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Hydac

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Hydac

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Rechtsform GmbH
Gründung 1963
Sitz Sulzbach/Saar, DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland
Mitarbeiterzahl 10.000<ref name=":15" />
Umsatz über 1,6 Mrd. Euro<ref name=":8" />
Branche Hydraulik, Maschinenbau, Metallindustrie, Fluidtechnik, Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik
Website www.hydac.com
Stand: 2024

Hydac ist ein Familienunternehmen mit Hauptsitz in Sulzbach/Saar, Deutschland. Der Firmenverbund entwickelt und vertreibt Komponenten, Systeme und Services für industrielle und mobile Anwendungen. In 14 Produktbereichen<ref name=":3" /> werden neben klassischen Hydraulikprodukten, wie Hydrospeicher, Ventile und Filter, auch Systeme für verschiedene Branchen und Anwendungen für Elektromobilität und Wasserstoff produziert.<ref name=":7">Breite Produktpalette der Firma Hydac beeindruckt Ministerin Schavan. In: Saarbrücker Zeitung. 25. August 2009.</ref> Das Industrieunternehmen hat einen Jahresumsatz von über 1,6 Milliarden Euro<ref name=":8">Hydac Gruppe im Lexikon der Weltmarktführer. In: Die Deutsche Wirtschaft. Abgerufen am 17. März 2025.</ref> und beschäftigt rund 10.000 Mitarbeitende.<ref name=":15">Matthias Zimmermann: Wirtschaftliche Lage zum Jahresbeginn: Kurzarbeit bei Hydac – so steht es um das Unternehmen in Sulzbach. In: Saarbrücker Zeitung. 23. Januar 2025, abgerufen am 5. März 2025.</ref>

Geschichte

Gründung

Das Unternehmen wurde 1963 als Hydac GmbH in einer 200 Quadratmeter großen Wellblechhalle im Saarland gegründet.<ref name=":4" /><ref>Ein saarländischer Netzwerker wird 80. In: Saarbrücker Zeitung. 9. September 2009.</ref> Der Name Hydac steht für Hydraulic Accessory und Hydraulic Accumulator und das Logo greift das Symbol eines Blasenspeichers auf. Zunächst war das Unternehmen in der Entwicklung und dem Vertrieb von Speichertechnik tätig.<ref name=":4">Otmar Peter Schön, Bernhard Swoboda: Globalisierung eines Hidden Champions: Die HYDAC GmbH. In: Fallstudien zum Internationalen Management: Grundlagen Praxiserfahrungen Perspektiven. Gabler Verlag, Wiesbaden 2000, ISBN 978-3-663-10032-4, S. 901–916, doi:10.1007/978-3-663-10032-4_63.</ref> Es folgte die Entwicklung von Hydrospeichern<ref>Großer Erfolg der Saar-Aussteller in Basel. Swiss Automation Week: Interesse an Neuentwicklungen – Kompetente Fachbesucher. In: Saarbrücker Zeitung. 1. Oktober 1994.</ref> und Filtertechnik.<ref name=":9">Saubere Luft durch eine Idee von der Saar Firma Hydac und Uni-Institut haben neuen Abluft-Filter entwickelt – schon im Einsatz. In: Saarbrücker Zeitung. 14. November 1995.</ref>

Expansion

Nach zehn Jahren am deutschen Markt begann Hydac die Expansion in Europa. 1973 erfolgte der Einstieg im österreichischen Markt und 1975 expandierte das Unternehmen nach Frankreich. 1980 expandierte Hydac nach Schweden.<ref name=":5">Lothar Warscheid: Hohe Hürden auf dem Weg in die Welt. In: Saarbrücker Zeitung. 25. Oktober 2002.</ref>

Außerhalb von Europa wurde Hydac erstmals 1982 tätig, mit der Expansion in die Vereinigten Staaten.<ref name=":5" /> 1985 begann das Unternehmen, Energiespeicher für Airbus-Flugzeuge zu entwickeln und zu vertreiben. Innerhalb von knapp 20 Jahren wurden mehr als 10.000 Energiespeicher ausgeliefert.<ref name=":6">Peter Wagner: Butterweiche Landung dank Hydac. In: Saarbrücker Zeitung. 29. April 2003.</ref> In den 1990er Jahren expandierte der Firmenverbund erstmals in den asiatischen Raum mit Vertriebsgesellschaften in Singapur, China, Südkorea und Japan.<ref name=":2">Hydac richtet den Blick nach Südostasien. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 28. November 1995, S. 23.</ref>

