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Misrach

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Datei:Hainsfarth Synagoge Ostseite349.JPG
Misrachwand und Misrachfenster an der Synagoge in Hainsfarth

Misrach ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist der hebräische Name für Osten, abgeleitet vom Stamm {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (dt.: aufgehen, ausbilden). Es bezeichnet, wahrscheinlich aus sephardischer Tradition kommend, die Himmelsrichtung, in die sich der fromme Jude zum Gebet verneigt, hierin ähnlich der Qibla قبلة der Muslime. Um den Schein einer Sonnenverehrung zu vermeiden, wird empfohlen, um einige Grad von der östlichen Richtung abzuweichen. Gemeint ist nicht der Osten als Aufgang des Lichtes, wie es etwa im westlichen Christentum verstanden wird – ex oriente lux – sondern der Jerusalemer Tempel als Opferort. Als biblischer Hintergrund wird in der rabbinischen Tradition Daniel 6,11 angeführt, in der Daniel vor dem offenen Fenster dreimal am Tag in Richtung Jerusalem betet.<ref>Wolfgang Kraus, Hans-Christoph Dittscheid, Gury Schneider-Ludorff (Herausgeber): Mehr als Steine… Synagogen-Gedenkband Bayern - Teilband III/1 (Unterfranken). Lindenberg 2015. S. 854 (Glossar).</ref> Im heutigen Judentum haben viele Häuser einen kleinen Teppich, eine Zeichnung, Radierung o. ä. mit der Aufschrift מזרח hängen, anhand dessen man sich bei seinen Gebeten zu orientieren vermag. Dieses enthält Gottesnamen, Abbildungen des Tempels in Jerusalem bzw. des Tempelberges oder aber eine Menora.

Misrach im Synagogenbau

Im europäischen Synagogenbau wird mit Misrachwand die nach Osten gerichtete Gebäudemauer bezeichnet. In die Misrachwand wurde der Toraschrein (Aron ha-Kodesch) eingebettet. Darüber lag meist, sofern von der Architektur her möglich, ein oft rundes Fenster, das Misrachfenster genannt wird.<ref>Wolfgang Kraus, Hans-Christoph Dittscheid, Gury Schneider-Ludorff (Herausgeber): Mehr als Steine… Synagogen-Gedenkband Bayern - Teilband III/1 (Unterfranken). Lindenberg 2015. S. 854 (Glossar).</ref>

Misrach in der zeitgenössischen Kunst

Auf dem Neupfarrplatz in Regensburg befand sich bis zu ihrer Zerstörung im Jahr 1519 die mittelalterliche Synagoge. Der israelische Künstler Dani Karavan zeichnete deren Grundriss durch ein begehbares Bodenrelief aus weißem Beton nach, das er Misrach nannte und das am 13. Juli 2005 eingeweiht wurde. Am östlichen Rand ist ebenfalls die Inschrift מזרח zu sehen.

Datei:SynagogendenkmalRegensburg.JPG
Grundriss der ehemaligen Synagoge auf dem Regensburger Neupfarrplatz mit Inschrift מזרח
Datei:Mizrachstein SynagogeDuisburg2.jpg
Misrachstein vor der Synagoge Duisburg

Im Garten vor der Synagoge Duisburg im Innenhafen Duisburg befindet sich ein sogenannter Misrachstein.

Siehe auch

  • Mizrachim, „orientalische Juden“
  • Misrachi, Akrostichon für מרכז רוחני, (Merkas ruchani) Vereinigung toratreuer Zionisten, gegr. 1902

Literatur

  • Abraham Frank: Das Misrachbild. In: Württembergisch Franken, 94. Jg. 2010, S. 261–266, doi:10.53458/wfr.v94i.4472 (insbesondere über ein Bild in der Judaica-Sammlung des Hällisch-Fränkischen Museums in Schwäbisch Hall)

Weblinks

Commons: Misrach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />