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Ovamboit

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Ovamboit
Datei:Ovamboite.jpg
Ovamboitkristall aus der Typlokalität Tsumeb, Namibia
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1992-039<ref name="IMA-Liste" />

IMA-Symbol

Ova<ref name="Warr"></ref>

Chemische Formel
  • Cu10Fe3WGe3S16<ref name="IMA-Liste" />
  • Cu10(Fe,Zn,Cu)3W(Ge,As)3S16<ref name="Lapis" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Sulfide und Sulfosalze
System-Nummer nach
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

II/C.10-055

2.CB.30
02.09.04.04
Ähnliche Minerale Maikainit, Colusit
Kristallographische Daten
Kristallsystem kubisch
Kristallklasse; Symbol hexakistetraedrisch; 43m<ref name="Webmineral" />
Raumgruppe P43n (Nr. 218)Vorlage:Raumgruppe/218<ref name="Handbookofmineralogy" />
Gitterparameter a = 10,68 Å<ref name="Handbookofmineralogy" />
Formeleinheiten Z = 1<ref name="Handbookofmineralogy" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 3,5<ref name="Webmineral" /> bis 4<ref name="Lapis" />
VHN30 = 265–340; durchschnittlich 295 <ref name="AM-89-2004" />
Dichte (g/cm3) berechnet: 4,736<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit fehlt<ref name="Lapis" />
Bruch; Tenazität nicht definiert<ref name="Handbookofmineralogy" />
Farbe weiß, hellgelb, rosa- bis rötlichgrau<ref name="Lapis" /> im Auflicht<ref name="Handbookofmineralogy" />
Strichfarbe grauschwarz<ref name="Lapis" />
Transparenz undurchsichtig
Glanz Metallglanz<ref name="Handbookofmineralogy" />
Kristalloptik
Doppelbrechung keine

Ovamboit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“ mit der idealisierten chemischen Zusammensetzung Cu10Fe3WGe3S16<ref name="IMA-Liste" /> und damit chemisch gesehen ein Kupfer-Eisen-Wolfram-Germanium-Sulfid. Die in der Formel enthaltenen Eisen und Germanium sind allerdings bei natürlichem Ovamboit oft durch geringe Mengen an Zink oder einen höheren Gehalt an Kupfer bzw. durch Arsen diadoch ersetzt, weshalb die Formel auch in der Form Cu10(Fe,Zn,Cu)3W(Ge,As)3S16<ref name="Lapis" /> geschrieben werden kann.

Ovamboit kristallisiert im kubischen Kristallsystem, konnte bisher jedoch nur in Form undurchsichtiger, mikrokristalliner Körner bis etwa 0,1 Millimeter Durchmesser und krustiger Überzüge gefunden werden. Unter dem Auflichtmikroskop zeigt Ovamboit eine weißliche bis hellgelbe oder rosagraue Farbe mit einem metallischen Glanz auf den Oberflächen.

Mit Maikainit bildet Ovamboit eine lückenlose Mischkristallreihe, die durch die Substitution von Wolfram durch Molybdän gekennzeichnet ist.

Etymologie und Geschichte

Erstmals entdeckt wurde der Ovamboit in der „Tsumeb Mine“ in der Oshikoto-Region von Namibia. Die Erstbeschreibung erfolgte 2003 durch Ernst M. Spiridonov. Da der Name Tsumebit bereits vergeben war, benannte Spiridonov das neue Mineral nach der historischen Region Ovamboland, in der auch die Typlokalität Tsumeb liegt.

Das Typmaterial des Minerals wird im Mineralogischen Museum der Russischen Akademie der Wissenschaften in Moskau und im Bergbaumuseum in Sankt Petersburg in Russland aufbewahrt.<ref name="Handbookofmineralogy" />

Klassifikation

In der seit 1977 veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz ist der Ovamboit noch nicht verzeichnet. Nur zuletzt 2018 überarbeiteten und aktualisierten Lapis-Mineralienverzeichnis nach Stefan Weiß, das sich aus Rücksicht auf private Sammler und institutionelle Sammlungen noch nach dieser klassischen Systematik von Karl Hugo Strunz richtet, erhielt das Mineral die System- und Mineral-Nr. II/C.10-55. In der „Lapis-Systematik“ entspricht dies der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfide mit [dem Stoffmengenverhältnis] Metall : S,Se,Te ≈ 1 : 1“, wo Ovamboit zusammen mit Colusit, Germanit, Germanocolusit, Maikainit, Morozeviczit, Nekrasovit, Polkovicit, Renierit, Stibiocolusit, Sulvanit und Vinciennit eine eigenständige, aber unbenannte Gruppe bildet.<ref name="Lapis" />

Die seit 2001 gültige und von der International Mineralogical Association (IMA) bis 2009 aktualisierte<ref name="IMA-Liste-2009" /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Ovamboit ebenfalls in die Abteilung der „Metallsulfide, M : S = 1 : 1 (und ähnliche)“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach den in der Verbindung vorherrschenden Metallen, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „mit Zink (Zn), Eisen (Fe), Kupfer (Cu), Silber (Ag) usw.“ zu finden ist, wo es zusammen mit Colusit, Germanit, Germanocolusit, Maikainit, Nekrasovit und Stibiocolusit die „Germanitgruppe“ mit der System-Nr. 2.CB.30 bildet.

Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Ovamboit in die Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort in die Abteilung der „Sulfidminerale“ ein. Hier ist er zusammen mit Renierit, Germanit und Maikainit in der „Germanitgruppe“ mit der System-Nr. 02.09.04 innerhalb der Unterabteilung „Sulfide – einschließlich Selenide und Telluride – mit der Zusammensetzung AmBnXp, mit (m+n) : p = 1 : 1“ zu finden.

Kristallstruktur

Ovamboit kristallisiert kubisch in der Raumgruppe P43n (Raumgruppen-Nr. 218)Vorlage:Raumgruppe/218 mit dem Gitterparameter a = 10,68 Å sowie einer Formeleinheit pro Elementarzelle.<ref name="Handbookofmineralogy" />

Bildung und Fundorte

Ovamboit bildet sich in metallreichen Sulfid-Lagerstätten. Als Begleitminerale treten unter anderem Baryt, Bornit, Galenit, Germanit, Germanocolusit, Maikainit, Sphalerit und Tennantit auf.<ref name="Handbookofmineralogy" /> Gelegentlich ist Ovamboit lamellenartig mit Gallit verwachsen.

Der bisher einzige bekannte Fundort Ovamboit ist seine Typlokalität Tsumeb in Namibia.<ref name="Fundorte" />

Siehe auch

Literatur

Weblinks

  • Mineralienatlas: Ovamboit (Wiki)
  • Ovamboite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
  • Ovamboite mineral data. (PDF 20 kB) In: www.mineralogicalassociation.ca. Mineralogical Association of Canada, 15. Mai 2015; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).

Einzelnachweise

<references> <ref name="AM-89-2004"> </ref> <ref name="Handbookofmineralogy"> </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Ovamboit beim Mineralienatlas und bei Mindat </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="IMA-Liste">Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: July 2024. (PDF; 3,6 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 13. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> <ref name="Lapis"> Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9. </ref> <ref name="Webmineral"> David Barthelmy: Ovamboite Mineral Data. In: webmineral.com. Abgerufen am 1. Juni 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> </references>