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Mastopexie

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Datei:Mastopexy Before & After.JPG
Mastopexie ohne Implantate: links vorher, rechts danach

Die Bruststraffung oder Mastopexie ist ein Verfahren zum Anheben und Neuformen von erschlafften, hängenden Brüsten.

Beschreibung

Bei der Mastopexie werden, abhängig von der verwendeten Technik, tief stehende Brustwarzen teils ebenfalls in eine höhere, „jugendliche“ Position gebracht und dabei oft auch verkleinert. Es kann sein, dass bei einer kleinen Brust, beispielsweise bei Volumenverlust nach Schwangerschaft, gleichzeitig auch eine Vergrößerung der Brust gewünscht wird. Dies kann durch Brustimplantate oder eine Brustvergrößerung mit Eigenfetttransplantation erreicht werden, die im Rahmen desselben Eingriffs mit der Bruststraffung kombiniert werden können.<ref>DGÄPC: Brustvergrößerung mit Eigenfett. In: dgaepc.de. Abgerufen am 24. Januar 2026.</ref>

Statistische Daten zeigen, dass die Zahl der Mastopexie-Verfahren in Deutschland steigt. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) gehörte die Bruststraffung 2023 zu den fünf häufigsten ästhetischen Eingriffen bei Frauen.<ref>Statstik 2023 / 2024: Ergebnisse der DGÄPC-Patientenbefragung. In: Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie. S. 9, abgerufen am 14. März 2025.</ref>

Durch die Operation können Form, Festigkeit und Größe der Brust verändert werden. Außerdem können durch die Operation stärkere Ungleichheiten der Brust (Asymmetrien) ausgeglichen werden. Die Stillfähigkeit wird durch die Bruststraffung in der Regel nicht eingeschränkt. Bei der Planung einer Bruststraffung ist jedoch zu beachten, dass eine weitere Schwangerschaft erneut zu einer Erschlaffung der Brüste führen kann, sodass eine Verschiebung der Operation auf einen späteren Zeitpunkt sinnvoll sein kann. Grundsätzlich sind die Ergebnisse einer Mastopexie aber nicht von Dauer, die Langzeitergebnisse wenig überzeugend.<ref>Kaufmann: Atlas der Brustchirurgie. S. 116</ref>

Der Narbenverlauf entspricht dem der Brustverkleinerung, d. h. ausschließlich um den Warzenhof (nach Benelli), zusätzlich senkrechter Schnitt bis in die untere Brustfalte (nach Lejour), je nach Technik zusätzlich in umgekehrter T- oder L–Form in der Brustfalte verlaufend (Invertierte T-Technik, L-Technik).

Vor jeder Operation steht die umfassende Aufklärung über mögliche Komplikationen und Therapiemöglichkeiten durch den plastischen Chirurgen.

Techniken

Technik mit innerem BH

Die Technik des inneren BHs ist eine moderne Technik, welche dem neuerlichen Absinken und Erschlaffen der Brust entgegenwirken soll. Hierbei wird ein Teil der überschüssigen Haut wie ein straffer Gürtel im unteren Teil der Brust als Stütze verwendet. Die Brust liegt also auf zwei vernähten Zügeln und verbleibt daher in der gestrafften Position. Diese anspruchsvolle Methode der Bruststraffung ergibt eine deutlich längere Straffung im Vergleich zu den Standardmethoden.<ref name=":0">Bruststraffung Hamburg: Straffe Brüste. In: Praxisklinik Colonnaden. Abgerufen am 3. Februar 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Technik mit Autoaugmentation

Die Autoaugmentation ist eine neue Operationstechnik, bei der das vorhandene Brustgewebes genutzt wird, um die Brust zu straffen und gleichzeitig Volumen in Bereiche hinzuzufügen, indem ein Teil des Brustgewebes wie ein Silikonimplantat verwendet wird. Da bei der Standard Operation zur Bruststraffung das Dekolleté oft leer bleibt, wird bei der Autoaugmentation die Brustdrüse in zwei Hälften geteilt. Wie bei der Brustvergrößerung mit Implantat wird eine Tasche zwischen Brustdrüse und Brustmuskel erschaffen und hier ein Teil der geteilten Brustdrüse eingelegt. Die Haut wird dann nach Benelli, Lejour oder in Invertierter T-Technik bzw. L-Technik gestrafft.<ref>P. M. Metz: Bruststraffung mit Autoaugmentation - Dr. Philip Metz Augsburg. 2024, abgerufen am 23. Juli 2024 (deutsch).</ref>

Technik nach Benelli (Round-Block Technik)

