Giorgio Maria Rapparini
Giorgio Maria Rapparini (* 1660 in Bologna; † 1726 in Mannheim) war ein italienischer Hofbeamter, Librettist, Dichter und Zeichner, am kurpfälzischen Hof.
Leben und Wirken
Rapparini wuchs in ärmlichen Verhältnissen in Bologna auf, betätigte sich dort als Maler,<ref>Eric Garberson: Italian paintings of the seventeenth and eighteenth centuries. National Gallery of Art, Washington, DC. 1996, S. 77; (Digitalisat).</ref> war Sekretär des städtischen Senats<ref>Paolo Cassoli: Giacomo Antonio Perti e la collana dell’Imperatore. In: Comune di Crevalcore: Rassegna storica crevalcorese, Nr. 2, Dezember 2005, S. 43 <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />(PDF Ausgabe der Zeitschrift) ( des Vorlage:IconExternal vom 30. Oktober 2017 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> und kam über seine Schwester, eine Sängerin, an den kurpfälzischen Hof.<ref>Claudia Kaufold: Ein Musiker als Diplomat, Verlag Regionalgeschichte, 1997, ISBN 3895341959, S. 46</ref> Von 1685 bis 1716 ist er in Düsseldorf nachgewiesen als italienischer Sprachsekretär<ref>Webseite zur Gemäldesammlung von Kurfürst Johann Wilhelm</ref> sowie ab 1710 auch als Hofkammerrat des Kurfürsten Johann Wilhelm. Zuletzt lebte er in Mannheim, wo er auch starb.<ref>Webseite der Stadt Düsseldorf</ref> Seine Verwandte Maria Dorothea Rapparini heiratete dort 1740 den kurpfälzischen Geheimrat Joseph Fontanesi.
Schon in Italien schrieb Giorgio Maria Rapparini Libretti, beispielsweise für die 1680 in Padua erschienene Oper Berenice vendicatiua des geistlichen Komponisten Giovanni Domenico Freschi<ref>Digitalansicht des Librettos der Oper Berenice vendicatiua von Giovanni Domenico Freschi, 1680</ref> oder für die 1686 in Bologna veröffentlichte Oper La Flavia seines Freundes Giacomo Antonio Perti.<ref>Digitalansicht des Librettos für La Flavia von Giacomo Antonio Perti, 1686</ref> Am Düsseldorfer Hof verfasste er zahlreiche weitere Opernlibretti, unter anderem für Werke von Sebastiano Moratelli,<ref>Digitalansicht eines Libretto Rapparinis, zu einer Oper von Sebastiano Moratelli</ref><ref>Digitalansicht eines weiteren Rapparini-Librettos für Sebastiano Moratelli, 1698</ref> Johann Hugo von Wilderer<ref>Digitalansicht eines Rapparini-Librettos für Johann Hugo von Wilderer, 1700</ref> und Agostino Steffani. Mehrere gedruckte Textbücher sind von ihm erhalten. 1709 publizierte er zum Namenstag des Kurfürsten das Buch Le portrait du vrai mérite dans la personne serenissime de Monseigneur L’Electeur Palatin, u. a. mit zahlreichen, von ihm entworfenen und gezeichneten Medaillen. Dieses Werk, ein Porträt des Kurfürsten und seines Umfeldes, gibt Auskunft über das damalige künstlerisch-kulturelle Leben am Düsseldorfer Hof. Der Historiker Theodor Levin nennt das Buch im Hinblick auf die Zeit Johann Wilhelms, „die unmittelbarste und vertrauenwerteste Quelle soweit es sich um künstlerische Tatsachen handelt“.<ref>Gerhard Croll: Musikgeschichtliches aus Rapparinis Johann-Wilhelm-Manuskript (1709). In: Die Musikforschung, 11. Jahrgang (1958), Heft 3, S. 257–264 (Ausschnittscan)</ref>
Einer seiner Schüler in Bologna war der Maler Donato Creti (1671–1749).<ref>Alte Meister: Zeichnungen und Aquarelle aus der Graphischen Sammlung, Kunstmuseum Bern, 2000, ISBN 3906628280, S. 202 (Ausschnittscan)</ref>
Literatur
- Le portrait du vrai mérite dans la personne serenissime de Monseigneur L’Electeur Palatin. Manuskript (1709), herausgegeben von Hermine Kühn-Steinhausen als Bd. IV der Veröffentlichungen der Landesbibliothek und Stadtbibliothek Düsseldorf, Düsseldorf 1958.
- Le portrait du vrai merite. Nachdruck der Handschrift von 1709, 2 Bde. (1. Faksimile, 2. Transkription, Übersetzung und Kommentar), Neusäß/Augsburg: Paul Kieser Verlag, 1988.
- G. Steffen: J. H. von Wilderer. In: Beiträge zur rheinischen Musikgeschichte, XL, Köln 1960.
- Ekkehard Mai: Holland nach Rembrandt. Zur niederländischen Kunst zwischen 1670 und 1750. Band 10, S. 33, Böhlau Verlag Köln, 2006, ISBN 3-4120-7006-8, S. 33 (Digitalscan).
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Rapparini, Giorgio Maria |
| KURZBESCHREIBUNG | italienischer Librettist |
| GEBURTSDATUM | 1660 |
| GEBURTSORT | Bologna |
| STERBEDATUM | 1726 |
| STERBEORT | Mannheim |