Latte macchiato
Latte macchiato <templatestyles src="IPA/styles.css" />[ˈlatːe maˈkːja(ː)to] (italienisch für „gefleckte Milch“<ref>LEO-Dictionary italienisch-deutsch – „Latte macchiato“</ref>) ist ein Warmgetränk aus heißer Milch mit einem Schuss Kaffee, das dem Caffè latte ähnelt, aber weniger Kaffee enthält und daher auch Kindern gereicht wird.<ref>Sari Edelstein: Food, Cuisine, and Cultural Competency for Culinary, Hospitality, and Nutrition Professionals. Jones & Bartlett Learning, 2011, ISBN 978-0-7637-5965-0, S. 198.</ref><ref>Brook Nestor: The Kitchenary Dictionary and Philosophy of Italian Cooking / Il Cucinario Dizionario E Filosofia Della Cucina Italiana. iUniverse, 2003, ISBN 978-0-595-29997-3, S. 46.</ref>
Latte macchiato sollte in Italien nicht mit dem dort gern bestellten Caffè macchiato verwechselt werden, dieser Macchiato ist Espresso mit etwas aufgeschäumter Milch.<ref name=":0">Wayne Gisslen, Mary Ellen Griffin, Le Cordon Bleu: Professional Cooking for Canadian Chefs. John Wiley & Sons, 2006, ISBN 978-0-471-66377-5, S. 1036.</ref>
Das in Deutschland übliche Kurzwort für Latte macchiato lautet Latte. In Italien selbst erhält man bei Bestellung von latte ein Glas Milch – ohne Kaffee.
Grammatik und Aussprache
Laut Duden ist sowohl der Latte macchiato (weil das italienische Wort latte männlichen Geschlechts ist) als auch die Latte macchiato (weil die deutsche Entsprechung Milch weiblichen Geschlechts ist) korrekt.<ref>Duden-Newsletter vom 19. März 2010.</ref> Die Buchstabenverbindung cch ist wie k auszusprechen, auf Italienisch wie Doppel-k.
Kulturelle Bedeutung
Ursprünglich war der Latte macchiato in Italien ein Frühstückskaffee, der vor 11 Uhr genossen wurde.<ref>Was ist ein Latte Macchiato in Italien?</ref>
Latte macchiato wird häufig als Symbol für trendbewusste Großstädter der kreativen Mittelschicht verwendet und demzufolge auch sarkastisch oder abwertend als Modegetränk der Yuppies und Sinnbild städtischer Gentrifizierungsprozesse betrachtet.<ref>Sebastian von Gumpert: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gentrifizierung in Berlin / Prenzlauer Berg: Über das Verhältnis von Alteingesessenen und Zugezogenen ( vom 29. Oktober 2013 im Internet Archive) (PDF; 11,6 MB) Europa-Universität Viadrina, Kulturwissenschaftliche Fakultät.</ref><ref>Auf die Junkies folgen die Yuppies die Welt vom 24. Februar 2008.</ref> Diese Stereotype wurden unter anderem von Kabarettisten wie Rainald Grebe und Philip Tägert und in dem Musical Mama Macchiato karikiert.<ref>Spott und Häme: Prenzlauer Berg bekommt Musical Tagesspiegel vom 1. Dezember 2010.</ref> Von solchen Bevölkerungsgruppen bevorzugte Stadtviertel werden häufig als „Latte-macchiato-Viertel“<ref>Mieter wehren sich gegen Verdrängung Die Welt vom 9. November 2007.</ref><ref>Julia Emmrich: Tatort Latte-Macchiato-Viertel. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. 12. Februar 2009, abgerufen am 23. März 2025.</ref> oder „Latte-macchiato-Kiez“<ref>Guido Kleinhubbert: Clash der Kulturen – Jungakademiker erobern Problemviertel Der Spiegel vom 3. April 2008.</ref> verlacht. Unter der Bezeichnung „Latte-macchiato-Eltern“ oder auch „Latte-macchiato-Mütter“ definieren Trend- und Zukunftsforscher eine marktwirtschaftlich relevante Zielgruppe, die einen bewusst urbanen Lebensstil in das Familienleben integrieren möchte.<ref>Eike Wenzel: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />über Lebensstile im Jahr 2020 und veränderte Zielgruppen in der PR ( vom 30. Dezember 2010 im Internet Archive).</ref><ref>„Macchiato-Mamas“ am Rande des Sandkastens. In: Frankfurter Rundschau. 22. Januar 2019, abgerufen am 23. März 2025.</ref>
Siehe auch
Weblinks
Einzelnachweise
<references />