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Berlin-Wedding

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Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 18. April 2026 um 10:44 Uhr durch imported>Gloser (Wedding gehörte schon vor der Teilung Berlins zum französischen Sektor).
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Wedding
Ortsteil von Berlin
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Bild:Berlin_Mitte_Wedding.svg|300px|Wedding auf der Karte von Mitte poly 164 99 134 111 160 207 196 195 228 217 260 205 250 181 256 151 204 125 216 93 180 129 Mitte poly 74 175 92 151 124 175 96 185 76 183 Hansaviertel poly 64 185 70 209 144 237 168 205 162 167 146 155 110 183 Tiergarten poly 28 109 42 161 70 173 92 155 118 171 148 153 134 101 64 93 64 105 Moabit poly 10 71 28 39 88 17 138 35 150 107 90 103 58 91 44 71 Wedding poly 136 37 146 105 160 101 182 131 214 101 196 59 192 27 172 7 160 31 Gesundbrunnen rect 202 3 264 53 Berlin desc bottom-left

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Koordinaten 52° 33′ 1″ N, 13° 20′ 18″ OKoordinaten: 52° 33′ 1″ N, 13° 20′ 18″ O
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Höhe 52 m ü. NHN
Fläche 9,23 km²
Einwohner 86.796 (31. Dez. 2024)
Bevölkerungsdichte 9404 Einwohner/km²
Eingemeindung  1861
Postleitzahlen 13347, 13349, 13351, 13353, 13357, 13359, 13407, 13409
Ortsteilnummer 0105
Bezirk Mitte

Der Wedding ist ein Ortsteil des Bezirks Mitte in Berlin.

Der im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnte Wedding war über Jahrhunderte bis ins 18. Jahrhundert nahezu unbesiedelt. Nach der Eingemeindung nach Berlin im Jahr 1861 vervielfachte sich seine Einwohnerzahl. Er wurde 1920 namensgebend für den Bezirk Wedding. In der Viersektorenstadt Berlin lag der Bezirk 1945 im französischen Sektor, wodurch er nach der Teilung Berlins zu West-Berlin gehörte. Der Ortsteil Wedding in seiner heutigen Form entstand 2001 aus dem westlichen Teil des ehemaligen Bezirks Wedding.

Ortsname

Datei:Wedding Seestraße.jpg
Begrüßung im Wedding in der Seestraße mit dem Fassadenspruch „Ick steh uff Wedding, dit is meen Ding“

Bewohner und oftmals auch die Berliner Medien beziehen sich mit dem Begriff „Wedding“ weiterhin auf das Gebiet des ehemaligen Bezirks Wedding.

Der Wedding erinnert an den dort vom Adligen Rudolf de Weddinghe errichteten Gutshof und dessen Vorwerk.

Wedding gehört zu den wenigen Ortsnamen, die im Deutschen mit Artikel benutzt werden. Man sagt: „Er wohnt auf dem Wedding.“ (Im Stadtdialekt: „Er wohnt uff’m Wedding“ oder „… am Wedding“.) Heute wird allerdings „… im Wedding“ bevorzugt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Geschichte vom Wedding. (Memento vom 17. Mai 2013 im Internet Archive) panke-guide.de</ref>

„Wo ick wohne? Wie alle feine Leite, Berlin W. hinten mit en ‚Ding‘! –?? – Na Mensch, vastehste nich, Berlin Wedding!“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Hans Ostwald: Der Urberliner<ref>Hans Ostwald: Der Urberliner. Paul Francke Verlag, Berlin 1920.</ref>

Benachbarte Ortsteile

Datei:Berlin-Wedding Karte.png
Übersichtskarte des Wedding

Im Osten, Südosten und Süden grenzt der Wedding an die Ortsteile Gesundbrunnen, Mitte und Moabit (die drei sind wie der Wedding auch Ortsteile des Bezirks Mitte), im Südwesten an den Ortsteil Charlottenburg-Nord (Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf) und im Nordwesten und Norden an die Ortsteile Tegel und Reinickendorf (beide sind Ortsteile des Bezirks Reinickendorf).