Bei dieser Methode der Bruststraffung, welche auch als Round-Block Technik bekannt ist und die nach dem französischen Chirurgen Louis Benelli benannt wurde, erfolgt die Bruststraffung durch eine Schnittführung um den Warzenhof. Das unter der Brustwarze gelegene Fett- und Drüsengewebe wird dabei reduziert. Die Brust verliert also etwas an Volumen und mit dem gleichzeitigen Versetzen der Brustwarze wird die ganze Brust gestrafft.<ref>Brustverkleinerung: Op nach Benelli in O-Methode. Abgerufen am 3. Februar 2020.</ref>

Technik nach Lejour

Die Bruststraffung nach Lejour, welche nach der belgischen Chirurgin Madeleine Lejour benannt ist, ist auch als vertikale Bruststraffung bekannt. Hierbei werden verschiedene Schnittführungen miteinander kombiniert. Bei dieser Methode der Bruststraffung erfolgt der erste Schnitt um die Brustwarze herum, woran sich ein vertikaler Schnitt bis zur Unterbrustfalte anschließt. Damit lässt sich überschüssige Haut sowohl im oberen als auch im unteren Brustbereich entfernen. Im letzten Schritt wird die Haut unterhalb der Brustwarze zusammengezogen.<ref name=":0" />

Invertierte T-Technik

Die T-Technik trägt ihren Namen aufgrund der speziellen Schnittführung: Wie bei der vertikalen Technik erfolgt ein Schnitt um den Warzenhof sowie ein vertikaler Schnitt zur Unterbrustfalte hin. Da diese Schnitte bei stark hängenden Brüsten allein aber nicht reichen würden, wird bei der T-Technik ein zusätzlicher horizontaler Schnitt in der Brustumschlagsfalte getätigt. Dadurch ergibt sich unterhalb der Brustwarze ein umgekehrtes „T“. Bei dieser Methode zur Bruststraffung wird der Hautüberschuss komplett entfernt, sowohl in der Längs- als auch in der Querrichtung, damit keine Hautfältchen an der Schnittführung zurückbleiben.<ref name=":0" />

Geschichte

Rekonstruierende Brustchirurgie ist mindestens seit 1669 schriftlich dokumentiert. 1854 beschrieb Alfred-Armand-Louis-Marie Velpeau ausführlich die Ptosis der weiblichen Brust.<ref name="torre">Jorge de la Torre, James Long, Luis Vásconez: History of Mastopexy. In: Shiffman: Mastopexy and Breast Reduction: Principles and Practice. S. 43ff.</ref> Ende des 19. Jahrhunderts wurden Techniken der Mastopexie erstmals beschrieben, so bei Michel Pousson<ref>Michel Pousson De la mastopexie. In: Bulletin et memoires de la Societe des chirurgiens de Paris 23, 1897. S. 507</ref> und Verchère.<ref>F. Verchère: Mastopexie laterale contre la mastoptose hypertrophique. In: Médicine moderne 9, 1898. S. 540f.</ref> In Deutschland führte Dehner erstmals eine Mastopexie durch.<ref>J. Dehner: Mastopexie zur Beseitigung der Haengebrust. In: Münchner Medizinische Wochenschrift 55, 1908. S. 1878f.</ref> Bis zu den späten 1930ern wurden die Techniken verfeinert, u. a. von Erich Lexer und Hans Kraske (Lexer-Kraske-Mammaplastie).<ref>Ivo Pitanguy: Aesthetic Plastic Surgery of Head and Body. Springer Science & Business Media, 2012. ISBN 978-3-642-66910-1. S. 4f.</ref> Moderne Techniken wurden u. a. von Strombeck<ref>J. O. Strombeck: Mammaplasty: report of a new technique based on the two-pedicle procedure. In: British Journal of Plastic Surgery. Band 13, April 1960, ISSN 0007-1226, S. 79–90, doi:10.1016/s0007-1226(60)80014-8, PMID 13835285.</ref> und McKissock<ref>P. K. McKissock: Reduction mammaplasty by the vertical bipedicle flap technique. Rationale and results. In: Clinics in Plastic Surgery. Band 3, Nr. 2, April 1976, ISSN 0094-1298, S. 309–320, PMID 1261185.</ref> begründet. Die Round-block-Technik wurde 1990 von Louis Benelli eingeführt.<ref>L. Benelli: A new periareolar mammaplasty: the "round block" technique. In: Aesthetic Plastic Surgery. Band 14, Nr. 2, 1990, ISSN 0364-216X, S. 93–100, doi:10.1007/BF01578332, PMID 2185619.</ref><ref name="torre" />

Literatur

  • Alfred Berger, