZ.png

Lobendava (deutsch Lobendau) ist die nördlichste Gemeinde Tschechiens. Sie liegt fünf Kilometer nordöstlich von Dolní Poustevna im Schluckenauer Zipfel nahe der Grenze zu Deutschland und gehört zum Okres Děčín.

Geographie

Datei:Blick auf Lobendau (Lobendava).jpg
Blick auf Lobendava vom Annaberg (Anenský vrch) aus gesehen

Geographische Lage

Das Gemeindegebiet von Lobendava grenzt im Norden und Westen an Neustadt in Sachsen, im Nordosten an Steinigtwolmsdorf, im Osten an Lipová u Šluknova (Hainspach) und im Süden an Dolní Poustevna (Niedereinsiedel). Die Gemeinde befindet sich südlich des Hohwaldes und erstreckt sich entlang des Luční potok (Heimichbach), in den die vom Hohen Hahn kommende Bublava (Seifenbach) zufließt.<ref>Messtischblatt 1 : 25.000, Nr. 4951, Jahr 1932</ref>

Nordöstlich erhebt sich der Jáchym (St. Joachimsberg, 474,9 m n.m.), südöstlich der Ječný vrch (Gerstenberg, 502,6 m n.m.) und im Westen an der Staatsgrenze der Roubený (Raupenberg, 461,2 m n.m.).<ref>ZTM 1 : 25 000. In: Geoprohlížeč. ČÚZK, Všechna práva vyhrazena, Prag, 2025, abgerufen am 8. Oktober 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Lobendava besteht aus den Ortsteilen Lobendava (Lobendau) und Severní (Hilgersdorf),<ref>Části obcí. In: Územně identifikační registr ČR. Abgerufen am 16. März 2014 (tschechisch).</ref> die zugleich auch Katastralbezirke bilden.<ref>Katastrální území. In: Územně identifikační registr ČR. Abgerufen am 16. März 2014 (tschechisch).</ref>

Nachbargemeinden

Neustadt in Sachsen DeutschlandDeutschland Steinigtwolmsdorf DeutschlandDeutschland
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
Dolní Poustevna TschechienDatei:Flag of the Czech Republic.svg Lipová TschechienDatei:Flag of the Czech Republic.svg

Geologie

Geologisch-naturräumlich zählt der Schluckenauer Zipfel mit dem Gemeindegebiet von Lobendava zum Šluknovská pahorkatina, dem tschechischen Anteil des Lausitzer Berglandes.

Geschichte

Lobendava entstand vermutlich im 12. oder 13. Jahrhundert an der Kreuzung von zwei Handelsstraßen und wurde 1449 erstmals urkundlich erwähnt. Die erste Straße von Dresden über Stolpen und Neustadt in Sachsen führte in östliche Richtung weiter bis Rumburg und Zittau sowie Reichenberg. Im 19. Jahrhundert wurde sie zur Chaussee ausgebaut, an der Grenze zwischen Sachsen und Böhmen am Raupenberg (Passhöhe 420 m) entstand ein Zollhaus nebst Restaurant. Der Grenzübergang wurde nach dem Zweiten Weltkrieg geschlossen und die Gebäude abgerissen. Eine zweite Handelsstraße – eine Variante der Böhmischen Steige – verlief von Bautzen über Steinigtwolmsdorf nach Sebnitz und Bad Schandau. Der Grenzübergang bei Steinigtwolmsdorf hat wie der am Raupenberg seit dem Beitritt Tschechiens zum Schengen-Raum touristische Bedeutung.

1890 entstand auf dem Gerstenberg ein Ausflugslokal. 1930 hatte Lobendau 1597 Einwohner, 1939 waren es 1587. Nach dem Münchner Abkommen kam der Ort zum Deutschen Reich und gehörte bis 1945 zum Landkreis Schluckenau. Am 8. Mai 1945 nahm die 2. Polnische Armee unter Karol Świerczewski den Ort ein. Heute lebt in Lobendava eine große Bevölkerungsgruppe der Roma, deren Anteil im Vergleich zur übrigen Bevölkerung wächst. Hierbei kam es wiederholt zu Konflikten.<ref>Karl-Peter Schwarz: Roma in Tschechien: Zwist im Zipfel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 1. September 2011.</ref>

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Barocke Kirche der Jungfrau Mariä Heimsuchung, errichtet 1709–1712, wiedererrichtet 1796 anstelle eines abgebrannten Vorgängerbaus
  • Pfarrhaus, errichtet 1767
  • Kapelle der Hl. Anna und Kreuzweg auf dem Anenský vrch, errichtet 1775–1777
  • Denkmal für die Gefallenen in den Kriegen von 1849, 1859 und 1866 sowie die 66 im Ersten Weltkrieg gefallenen Einwohner
  • Gedenkstein für 19 Gefallene der 2. Polnischen Armee (Zweiter Weltkrieg)
  • gezimmerte Blockhäuser
  • Wallfahrtskapelle und Kreuzweg aus dem Jahre 1914 auf dem Jáchym

Verkehr

Durch den Ort führt die Staatsstraße 267 zwischen Dolní Poustevna und Severní, von ihr zweigt in Lobendava die 266 nach Rumburk ab. In der Gemeinde bestehen zwei touristische Grenzübergänge Lobendava / Langburkersdorf und Severní / Steinigtwolmsdorf.

Persönlichkeiten

  • Hieronymus Opitz der Ältere (1519–1591), lutherischer Theologe
  • Karl Karafiat (1866–1929), Geistlicher, Denkmalpfleger und Heimatforscher, wirkte zwischen 1901 und 1908 als Pfarrer in Lobendava
  • Anna Hirsch (1895–1942), Kommunistin und Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime
  • Josef Richter (1934–2016), deutscher Maler und Grafiker; in Lobendau geboren
  • Werner Kirschner (1938–2019), Politiker (SPD), Mitglied des Niedersächsischen Landtags

Weblinks

Commons: Lobendava – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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