Geschichte

Der Wedding wird bereits in zwei Urkunden aus dem 13. Jahrhundert erwähnt: 1251 handelte es sich um „eine Mühle im Gebiet des Dorfes, welches Weddinge hieß, am Flusse Namens Pankow erbaut“ und im Jahr 1289 um „das wirkliche Lehensgut und den mit dem Gehöfte Wedding verbundenen Titel eines Lehensgutes“.<ref>G. Suchsdorf: Geschichte des Gesundbrunnens. Separat-Abdruck aus der Zeitung Die Quelle. Berlin 1891.</ref>

Datei:Berlin-Wedding Postkarte 005.jpg
Typisches Wohn- und Geschäftshaus im Wedding, um 1910

Im 13. Jahrhundert wurde das Dorf Wedding als Wüstung, also als verlassene Siedlung, erwähnt. Die Mühle des Ortes wurde an das Benediktinerinnenkloster in Spandau verkauft, das auf der Gemarkung des Dorfes liegende Lehngut wurde Besitz der Stadt Berlin. Im 14. Jahrhundert wurden die Flächen von Berliner Bürgern noch zum Ackerbau genutzt, danach überwuchs es vollständig mit Kiefern und Eichen und wurde als „Berliner Stadtheide“ bezeichnet. Im 17. Jahrhundert wurde auf dem Gebiet des heutigen Martha-Ndumbe-Platzes ein Gutshof angelegt, der bereits 1603 dem brandenburgischen Kurfürsten übergeben wurde. Dieser ließ daraus ein Vorwerk errichten. Damit war der Gutshof kurfürstliche Domäne und gehörte rechtlich nicht mehr zur Stadt Berlin.

Im Zusammenhang mit dem Ausbau Berlins und dem dafür benötigten Holz wurde die Stadtheide fast vollständig gerodet, sodass das Land um den Wedding verödete. Im 18. Jahrhundert begann die umfangreiche Besiedlung des Gebiets nördlich Berlins und damit auch des Weddings. 1778 wurden die ersten Kolonistenhäuser im Bereich des heutigen Weddingplatzes errichtet. 1782 ließ Friedrich II. eine Kolonie gründen, die wegen der Nähe des Gutshofes den Namen Wedding oder Neu-Wedding erhielt.

Im Jahr 1861 wurde der Wedding in Berlin eingemeindet. Er gab dem 1920 gegründeten und bis 2000 bestehenden Bezirk Wedding seinen Namen, der das Gebiet der heutigen Ortsteile Wedding und Gesundbrunnen umfasste.

Nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1945 bis zur deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 gehörte der Bezirk Wedding zum französischen Sektor Berlins.

Seit den 1970er Jahren siedelten sich im traditionellen Arbeiterviertel zahlreiche – vielfach auch türkischeGastarbeiter und andere Einwanderer an, da dort preiswerter Wohnraum vorhanden war, was dem Viertel einen multikulturellen Charakter verlieh.

Nachdem der Bezirk Wedding 2001 im neuen, größeren Bezirk Mitte aufgegangen war, erhielt Gesundbrunnen den Status eines Berliner Ortsteils.

Bevölkerung

Datei:2009-03-20 661 Rathaus Wedding fec AMA.B.JPG
Rathaus Wedding
Jahr Einwohner
2007 74.962
2010 76.951
2015 84.194
2020 85.275
2021 84.969
2022 86.514
2023 86.926
2024 86.796

Quelle: Statistischer Bericht A I 5. Einwohnerregisterstatistik Berlin. Bestand – Grunddaten. 31. Dezember. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (jeweilige Jahre)<ref>Statistischer Bericht A I 5 – hj 2 / 23. Einwohnerregisterstatistik Berlin 31. Dezember 2023. (PDF) Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, S. 24, abgerufen am 29. Februar 2024.</ref>

Einen Migrationshintergrund (deutsche Staatsbürger + Ausländer) haben 55,4 % der Einwohner im Wedding (Berlin: 36,6 %, Stand: 2021).<ref>Statistischer Bericht A I 5-hj 2/21. Einwohnerinnen und Einwohner im Land Berlin am 31. Dezember 2021. Grunddaten. (PDF; 969 kB) statistik-berlin-brandenburg.de, S. 27, 30.</ref> Der Anteil der ausländischen Bevölkerung beträgt 35,4 %, der Berliner Durchschnitt liegt bei 21,5 %.

Sehenswürdigkeiten

Bebauung

Datei:Wedding Nazarethkirche-001.jpg
Alte Nazarethkirche, im Hintergrund Neue Nazarethkirche auf dem Leopoldplatz

Der Wedding wird größtenteils von Gründerzeitvierteln und Wohnsiedlungen des Neuen Wohnens der 1920er bis 1950er Jahre geprägt. Während im Altbezirk Wedding die Zahl der Wohnungen in Gründerzeitbauten, die vor allem den Bereich südlich der Seestraße prägen, etwas höher ist als die der Wohnungen in Wohnsiedlungen, hat keiner der anderen Berliner Bezirke einen ähnlich hohen Anteil an diesen Siedlungen.<ref name="env">Berlin Environmental Atlas: 06.07 Urban Structure / 06.08 Urban Structure – differentiated (Edition 2008). Berlin.de; abgerufen am 28. Februar 2016</ref> Prägend ist hier das Afrikanische Viertel zwischen dem Volkspark Rehberge und dem Schillerpark. Hier sind die mit den typischen Grünflächen umgebenen Siedlungsbauten der 1920er und 1930er Jahre bestimmend. Erwähnenswert sind insbesondere die zum UNESCO-Welterbe gehörende Siedlung Schillerpark sowie die Friedrich-Ebert-Siedlung. Dazu kommen mehrgeschossige Gebäude des sozialen Wohnungsbaus der 1970er und 1980er Jahre.

Nahe dem U-Bahnhof Reinickendorfer Straße und dem Bahnhof Wedding steht das Erika-Heß-Eisstadion. Es ist im Winter die Heimat des Berliner Eishockeyvereins FASS Berlin. Wegen der wenigen Berliner Eisflächen war das Eisstadion von 2009 bis 2012 auch zweite Heimat des ECC Preussen Berlin.

Plätze

Grünanlagen

Datei:Strandbad Ploetzensee.JPG
Freibad Plötzensee

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Kieze und Viertel

Verkehr

Öffentlicher Nahverkehr

Datei:Berlin - U-Bahnhof Wedding (13366747765).jpg
U-Bahnsteig der Station Wedding (Linie U6)

Im Ortsteil Wedding bestehen folgende ÖPNV-Verkehrslinien:

S-Bahn

U-Bahn

Straßenbahn

Bus

Individualverkehr

Wichtigste Straße des Ortsteils ist die Seestraße, die westlich vom Wedding in die A 100 übergeht. Als wichtiger Zubringer zur Innenstadt dient die Müllerstraße, die Wedding in Nord-Süd-Richtung durchquert. Im Nordwesten tangiert die A 111 den Ortsteil. Entlang der nahezu gesamten östlichen Grenze zu Gesundbrunnen verläuft die Bundesstraße 96.

Durch den Wedding führen einige Fahrradrouten, so beispielsweise der Fernradweg Berlin–Kopenhagen.<ref>Bike-Berlin-Copenhagen. In: bike-berlin-copenhagen.com. Abgerufen am 14. Mai 2017.</ref>

Infrastruktur

Der Wedding hat mehrere überregional bekannte Einrichtungen, die zu den größten Arbeitgebern der Stadt gehören.

Industrie

Datei:Berlin Schering Building.jpg
Schering-Hauptgebäude in der Müllerstraße
  • Bis zur Übernahme durch die Bayer AG hatte mit der Schering AG der einzige Berliner DAX-Konzern seinen Sitz in der Müllerstraße. Das Firmengelände erstreckt sich zu beiden Seiten der Fennstraße von der Müllerstraße bis zum Nordhafen.
  • Die Gebäude des ehemals größten Glühlampenwerks Europas, des Osram-Werks B, liegen zwischen Seestraße und Groninger Straße. Nachdem Osram 1988 hier die Glühlampenproduktion eingestellt hat, werden die heutigen OsramHöfe als Gewerbezentrum von Kleinbetrieben aus Einzelhandel, Dienstleistung und Handwerk sowie von wissenschaftlichen Institutionen und Forschungseinrichtungen genutzt.<ref>LDL Berlin: Siegmund Bergmann Glühlampen AG & Osram GmbH (ab 1935)</ref>

Gesundheitseinrichtungen

Datei:Wedding Augustenburger Platz.jpg
Eingang zum Rudolf-Virchow-Krankenhaus am Augustenburger Platz