Daneben erweiterte Hydac auch die Geschäftsfelder, für welche teils eigene neue Unternehmen gegründet wurden. Zu dieser Zeit begann die Herstellung von Sensorik, Mess- und Steuerungstechnik<ref name=":2" /> sowie die Entwicklung von Zubehör für Befestigungstechnik.<ref>Der Mannesmann-Chef hält die Vorwürfe für böswillige Verleumdung. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 24. Juni 1994, S. 23.</ref> Zusätzlich entwickelte man Produkte für die Prozesstechnik,<ref name=":9" /> beispielsweise mit automatischen Rückspülfiltern.<ref>Thomas Sponticcia: Warum Australien auf die Saar setzt. In: Saarbrücker Zeitung. 18. Mai 2002.</ref>

Auch die Zusammenarbeit mit Universitäten und Hochschulen für Technik und Wirtschaft wurde in dieser Zeit ausgebaut. So wurden unter anderem ein Filter ohne elektrostatische Entladung entwickelt sowie Trockensumpfschmierung für Windkraftanlagen samt eines ökologischen Schmierstoffes.<ref>Firma Hydac begeistert den Minister. In: Saarbrücker Zeitung. 21. August 2010.</ref>

Im Jahr 1999 wuchs das Unternehmen auf weltweit rund 2000 Mitarbeitende an.<ref name=":1">Gerd Martin: Die Entwicklung von Produkten ist eine Herausforderung. In: Handelsblatt. 31. März 1999, S. 59.</ref> In den folgenden Jahren baute Hydac die Aktivitäten in Osteuropa aus. Die Dienstleistungen der Niederlassungen wurden ausgebaut und die Herstellung sowie der Vertrieb eigener Produkte im Ausland wurde ebenfalls erhöht.<ref name=":14" /> 2003 bot Hydac bereits über 50.000 verschiedene Komponenten an.<ref name=":12" />

Im Januar 2013 nahm der Firmenverbund im Ranking der 500 größten Familienunternehmen Deutschlands der Zeitschrift Wirtschaftsblatt Platz 143 ein.<ref>Wirtschaftsblatt 1/2013</ref>

Neuere Entwicklungen

2014 investierte Hydac 2,5 Millionen Euro in den Standort in Dudweiler, ⁣⁣um ein Ausbildungszentrum für Mitarbeiter, Kunden und Service-Partner zu errichten.<ref>Michèle Hartmann: Hydac investiert Millionen. In: Saarbrücker Zeitung. 27. Dezember 2014.</ref>

In den folgenden Jahren baute Hydac seine Kooperationen und Beteiligungen weiter aus. Zusammen mit Engiro entwickelte Hydac Elektromotoren<ref>Paul Quaedvlieg: Ook hydrauliekspecialist Hydac investeert in elektrische aandrijvingen. In: Aandrijftechniek. 21. November 2022, abgerufen am 17. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und ein Lithium-Ionen Batteriesystem wurde erstmals zusammen mit Invenox angeboten.<ref>Johannes Sprink: Elektrifizierung von mobilen Arbeitsmaschinen. In: O+P Fluidtechnik. Heft 1–2/2023, S. 12–16.</ref> 2022 erwarb Hydac eine Beteiligung am Unternehmen Funke Plattenwärmetauscher Apparatebau aus Gronau.<ref name=":3">Tarek Abu Ajamieh: Firma Hydac übernimmt Mehrheit bei Funke. In: Hildesheimer Allgemeine Zeitung. 18. März 2022, S. 17.</ref>

2024 stieg die Anzahl des Hydac Firmenverbunds auf 32 rechtlich selbständige Gesellschaften.<ref name=":0">Standorte & Vertrieb weltweit. In: Hydac. Abgerufen am 22. Januar 2024.</ref> Laut der IHK gehörte die Hydac International GmbH im selben Jahr zu den 50 größten Industriebetrieben im Saarland.<ref>Die 50 größten privatwirtschaftlichen Unternehmen der Saarwirtschaft. In: IHK Saarland. Abgerufen am 17. März 2025.</ref>

Unternehmensstruktur

Hydac ist ein Firmenverbund, der Komponenten und Systeme sowie Dienstleistungen für die Industriebereiche Hydraulik, Fluidtechnik, Engineering<ref>Mit der VHS ins Trainings-Center der Firma Hydac. In: Saarbrücker Zeitung. 26. September 2018, S. 18.</ref><ref name=":16">Nicole Gleeson: 20 minutes with Dr. Timo Lang. In: Tribology & Lubrication Technology (in Englisch). Januar 2025, S. 18–20.</ref> und elektronische Steuerungstechnik herstellt und vertreibt.<ref>Antrieb mit Brennstoffzelle. In: Mitteldeutsche Zeitung. 25. September 2019, S. 8.</ref> Die Unternehmen des Verbunds sind familiengeführt und maßgebliche Gesellschafter sind die Familien Dieter und Schön.<ref name=":2" /> Der Sitz befindet sich im saarländischen Sulzbach.<ref name=":3" /> Zu Hydac gehören 50 Landesgesellschaften sowie 500 Vertriebs- und Servicepartner. Weltweit werden mehr als 10.000 Mitarbeiter beschäftigt,<ref name=":15" /> davon rund 900 Ingenieure.<ref name=":3" />

Hydac verfügt über Produktionsstandorte in den Vereinigten Staaten, Indien, China, Südkorea, England, Schweiz, Schweden, Polen, Tschechien und Slowakei.<ref name=":14">Die Hydac spielt im Osten auf. In: Saarbrücker Zeitung. 22. Mai 2004.</ref><ref name=":0" /> Außerhalb von Deutschland wird Hydac durch die Hydac International GmbH vertreten. Diese ist weltweit in diversen Industrieländern tätig und arbeitet dort mit verschiedenen Tochtergesellschaften zusammen, welche jeweils ihre eigenen Abteilungen für Produktion, Marketing, Service und Vertrieb besitzen.<ref>Christine Koch: US-Manager durch Zufall zurück zu den Wurzeln. In: Saarbrücker Zeitung. 25. August 1997.</ref>

Produkte

Hydac entwirft, produziert und liefert individuelle Maschinen, Werkzeuge, Apparate, Anlagen, Systeme und Geräte für diverse technische Anwendungen.<ref name=":10">CSU-Politiker zu Besuch bei der Firma Hydac. In: Saarbrücker Zeitung. 8. Juni 2010.</ref><ref name=":7" /> Die Produkte und Dienstleistungen von Hydac werden in 14 Produktbereiche eingeteilt:<ref name=":3" /> Aggregate und Systeme, Antriebstechnik und Zylinder, Armaturen,<ref name=":11">Hydac. Ein Spezialist in Sachen Hydraulik. In: Saarbrücker Zeitung. 22. Oktober 2013.</ref> Batteriesysteme und Elektromotoren, Befestigungen, Filtration,<ref name=":11" /> Fluidpflege,<ref>Fünf Erfinder buhlen um den Hermes Award. In: Handelsblatt. 16. April 2008.</ref> Hydrospeicher, Pumpen, Sensorik, Software, Steuerungstechnik, Thermomanagement sowie Training und Service.<ref name=":1" /><ref name=":2" /><ref name=":7" /><ref name=":10" />

Das Unternehmen entwickelt und erprobt neue Technologien zur Optimierung hydraulischer Systeme. Mithilfe von Simulationsmethoden wie der numerischen Strömungsmechanik werden Strömungsverhalten und Systemarchitekturen analysiert. Die Forschung im Bereich der Filter- und Fluidpflegetechnologie zielt darauf ab, den Energieverbrauch zu reduzieren und die Betriebssicherheit industrieller Anwendungen zu erhöhen.<ref name=":16" />

In der Hydro-Filtertechnik und der Hydro-Speichertechnik sieht Hydac sich nach eigenen Angaben als Marktführer.<ref name=":2" /> Zu den Entwicklungen gehören Filterelemente, die den Verschleiß in hydraulischen Systemen verringern und elektrostatische Entladungen minimieren. Darüber hinaus werden intelligente Sensoren zur Echtzeitüberwachung von Fluidzuständen eingesetzt, um eine präzisere Steuerung und Wartung zu ermöglichen.<ref name=":16" />

Branchen

Hydac-Produkte sind in nahezu allen Industriebranchen vertreten, sowohl bei mobilen Arbeitsmaschinen<ref>Produkte & Systeme für mobile Arbeitsmaschinen. In: Hydac. Abgerufen am 17. März 2025.</ref> als auch in stationären Branchen.<ref>Produkte & Systeme für Industrieanwendungen. In: Hydac. Abgerufen am 17. März 2025.</ref> Dazu gehören Branchen wie Maschinenbau, Energie- und Anlagenbau,<ref name=":12">Lothar Warscheid: Aus SaarLorLux in die ganze Welt. In: Handelsblatt. 9. April 2003.</ref> Verfahrenstechnik,<ref name=":1" /> Automobilbereich, Wasserstoff,<ref>Auf dem Weg in die Wasserstoff-Zukunft. In: Saarbrücker Zeitung. 27. Januar 2024, S. 10.</ref> Automatisierungstechnik, Umwelttechnik<ref name=":12" /><ref name=":2" /> sowie Luft- und Raumfahrt.<ref name=":6" />

Forschung und Entwicklung

Jährlich investiert Hydac 5 % des Umsatzes in die Forschung und Entwicklung.<ref name=":6" /> Für die Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung kooperiert Hydac zudem mit diversen Institutionen und Vereinen, darunter die Hochschule Esslingen<ref>Hochschule zeigt Wasserstoffprojekte. In: Eßlinger Zeitung. 23. Juni 2022, S. 17.</ref> und die Universität des Saarlandes.<ref name=":13">Frühwarnsysteme gegen Naturkatastrophen. In: Saarbrücker Zeitung. 13. Juni 2015.</ref> Weiterhin war Hydac an der Finanzierung einer Forschungsstelle an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes beteiligt.<ref name=":13" />

Hydac ist zudem Teil der Wasserstoff-Runde-Südwest, einem Netzwerk aus Südwestdeutschland, welches die Entwicklung von Wasserstofftechnologien vorantreibt. Durch das Netzwerk soll die Zusammenarbeit hinsichtlich Wasserstofftechnologien auf politischer, wissenschaftlicher und industrieller Ebene erleichtert werden.<ref>Thomas Sponticcia: Autoindustrie will Wasserstoff zum Erfolg machen. In: Saarbrücker Zeitung. 28. März 2023, S. 11.</ref><ref>Lothar Warscheid: Wasserstoffrunde Südwest – was bisher geschah: Auf dem Weg in die Wasserstoff-Zukunft. In: Saarbrücker Zeitung. 27. Januar 2024, abgerufen am 17. März 2025.</ref>

Kritik

Im Oktober 2015 äußerte die IG Metall Kritik an der gesellschaftsrechtlichen Struktur der Hydac-Gruppe und deren negativen Auswirkungen auf die Beschäftigten. Kritisiert wurde insbesondere die Aufsplittung der Gruppe in viele Einzelgesellschaften. Hierdurch würden u. a. die Vorschriften des Teilzeit- und Befristungsgesetzes unterlaufen. Auch seien dadurch Kettenbefristungen bei befristeten Arbeitsverträgen möglich. Es wurde auch bemängelt, dass Hydac regelmäßig neue Gesellschaften gründe, wenn die Mitarbeiterzahl einer Gesellschaft sich der 500er-Marke nähere. So solle versucht werden, Mitspracherechte der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat zu verhindern. Hydac wies die Vorwürfe zurück und erklärte, es sei 2013 nur in 13 Fällen vorgekommen, dass Mitarbeiter in einer anderen Hydac Gesellschaft weiterbeschäftigt wurden. Zusätzlich sei der Großteil der Festangestellten ehemalige befristete Mitarbeiter und die jährlich steigende Mitarbeiterzahl widerspreche den Vorwürfen der IG Metall ebenfalls.<ref name="igm">Joachim Wollschläger: IG Metall kritisiert Struktur der Hydac. In: Saarbrücker Zeitung. 15. Oktober 2015, abgerufen am 15. Juni 2016.</ref>

Einzelnachweise

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