Zum Inhalt springen

Einsatzersthelfer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 22. Januar 2026 um 05:25 Uhr durch imported>Derkoenig (Einsatzersthelfer B: lf).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Hlf SanDst Armbinde.GIF
Armbinde für Helfer im Sanitätsdienst

Die Ausbildung zum Einsatzersthelfer, englisch Mission First Aid Provider (MFAP), ist die grundlegende Erste-Hilfe- und Sanitätsausbildung aller Teilstreitkräfte und Truppengattungen der Bundeswehr. Sie richtet sich nach den Richtlinien zur Tactical Combat Casualty Care (TCCC). Die Ausbildung zum Einsatzersthelfer ist in die Stufen A und B gegliedert. Alle Ausbildungsstufen sind zeitgebunden und verfallen nach festgelegten Zeiträumen. Sie müssen durch jährliche Wiederholungsausbildungen erhalten werden. Der Combat First Responder (CFR) unterscheidet sich vom Einsatzersthelfer.

Einsatzersthelfer A

Die Ausbildung zum Einsatzersthelfer A erfolgt für alle Bundeswehrsoldaten verpflichtend während der Grundausbildung und ersetzt seit 2010 den bis 2009 für alle Soldaten obligatorischen, nicht verfallenden Kurs Helfer im Sanitätsdienst (Hlf SanDst, ATN 100 0830<ref>Generalstabsarzt Dr. Dick: Ausbildungsanweisung Einsatzersthelfer A. In: www.reservistenverband.de. Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr, 20. Januar 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 23. Juni 2019; abgerufen am 8. Dezember 2025.</ref>) bei der Bundeswehr.<ref>Bundeswehr Sanitätsdienst (abgerufen am 8. März 2011)</ref>

Lediglich für das Leistungsabzeichen durfte die Ausbildung zum Helfer im Sanitätsdienst nicht älter als drei, früher sogar nicht älter als fünf Jahre sein. Gemäß der Ausbildung und Erhalt der individuellen Grundfertigkeiten und der Körperlichen Leistungsfähigkeit muss nunmehr jedes Jahr eine Fortbildung durchgeführt werden. Absolventen des Lehrgangs Einsatzersthelfer A sind befähigt, Sofortmaßnahmen der Ersten Hilfe durchzuführen und die persönliche Sanitätsausstattung (inkl. Morphin-Autoinjektoren<ref name="Hohensee">Bianca Hohensee (2014): Von der Unfall- bis zur Einsatzhilfe</ref>) fachgerecht einzusetzen. Sie hat einen Umfang von 30 Unterrichtsstunden; zum Erhalt sind jährlich 8 Unterrichtsstunden Pflicht.<ref name="Hohensee" /> Die Ausbildungsinhalte beinhalten nur Maßnahmen im Rahmen der sogenannten Regelkompetenz.

Einsatzersthelfer A führen im Rahmen der Selbst- und Kameradenhilfe die Erstversorgung durch und unterstützen im Bedarfsfall den Truppensanitätsdienst oder die Sanitätstruppe in der Durchführung der sanitätsdienstlichen Hilfe. Die Ausbildung umfasst auch einsatzspezifische Maßnahmen wie die Handhabung und Verabreichung von Morphinautoinjektoren in der Verwundetenversorgung.

Die Ausbildungsstufe Einsatzersthelfer A ist Voraussetzung für die Ausbildung „Einzelkämpfer Grundlehrgang Überleben und Durchschlagen“ und „Einzelkämpfer 2 Jagdkampf“. Durch die Weiterentwicklung des Helfers im Sanitätsdienst zum Einsatzersthelfer A wurde die Ausbildung didaktisch aufbereitet und durch einen besonderen Fokus auf schwer blutende Wunden, Bewusstlosigkeit und Atemstillstand erweitert. Im zivilen Bereich wird die Einsatzersthelferausbildung A als (erweiterter) Erste-Hilfe-Kurs anerkannt.

Einsatzersthelfer bekommen wie auch die damaligen Helfer im Sanitätsdienst nach erfolgreicher Teilnahme durch den für die Durchführung der Ausbildung verantwortlichen Truppenarzt einen entsprechenden Ausweis ausgestellt. Während der Durchführung von Maßnahmen der Selbst- und Kameradenhilfe im Gefecht tragen Helfer im Sanitätsdienst eine Armbinde mit verkleinertem Schutzzeichen (3 cm × 3 cm) und sind während der Durchführung dieser Aufgaben als Hilfskrankenträger nach den Genfer Konventionen geschützt, soweit die Gegenseite dieses anerkennt und ratifiziert hat.<ref name="ga">Art. 25 I. Genfer Abkommen</ref>

Einsatzersthelfer B

Die erweiterte sanitätsdienstliche Ausbildung der Einsatzersthelfer B (umgangssprachlich informell auch „Bravos“ (pluralisierte Form von Bravo), Buchstabiertafel der NATO) mit zusätzlichen 50 bzw. 55 Unterrichtseinheiten<ref>hierzu finden sich leicht abweichende Angaben zur Stundenzahl: Auftrag: Leben retten (von Matthias Seeliger; Stand 2012): 50 Unterrichtseinheiten bzw. Bianca Hohensee (2014): Von der Unfall- bis zur Einsatzhilfe: 55 Unterrichtseinheiten</ref> dient der qualifizierten Verwundetenversorgung im Gefecht (care under fire).

Je Gruppe führte ein Soldat (meist der Militärkraftfahrer) die erweiterte (Gruppen-)Sanitätsausstattung mit und hatte eine umfangreichere sanitätsdienstliche Ausbildung. Diese Qualifikationsstufe Einsatzersthelfer B wurde neu gefasst. Diese werden in der Durchführung lebensrettender Sofortmaßnahmen, einer Entlastung des Brustraumes durch Nadelpunktion, Anlegen eines intraossären Zugangs geschult. Das legen von peripheren intravenösen Zugängen wird nicht mehr erlernt, da dies in Gefechtssituationen mit nicht genügend Präzision angewandt werden kann.<ref name="Hohensee" /><ref>Bundesministerium der Verteidigung, der Leiter des Presse- und Informationsstabes – Auftrag: Leben retten (von Matthias Seeliger; Stand 2012)</ref>

Die Ausbildung zum Einsatzersthelfer B qualifiziert nach den DA zu § 10 BGV A5 Abs. 1 Nr. 1 zur Verwendung als Betriebssanitäter (Grundlehrgang Betriebssanitäter).<ref name="BGV10A5">BGV/UVV <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />§ 10 BGV A5 Aus- und Fortbildung für den betrieblichen Sanitätsdienst. (Memento vom 13. Januar 2016 im Internet Archive) (PDF, S. 11).</ref> Ziel der Ausbildung zum Einsatzhelfer B ist es, diese mit sanitäts- und rettungsdienstlichen Ausrüstungsgegenständen vertraut zu machen sowie in der Durchführung eines Bodychecks zu schulen. Zum Erhalt sind jährlich 16 Unterrichtseinheiten nötig.<ref name="Hohensee" />

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

<references />