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Tarnefitz

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Tarnefitz
Hansestadt Gardelegen
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(63)&title=Tarnefitz 52° 31′ N, 11° 13′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(63) 52° 31′ 19″ N, 11° 12′ 41″ O
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Höhe: 61 m ü. NHN
Fläche: 6,45 km²<ref name="HOB-12" />
Einwohner: 63 (31. Dez. 2022)<ref name="EW-2022" />
Bevölkerungsdichte: 10 Einwohner/km²
Eingemeindung: 20. Juli 1950
Eingemeindet nach: Sichau
Postleitzahl: 39649
Vorwahl: 039082
Lage von Tarnefitz in Sachsen-Anhalt

Tarnefitz ist ein Ortsteil der Ortschaft Sichau der Hansestadt Gardelegen im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.<ref name="Hauptsatzung" />

Geografie

Das Dorf Tarnefitz liegt gut eineinhalb Kilometer nordwestlich von Sichau und knapp fünf Kilometer nördlich von Mieste im Westen von Gardelegen in der Altmark an der Tarnefitzer Elbe, die südlich von Siems zusammen mit dem Graben Siems zur die Sichauer Beeke wird.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>

Nachbarorte sind Peckfitz im Südwesten, Jeggau im Norden, Sichau im Südosten und Siems im Süden.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>

Geschichte

Mittelalter bis Neuzeit

Im Jahre 1394 wird Tarnefitz als dat dorp to terneuitze<ref name="HOB-12" /> oder ternovitze<ref name="Schulze Chronik Klötze" /> erstmals erwähnt, 1664 die wüste Feldmarckt Ternefitz.<ref name="HOB-12" />

Das heutige Tarnefitz wurde in den Jahren 1738 und 1739 als Kolonistendorf mit einem Krug an der großen Hamburg-Leipziger Frachtstraße auf einer wüsten Feldmark mit dem alten Namen neu angelegt.<ref name="HOB-12"/> Diese Wüstung wird im Hausbuch der Pfarrei zu Jeggau erwähnt. Das Dorf gehörte zum Königlichen Domänenamt Kloster Neuendorf. Wilhelm Zahn meint, dass das wüst gewordene Dorf im Nordosten dicht beim jetzigen Dorf lag, wo mehrere alte Wege zusammenstoßen.<ref name="Zahn-Wüstungen" /> Weitere Nennungen sind 1832 Ternewitz<ref name="Bauke 1832" /> und 1804 Tarnewitz.<ref name="Bratring-1" />

Landwirtschaft

Bei der Bodenreform wurden 1945 ermittelt: eine Besitzung über 100 Hektar mit 291 Hektar, 41 Besitzungen unter 100 Hektar hatten zusammen 489 Hektar. Die Gemeinde hatte zwei Besitzungen mit zusammen 9 Hektar Land. Enteignet wurden die 291 Hektar. Aus der Bodenreform wurden 19,2 Hektar Ackerland aufgeteilt: 7,6 Hektar erwarb ein landarmer Bauer mit Besitz unter 5 Hektar, 7,4 Hektar ein landloser Bund Kleinpächter und 4,2 Hektar zwei Landarbeiter.<ref name="HOB-12" /> Im Jahre 1960 bestand eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft, die LPG Typ I „Einheit“.<ref name="HOB-12, S. 2081" />

Herkunft des Ortsnamens

Franz Mertens deutet den Ortsnamen Tarnewitz als wendisch und übersetzt zu „Schlehendorf“ oder „Tarnsdorf“.<ref name="Mertens-Gardelegen" />

Aleksander Brückner erkennt im Namen das altslawische Wort „trьnь“ für „Dorn“.<ref name="Brückner" />

Eingemeindungen

Bis 1807 gehörte der Ort zum Salzwedelischen Kreis, von 1807 bis 1813 zum Kanton Mieste, ab 1816 zum Kreis Gardelegen dem späteren Landkreis Gardelegen.<ref name="HOB-12"/>

Am 20. Juli 1950 wurde die Gemeinde Tarnefitz nach Sichau im gleichen Landkreis eingemeindet.<ref name="2VO-LSA-1950" /> Mit der Eingemeindung von Sichau in die Hansestadt Gardelegen per Landesgesetz am 1. Januar 2011 kam der Ortsteil Tarnefitz zur neu entstandenen Ortschaft Sichau und zur Stadt Gardelegen.<ref name="GemNeuglG SAW" /><ref name="Hauptsatzung" />

