Edmund Uher
Edmund Uher (auch Edmond Uher<ref>Schreibweise Edmond u. a. laut Gesellschaftsgründungsvertrag der Uher Werke vom 18. Dezember 1952 und 16. Januar 1953 (Notar Dr. Georg Feyock, München, Urk.-Rolle Nr. 8488 und 350).</ref>, ungarisch: Uher Ödön, * 30. Juni 1892 in Hermannstadt, Ungarn<ref>Eine am 27. Februar 1951 in Salzburg ohne Angabe der Behörde ausgestellte Geburtsurkunde enthält abweichende Angaben. Vorname: Edmond, Tag der Geburt: 30. August 1892, Ort der Geburt: Gross-Kanizsa.</ref>; † 17. März 1989 Cap d’Antibes, Frankreich) war ein Unternehmer, Gründer der Firma Uher & Co, einem Vorläufer der Uher-Werke, und Erfinder des fotografischen Schriftsetzsystems „Uhertype“.
Leben
Edmund Uher war zunächst in Ungarn in der Filmbranche tätig und betrieb ein Konstruktionsbüro. In den 1920er-Jahren machte er verschiedene Entwicklungen für das grafische Gewerbe und stellte 1927 Kontakt zu MAN Druckmaschinen AG in Augsburg her. 1930 erhielt Uher mehrere Patente auf seine Fotosatzmaschine<ref>Patent DE580480C: Lichtsetzverfahren. Angemeldet am 23. Februar 1930, veröffentlicht am 12. Juli 1933, Anmelder: Edmond Uher Jun, Uhertype A.G..</ref> und ein weiteres Handsetzinstrument. Nach Gründung der Entwicklungsgesellschaft Uher & Co. in München in den 1930er-Jahren begann er mit dem Bau von Prototypen in den Süddeutschen Mechanischen Werkstätten am Starnberger See. Uhers Kommanditist MAN (zeitweise auch zusammen mit Messerschmitt und BMW) finanzierten die Versuche. Jan Tschichold entwarf 12 Schriften für die Maschine. 1935 erschien im „Penrose Annual“ als Werbung eine Satzprobe der Uhertype-Maschine, die eine neue Freiheit bei der Gestaltung versprach. Noch vor dem Jahr 1939 wurden allerdings die Experimente mit der Maschine beendet und die beiden einzigen Prototypen verkauft. Während des Zweiten Weltkriegs übernahm Uher Aufträge für die Flugzeugindustrie und eröffnete Zweigunternehmen in Wien und Budapest. Er beschäftigte 1944 6000 Mitarbeiter. Nach dem Krieg baute er die Uher-Werke GmbH in München und Wien wieder neu auf, verkaufte aber später seine Anteile des Münchner Werks an einen Miteigner und konzentrierte sich auf die Wiener Zweigstelle. Das Unternehmen beschäftigte sich von diesem Zeitpunkt an nicht mehr mit Setzmaschinen.
Nach 1945 konstruierte Uher unter anderem ein vollautomatisches Keilriemengetriebe für Mopeds und Motorroller, wie es die von 1954 bis 1957 gebaute DKW Hobby hatte. Das Getriebe wurde im Jahre 1953 zum Patent angemeldet.<ref>Patent DE1022100B: Selbsttätig arbeitendes, für Kraftfahrzeuge bestimmtes, stufenloses Keilriemenwechselgetriebe. Angemeldet am 8. Oktober 1953, veröffentlicht am 2. Januar 1958, Erfinder: Edmond Uher.</ref> Außerdem entwickelte er Automatikgetriebe für Autos.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Webseite über Edmond Uher von Andreas Flader ( vom 18. Dezember 2014 im Internet Archive)</ref>
Im Jahr 1970 übergab Edmund Uher die Leitung der Wiener Gesellschaft an seinen Sohn Alfons. Ende August 1987 wurde Uher 95-jährig durch sein wohl letztes Interview mit dem Münchner Merkur noch einmal gewürdigt.<ref>Peter Remmers: Die Geschichte der Uher-Werke München. Hrsg.: Andreas Flader. Funk Verlag Bernhard Hein e. K., Dessau 2008, ISBN 978-3-939197-19-5.</ref>
Weblinks
- Richard Winkler: Uher, Karl Edmund (eigentlich Edmond, Ödön junior). Deutsche Biographie, abgerufen am 10. Dezember 2021.
Quellen
- Roger Münch „Die Anfänge der modernen Fotosatztechnik: Die Uhertype.“ In: „Gutenberg Jahrbuch“ 1997, 72. Jahrgang, Mainz 1997. ISBN 3-7755-1997-1.
- L. W. Wallis: A Concise Chronology of Typesetting Developments 1886-1986. Wynkyn de Worde Society, London 1988.
- Lexikon des gesamten Buchwesens, Artikel Uhertype
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Uher, Edmund |
| ALTERNATIVNAMEN | Uher, Ödon |
| KURZBESCHREIBUNG | ungarisch-deutscher Unternehmer und Erfinder |
| GEBURTSDATUM | 30. Juni 1892 |
| GEBURTSORT | Ungarn |
| STERBEDATUM | 17. März 1989 |