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Alexander Huber (Bergsteiger)

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Alexander Huber (2025)

Alexander Huber (* 30. Dezember 1968 in Trostberg, Bayern) ist ein deutscher Bergsteiger und Kletterer. Er zählt weltweit zu den erfolgreichsten Allroundbergsteigern (Bergsteigen, Alpinklettern, Sportklettern, Eisklettern, Free Solo). Huber machte sich einen Namen mit einer Reihe schwerer Erstbegehungen sowohl in den Alpen als auch im Karakorum, Patagonien, Yosemite wie auch in der Antarktis, Grönland und Kanada. Besonders bekannt wurde Huber durch seine Free-Solo-Begehungen. Der mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnete Dokumentarfilm Am Limit (2007) zeigt ihn und seinen Bruder Thomas beim Speedklettern am El Capitan. Er lebt im Berchtesgadener Land.

Leben

Huber ist in Palling aufgewachsen und lebt heute in den Berchtesgadener Bergen.<ref>Bergsteiger Redaktion: »Danke, dass wir streiten dürfen«. In: Bergsteiger.de. 17. Juni 2015, abgerufen am 14. März 2026.</ref>

Huber ist seit 1992 staatlich geprüfter Berg- und Skiführer und seit 1997 diplomierter Physiker. Er hat nur kurz in seinem Beruf gearbeitet, seit 1998 lebt er vom Klettern und seinen Büchern und Vorträgen über das Klettern. Huber hat mittlerweile über 1000 Vorträge gehalten. Besonders bekannt wurde er mit seinem Bruder nach der Veröffentlichung des Films „Am Limit“, der beide bei der Speedbegehung der The Nose am El Capitan zeigt. Dieser Film bekam den Bayerischen Filmpreis und den Deutschen Kamerapreis.<ref name=":0">Alexander Huber - Huberbuam | Berchtesgaden. Abgerufen am 28. Januar 2026.</ref>

Huber hat auch einige Bücher veröffentlicht. Besonders wohlwollend wurde sein Buch „Drei Zinnen“ aufgenommen. Gemeinsam mit seinem Co-Autor schildert Huber die Geschichte des Kletterns in den Dolomiten. Gastbeiträge werden von namhaften Kletterern verfasst. Die vielen Bilder sowohl der Berge als auch der Kletterer werden lobend erwähnt.<ref>Alexander Huber, Willi Schwenkmeier: Drei Zinnen. In: perlentaucher.de. Abgerufen am 28. Januar 2026.</ref> Bekannt wurde sein Buch „Die Angst – Dein bester Freund“. In diesem beschreibt er seine Versagensängste, als er keine Vortragsanfragen mehr bekam, eine Expedition scheiterte, er sich verletzte und die Freude am Bergsteigen verlor. Erst mit der Hilfe eines Therapeuten sei er aus der Krise gekommen. Die Angst würde ihm aber auch helfen, konzentriert und fokussiert zu sein und Gefahren richtig einzuschätzen.<ref>Alexander Huber: "Dank der Angst bin ich noch am Leben". Abgerufen am 28. Januar 2026.</ref>

Huber ist verheiratet und betreibt einen Bauernhof im Marktschellenberger Ortsteil Scheffau. Das Paar hat drei Kinder.<ref>News.de-Redaktion: Alexander Huber privat: Nicht ohne sie! Mit IHNEN erklimmt der Bergsteiger immer noch die Berge. Abgerufen am 11. Dezember 2021.</ref> 2008 erhielt Huber zusammen mit seinem Bruder den Bayerischen Sportpreis, 2010 erhielt er die Bayrische Staatsmedaille<ref name=":0" /> und 2017 wurde ihm der Paul-Preuss-Preis für sein alpines Lebenswerk verliehen.<ref>Auf den Spuren von Paul Preuss: »Es war ein bewegender Moment«. In: Berchtesgadener Anzeiger. Abgerufen am 28. Januar 2026.</ref> Im Februar 2024 wurde bei Alexander Huber ein Gehirntumor diagnostiziert und operiert. 3 Monate später kletterte er wieder. Wenige Monate nach seiner OP eröffnete er eine neue Route an den Barmsteinen in Berchtesgaden.<ref>Alexander Huber über Hirntumor: "Ein richtig großer Schock". In: br.de. Bayrischer Rundfunk, 20. September 2025, abgerufen am 28. Januar 2026.</ref>

Alpinistische Karriere

Bereits Hubers Vater war ein guter Kletterer und hat seine Söhne früh in die Berge mitgenommen. Die erste alpine Klettertour machte Huber im Alter von 12 Jahren mit seinem Vater, es war die Alte Westwand des Kleinen Watzmanns. In den darauffolgenden Jahren ist der Vater mit seinem Sohn viele schwierige und lange Routen geklettert, wie z. B. die „Bonatti“ am Grand Capucin am Mont Blanc oder den Torre Trieste in den Dolomiten. Somit hat ihm sein Vater bereits in jungen Jahren die Grundbegriffe des Kletterns beigebracht und damit auch den Umgang mit Risiko und Gefahr.<ref>Georg Bayerle: Mit 85 durch die Alte Westwand am kleinen Watzmann. In: alpin.de. Olympe Verlags GmbH, 20. September 2024, abgerufen am 28. Januar 2026.</ref> Ab einem Alter von 15 Jahren war er viel mit seinem Bruder Thomas Huber unterwegs, gemeinsam wurden sie unter der Bezeichnung „Huberbuam“ (bayrisch für Huber-Buben) als Kletterer berühmt.<ref>Alexander Huber - Huberbuam | Berchtesgaden. Abgerufen am 28. Januar 2026.</ref>

Eine der ersten wichtigen Begehungen von Huber ist die Eröffnung der Route „Weiße Rose“ am Schleierwasserfall im Jahre 1994. Diese Route war damals weltweit die erste im Schwierigkeitsgrad 9a+ (franz.), bzw. XI+ (UIAA). Huber hat sie den Geschwistern Scholl gewidmet, um seinen Respekt für deren Handeln im Kampf gegen den Nationalsozialismus auszudrücken. Zwei Jahre später gelang ihm die Tour „Open Air“ im gleichen Schwierigkeitsgrad. Beide Touren wurden 17 Jahre lang nicht wiederholt.<ref>Alexander Huber, Om and Adam Ondra. In: PlanetMountain.com. Abgerufen am 28. Januar 2026.</ref>

Besonders bekannt wurde Huber durch seine Free-Solo-Begehungen. Er hatte bereits einige mittelschwere Klassiker wie die Wiessner-Rossi an der Fleischbank, Wilder Kaiser, free solo geklettert, bevor er sich an schwere Routen gewagt hat. Huber kommentierte das: „Das war eine gute Schule. Free Solo ist einfach ein längerer Prozess.“ Danach wagte er sich free solo in die schweren Touren, wie 2002 die „Hasse-Brandler“ an der Großen Zinne oder 2004 „Kommunist“ am Grand Capucin.<ref>Tom Dauer: Alexander Huber feiert Geburtstag: Interview mit dem Kletterstar. In: alpin.de. Olympia Verlag GmbH, 30. Dezember 2025, abgerufen am 28. Januar 2026.</ref>

Die Speedbegehung von The Nose am El Capitan wurde im Kinofilm Am Limit festgehalten und damit einem breiten Kinopublikum bekannt. Die Begehung erfolgte 2007, da Huber bei einer Besichtigung von möglichen Kamerastandpunkten 2005 gestürzt war. Ein Griff war ausgebrochen. Die Begehung der fast 1000 m hohen Wand in nur 2 Stunden 45 Minuten war ein Rekord, der allerdings bald unterboten wurde.<ref>Alexander Huber feiert Geburtstag: Interview mit dem Kletterstar. In: alpin.de. 30. Dezember 2025, abgerufen am 28. Januar 2026.</ref>

