Zum Inhalt springen

Z-Schiff

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 29. November 2025 um 14:06 Uhr durch imported>Orgelputzer (Klammern korrigiert).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Z-Schiff, auch Zufuhrschiff, war die Bezeichnung für Handelsschiffe, die im Zweiten Weltkrieg als U-Boot-Versorger die U-Boote der Deutschen Kriegsmarine, die in weit entfernten Seegebieten operierten, mit Nachschub versorgen sollten. Die Z-Schiffe unterstanden dem Trossschiffverband (TSV), Gruppe Nord,<ref>Chronik des Seekrieges 1939-1945: Troßschiffverband (KM). In: Württembergische Landesbibliothek. Abgerufen am 14. Juli 2023.</ref> und einsatzmäßig der Seekriegsleitung. Ab 1941 wurden dafür hauptsächlich beschlagnahmte ausländische Handelsschiffstypen hergerichtet. Die Besatzungen bestanden sowohl aus zivilen Seeleuten als auch aus Militärs. Die Ladung bestand im Wesentlichen aus Torpedos, Munition, Wasser, Betriebsstoffen, Verbrauchstoffen, Ersatzteilen und Proviant sowie Treibstoff.

Da das alliierte Überwachungssystem 1941 bereits hervorragend entwickelt war, gelang es deutschen Überwasserschiffen kaum noch, unbemerkt die hohe See zu erreichen. So wurde das erste Z-Schiff Klara (ex Kota Pinang, 7.275 BRT), welches am 29. September 1941 von Le Verdon-sur-Mer ausgelaufen war, bereits am 3. Oktober 1941 nahe der Azoren von dem britischen Leichten Kreuzer Kenya gestellt und versenkt.<ref>Jung, Dieter / Maas, Martin / Wenzel, Berndt: Tanker und Versorger der deutschen Flotte 1900 – 1980. Motorbuch Verlag. Stuttgart 1981, S. 404.</ref>

Das zweite Z-Schiff, die Python (3.664 BRT) der Reederei F. Laeisz, lief am 6. November 1941 aus Westfrankreich aus und konnte bis Anfang Dezember 1941 immerhin fünf U-Boote versorgen, wurde aber dann vom britischen Schweren Kreuzer Dorsetshire im Südatlantik, südlich der Insel St. Helena beziehungsweise auf 27° 53′ S, 3° 55′ W

 {{#coordinates:−27,883333333333|−3,9166666666667|
   |dim=
   |globe=
   |name=Untergangsstelle
   |region=XA/MA
   |type=landmark
  }},<ref name="ReferenceA">Jung / Maas / Wenzel: Tanker und Versorger, S. 408.</ref> entdeckt und versenkt. Nach diesen beiden frühen Verlusten und angesichts der sich beständig weiter verstärkenden alliierten See- und Luftüberwachung sah man vom Einsatz weiterer Z-Schiffe ab.

Die beiden bereits fertiggestellten Z-Schiffe Albireo und Aldabi wurden in Wuri und Wolta umbenannt und bei der U-Bootausbildung in der Ostsee als Ziel- und Begleitschiffe eingesetzt. Vier weitere im Umbau befindliche Z-Schiffe wurden allmählich noch fertiggestellt, kamen jedoch zu keinem ihrem ursprünglichen Zweck entsprechenden Einsatz mehr und wurden nur noch als Schwimmende Stützpunkte verwendet.<ref>Jürgen Gebauer, Egon Krenz: Marine-Enzyklopädie. Brandenburgisches Verlagshaus. Berlin 1998, S. 456.</ref> Hierbei handelte es sich um:

  • Kertosono (im September 1943 in Nantes nach Bombentreffer ausgebrannt, konstruktiver Totalverlust).<ref name="ReferenceB">Jung / Maas / Wenzel: Tanker und Versorger, S. 409.</ref>
  • Altair (gesunken 1943 vor Kristiansand nach Luftangriff).<ref name="ReferenceA"/>
  • Bullaren (das Schiff überstand den Krieg und wurde 1945 in Travemünde britische Kriegsbeute, Abbruch in Japan 1961).
  • Nordvard (am 28. Dezember 1944 nach Bombentreffer vor Moss gesunken, 37 Tote).<ref name="ReferenceB"/>

Diese Schiffe lagen zunächst in norwegischen Fjorden versteckt oder in Westfrankreich und gaben Treibstoff, Munition und andere Versorgungsgüter an U-Boote ab, waren aber kaum noch in Fahrt. Aufgrund des zunehmenden Schiffsmangels wurden sie schließlich abgezogen und für andere Aufgaben eingesetzt.

Die Versorgung von U-Booten erfolgte nunmehr durch in spanischen Gewässern liegende Versorger und durch die Versorgungs-U-Boote des Typs XIV ("Milchkühe"), ab 1943 im Indischen Ozean auch durch den aus Japan operierenden Versorger Charlotte Schliemann, dann durch den Begleittanker Brake und schließlich durch die Etappenversorger Bogota und Quito.

Einzelnachweise

<references/>

Literatur

  • Jung, Dieter / Maas, Martin / Wenzel, Berndt: Tanker und Versorger der deutschen Flotte 1900 – 1980. Motorbuch Verlag. Stuttgart 1981

Weblinks