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1774 091
1789 097
1798 097
1801 104
1818 095
1840 168
Jahr Einwohner
1864 201
1871 202
1885 147
1892 [00]146<ref name="Zahn-1928" />
1895 168
1900 [00]172<ref name="Zahn-1928" />
Jahr Einwohner
1905 176
1910 [00]173<ref name="Zahn-1928" />
1925 160
1939 148
1946 206
2012 [00]078<ref name="EW-2012" />
Jahr Einwohner
2016 [00]73<ref name="EW-2016" />
2021 [0]64<ref name="EW-2022" />
2022 [0]63<ref name="EW-2022" />

Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1946:<ref name="HOB-12" />

Religion

Die evangelischen Christen aus Tarnefitz gehörten zur Kirchengemeinde Jeggau und damit zur Pfarrei Jeggau.<ref name="Almanach1903" /> Sie werden heute betreut vom Pfarrbereich Breitenfeld im Kirchenkreis Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" />

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Das Kriegerdenkmal Tarnefitz in Form einer Stele mit einer Inschrift erinnert an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges.<ref name="Denkmalprojekt" />
  • In der Ortsmitte ist der Ortsfriedhof.
  • Die Bauernstube in Tarnefitz dient als Dorfgemeinschaftshaus.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="2VO-LSA-1950">Zweite Verordnung zum Gesetz zur Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen zum 27. April 1950 (GuABl. S. 161). In: Landesregierung Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Nr. 18, ZDB-ID 511105-5, S. 275, Abs. 4 (PDF).</ref>

<ref name="Almanach1903">Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903</ref>

<ref name="Bauke 1832">David Bauke: Mittheilungen über die Stadt und den Landräthlichen Kreis Gardelegen. Stendal 1832, S. 316 ([Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10012543~SZ%3D00328~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D]).</ref>

<ref name="Bratring-1">Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 387 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000735~SZ%3D00415~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).</ref>

<ref name="Brückner">Aleksander Brückner: Die slavischen Ansiedlungen in der Altmark und im Magdeburgischen (= Preisschriften, gekrönt und herausgegeben von der Fürstlich-Jablonowskischen Gesellschaft zu Leipzig. Band 22). 1879, S. 83, 53 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A11381473~SZ%3D00089~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).</ref>

<ref name="Denkmalprojekt">Tarnefitz, Hansestadt Gardelegen, Altmarkkreis Salzwedel, Sachsen-Anhalt. In: denkmalprojekt.org. Onlineprojekt Gefallenendenkmäler, 1. April 2018, abgerufen am 2. Oktober 2022.</ref>

<ref name="EW-2012">Einwohnerentwicklung 2012 in den Ortsteilen. In: Volksstimme Magdeburg. 1. Mai 2013 (volksstimme.de [abgerufen am 20. Februar 2022]).</ref>

<ref name="EW-2016"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Sichau, Siems und Tarnefitz auf gardelegen.de (Memento vom 31. Mai 2017 im Internet Archive)</ref>

<ref name="EW-2022">Elke Weisbach: Die Kurve zeigt wieder nach oben. In: Gardelegener Volksstimme, Gardelegener Kreisanzeiger. 24. Januar 2022, DNB 1047268027, S. 13.</ref>

<ref name="GemNeuglG SAW">Gesetz über die Neugliederung der Gemeinden im Land Sachsen-Anhalt betreffend den Landkreis Altmarkkreis Salzwedel (GemNeuglG SAW) vom 8. Juli 2010. 8. Juli 2010, GVBl. LSA 2010, 410, § 3, § 4 (sachsen-anhalt.de [abgerufen am 28. Februar 2022]).</ref>

<ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="HOB-12, S. 2081">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="Hauptsatzung">Hansestadt Gardelegen. Der Bürgermeister.: Hauptsatzung der Hansestadt Gardelegen. 27. August 2019, abgerufen am 1. März 2022.</ref>

<ref name="Mertens-Gardelegen">Franz Mertens: Heimatbuch des Kreises Gardelegen und seiner näheren Umgebung. Hrsg.: Rat des Kreises Gardelegen. Gardelegen 1956, DNB 1015184308, S. 204.</ref>

<ref name="Pfarrbereich">Pfarrbereich Breitenfeld. Abgerufen am 22. November 2018.</ref>

<ref name="Schulze Chronik Klötze">Ernst Schulze: Chronik der Stadt Cloetze. Nachrichten aus der Umgegend von Cloetze und dem Drömling nebst einer Geschichte des ehemaligen hannoverschen Amtes Cloetze. Klötze 1900, S. 52 (Digitalisat).</ref>

<ref name="Zahn-1928">Vorlage:BibOCLC</ref>

<ref name="Zahn-Wüstungen">Wilhelm Zahn: Die Wüstungen der Altmark. In: Geschichtsquellen der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete. Band 43. Hendel, Halle a.S. 1909, S. 219–220, Nr. 225 (uni-jena.de).</ref> </references>

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