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Pfingstnelke

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Pfingst-Nelke
Datei:Dianthus gratianopolitanus1.jpg

Pfingst-Nelke
(Dianthus gratianopolitanus)

Systematik
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Unterfamilie: Caryophylloideae
Tribus: Caryophylleae
Gattung: Nelken (Dianthus)
Art: Pfingst-Nelke
Wissenschaftlicher Name
Dianthus gratianopolitanus
Vill.

Die Pfingst-Nelke (Dianthus gratianopolitanus), auch Grenobler Nelke oder Felsennägele, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Nelken (Dianthus) innerhalb der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae). Sie ist hauptsächlich in den Mittelgebirgen Mittel- und Westeuropas verbreitet.

Beschreibung

Datei:Flora Europaea inchoata (Pl. 37) (6033188730).jpg
Illustration aus Flora Europaea inchoata, Tafel 37
Datei:Dianthus-gratianopolitanus-1-by-Maseltov.jpg
Habitus und Blüten im Habitat

Vegetative Merkmale

Die Pfingst-Nelke ist eine überwinternd grüne, ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 20 Zentimetern. Sie wächst in dichten Rasen oder locker polsterförmig.

Die Laubblätter sind gegenständig am Stängel angeordnet. Die einfache, blau-grüne und kahle Blattspreite ist bei einer Länge von 2 bis 6 Zentimetern und einer Breite von etwa 2 Millimetern linealisch.<ref name="Hegi1979" />

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Mai bis Anfang Juli. Die Stängel sind in der Regel einblütig und bestehen aus 4 bis 6 gestreckten Internodien.<ref name="Hegi1979" />

Die zwittrigen Blüten sind bei einem Durchmesser von 1,5 und 3 Zentimetern radiärsymmetrisch. Der zylindrische Kelch ist insgesamt 12 bis 16 Millimeter lang und zwei- bis dreimal so lang wie die vier bis sechs zugespitzten, schuppenförmigen, schmal hautrandigen Kelchschuppen.<ref name="Hegi1979" /> Die rosafarbenen bis hellroten Kronblätter sind gezähnt und am Schlund behaart. Der Nagel jedes Kronblatts besitzt 2 abstehende Flügelleisten.<ref name="Hegi1979" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 60 oder 90.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Bei der Pfingst-Nelke handelt es sich um einen Chamaephyten. Die Pfingst-Nelke ist durch den Polsterwuchs, durch kleine mit einer Wachsschicht überzogenen Blättern und mit Festigungsgewebe versehenen Leitbündeln an trockene und heiße Standorte angepasst (Xerophyt). Es werden nur wenige Zentimeter lange Wurzeln gebildet, dies ermöglicht der Pfingst-Nelke auf sehr flachgründigen Böden zu wachsen.

Mit ihrer Blütenfarbe und mit ihrem Duft lockt die Pfingst-Nelke vor allem Tagfalter an. Die nektarreichen Blüten der Pfingst-Nelke werden von Insekten, vor allem von Tagfaltern, bestäubt.

Die Diasporen werden durch den Wind ausgebreitet.

Vorkommen und Gefährdung

Die Pfingst-Nelke ist hauptsächlich in den Mittelgebirgen Zentral- und Westeuropas, von Frankreich bis nach Polen verbreitet. Die Hauptverbreitung liegt im Französischen, Schweizer und Deutschen Jura. Sie fehlt in den Alpen. In Europa kommt sie ursprünglich vor in den Ländern Frankreich, „Großbritannien“, Belgien, Schweiz, Deutschland, Polen, Tschechien und in der Ukraine. In Island kommt sie eingeschleppt vor, in Italien ist die Ursprünglichkeit zweifelhaft.<ref name="Euro+Med" />

Die Populationen der Pfingst-Nelke sind meist sehr klein (2 bis 15 Polster). Die Pfingst-Nelke hat eine reliktartige Verbreitung und fehlt an vielen potentiell günstigen Standorten. Sie wächst vor allem auf Felsen und in trockenen Felsspalten, aber auch in Trocken- und Halbtrockenrasen, Steppenheiden sowie in Kiefernwäldern in Höhenlagen bis zu 2200 Metern. Sie gedeiht meist auf warmen, trockenen, basenreichen, kalkarmen, humosen, flachgründigen Stein- und Felsböden, wächst aber auch auf Kalk, Dolomit und Molasse. Dianthus gratianopolitanus ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Diantho-Festucetum.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1 (sehr trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 5 (basisch), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Die Pfingst-Nelke ist in Mitteleuropa gefährdet und im Rückgang begriffen. Nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) ist sie „besonders geschützt“. In Deutschland ist sie zudem als eine nationale Verantwortungsart innerhalb der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt der Bundesregierung eingestuft.<ref>Arten in besonderer Verantwortung Deutschlands auf der Homepage des Bundesamtes für Naturschutz, abgerufen am 3. Juni 2016</ref> Die Pfingst-Nelke ist durch Luftverschmutzung sowie durch Trittbelastung von Wanderern und Kletterern gefährdet.

Taxonomie

Die Erstbeschreibung von Dianthus gratianopolitanus erfolgte 1789 durch Dominique Villars in Histoire des plantes du Dauphiné, Band 3, S. 598. Ein Synonym für Dianthus gratianopolitanus <templatestyles src="Person/styles.css" />Vill. ist Dianthus caesius <templatestyles src="Person/styles.css" />Sm..<ref name="Euro+Med" /> Das Artepitheton gratianopolitanus bedeutet "von Grenoble"; Gratianopolis war der Name der Stadt Grenoble zur Römerzeit.

Datei:Dianthus Baths Pink 08.jpg
Die Sorte ‘Baths Pink’

Nutzung

Dianthus gratianopolitanus wird in den gemäßigten Gebieten in zahlreichen Sorten als Zierpflanze auf Balkon, in Garten und im Park verwendet. Zander 2008 nennt folgende Sorten: ‘Badenia’ Knecht, ‘Blauigel’ Penzler, ‘Compactus Eydangeri’, ‘Emmen’, ‘Feuerhexe’ Kayser und Seibert, ‘La Bourboule’, ‘Nordstjernen’ Landw. Hochschule Aas, ‘Oakington Pink’, ‘Pink Jewel’, ‘Prince Charming’, ‘Rosafeder’, ‘Rotkäppchen’ Jügl, ‘Rubin’ Knecht und ‘Stäfa’.<ref name="Zander2008" />

Trivialnamen

Für die Pfingst-Nelke bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Leienfledde (Eifel bei Altenahr), Pfingstnägele (Augsburg), Pfingstnägeli (Bern), Todtennägeln (Augsburg) und Veitsnägeln (Augsburg).<ref name="Pritzel1882">Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 133.(eingescannt).</ref>

Quellen

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="InfoFlora"> Dianthus gratianopolitanus Vill. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. S. 370. </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold, 2011+: Caryophyllaceae. Datenblatt Dianthus gratianopolitanus In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Zander2008"> Walter Erhardt et al.: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2, S. 1360. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7. </ref> <ref name="Hegi1979">Gustav Hegi et al. 1979: Dianthus gratianopolitanus In: .</ref> </references>

Weblinks

Commons: Pfingst-Nelke (Dianthus gratianopolitanus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien