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Giulio Cesare Aranzio

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Giulio Cesare Aranzi(o), latinisiert Julius Caesar Arantius (* 1530 in Bologna; † 7. April 1589 ebenda), war ein italienischer Anatom. Aranzi war Professor für Anatomie und Chirurgie in Bologna.

Leben

Aranzio war der Neffe und Schüler des Chirurgen Bartolomeo Maggi und studierte in Padua und Bologna Medizin. 1556 wurde er in Bologna promoviert.<ref name="ÄL">Ralf Bröer: Giulio Cesare Aranzio. In: Wolfgang U. Eckart, Christoph Gradmann (Hrsg.): Ärztelexikon. Von der Antike bis zum 20. Jahrhundert. 1. Auflage. 1995 C. H. Beck München S. 21, Ärztelexikon. Von der Antike bis zur Gegenwart. 2. Auflage. 2001, S. 10, 3. Auflage. Springer Verlag, Heidelberg/Berlin/New York 2006, S. 11. doi:10.1007/978-3-540-29585-3.</ref> Kurz danach wurde er in Bologna Professor für Medizin und Chirurgie, später auch für Anatomie.<ref name="ÄL" />

Er entdeckte beim Fötus den bereits von Galenos beschriebenen und nach Leonardo Botallo benannten Botalli-Gang (Ductus arteriosus Botalli) Botallo. Aranzio war Erstbeschreiber des Augenlidhebermuskels und der Semilunarklappen mit den Noduli Arantii (Noduli valvarum semilunarium). Aranzio befasste sich zudem mit der Anatomie des Fetus. Der Ductus venosus (Aranzio-Gang, Ductus venosus Arantii), welcher erstmals 1564 im Werk von Vesal erwähnt und auch von Leonardo Botallo beschrieben<ref>Paul Diepgen, Heinz Goerke: Aschoff/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin. 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 21.</ref> wurde, wurde ebenfalls nach ihm benannt. 1564 verwendete Giulio Cesare Aranzio als Erster den Begriff Hippocampus für die ebenfalls von ihm erstmals beschriebene Gehirnstruktur. Er befasste sich mit den Ammonshörnern des Hippocampus und prägte den Begriff des „Aquaeductus cerebri.“<ref name="ÄL" />

Schriften

  • De humano foetu opusulcum. Rom 1564.
  • De tumoribus, Bologna 1571.<ref name="ÄL" />
  • Observationes anatomicae. 1579.

Literatur

  • Daniel Schäfer: Aranzio, Giulio Cesare. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 90.
  • R. Gurunluoglu, M. Shafighi, A. Gurunluoglu, S. Cavdar: Giulio Cesare Aranzio (Arantius) (1530–89) in the pageant of anatomy and surgery. In: Journal of Medical Biography. Band 19, Nr. 2, 2011, S. 63–69. doi:10.1258/jmb.2010.010049.
  • S. C. Bir, S. Ambekar, S. Kukreja, A. Nanda: Julius Caesar Arantius (Giulio Cesare Aranzi, 1530–1589) and the hippocampus of the human brain: history behind the discovery. In: Journal of Neurosurgery. Band 122, Nr. 4, 2015, S. 971–975. doi:10.3171/2014.11.JNS132402

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

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