Zum Inhalt springen

Max Borst

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 17. Juli 2025 um 16:03 Uhr durch imported>Grubenhagener.
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Maximilian „Max“ Borst (* 19. November 1869 in Würzburg; † 19. Oktober 1946 in Murnau am Staffelsee) war ein deutscher Pathologe und Hochschullehrer.

Leben

Max Borst studierte in Würzburg drei Jahre Musik. Als sein Vater darauf drang, dass er „etwas Ordentliches“ lerne, nahm er das Medizinstudium an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg auf.<ref name="StBe">Steffen Berg: Medizinstudium in München zwischen 1938 und 1946. Vortrag im Seminar für Medizingeschichte der Universität Göttingen am 19. Januar 1994.</ref> Im Wintersemester 1888/89 wurde er Mitglied der Burschenschaft Arminia Würzburg.<ref>Willy Nolte (Hrsg.): Burschenschafter-Stammrolle. Verzeichnis der Mitglieder der Deutschen Burschenschaft nach dem Stande vom Sommer-Semester 1934. Berlin 1934, S. 50.</ref> Mit einer Doktorarbeit über die Hüftdysplasie wurde er 1892 zum Dr. med. promoviert.<ref>Dissertation: Die congenitale Hüftgelenksluxation.</ref> Seine Habilitation erfolgte 1897.<ref>Habilitationsschrift: Das Verhalten der Endothelien bei der acuten und chronischen Entzündung sowie bei dem Wachstum der Geschwülste.</ref>

Er war Professor für Pathologie an der Universität zu Köln und der Georg-August-Universität Göttingen. Im Wintersemester 1906/1907 folgte er dem Ruf der Universität Würzburg als Nachfolger seines Lehrers Eduard von Rindfleisch. Ab 1910 lehrte er an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Im Ersten Weltkrieg diente er in der Bayerischen Armee. Er richtete dort die erste Feldprosektur ein.<ref>Werner Hueck: Borst, Max. In: Neue Deutsche Biographie. Band 2, S. 477.</ref> Nach Kriegsende schloss er sich dem Freikorps Epp an.<ref name="Klee66">Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Fischer Taschenbuch Verlag; 2., aktualisierte Auflage, Frankfurt am Main 2005, S. 66.</ref> In München untersuchte er von Ferdinand Sauerbruch entnommene Biopsien, so auch 1923 von dem kurz danach verstorbenen Wilhelm Conrad Röntgen.<ref>Ferdinand Sauerbruch, Hans Rudolf Berndorff: Das war mein Leben. Kindler & Schiermeyer, Bad Wörishofen 1951; zitiert: Lizenzausgabe für Bertelsmann Lesering, Gütersloh 1956, S. 311.</ref> In der Zeit des Nationalsozialismus wurde er 1934 Vorsitzender des Reichsausschusses für Krebsbekämpfung. Er gehörte dem Nationalsozialistischen Lehrerbund, dem Nationalsozialistischen Ärztebund und der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt an.

Er war Mitherausgeber der Münchner Medizinischen Wochenschrift,<ref name="Klee66" /> in der er auch publizierte – etwa über die Entzündung (1932) und Streiflichter über das Krebsproblem (1940).<ref>Georg B. Gruber: Hundert Jahre Münchener Medizinische Wochenschrift. In: Münchener Medizinische Wochenschrift. Band 95, Nr. 1, 2. Januar 1953, S. 1–10, hier S. 10.</ref> Als Violoncello- und Klavierspieler musizierte er allwöchentlich mit dem Anatomen Walther Vogt im Streichquartett. Er komponierte auch. In München ausgebombt und mit der Familie nach Garmisch umgezogen, war er öfters mit Richard Strauss zusammen. Zu Borsts 75. Geburtstag (1944) veranstaltete das Münchner Studentenorchester im Odeon-Saal ein Konzert, bei dem ein Konzertstück von Borst aufgeführt wurde. Unter den Cellisten saß Steffen Berg.<ref name="StBe" />

1946 starb Max Borst infolge eines Autounfalls in Murnau.<ref name="Klee66" /> Er ist Vater des Chirurgen Hans Georg Borst.

Ehrungen

Datei:Signatur Max Borst.jpg
Unterschrift von Max Borst

Veröffentlichungen

  • Allgemeine Pathologie der malignen Geschwülste. Hirzel, Leipzig 1924.
  • mit Hans Königsdörffer: Untersuchungen über Porphyrie mit besonderer Berücksichtigung der Porphyria congenita. Hirzel, Leipzig 1929.
  • Pathologische Histologie : Ein Unterrichtskurs f. Studierende u. Ärzte. 4., verb. und erw. Auflage. Bergmann, München 1950.
  • Streiflichter über das Krebsproblem. J. F. Lehmanns Verlag, München/Berlin 1941.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein