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Tall-i Bakun

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Koordinaten: 29° 54′ 48″ N, 52° 53′ 12″ O

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Karte: Iran
Tall-i Bakun
Datei:Kur-Basin-2025-12-13.png
Die Lage der Ausgrabungsstätte in der Flussebene des Kur
Datei:Conical pottery vessel - Tall-e Bakun - 4500- 4050 BC - National museum of Iran - Inventory number 865 - (2).jpg
Keramikschale von Tall-i Bakun,
4. Jahrtausend v. Chr.

Tall-i Bakun oder Tell-i Bakun ist eine archäologische Ausgrabungsstätte (Tell) in der Nähe von Schiras im Südwesten Irans in der Provinz Fars. Sie liegt rund 3 km südlich von Persepolis im Flusstal des Kur. Abbas Alizadeh übersetzt den Namen mit Hügel der Götter.<ref>Abbas Alizadeh, S. 6.</ref>

Bei Tall-i Bakun handelt es sich eigentlich um zwei Hügel bzw. Ruinenhügel, die als Tall-i Bakun A und B bezeichnet werden und vor allem Keramik enthielten.

Tall-i Bakun B datiert in das 6. Jahrtausend v. Chr. Es konnten zwei Kulturschichten unterschieden werden, die nur Abfall und eine eher einfache, raue Keramik enthielten. In Tall-i Bakun B I wurde nur einfarbige Keramik, in B II die früheste bemalte Ware gefunden. Gemäß Langsdorff und McCown ist Tell-i Bakun B II–A II mit Obeid 3–4 gleichzusetzen. Es konnten keine Reste von Architektur gefunden werden.

Tall-i Bakun A war von ca. 4000 bis 3500 v. Chr. besiedelt. Es konnten vier Schichten unterschieden werden. Die Schicht II wurde nur in Spuren nachgewiesen. Schicht III war am besten erhalten und zeigt eine Siedlung in der die Wohnbauten dicht an dicht ohne Straßen oder Wege errichtet wurden. Die einzelnen Wohneinheiten bestanden aus mehrere Räumen. Es konnte eine Töpferei beobachtet werden (In Schicht I wurden zwei Töpferöfen gefunden. die wahrscheinlich bis Schicht III betrieben wurden). Reste von Wandmalereien und einer Holzsäulen deuten auf eine einst reiche Innenausstattung. Die hier gefundene Keramik wird mit dem Fachausdruck Black-on-Buff Ware bezeichnet. Es fanden sich Frauenfiguren und solche von Tieren, die im Profil aber mit beiden Augen<ref>Erika Bleibtreu: Iran in prähistorischer und frühgeschichtlicher Zeit. In: Wilfried Seipel (Hrsg.): 7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran. Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 76–185, hier: S. 136 f. (zu einer Schale mit Ritzdekor aus Kerman).</ref><ref>Alexander Langsdorff, Donald McCown: Tall-i Bakun A, A Season of 1932. 1942, Tafel 74, Nr. 11.</ref> dargestellt sind. In Schicht IV wurden Wohnhäuser mit Vorratsräumen gefunden. Es fanden sich auch Rollsiegel, die auf eine Art Verwaltung verweisen.

Chronologie

Die ältesten Schichten von Tall-i Bakun wurden ursprünglich als Bakun BI definiert und erhielten 1972 den Namen Schamsabad. Die Keramik ist älter als die Black-on-Buff Ware und jünger als die Keramik, die die Jari-Zeit der ersten Hälfte des 6. Jahrtausend v. Chr. definiert.<ref name="Mamasani-Stege-One-2009" details="S. 7–8.">Daniel T. Potts, K Roustaei, Cameron A. Petrie, Lloyd Weeks: The Mamasani Archaeological Project Stage One: A report on the first two seasons of the ICAR - University of Sydney expedition to the Mamasani District, Fars Province, Iran. Oxford, 1. Auflage 2006, ISBN 964-421-088-3; 2. Auflage 2009, ISBN 978-1-4073-0620-9 (Print); eBook ISBN 978-1-4073-3573-5.</ref>

Die spätere Keramik von Tall-i Bakun wurde an weiteren Ausgrabungsstätten wie Tall-i Gap, Tall-i Jari and Tall-i Nokhodi gefunden. Die zusätzlichen Ausgrabungsstätten ermöglichten die Errichtung einer Chronologie mit drei Teilphasen. Sie sind das Ergebnis von stratigraphischen Untersuchungen und keramischen Attributen.<ref name="Mamasani-Stege-One-2009" details="S. 8." />

Die älteste der späten Keramik wurde in den höheren Schichten von Tall-i Bakun B (B2) und in Tall-i Jari A (A1) gefunden. Die Attribute der Keramik werden der Frühen Bakun-Zeit zugeordnet.<ref name="Mamasani-Stege-One-2009" details="S. 8." />

Die nächste Materialschicht stammt von den Schichten I-IIa und den obersten Lagen der höheren Schichten IIb-c von Tall-i Gap. Diese Keramik entspricht den tieferen Schichten von Tall-i Bakun A (I-II). Die chronologische Zuordnung ist die Mittlere Bakun-Zeit.<ref name="Mamasani-Stege-One-2009" details="S. 8." />

Die Keramik der obersten Schichten von Tall-i Bakun A (III-IV) entspricht den Ergebnissen der Ausgrabungsstätte Tall-i Nokhodi und wird als Späte Bakun-Zeit definiert.<ref name="Mamasani-Stege-One-2009" details="S. 8." />

Forschungsgeschichte

Die ersten Ausgrabungen fanden 1932 durch das Oriental Institute der University of Chicago unter der Leitung von Alexander Langsdorff und Donald McCown statt. 1937 folgte die zweite Kampagne unter Erich Friedrich Schmidt und Donald McCown ebenfalls unter dem Patronat des Oriental Institute of Chicago. 1956 wurde eine weitere Expedition unter der Leitung von Namio Egami von der Universität Tokio durchgeführt.<ref>Prehistoric Pottery from the Marv Dasht Plain, Iran. Abgerufen am 15. Dezember 2025.</ref>

Literatur

  • Alexander Langsdorff, Donald McCown: Tall-i Bakun A, A Season of 1932 (= Oriental Institute Publications. Band 59). Oriental Institute, Chicago 1942.
  • Namio Egami, Masuda Seiichi: Marv-Dasht I: The Excavations at Tall-i Bākun, 1956. The Tokyo University Iraq-Iran Archaeological Expedition Reports 3. Tokyo 1962.
  • Erika Bleibtreu: Iran von prähistorischer Zeit bis zu den Medern. Kurzer Einblick in sechs Jahrtausende iranischer Kulturgeschichte. In: Wilfried Seipel (Hrsg.): 7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran. Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, ISBN 3-85497-018-8, S. 40–53, hier: S. 48 (zu Tell-i Bakun) und 53, Anm. 42.
  • Abbas Alizadeh: The Origins of State Organizations in Prehistoric Highland Fars, Southern Iran: Excavations at Tall-e Bakun (= Oriental Institute Publication. Band 128). Oriental Institute, Chicago 2006 Volltext (PDF; 8,5 MB).
  • Yoshihiro Nishiaki: Tall-i Bakun B, Marv Dasht, Iran. Universität Tokio 2020. (Tall-i Bakun B, Marv Dasht, Iran. Abgerufen am 15. Dezember 2025.)

Weblinks

Einzelnachweise

<references />