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Mahikeng

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Mahikeng
Mahikeng (Südafrika)
Mahikeng (Südafrika)
Koordinaten 25° 52′ S, 25° 38′ OKoordinaten: 25° 52′ S, 25° 38′ O
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Basisdaten
Staat Südafrika
Vorlage:Info ISO-3166-2/admtypelink Nordwest
Distrikt Ngaka Modiri Molema
Gemeinde Mahikeng
Einwohner 15.117 (2011)
Obelisk in Mahikeng, der an die britischen Gefallenen während der Belagerung erinnert
Obelisk in Mahikeng, der an die britischen Gefallenen während der Belagerung erinnert
Obelisk in Mahikeng, der an die britischen Gefallenen während der Belagerung erinnert
Datei:Relief of Mafeking - Bacon's South Africa War Prints.jpg
Belagerung von Mafeking in den Bacon's South Africa War Prints von 1900
Datei:Mafikeng, North West, South Africa (20343201878).jpg
Museum, das ehemalige Rathaus

Mahikeng (bis 2012 Mafikeng, zuvor Mafeking) ist Teil der Gemeinde Mahikeng im Distrikt Ngaka Modiri Molema. Es ist die Hauptstadt der südafrikanischen Provinz Nordwest. Die Stadt hatte 2011 15.117 Einwohner.<ref>Volkszählung 2011, abgerufen am 21. November 2013</ref> Mahikeng liegt am Fluss Molopo und ist durch die Nationalstraße N18 erreichbar. Gemeinsam mit der ca. 5 km entfernten ehemaligen Provinzhauptstadt Mmabatho mit 38.287 Einwohnern (2011) bildet Mahikeng ein großes urbanes Siedlungsgebiet. Seit 1994 ist Mmabatho verwaltungstechnisch ein Stadtteil der heutigen Provinzhauptstadt.

Name

Die Stadt wurde 2010 in Mahikeng umbenannt,<ref>Bericht von der Zustimmung zum Namenswechsel (englisch), abgerufen am 4. Juni 2012</ref> wie der Ort bis 1885 hieß. Der frühere Name Mafikeng kommt aus dem Setswana und bedeutet „Platz der Steine“.

Geschichte

Vor der Ankunft der Briten wurde das Gebiet vom Tswana-Stamm der Barolong bewohnt. 1852 ließ sich ein gewisser Molema,<ref name=":0">Frank Tétart, Pierre-Alexandre Mounier, cartes de Gaëlle Sutton: Atlas historique des capitales déplacées : 70 capitales qui ont déménagé au fil des siècles. Éditions Autrement (Flammarion), Paris 2025, ISBN 978-2-08-047289-2, S. 90–93.</ref> ein Getreuer des Anführers Montshiwa, der gegen den Expansionsdrang der Buren kämpfte, nieder und gründete ein Dorf namens Molema. 1873<ref name=":0" /> kamen europäische Missionare hinzu. Ab dem Jahr 1881 gab es eine Missionsschule.

Von britischen Söldnern wurde Molema ab 1881 in Setswana Mahikeng genannt. Schon König Khama III. suchte 1876 das Bündnis mit den Briten, weil Buren und Deutsche in sein Gebiet vordrangen und 1882 Stellaland gründeten. Der Missionar John MacKenzie koordinierte die britische Intervention. Nachdem Montshiwa am 22. Mai 1884 mit den Briten ein Beistandsabkommen gegen diese Europäer abgeschlossen hatte,<ref name=":0" /> verballhornten die Briten den Namen Mafeking, der bis etwa 1980 der offizielle Name der Stadt war.<ref name="Fries">Marianne Fries: Südafrika. Reiseführer mit Landeskunde (= Mai’s Weltführer Nr. 43). 7. Auflage, Mai Verlag, Buchschlag bei Frankfurt (Main) 1991, ISBN 3-87936-203-3, S. 334.</ref>

Kurz vor Ausbruch des Zweiten Burenkrieges 1899 wurde Sol Plaatje als Übersetzer in Mafeking sowohl bei Gericht als auch bei der Eingeborenenverwaltung eingesetzt. Mahikeng war fortan Teil der britischen Kronkolonie Betschuanaland und wurde 1895 der Kapkolonie zugeschlagen. Die Briten entschieden aber, der Stadt einen administrativen Sonderstatus als Hauptort von zwei Gebietseinheiten zu geben.<ref name=":0" />

Mahikeng wurde vom 13. Oktober 1899 bis am 17. Mai 1900 von Truppen der burischen Republik Transvaal und des Oranje-Freistaats belagert. Die Stadt und ihr unbebautes direktes Umland waren von einem Ring aus Schützengräben umgeben. Der Belagerungsring umfasste Befestigungen wie das Fort Standard oder Fort Snyman im Süden, während der Verteidigungsring mit dem Fort Nelson und dem Kalkfort verstärkt war. Die Befreiung und das Überleben in der 217-tägigen Belagerung mit 212 Opfern, durch besonders einfallsreiche Aktionen von Robert Baden-Powell, wurde in England als heldenhafter Erfolg bekannt und wurde zum Gründungsmythos der Pfadfinder, während die Buren danach in Konzentrationslager verschleppt wurden.<ref name=":0" />

Mahikeng war in der 1910 gegründeten Südafrikanischen Union die extraterritoriale<ref name=":0" /> Hauptstadt des Protektorats Betschuanaland, als einzige Hauptstadt der Geschichte befand sie sich nicht in dem Gebiet, dessen Hauptstadt sie war. Die Stadt hatte zu Beginn des 20. Jahrhunderts etwa 5000<ref name=":0" /> schwarze und 1700<ref name=":0" /> weiße Einwohner, die bereits segregiert lebten. Seit 1903 verfügte sie über ein neues Rathaus.

Als Seretse Khama 1940 die Thronfolge antrat, der noch dazu mit einer Weißen verheiratet war, was seinen Aufenthalt in Südafrika unter den Bedingung der Apartheid illegal machte, erwies es sich als zunehmend unmöglich, von Mafeking aus ein exterritoriales Gebiet zu regieren. Khama wurde nach Großbritannien ausgewiesen und konnte Betschuanaland erst 1956 wieder betreten. Das neu gebildete Legislative Council mit Beteiligung schwarzer und weißer Bevölkerungsgruppen und der britischen Kolonialbehörde einigte sich auf die Unabhängigkeit Botswanas und Khama wurde an der Spitze der Betschuanaland Democratic Party 1965 als Wahlsieger bestätigt.<ref name=":0" /> Von 1980 bis 1996 war Mafikeng Stadtteil von Mmabatho, der ehemaligen Hauptstadt des Homelands Bophuthatswana.<ref name="Fries" /> Mmabatho bildet mit Mahikeng faktisch eine gemeinsame Stadt.

Bildung und Kultur

  • Im Stadtzentrum von Mahikeng befindet sich das Mahikeng Museum mit Ausstellungen zur Regionalgeschichte und Ethnographie.
  • Mit dem Campus Mahikeng in Mmabatho befindet sich einer von drei Standorten der North West University in der Provinzhauptstadt.
  • Ein Sportstadion in Mmabatho bietet nahezu 60.000 Plätze, insbesondere für Fußballspiele.

Infrastruktur und Verkehr

Durch Mahikeng verläuft die Nationalstraße N18.

Der Mahikeng International Airport (ehemals Mmabatho International Airport) befindet sich rund 15 km nordwestlich von Mmabatho/Mahikeng. Er wurde 2015 wieder in Betrieb genommen, nachdem er vier Jahre zuvor aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen worden war. Angeboten werden Flüge nach Johannesburg, Kapstadt und Pietermaritzburg. Rekonstruktionsmaßnahmen haben zum Ziel, internationale Standards wiederherzustellen.

Naturschutzgebiete

Östlich der Stadtgrenze erstreckt sich auf einer Fläche von 4600 Hektar das Mafikeng Game Reserve. Dieser Wildpark gehört mit Kalahari- und Acacia-Bäumen sowie einer vielfältigen Tierwelt, darunter Nashörner, Giraffen und Zebras, zu den touristischen Attraktionen.<ref>www.sa-venues.com: The Mafikeng Game Reserve</ref><ref>www.tourismnorthwest.co.za: Mafikeng Game Reserve - North West Parks South Africa</ref>

Persönlichkeiten

Mahikeng in der Literatur

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />

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