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Reinersreuth

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Reinersreuth
Markt Sparneck
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(251)&title=Reinersreuth 50° 9′ N, 11° 51′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(251) 50° 8′ 51″ N, 11° 50′ 37″ O
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Höhe: 595 (571–624) m ü. NHN
Einwohner: 251 (25. Mai 1987)<ref name="OV 1987"/>
Postleitzahl: 95234
Vorwahl: 09257
Datei:Straßenverlauf Reinersreuth Sparneck (OSM).svg
Karte
Lage von Reinersreuth in Sparneck
Datei:Wartehäuschen Reinersreuth.jpg
Ehemaliges Wartehäuschen an der Bahnstrecke Münchberg-Zell

Reinersreuth ist ein Gemeindeteil des Marktes Sparneck im Landkreis Hof (Oberfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Reinersreuth liegt in der Gemarkung Sparneck.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen – Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 27. März 2025.</ref>

Geografie

Das Dorf liegt am Nordhang des im Sparnecker Forst gelegenen Waldsteins. Durch den Ort fließt der Kälbergraben, ein rechter Zufluss der Sächsischen Saale. Die Kreisstraße HO 20 führt nach Zell im Fichtelgebirge (2,3 km südwestlich) bzw. nach Sparneck (1,4 km nördlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Sparneck zur Kreisstraße HO 18 (1,4 km nördlich) und über Grohenbühl nach Stockenroth zur HO 18 (2,2 km nordwestlich).<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 27. März 2025 (Die gemessenen Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>

Geschichte

Der Ort wurde im Jahr 1317 als „Reinersgerute“ erstmals urkundlich erwähnt.<ref>H. Zips: Häusergeschichte von Immerseiben, Immershof und Reinersreuth, S. 543f.</ref>

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Reinersreuth aus 18 Anwesen (2 Frohnhalbhöfe, 10 Viertelfrohnhöfe, 1 Viertelhof, 1 Gütlein, 4 Tropfhäuser). Die Hochgerichtsbarkeit und die Dorf- und Gemeindeherrschaft stand dem bayreuthischen Amt Stockenroth zu. Das Kastenamt Stockenroth war Grundherr sämtlicher Anwesen.<ref name="H430">A. Haberlah-Pohl: Münchberg, S. 430.</ref>

Von 1797 bis 1810 unterstand Reinersreuth dem Justiz- und Kammeramt Münchberg. Infolge des Ersten Gemeindeedikts wurde Reinersreuth dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Sparneck und der zugleich entstandenen Ruralgemeinde Sparneck zugeordnet.<ref name="H498">A. Haberlah-Pohl: Münchberg, S. 498f.</ref><ref>Sparneck > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 27. März 2025.</ref> Es wurde wenige Jahre später von den Bürgern die Bildung einer Gemeinde mit Stockenroth beantragt, was jedoch abgelehnt wurde.<ref>A. Haberlah-Pohl: Münchberg, S. 461.</ref>

Der Bärenfang wurde teilweise von einem Fallmeister aus Reinersreuth betreut. Seit 1902 gab es im Ort eine Posthilfstelle und von 1951 bis 1985 eine Poststelle mit Schalterbetrieb. Die Reinersreuther Granitwerke waren lange Zeit ein wichtiger Arbeitgeber und führten seit der Gründung 1889 im Zuge der Industrialisierung zu einem Bevölkerungszuwachs. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg nahm durch die Ansiedlung von Heimatvertriebenen die Bevölkerungszahl noch einmal deutlich zu. Es bestand ein Haltepunkt an der Bahnstrecke Münchberg–Zell, die von 1902 bis 1971 in Betrieb war.

In unmittelbarer Nähe zur Drahtseilbahn zum Waldstein befindet sich ein Gedenkstein für den Bauern Johann Konrad Dietel, der hier am 29. April 1883 erschlagen und beraubt wurde. Die Begeisterung für Luftschiffe (siehe auch Georg Hacker) führte 1909 wegen der Überquerung des Schiffes LZ5 – ZII zur Pflanzung einer Zeppelineiche, auf die ein Zeppelinstein hinweist.

Ehemalige Baudenkmäler

  • Haus Nr. 4: Zweigeschossiges Satteldachhaus des 18./19. Jahrhunderts, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss verschalt, zwei Achsen zur Straße.<ref name="B36">T. Breuer: Landkreis Münchberg, S. 36. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen.</ref>
  • Haus Nr. 10: Stattlicher, zweigeschossiger Wohnstallbau mit Halbwalmdach, der Sturz der geohrten Haustürrahmung bezeichnet „17 JLD 94“ [?]. Eckquaderung, im Giebel Fachwerk, im Stallteil Kreuzgratgewölbe.<ref name="B36"/>
  • Haus Nr. 23: Frackdachhaus des 18./19. Jahrhunderts, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss verschalt.<ref name="B36"/>

Einwohnerentwicklung

Jahr 1799 1812 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987
Einwohner 98 131 137 170 172 138 221 245 322 285 235 251
Häuser<ref>Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.</ref> 23 24 24 31 35 35 38 77
Quelle <ref>J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 4, Sp. 411.</ref> <ref name="H498"/> <ref>Vorlage:Ober-Mainkreis 1820 Ort wird als Reunersreuth aufgelistet.</ref> <ref>Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 913, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).</ref> <ref>Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1088, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).</ref> <ref>K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1035 (Digitalisat).</ref> <ref>K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1085 (Digitalisat).</ref> <ref>Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1120 (Digitalisat).

</ref> || <ref>Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 967 (Digitalisat).</ref> || <ref name="OV 1961">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 711 (Digitalisat).</ref> || <ref>Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 157 (Digitalisat).</ref> || <ref name="OV 1987">Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 308 (Digitalisat).</ref>

Religion

Reinersreuth ist bis heute nach St. Gallus (Zell im Fichtelgebirge) gepfarrt und seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt.<ref name="H430"/><ref name="OV 1961"/>

Literatur

Weblinks

Commons: Reinersreuth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

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