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Inken Baller

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Halbportrait einer lächelnden, sitzenden Dame mit schulterlangen weißen Haaren und markantem Schmuck
Inken Baller (2023)

Inken Baller (* 23. Mai 1942 in Tondern, Dänemark) ist eine deutsche Architektin mit Wohnsitz und Wirkungsschwerpunkt in Berlin.

Leben

Baller arbeitete von 1967 bis 1989 mit ihrem heute von ihr geschiedenen Mann, dem Architekten Hinrich Baller, in einer Bürogemeinschaft zusammen. Nach der Trennung von Hinrich Baller setzte Inken Baller ihre Architektentätigkeit mit eigenen Projekten erfolgreich fort. Zu ihren Schöpfungen zählt das Gebäude der „WeiberWirtschaft“ 1990 in Berlin, ein Umbau im Bestand unter besonderen ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten. Ballers Beitrag zu dem 1996 von der Zeitschrift Stern veranstalteten Wettbewerb „Mein Wunschhaus“ fand weite Anerkennung und sorgte für ihre Bekanntheit auch außerhalb von Architektenkreisen.

Im Jahr 2023 wurden Inken und Hinrich Baller für ihr gemeinsames Werk mit dem Großen BDA-Preis ausgezeichnet. Die Jury würdigte die „eigenständige und ökologisch geprägte Entwurfshaltung, die unter den Bedingungen des sozialen Wohnungsbaus zu erstaunlichen Lösungen jenseits des Mainstreams“ geführt habe. Inken Baller habe – über eine aufmüpfige, fröhliche, soziale Architektur von eigenwilliger Schönheit hinaus – mit ihrer Lehrtätigkeit einen „selbstbewussten und gleichberechtigten Zugang zur Architektur“ vorgeführt, das „Generationen von Studentinnen zum Vorbild“ gedient habe.<ref>Großer BDA-Preis 2023 für Inken Baller und Hinrich Baller. In: Bund Deutscher Architektinnen und Architekten BDA. 13. Juli 2023, abgerufen am 15. September 2023.</ref><ref>Begründung der Jury. In: Bund deutscher Architektinnen und Architekten (Hrsg.): Inken Baller und Hinrich Baller. Großer BDA-Preis 2023. Festschrift. Berlin 2023, S. 3.</ref>

Ab 1985 war sie Gastprofessorin, ab 1989 ordentliche Professorin an der Gesamthochschule Kassel. Von 1996 bis 2007 hielt sie den Lehrstuhl für Entwerfen und Bauen im Bestand an der BTU in Cottbus,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Lehrstuhl Cultural Heritage Centre an der BTU Cottbus-Senftenberg (Memento vom 2. April 2019 im Internet Archive)</ref> dort war sie auch als Vizepräsidentin für Lehre tätig. Sie wurde am 23. Mai 2007 emeritiert.

Inken Baller hat zwei Kinder.<ref>Berliner Wohnungsbauarchitekt:innen – Ein Treffen mit Inken Baller. In: Berliner Mieterverein e.V. 31. Januar 2025, abgerufen am 11. August 2025.</ref>

Interpretation

Die Architektur von Inken und Hinrich Baller ist relativ eigenständig und folgt keiner der zeitgenössischen Hauptströmungen. Sie erinnert in Zügen an den Jugendstil, stützt sich aber verstärkt auf moderne Konstruktionsmittel wie Beton, Stahl und Glas. Die Wurzeln ihres Architekturschaffens sieht Baller u. a. bei den Architekten Bruno Taut, Hugo Häring, Bernhard Hermkes und Hans Scharoun. Als einer von wenigen Architektinnen gelang es ihr an einigen Orten, die Berliner Stadtstruktur in ihrer hohen Baudichte und Schwere („steinernes Berlin“) aufzulockern.

Bauten (Auswahl)

Datei:Berlin Wassertorplatz1.JPG
Parkbrücke von Inken und Hinrich Baller auf dem Wassertorplatz an Stelle der historischen Kanalbrücke

Einige Bauten Inken Ballers stehen unter Denkmalschutz (D).

Zusammen mit Hinrich Baller:

Eigenständig:

  • 1990: Gewerbehof „WeiberWirtschaft eG“ in Berlin
  • 1993: Fabrikgebäude „Gummi Hübner“ in Kassel
  • 1996: Stern-Wettbewerb „Mein Wunschhaus“
  • 1997: Wohnhaus Richardstraße 15, Berlin-Neukölln<ref>Karen Eisenloffel: Tragwerkstatt Gerhard Pichler Entwürfe, Bauten, Konstruktionen. Berlin 2000, ISBN 3-7861-2279-2, S. 164.</ref>
  • 1998: Wohnhäuser Alt-Stralau, Berlin-Friedrichshain

Zudem war Inken Baller als Kontaktarchitektin verantwortlich für:

  • 1993–1995: Die „Heinz-Galinski-Schule“ in Berlin, von Zvi Hecker
  • 1997–1999: Das Jüdische Gemeindezentrum in Duisburg, von Zvi Hecker
  • 1996–1998: Rummelsburger Bucht, Alt Stralau, Bebauung im Umkreis des Palmkernölspeichers in Berlin, von Herman Hertzberger

Literatur

  • VISITING Inken Baller & Hinrich Baller, Berlin 1966–89, hrsg. von urban fragment observatory (Jeanne Astrup-Chauvaux, Sebastian Diaz de León, Lena Löhnert, Florine Schüschke), Köln: Verlag der Buchhandlung Walther und Franz König, 2022, ISBN 978-3-7533-0051-1
  • „Hinrich und Inken Baller“. U. Stark, IRB Verlag; 1998.
  • „Hinrich and Inken Baller“. In: A+U, 12/1986,195, H. Fassbinder, S. 75–130.
  • „Behutsame Stadterneuerung“ und „Das Prinzip Hoffnung“. In: Lukas Fink, Tobias Fink, Ruben Bernegger: Berliner Portraits – Erzählungen zur Architektur der Stadt. Walther König, Köln 2019, ISBN 978-3-96098-654-6.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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