Bildungseinrichtungen

Schulen

SchulNr Schulname Schulzweig Anschrift
01B04 OSZ Gesundheit I Berufsfachschule Schwyzer Straße 6–8
01P48 meco Akademie GmbH Fachschule Seestraße 64
01G24 Gottfried-Röhl-Grundschule Grundschule Ungarnstraße 75
01G28 Brüder-Grimm-Grundschule Grundschule Tegeler Straße 18/19
01G31 Wedding-Grundschule Grundschule Antonstraße 10
01G40 Möwensee-Grundschule Grundschule Afrikanische Straße 123–125
01G41 Erika-Mann-Grundschule Grundschule Utrechter Straße 25–27
01G42 Anna-Lindh-Schule (Grundschule) Grundschule Guineastraße 17/18
01G45 Leo-Lionni-Grundschule Grundschule Müllerstraße 158
01G48 Grundschule am Nordhafen Grundschule Boyenstraße 1
01P50 Kristall Grundschule Grundschule (privat) Tegeler Straße 13
01Y08 Lessing-Gymnasium Gymnasium Schöningstraße 17
01K02 Ernst-Schering-Schule Integrierte Sekundarschule Lütticher Straße 47/48
01K08 Schule am Schillerpark Integrierte Sekundarschule Ofener Straße 6
01A01 1. Schulpraktisches Seminar Mitte Schulpraktisches Seminar Tegeler Straße 16
01A02 2. Schulpraktisches Seminar Mitte Schulpraktisches Seminar Tegeler Straße 16
01A03 3. Schulpraktisches Seminar Mitte Schulpraktisches Seminar Tegeler Straße 16
01A06 4. Schulpraktisches Seminar Mitte Schulpraktisches Seminar Tegeler Straße 16
01E10 SiliconStudioAcademy-Berlin Sonstige Ergänzungsschule Groninger Straße 25
01S05 Schule in der Charité Übrige Förderschwerpunkte Augustenburger Platz 1

Hochschulen und sonstige Schulen

Datei:Wedding Ostender Straße Beuth.jpg
Haus Beuth in der Ostender Straße

Kultureinrichtungen

Datei:Wedding Luxemburger Straße Gauß-Saal.jpg
Atze Musiktheater im Max-Beckmann-Saal an der Luxemburger Straße

Sonstiges

Datei:Wedding Müllerstraße SPD-Haus.jpg
Kurt-Schumacher-Haus der SPD in der Müllerstraße

Siehe auch

Portal: Wedding – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Wedding

Literatur

  • Franz Gottwald (Hrsg.): Heimatbuch vom Wedding. Kribe-Verlag, Berlin 1924.
  • Ute Langeheinecke: Der Wedding als ländliche Ansiedlung 1720 bis 1840. Gebr. Mann Verlag, Berlin 1992, ISBN 3-7861-1658-X.
  • Horst Evers: Wedding. 37 Geschichten über die Perle unter Berlins Stadtteilen. 3. Auflage. Fahner Verlag, Lauf 1997, ISBN 3-924158-33-9.
  • Carsten Schmidt: Jüdisches Leben im Roten Wedding 1871–1933. Mit den Lebenserinnerungen von Israel Alexander. Hentrich & Hentrich, Leipzig/Berlin 2023, ISBN 978-3-95565-590-7.
  • Ralf Schmiedecke: Wedding – Mitten in Berlin. Sutton, Erfurt 2001, ISBN 978-3-89702-366-6 (Die Reihe Archivbilder).
  • Ralf Schmiedecke: Berlin-Wedding – Neue Bilder aus alter Zeit. Sutton, Erfurt 2005, ISBN 3-89702-866-2 (Reihe Archivbilder).
  • Christian Simon: 750 Jahre Wedding – Eine Chronik. Berlin 2001, ISBN 3-8311-1777-2.
  • Gerhild H. M. Komander: Der Wedding – Auf dem Weg von Rot nach Bunt. Berlin Story Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-929829-38-X.
  • Heiko Werning: Im wilden Wedding. Zwischen Ghetto und Gentrifizierung. Edition Tiamat, Berlin 2014, ISBN 978-3-89320-185-3.
  • Bernd Schimmler: Zwischen Humboldthain und den Rehbergen. Die Geschichte der Sozialdemokratie im „roten Wedding“ von Berlin. Band 6 der Reihe Wedding-Bücher. Berlin 2021, ISBN 978-3-946327-26-4.
  • Bernd Schimmler: Der Wedding. Vergangenheit und Veränderung. Band 7 der Reihe Wedding-Bücher. Berlin 2022, ISBN 978-3-946327-30-1; 2. Auflage: Berlin 2022, ISBN 978-3-946327-35-6.

Filme

Weblinks

Commons: Berlin-Wedding – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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