Bistro
Das Bistro ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), <templatestyles src="IPA/styles.css" />) ist eine kleine Gaststätte, häufig mit Außengastronomie, in der neben Getränken oft auch einfache Speisen angeboten werden.
Allgemeines
Das Bistro ist eine französische Variante, die zwischen der deutschen Kneipe und der Gaststätte einzuordnen ist. Es hat in Frankreich jedoch weder den Status einer Schänke ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), noch eines kleinen Restaurants oder gar eines Cafés.<ref>Christian Millau, Dictionnaire amoureux de la gastronomie, 2008, o. S.</ref> Oft taucht es zusammen mit den Bezeichnungen „Brauerei“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) oder „Bar“ auf. Getränke (Fassbier [{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)], Champagner, Cognacs, Kaffeearten, Wein) und Speisen auf kleiner Speisekarte (Hamburger, sonstige Grillgerichte, Käsespezialitäten, Omelette, Pommes frites, Pasta, Salate; französische Spezialitäten: Croque, Pot-au-feu, Quiche, Zwiebelsuppe) werden vom – oft schwarz-weiß gekleideten – Kellner ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) auf typischem Bistro-Mobiliar (Bistro-Tische und -Stühle) serviert. Kultstatus der typischen aus Rattan gefertigten Stuehle hierbei haben sowohl die Modelle des Maison Gatti und die des Maison Louis Drucker. Es besitzt auch häufig eine Theke ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), wo meist lediglich Getränke konsumiert werden können. In Bistros verbringen viele Arbeitnehmer – mangels Kantine – ihre Mittagspause, abends werden sie gern als Chill-Out-Location benutzt. „In-Bistros“ bieten als Szenekneipen auch gehobene Speisen oder Getränke (Austern, Trüffel, Cocktails).
Das Bistro ist Ausdruck der französischen Lebenskunst ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), ist in die Domäne der Gastronomie vorgedrungen und hat zunehmend die Bedeutung von Restaurants angenommen.<ref>Marc Augé, Das Pariser Bistro: Eine Liebeserklärung, 2016, S. 2 f.</ref> Auch außerhalb Frankreichs konnten sich Bistros etablieren. In Deutschland hat sich der Begriff „Bistro“ sehr verbreitet und ist in nahezu allen Städten anzutreffen. In Frankreich wuchs ihre Zahl in den 1950er Jahren schnell an, zehn Jahre später existierten bereits etwa 200.000 Lokale. Seitdem schrumpfte die Zahl der Bistros jedoch stetig wieder, seit den 2000ern zusätzlich beschleunigt durch Wirtschaftskrisen. Nach Einführung des Rauchverbots im Jahre 2009 schlossen mehr als 2000 Inhaber ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ihre Bistros, heute gibt es wieder mehr als 3500 Pariser Bistros.<ref>Madeleine Reincke/Hilke Maunder, Baedeker Reiseführer Paris, 2018, o. S.</ref> In ganz Frankreich existierten 2012 rund 30.000 Bistros.<ref>Manfred Weber-Lamberdière/Patrick Czelinski: Paris verliert an Flair: Adieu Bistro – Gott lebt nicht mehr in Frankreich. In: focus.de. 23. November 2012, abgerufen am 23. November 2012.</ref>
Etymologie und Geschichte
Die Wortherkunft ist ungewiss. Eine populäre Herkunftsvariante geht davon aus, dass sich das Wort vom russischen Wort für „schnell“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), bystro) herleitet. Dieses Wort gelangte im Zuge der Befreiungskriege gegen Napoleon im Zeitraum zwischen 1814 und 1818 nach Paris, das zu dieser Zeit von russischen Soldaten besetzt war. In Gaststätten sollen sie mit dem Ruf „bystro, bystro!“ ihren Wunsch nach möglichst schneller Bedienung ausgedrückt haben.<ref>David L. Gold, Studies in Etymology and Etiology, 2009, S. 19 f.</ref> Nach Angabe des französischen Standardwörterbuchs „Le Grand Robert“ ist der Begriff allerdings erst 66 Jahre später, im Jahr 1884, zum ersten Mal als „bistro“ belegt.<ref>Paul Robert (Hrsg.), Le grand Robert de la langue française, Band 1, 1985, S. 212</ref> Die Schreibvariante „bistrot“ – ohne Änderung der Aussprache – tauchte demnach erst 1892 auf. Wegen der langen Zeitdauer bis zum Eingang in die französische Sprache wird die russische Herkunft heute bestritten.<ref>Alain Rey, Dictionnaire historique de la langue française: Dictionnaires Le Robert, 1998, S. 408</ref>
Weitere Herkunftsvarianten sind ein „kleiner Diener“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value); aus dem Poitou-Dialekt)<ref>Ursula Hermann, Knaurs etymologisches Lexikon, 1983, S. 75</ref> oder die Bezeichnung für ein Mixgetränk aus Kaffee und Weinbrand ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), sein Inhaber heißt „bistrotiér“.<ref>Laurent Tourondel/Michele Scicolone, Bistro Laurent Tourondel, 2008, S. IX</ref>
Das Syndicat indépendant des garçons entstand 1904 als Interessenverband der Kellner, im Mai 1907 erstritten die garçons das Recht, einen Schnurrbart ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) tragen zu dürfen.<ref>Institut français d'architecture/Institut autrichien de Paris (Hrsg.), Adolf Loos: 1870-1933, 1983, S. 1918</ref>
Bistronomie
„Bistronomie“ heißt ein Trend, der in Pariser Bistros zu beobachten ist.<ref>American Express Publishing Corporation, Travel & Leisure, Band 35, 2005, S. 205</ref> Der Sternekoch Yves Camdeborde bot ab 1991 Haute Cuisine in zwanglosem Rahmen und zu vergleichsweise moderaten Preisen an. Die Wortschöpfung „Bistronomie“ kam im Jahre 2004 auf und setzt sich aus Bistro und Gastronomie zusammen. Sie symbolisiert, dass anstelle einfacher Speisen (wie etwa dem Croque) gehobene französische Küche zu erschwinglichen Preisen kredenzt wird.
Weblinks
- Literatur von und über Bistro im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise
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