Zum Inhalt springen

Ostwald-Koeffizient

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 7. Februar 2026 um 22:39 Uhr durch imported>Leyo (unpassende Überschrift für Einzelnachweise).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Physikalische Kennzahl
Name Ostwald-Koeffizient
Formelzeichen <math>L</math>
Dimension dimensionslos
Definition <math>L=\frac{V_\mathrm g}{V_\mathrm l}</math>
<math>V_\mathrm g</math> absorbiertes Gasvolumen
<math>V_\mathrm l</math> reines Flüssigkeitsvolumen
Benannt nach Wilhelm Ostwald
Anwendungsbereich Löslichkeit von Gasen in Flüssigkeiten.

Der Ostwald-Koeffizient – oft auch Löslichkeitskoeffizient genannt – ist eine Kennzahl für die Löslichkeit von Gasen in Flüssigkeiten.

Er ist nach dem deutsch-baltischen Chemiker Wilhelm Ostwald (1853–1932) benannt. Sein Formelzeichen ist das L, manchmal auch das griechische λ.

Bestimmungsgleichung

<math>L=\frac{V_\mathrm g}{V_\mathrm l}</math><ref name="Battino">Rubin Battino: The Ostwald Coefficient of Gas Solubility. In: Fluid Phase Equilibria. Bd. 15, Nr. 3, 1984, ISSN 0378-3812, S. 231–240.</ref>

Der Ostwald-Koeffizient ist ursprünglich definiert als das Verhältnis des absorbierten Gasvolumens zum Volumen der absorbierenden (reinen) Flüssigkeit. Neben dieser Definition sind noch drei weitere in der einschlägigen Literatur zu finden.<ref name="Battino" /><ref>H. Lawrence Clever, Colin L. Young (Hrsg.): Methane (= Solubility Data Series. Bd. 27/28). Pergamon Press, Oxford u. a. 1987, ISBN 0-08-029200-3.</ref> Beide Volumina sind bei gleicher Temperatur zu bestimmen. Falls das Gas sich ideal verhält und das Henry-Gesetz gilt, also nur kleine Löslichkeiten betrachtet werden, ist der Ostwald-Koeffizient unabhängig vom Partialdruck des Gases. Für reale Anwendungen ist es jedoch notwendig, Temperatur und Gesamtdruck anzugeben.

Beispielwerte für ausgewählte Stoffe
Gas Flüssigkeit Ostwald-
Koeffizient
Temperatur in K Pgesamt in kPa Molenbruch x<ref>Molenbruch des Gases, Daten aus Dortmunder Datenbank.</ref>
(berechnet)
Quelle
Argon Wasser 0,0561 274,15 101,325 0,00004443 <ref name="Estreicher">Tadeusz Estreicher: Die Löslichkeitverhältnisse von Argon und Helium im Wasser. In: Zeitschrift für physikalische Chemie, Stöchiometrie und Verwandtschaftslehre. Bd. 31, 1899, S. 176–187.</ref>
Argon Wasser 0,0257 323,15 101,325 0,000015527 <ref name="Estreicher" />
Sauerstoff Toluol 0,1280 293,15 101,325 0,0005491 <ref name="Reznikovskii"> M. Резниковский, 3. Тарасова, Б. Догадкин: Растворимость кислорода в некоторых органических жидкостях. In: Журнал общей химии. Bd. 20, Nr. 1, 1950, ISSN 0044-460X, S. 63–67.
Englische Übersetzung: M. Reznikovskii, Z. Tarasova, B. Dogadkin: Oxygen Solubility in Some Organic Liquids. In: The Journal of General Chemistry of the USSR. Bd. 20, Nr. 1, 1950, ISSN 0022-1279, S. 67–71.</ref>
Wasserstoff Ethanol 0,0894 298,15 101,325 0,00019717 <ref>Gerhard Just: Löslichkeit von Gasen in organischen Lösungsmitteln. In: Zeitschrift für physikalische Chemie, Stöchiometrie und Verwandtschaftslehre. Bd. 37, 1901, S. 342–367.</ref>

Siehe auch

Einzelnachweise

<references />