Kraftwerk Thierbach
Das Kraftwerk Thierbach war ein Braunkohlekraftwerk im Bergbaurevier Südraum Leipzig. Die Anlage befand sich etwa 20 km südlich von Leipzig, auf der Flur der Stadt Kitzscher.
Geschichte
Der Beschluss zum Bau des Kraftwerkes wurde 1964 gefasst. Der Grundstein für das Kraftwerk wurde 1967 gelegt, am 3. September 1969 erfolgte die Netzschaltung des ersten 210-MW-Blockes. Ab Mai 1971 waren alle vier 210-MW-Blöcke am Netz. Das Kraftwerk wurde mit sowjetischer Technik betrieben, an der Errichtung waren Monteure und Spezialisten aus der Sowjetunion, Polen und Ungarn beteiligt. Der Schornstein war mit einer Höhe von 300 m einer der höchsten der Welt. Der VEB Kraftwerk Thierbach als Betreiber der Kraftwerksanlage gehörte ab 1980 dem Kombinat Braunkohlekraftwerke an.
Im Zuge der Neustrukturierung der mitteldeutschen Braunkohle- und Energiewirtschaft wurde das Kraftwerk am 30. September 1999 stillgelegt und schrittweise rückgebaut. Am 19. Oktober 2002 wurde der 300 Meter hohe Schornstein mit einer Kollapssprengung zerstört. Der Schlot begann, wie vorgesehen, zu kollabieren, jedoch lehnte die herabgefallene Schornsteinspitze sich gegen den Sockel. Dieser blieb dadurch stehen, anstatt umzufallen.<ref>Bild von der nicht ganz geglückten Schornsteinsprengung. Abgerufen am 19. Februar 2020.</ref> Am 24. März 2006 erfolgte die Sprengung der Kühltürme. Am 14. Januar 2015 wurde das Kesselhaus 1 gesprengt,<ref>Thierbach bei Espenhain – Altes Kesselhaus gesprengt. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 6. Februar 2015; abgerufen am 6. Februar 2015.</ref> die Sprengung der Kesselhäuser 2–4 fand am 6. Februar 2015 statt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ablaufplan zur Sprengung der Kessel Nr. 2–4 im ehemaligen Kraftwerk Thierbach ( vom 6. Februar 2015 im Internet Archive), abgerufen am 6. Februar 2015</ref> Die Maschinenhalle konnte aufgrund ihrer geringeren Höhe mit Baggern abgerissen werden.<ref>Video auf YouTube</ref> Am 21. Oktober 2016 wurde der zwischen Kesselhaus und Maschinenhalle stehende, 60 m hohe Mittelbau, über den die Bekohlung erfolgte, gesprengt.<ref>LVZ-Online: Video – LVZ – Leipziger Volkszeitung. In: www.lvz.de. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 21. Oktober 2016. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>
Ein Teil der Computertechnik befindet sich heute im Rechenwerk Computer- & Technikmuseum Halle.<ref>Rechenzentrum des Kraftwerks Thierbach. In: robotrontechnik.de. Abgerufen am 3. Juni 2016.</ref>
Technische Daten
Gesamtübersicht
| Bruttonennleistung in MW | 840 |
| Dampferzeuger | 4 |
| Turbosätze | 4 |
| Nennleistung je Turbosatz in MW | 210 |
| Kurzzeitleistung je Turbosatz in MW | 230 |
| Feuerungsart | Braunkohlestaub |
| Einsatzart | Grundlast |
| Rauchgasentstaubung je DE | 2 E-Filterstrassen mit je 4 Einzelfilter |
| Rauchgasentschwefelungsanlage | / |
| Rauchgasentstickung | / |
| CO2-Verminderung | / |
| Fernwärmeauskopplung in MWth | / |
| Nettowirkungsgrad in % | 30 |
| Brennstoffausnutzungsgrad in % | 35 |
Dampferzeuger
| Anzahl | 4 |
| Art | |
| Höhe in m | 52 |
| Nennleistung in t/h | 684 |
| Brennkammerhöhe in m | 35 |
| FD Druck in bar | 130 |
| FD Temp. in °C | 540 |
| ZD Druck in bar | 26 |
| ZD Temp. in °C | 540 |
| Mühlen pro DE | 8<templatestyles src="FN/styles.css" /> 1 |
<templatestyles src="FN/styles.css" />
Turbine
| Anzahl | 4 |
| Bauart | |
| Druck v. HD-Teil in bar | 120 |
| Temp. v. HD-Teil in °C | 520 |
| Druck v. MD-Teil in bar | 20 |
| Temp. v. MD-Teil in °C | 520 |
| Nenndrehzahl in min−1 | 3000 |
| FD-Menge in t/h | 650 |
Generator
| Anzahl | 4 |
| Scheinleistung in MVA | 235 |
| Spannung in kV | 15,75 |
| Frequenz in Hz | 50 |
| Drehzahl in min−1 | 3000 |
| Kühlung | H2/H2O |
Maschinentransformator
| Anzahl | 4 |
| Scheinleistung in MVA | 300 |
| Übersetzung in kV | 15/220 |
Kühltürme
| Bauart | 4× Naturzug-Nasskühlturm |
| Kühlwasserdurchsatz in t/h | 25.000 |
| Durchmesser unten in m | 36,90 |
| Durchmesser oben in m | 32,80<ref name=":0">Sprengung der Kühltürme 1 bis 4 im Kraftwerk Thierbach. Abgerufen am 19. Februar 2020.</ref> |
| Höhe in m | 93 |
| Masse pro Turm in t | 5250<ref name=":0" /> |
Schornstein
| Höhe in m | 300 |
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
Koordinaten: 51° 10′ 6″ N, 12° 30′ 44″ O
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