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Europahaus (Leipzig)

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Europahaus
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Datei:Leipzig - Augustusplatz + Europahaus 02 ies.jpg
Europahaus
Das Europahaus (2015)
colspan="2" class="hintergrundfarbe5" style="border-top: 2px solid #Vorlage:Standardfarbe;" | Basisdaten
Ort: Leipzig, Deutschland
Bauzeit: 1928–1929
Eröffnung: 1. Januar 1930
Sanierung: 1965, 1997/98 und 2014
Status: Erbaut
Baustil: Moderne
Architekt: Otto Paul Burghardt
colspan="2" class="hintergrundfarbe5" style="border-top: 2px solid #Vorlage:Standardfarbe;" | Nutzung/Rechtliches
Nutzung: Bürogebäude
Arbeitsplätze: 160
Eigentümer: Union Investment
Hauptmieter: Stadtwerke Leipzig
Bauherr: Stadtbau AG (2014)
colspan="2" class="hintergrundfarbe5" style="border-top: 2px solid #Vorlage:Standardfarbe;" | Technische Daten
Höhe: 56 m
Etagen: 13
Geschossfläche: 8041 m²
colspan="2" class="hintergrundfarbe5" style="border-top: 2px solid #Vorlage:Standardfarbe;" | Höhenvergleich
Leipzig: 7. (Liste)
colspan="2" class="hintergrundfarbe5" style="border-top: 2px solid #Vorlage:Standardfarbe;" | Anschrift
Anschrift: Augustusplatz 7
Postleitzahl: 04109
Stadt: Leipzig
Land: Deutschland

Das Europahaus in Leipzig ist ein 13-geschossiges<ref>Auf der Seite des Eigentümers (seit 2015) Union Investment heißt es: 14-gechossiges Bürogebäude, 1 Untergeschoss</ref> und 56 m hohes denkmalgeschütztes Bürogebäude am Augustusplatz 7.<ref>Denkmalschutz Objekt-ID 09290004</ref><ref>Vorlage:Denkmaldatenbank des Landes Sachsen</ref>

Baugeschichte

Datei:AHW Europahaus Leipzig 1930.jpg
Ansicht aus der Erbauungszeit (zu sehen sind links ein Teil des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Niederländischen Hauses, rechts ein Teil des ebenfalls zerstörten Museums der bildenden Künste)
Datei:Europahaus Leipzig.jpg
Europahaus als Leipziger Filiale der Allianz Versicherungs-AG mit deren Logo als Leuchtreklame auf dem Dachgeschoss (2007)

Nach dem Ringcity-Konzept des Stadtbaurats Hubert Ritter (1886–1967) von 1928 war entlang des Leipziger Innenstadtrings der Bau frei stehender Hochhäuser möglich, die wirken sollten wie „Hochpunkte in einer Stadtkrone“. Aufgrund der Weltwirtschaftskrise wurden in Leipzig in jener Zeit tatsächlich aber nur das Krochhochhaus und das Europahaus realisiert.<ref>Sebastian Ringel (2015), S. 150–151</ref>

Das Europahaus als zweites Leipziger Hochhaus wurde 1928/29 als Gegengewicht zum Krochhochhaus von Otto Paul Burghardt (1875–1959) erbaut.<ref>Hocquél (2004), Leonhardt (2007), Weinkauf (2011), Menting (2015)</ref> Seinen ersten Entwurf, bei dem sich der höhere Turmbau in axialer Eckstellung befand, musste Burghardt nach Forderungen des Sächsischen Innenministeriums unter Anleitung von Wilhelm Kreis (1873–1955) im Mai 1928 überarbeiten. Dabei erhielt die Fassade des Büro- und Geschäftshauses eine deutlich vereinfachte Form mit einer zwischen den Fenstern verlaufenden Vertikalgliederung. Burghardt verzichtete auf jegliche Ornamente, und das Haus tritt lediglich durch die expressionistisch anklingende Betonung der Vertikalen in Erscheinung. Die Überarbeitung war im Juli 1928 abgeschlossen, so dass Anfang November 1929 der Rohbau vollendet wurde und die meisten Räume ab 1. Januar 1930 genutzt werden konnten.

Die Kosten betrugen 2 Millionen Reichsmark, geplant waren 600.000 Reichsmark.<ref>Leipzigs höchstes Café war einst auf dem Europahaus auf malong.de</ref>

Architektur und Funktionen

Der heute direkt an die Ring-Bebauung der 1950er Jahre auf dem Roßplatz angrenzende Stahlbeton-Skelettbau mit Muschelkalkverkleidung besteht aus einem 56 Meter hohen Turmbau mit 13 Geschossen, der zu beiden Seiten mit siebengeschossigen Seitenflügeln versehen ist. Auf der anderen Seite schließt sich unmittelbar das heutige „Radisson Blu Hotel Leipzig“ an. Zur Erbauungszeit befand sich auf dem Mittelteil des Hochhauses ein Dachgarten-Restaurant<ref>Diapositiv, ca. 1930–1935, Pavillon-Europahaus mit Dachgarten, täglich Konzert</ref>, das bis in die 1950er Jahre das „höchste Dachgarten-Café Europas“ gewesen sein soll.<ref>Meldung der Bild-Zeitung, Bild Leipzig, 4. Mai 2012 sowie Leipzigs höchstes Café war einst auf dem Europahaus auf malong.de</ref><ref>Das Dach Café wird erwähnt in: Eugene Fodor’s, 1936 … On the Continent. The Entertaining Travel Annual, wieder aufgelegt zum 75. Jahrestag von Fodor’s Travel, New York 2011 (in Englisch): „The roof café (…) filled me with envy, and I wondered why we have nothing like it in London. Fresh air and a lovely view are the main features of these roof terraces. (deutsch: Das Dachcafé (…) erfüllte mich mit Neid, und ich fragte mich, warum wir nichts derartiges in London haben. Frische Luft und eine schöne Aussicht sind die Hauptmerkmale dieser Dachterrassen.)“</ref> Nach derselben Quelle<ref>malong.de</ref> gehörten zu den ersten Mietern Claire Sigall, ein gymnastischer Übungsraum im 12. Obergeschoss und der Norddeutsche Lloyd im Erdgeschoss. Seit 2020 wird durch die Stadt Leipzig offiziell daran erinnert, dass der deutsche Golfverlag, der die erste deutsche Fachzeitschrift für den gesamten Golfsport herausbrachte, seinen Sitz im Europahaus hatte.<ref>Station Nr. 17 der Sportroute Leipzig: Golf, Augustusplatz 7</ref> Der Verlag befand sich im Besitz der Familie von Bernhard von Limburger, der von 1921 bis 1925 dreimal deutsche Meistertitel holte.

In DDR-Zeit war das Haus Sitz der Bezirksverwaltung der Staatlichen Versicherung der DDR.<ref>Horst Riedel (Red.: Thomas Nabert): Stadtlexikon Leipzig von A bis Z. PRO LEIPZIG, Leipzig 2012, ISBN 978-3-936508-82-6, S. 139</ref> 1965 erfolgte durch Frieder Gebhard und Hans-Joachim Dreßler eine Rekonstruktion im Stil der 1960er Jahre, dabei wurde der obere Abschluss erheblich verändert. Im Erdgeschoss wurden Kolonnaden angelegt, die nach einer Verbreiterung des Innenstadtringes erforderlich waren.

Eine Sanierung des Gebäudes erfolgte in den Jahren 1997/98. Dabei wurden die Fenster erneuert und Reparaturen an der denkmalgeschützten Fassade durchgeführt. Als neuer Hausherr zog danach die Allianz Versicherungs-AG ein.

Nach Umbau- und Modernisierungsarbeiten durch die Leipziger Stadtbau AG sind 2014 die Stadtwerke Leipzig mit ca. 160 Mitarbeitern in das Europahaus gezogen.<ref>Stadtwerke ziehen ins Europahaus. In: stadtbau.com. Leipziger Stadtbau Aktiengesellschaft, 24. Oktober 2013, abgerufen am 11. April 2019.</ref> 2015 wurde das Gebäude von einem Fonds der Union Investment erworben.<ref>Union Investment kauft Europahaus in Leipzig auf finanzwelt.de, 23. Januar 2015</ref>

Nicht verwechseln

In Leipzig gibt es seit 1990 außerdem einen Verein Europahaus e. V.<ref>Selbstdarstellung des Vereins Europahaus Leipzig e. V.</ref>, der seinen Sitz an anderer Stelle (Adresse: Markt 10) hat. Dort und nicht am Augustusplatz befindet sich auch die offizielle EU-Informationsstelle Europe Direct für die Region Leipzig / Westsachsen.

Siehe auch

Literatur

  • Otto Paul Burghardt: Das Europahaus in Leipzig. In: Der Privatarchitekt, 6. Jg. (1931), Leipzig, S. 46f.
  • Joachim Schulz, Wolfgang Müller, Erwin Schrödl (Hrsg.): Architekturführer DDR. Bezirk Leipzig, VEB Verlag für Bauwesen Berlin 1976, S. 34.
  • Wolfgang Hocquél: Leipzig. Architektur von der Romanik bis zur Gegenwart. Passage-Verlag, Leipzig 2004, ISBN 3-932900-54-5, S. 122 f.
  • Peter Leonhardt: Moderne in Leipzig. Architektur und Städtebau 1918 bis 1933. Pro Leipzig, Leipzig 2007, ISBN 978-3-936508-29-1, S. 35–37.
  • Berndt Weinkauf: Architekturführer. Die 100 wichtigsten Leipziger Bauwerke. Berlin, Jaron Verlag, 2011. S. 156–157. ISBN 978-3-89773-913-0.
  • Horst Riedel: Stadtlexikon Leipzig von A bis Z. PRO LEIPZIG, Leipzig 2012, ISBN 978-3-936508-82-6, S. 139.
  • Annette Menting, Leipzig. Reclams Städteführer Architektur und Kunst. Reclam Verlag, Stuttgart 2015, ISBN 978-3-15-019259-7, S. 48, 105 f.

Weblinks

Commons: Europahaus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 51° 20′ 14,4″ N, 12° 22′ 53,3″ O

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