Engelbert Siebler
Engelbert Alois Georg Siebler (* 29. Mai 1937 in München; † 11. Oktober 2018 ebenda) war Weihbischof in München und Freising.
Leben
Siebler wuchs als Bauernsohn im Weiler Jarzt bei Fahrenzhausen im Landkreis Freising auf.<ref>Landeshauptstadt Muenchen ehrt Weihbischof Siebler. Abgerufen am 5. Dezember 2025.</ref>
Priester
Nach dem Abitur am Dom-Gymnasium Freising studierte Siebler ab 1957 Katholische Theologie und Germanistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Am 29. Juni 1963 wurde Siebler von Weihbischof Johannes Neuhäusler<ref>Gottesdienst zum 100. Weihetag von Weihbischof Neuhäusler, Pressemitteilung des Erzbistums München und Freising vom 20. Juni 2013.</ref> in Freising zum Priester geweiht. Nach dreijähriger Tätigkeit in der Seelsorge als Kaplan in Dorfen wirkte er zunächst von 1966 bis 1971 am Erzbischöflichen Studienseminar St. Michael in Traunstein als Präfekt. Von 1971 bis 1976 war Siebler als Religionslehrer an Gymnasien in Traunstein, Traunreut und Bad Reichenhall und von 1976 bis 1985 Direktor des Studienseminars in Traunstein. 1985 berief ihn Friedrich Kardinal Wetter zum Ordinariatsrat und Leiter des Schulreferates I des Erzbischöflichen Ordinariats München.
Weihbischof
Papst Johannes Paul II. ernannte Siebler am 1. März 1986 zum Titularbischof von Tela und zum Weihbischof in München und Freising. Die Bischofsweihe erfolgte am 20. April des gleichen Jahres durch Friedrich Kardinal Wetter. Mitkonsekratoren waren sein Vorgänger Alt-Weihbischof Ernst Tewes und Weihbischof Matthias Paul Defregger aus der Region München-Süd. Siebler wurde im Anschluss daran Bischofsvikar für die Seelsorgsregion München, eine der drei Seelsorgsregionen des Erzbistums. Er folgte in dieser Aufgabe Ernst Tewes nach. Im Jahr 1999 übernahm er als Dompropst des Münchner Metropolitankapitels dessen Leitung. Im Erzbischöflichen Ordinariat war Siebler von 1996 bis 2002 Leiter des Referates Fremdsprachige Seelsorge und von 2001 bis 2012 Präsident des Bayerischen Pilgerbüros.
Am 31. Juli 2012 nahm Papst Benedikt XVI. sein aus Altersgründen vorgebrachtes Rücktrittsgesuch an.<ref>Rinuncia di Ausiliare di München und Freising (Germania), in: Presseamt des Heiligen Stuhls: Tägliches Bulletin vom 31. Juli 2012.</ref> Das Amt des Weihbischofs wurde vorerst nicht wieder besetzt. Rupert Graf zu Stolberg-Stolberg übernahm zunächst als Bischofsvikar am 1. Januar 2013 (und ab 10. Dezember 2016 als Weihbischof) die Aufgabe für die Region München.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kein neuer Weihbischof für München. ( vom 7. September 2014 im Internet Archive) Meldung von Radio Vatikan vom 5. November 2012.</ref>
Missbrauchs- und Misshandlungsvorwürfe
Im Juni 2020 wurde der 2018 verstorbene Siebler beschuldigt, als Leiter des Traunsteiner Internats zwischen 1976 und 1985 Schüler misshandelt zu haben. Einer wirft ihm zudem sexuellen Missbrauch vor. Das Erzbistum München und Freising kündigte eine „vollumfängliche Aufarbeitung im Sinne der Betroffenen“ an.<ref>Katholische Kaderschmiede: Ex-Schüler erhebt Missbrauchsvorwürfe Bayerischer Rundfunk, 10. Juni 2020</ref><ref>Missbrauchsvorwurf gegen verstorbenen Münchner Weihbischof. katholisch.de vom 10. Juni 2020</ref> Betroffene ehemalige Seminaristen nahmen im September 2020 an einem Gesprächsforum teil. Gemeinsam mit der Gruppe der Betroffenen soll nun besprochen werden, welche weiteren Schritte der Aufarbeitung sinnvoll und nötig sind. So wurde unter Leitung des Frankfurter Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik eine Studie durchgeführt „körperliche, psychische und spirituelle Gewalt gegen minderjährige Seminaristen“ aufzuklären.<ref>Gewalt im Internat: Ein früherer Seminarist erinnert sich, in: SZ, 28. Juli 2025</ref><ref>Pressemitteilung: In Zusammenarbeit mit Betroffenen: Aufarbeitungsstudie zu Mitte der 60er- bis Mitte der 80er-Jahre in katholischem Studienseminar startet</ref>
Auszeichnungen
- Bürgermedaille der Stadt München „München leuchtet – den Freunden Münchens“ (2002)
- Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (2003)
- Bayerischer Verdienstorden (2008)
- Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Gemeinde Fahrenzhausen, Lkrs. Freising (2015)<ref>Andreas Beschorner: „Sein Herz ist immer bei den Menschen gewesen“. In: merkur.de. 21. Oktober 2018, abgerufen am 5. Dezember 2025.</ref>
Weblinks
- Eintrag zu Engelbert Siebler auf catholic-hierarchy.orgVorlage:Abrufdatum (englisch)
- Weihbischof Engelbert Siebler auf erzbistum-muenchen.de
Einzelnachweise
<references /> Vorlage:Klappleiste/Anfang
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Vakanz 1841 bis 1911
Johann Baptist von Neudecker |
Alois Hartl |
Michael Buchberger |
Johann Baptist Schauer |
Anton Scharnagl |
Johannes Neuhäusler |
Ernst Tewes |
Matthias Defregger |
Heinrich von Soden-Fraunhofen |
Franz Schwarzenböck |
Engelbert Siebler |
Bernhard Haßlberger |
Franz Dietl |
Wolfgang Bischof |
Rupert Graf zu Stolberg-Stolberg
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Siebler, Engelbert |
| ALTERNATIVNAMEN | Siebler, Engelbert Alois Georg (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Geistlicher, Weihbischof im Erzbistum München und Freising |
| GEBURTSDATUM | 29. Mai 1937 |
| GEBURTSORT | München |
| STERBEDATUM | 11. Oktober 2018 |
| STERBEORT | München |
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