Huber war auf Bergen und Wänden rund um den Globus unterwegs, viel in den Alpen, aber auch im Himalaja, Karakorum, Patagonien und sehr viel im Yosemite Valley. Es ihn reizten aber auch Wände an ungewöhnlichen Orten, wie die Wände des 2931 m hohen Ulvetanna im Queen Maud Land in der Antarktis. Hier eröffnete er mit seinen Gefährten eine Tour am Westpfeiler, der rund 800 m hoch ist; sie nannten die Route „Sound of Silence“.<ref>Expedition Antarctica – Klettern im ewigen Eis. In: Bergsteigen.com. Abgerufen am 28. Januar 2026.</ref> Aber auch im Karakorum gelingen ihm besondere Routen: 2009 gelingt ihm mit Gefährten die erste freie Begehung der „Eternal Flame“ am Nameless Tower in der Trango-Gruppe. Das besondere ist, dass diese Tour in einer Granitwand auf nahezu 6000 m liegt.<ref>Huberbuam: Eternal Flame - 9+ auf 6000 m. In: bergsteigen.com. Abgerufen am 28. Januar 2026.</ref> Auch am Mount Asgard auf Baffin Island in Kanada gelingen ihm und Gefährten die Begehung der Route „Bayerische Direttissima“ der 700 m hohen Wand.<ref>Huberbuam erfolgreich am Mount Asgard | Climbing.de. In: climbing.de. Abgerufen am 28. Januar 2026.</ref> Auch in Grönland war er erfolgreich: 2016 gelang die Erstbegehung der Route „Carpe Diem“ am Ostpfeiler des Ritterknechts in Ostgrönland zusammen mit Gefährten.<ref>Team um Alex Huber und Mario Walder: "Carpe diem" am "Ritterknecht". In: alpin.de. Abgerufen am 28. Januar 2026.</ref>

Erwähnenswerte Begehungen

Auszeichnungen

Publikationen

  • mit Thomas Huber: The Wall. BLV 2000, ISBN 978-3-405-15685-5
  • Yosemite. Bergverlag Rother, Ottobrunn 2002, ISBN 978-3-7633-7511-0
  • mit Willi Schwenkmeier: Drei Zinnen. Bergverlag Rother, Ottobrunn 2003, ISBN 978-3-7633-7513-4
  • Der Berg in mir. Klettern am Limit. Malik, München 2007, ISBN 978-3-89029-337-0
  • Free Solo. BLV Buchverlag 2009, ISBN 978-3-492-40415-0
  • mit Thomas Huber: Eiszeit. Frederking und Thaler 2009, ISBN 978-3-89405-775-6
  • mit Nicho Mailänder: Der Weg nach draußen. Berg und Tal, München 2011, ISBN 978-3-939499-11-4
  • Die Angst, dein bester Freund. Mit Beiträgen von Lukas Eberle. 1. Auflage. Ecowin Verlag, Salzburg 2013, ISBN 978-3-7110-0036-1.

Filme

  • Klettern am Limit. Die Huberbuam. Dokumentarfilm, 2005, 45 Min., Buch und Regie: Malte Roeper, Produktion: Bayerisches Fernsehen
  • Am Limit, Dokumentarfilm, 2007, 95 Min., Buch und Regie: Pepe Danquart, Produktion: Hager Moss Film, Lotus Film und Quinte Film GmbH
  • Center of the Universe, Dokumentarfilm, 2004, Regie: Max Reichel, Timeline Production
  • Eiszeit, Dokumentarfilm über die Antarktis-Expedition, 2009, Regie: Max Reichel, Timeline Production
  • Eternal Flame, Dokumentarfilm über die Expedition zum Nameless Tower, 2010, Regie: Franz Hinterbrandner, Timeline Production
  • Bavarian Direct – Abenteuer am Ende der Welt, Dokumentarfilm über die Expedition Mount Asgard in den Baffin Island, 2012, Regie: Franz Hinterbrander & Max Reichel, Timeline Production

Sonstiges

Literatur

  • François Carrel: Alexander und Thomas Huber – zwei Brüder, eine Seilschaft. Malik, München 2017, ISBN 978-3-89029-483-4.
  • Melanie Schönthier, Stephan Bernhard: Senkrechte Horizonte – die Kletterabenteuer der Huberbuam. Pietsch, Stuttgart 2005, ISBN 978-3-613-50485-1.

Weblinks

Commons: Alexander Huber – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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