Aulendiebach
Aulendiebach Stadt Büdingen
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(838)&title=Aulendiebach 50° 19′ N, 9° 4′ O
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| Höhe: | 150 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 4,63 km²<ref>Familienstadt Büdingen: Aulendiebach. Abgerufen am 10. September 2023.</ref> | |||||
| Einwohner: | 838 (2022)<ref name="DF">Wetteraukreis: Bevölkerung: Einwohner/-innen nach Ortschaften. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. August 2023; abgerufen am 11. September 2023.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 181 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 31. Dezember 1971 | |||||
| Postleitzahl: | 63654 | |||||
| Vorwahl: | 06042 | |||||
Übersichtskarte von Aulendiebach
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Aulendiebach ist ein Stadtteil Büdingens im hessischen Wetteraukreis.
Geographische Lage
Aulendiebach liegt vier Kilometer nordwestlich von Büdingen. Zum Stadtteil zählt auch die Siedlung Am Reutzelswäldchen einen Kilometer nordöstlich von Aulendiebach.
Geschichte
Ortsgeschichte
Aulendiebach ist ein altes Töpferdorf (aul – ul = Topf), Diet (= Volk) und Bach. Durch größere Bodenfunde ist erwiesen, dass in Aulendiebach das Töpfereigewerbe zu Hause war.
Der Ort wurde am 6. August 1272 als Catzendypach (Katzendiebach) erstmals urkundlich erwähnt.<ref>Ludwig Baur, Urkundenbuch des Klosters Arnsburg in der Wetterau. Darmstadt 1849 ff. Nr. 136, S. 84.</ref> 1403, am 20. April, wurde der Ort als Aulendiebach erwähnt.<ref>Friedrich Battenberg, Isenburger Urkunden, Regesten zu Urkundenbeständen und Kopiaren der fürstlichen Archive in Birstein und Büdingen 947-1500, Bd. 1–3 = Repertorien des Hessischen Staatsarchivs Darmstadt 21, Darmstadt, Marburg 1976. S. 279, Nr. 1047.</ref> Bei einer Nennung von „Diebach“ am 3. Februar 1333<ref>Ludwig Clemm, Zur Geschichte des Prämonstratenserstifts Konradsdorf. In: AHG NF 22, 1942, S. 209–243, S. 221.</ref> ist offen, welcher der beiden Orte gemeint ist.
Das Dorf gehörte bis 1601 zu den zweiherrischen Dorfschaften. 1820 kam Aulendiebach zum Amt Büdingen, 1822 zum Landratsbezirk Büdingen, 1848 zum Regierungsbezirk Nidda und 1852 zum Landkreis Büdingen. Gerichtlich gehörte das Dorf seit 1822 zum Landgericht Büdingen und seit 1879 zum Amtsgericht Büdingen.<ref name="lagis" />
Das Gotteshaus ursprünglich eine St. Gerolfskapelle stammt noch in wesentlichen Teilen aus dem 14. Jahrhundert. Die umfassenden Wehrmauern unterstreichen noch heute ihren Charakter als Wehrkirche.
- Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Zum 31. Dezember 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Aulendiebach im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis als Stadtteil in die Stadt Büdingen eingegliedert.<ref name="DEZ71">Gemeindegebietsreform in Hessen; Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 3, S. 84, Punkt 93 Abs. 38 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,0 MB]).</ref><ref></ref><ref>Grenzänderungs- und Eingliederungsvertrag vom 26. November 1971</ref> Für Aulendiebach wurde ein Ortsbezirk errichtet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 150 kB) § 3. In: Webauftritt. Stadt Büdingen, abgerufen im Juni 2024.</ref>
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Aulendiebach angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>
- vor 1806: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Isenburg-Büdingen, Amt Büdingen
- ab 1806: Fürstentum Isenburg,<ref group="Anm.">Infolge der Rheinbundakte.</ref> Amt Büdingen
- ab 1813: Generalgouvernement Frankfurt,<ref group="Anm.">Infolge der Befreiungskriege.</ref> Amt Büdingen
- ab 1815: Kaisertum Österreich,<ref group="Anm.">Mediatisierung infolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses.</ref> Amt Büdingen
- ab 1816: Großherzogtum Hessen (Souveränitätslande),<ref group="Anm.">Durch Staatsvertrag mit Österreich und dem Königreich Preußen sowie Einigung zwischen Großherzogtum Hessen und Kurhessen.</ref> Provinz Oberhessen, Amt Büdingen<ref name="NLVK" /> (zur Standesherrschaft Isenburg gehörig)
- ab 1822: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Büdingen<ref name="STH-Oberhessen" /><ref group="Anm.">Trennung zwischen Justiz (Landgericht Büdingen) und Verwaltung.</ref>
- ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Nidda
- ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen
- ab 1867: Norddeutscher Bund, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen
- ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen
- ab 1918: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen
- ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis Büdingen<ref name=RB1937 /><ref group="Anm.">Im Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Oberhessen aufgelöst.</ref>
- ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,<ref group="Anm.">Infolge des Zweiten Weltkriegs.</ref> Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen
- ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen
- ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Wetteraukreis, Stadt Büdingen
Bevölkerung
- Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Aulendiebach 879 Einwohner. Darunter waren 21 (2,4 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 189 Einwohner unter 18 Jahren, 375 zwischen 18 und 49, 165 zwischen 50 und 64 und 153 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 366 Haushalten. Davon waren 108 Singlehaushalte, 102 Paare ohne Kinder und 120 Paare mit Kindern, sowie 33 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 72 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 256 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />
- Einwohnerentwicklung
| Aulendiebach: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2022 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1834 | 227 | |||
| 1840 | 236 | |||
| 1846 | 236 | |||
| 1852 | 234 | |||
| 1858 | 261 | |||
| 1864 | 259 | |||
| 1871 | 276 | |||
| 1875 | 276 | |||
| 1885 | 281 | |||
| 1895 | 295 | |||
| 1905 | 320 | |||
| 1910 | 322 | |||
| 1925 | 380 | |||
| 1939 | 407 | |||
| 1946 | 598 | |||
| 1950 | 599 | |||
| 1956 | 549 | |||
| 1961 | 554 | |||
| 1967 | 512 | |||
| 1970 | 545 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | 716 | |||
| 2000 | ? | |||
| 2011 | 879 | |||
| 2014 | 894 | |||
| 2022 | 838 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Stadt Büdingen<ref name="EW" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" /> | ||||
- Historische Religionszugehörigkeit
| • 1961: | 478 evangelische (= 86,28 %), 63 katholische (= 11,37 %) Einwohner<ref name="lagis" /> |
Politik
Ortsbeirat
Mit der kommunale Gebietsreform in Hessen 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Aulendiebach Stadtteil der Stadt Büdingen. Durch die Hauptsatzung der Stadt ist seitdem geregelt, dass in Aulendiebach (wie auch in den anderen 15 Stadtteilen) ein Ortsbeirat eingerichtet ist. Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Die Mitglieder des Ortsbeirates werden im Rahmen der Kommunalwahlen in Hessen für fünf Jahre gewählt. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 57,08 %. Alle Kandidaten gehörten der „Aulendiebacher Unabhängigen Liste“ an.<ref>Ortsbeiratswahl Aulendiebach. In: Votemanager. Stadt Büdingen, abgerufen im Juni 2024.</ref> Der Ortsbeirat wählte Eberhard Hensel zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsbeirat Aulendiebach. In: Ratsinfosystem. Stadt Büdingen, abgerufen im Mai 2024.</ref>
Ortsvorsteher
Ortsvorsteher des Stadtteils ist seit dem 7. September 2017 Eberhard Hensel. Sein Vorgänger war vom 19. Mai 2016 bis zum 31. August 2017 Wolfgang Altenburg<ref>Ratsinformationssystem der Stadt Büdingen</ref>. Dessen Vorgänger war vom 1. Dezember 1999 bis zum 18. April 2016 Norbert Lott. Lott wurde für seine über 25-jährige ehrenamtliche Tätigkeit im Ortsbeirat Aulendiebach in der Sondersitzung der Stadtverordnetenversammlung am 29. Juni 2016 die Ehrenbezeichnung Ehrenortsvorsteher verliehen. Ortsvorsteher von 1991 bis 1999 war Jochen Henkel. Der letzte Bürgermeister der selbständigen Gemeinde Aulendiebach war von 1964 bis 1971 Hermann Wittig (* 25. Juni 192; † 15. Juli 2003). Direkt im Anschluss war Wittig bis zum 24. März 1991 Ortsvorsteher. Wittig wurde mit seinem Ausscheiden aus dem Amt 1991 die Ehrenbezeichnung Gemeindeältester verliehen.
Ortswappen
Blasonierung: „In Rot eine goldene Spitze, belegt mit einem blauen Wellenbalken, überhöht von einer aufgerichteten roten Töpferschiene.“<ref>Internetauftritt von Aulendiebach</ref>
Das Wappen wurde am 9. Juli 2004 durch die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Büdingen nach § 14 Hessische Gemeindeordnung (HGO) als Wappen des Stadtteils Aulendiebach angenommen.
Kulturdenkmäler
Siehe: Liste der Kulturdenkmäler in Aulendiebach
Ehrenbürger
- 1954: Hermann Lentz, Lehrer
Naturdenkmäler
Die Rosskastanie links (westlich) des Friedhofs ist ein geschütztes Naturdenkmal und unter der Nummer 440.002 in die Liste der Naturdenkmäler in Büdingen eingetragen. Der Schutzgrund des Einzelbaum ist sein schöner Wuchs und sein hohes Alter.
Literatur
- Hans Georg Ruppel und Karin Müller: Historisches Ortsverzeichnis für das Gebiet des ehem. Großherzogtums und Volksstaats Hessen mit Nachweis der Kreis- und Gerichtszugehörigkeit von 1820 bis zu den Veränderungen im Zuge der kommunalen Gebietsreform = Darmstädter Archivschriften 2. Historischer Verein für Hessen, Darmstadt 1976, S. 52.
- Baudenkmale in Hessen. Denkmaltopographie Wetteraukreis I, Friedr. Vieweg & Sohn, Braunschweig/Wiesbaden 1982, S. 130–133.
- Vorlage:HessBib
- Vorlage:HessBib
Weblinks
- Der Ort im Internetauftritt der Stadt Büdingen
- Private Website zum Stadtteil
- Aulendiebach, Wetteraukreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="lagis"> Aulendiebach, Wetteraukreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 15. Dezember 2014). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="NLVK"> Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 411, 415 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="STH-Oberhessen"> Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1830, S. 181 ff. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> <ref name="Z2011E"> Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 48 und 102, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2021. </ref> <ref name="EW">2014: Haushaltsplan 2016. Vorbericht: Statistische Angaben. Stadt Büddingen, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen im Juni 2024. </ref> </references>
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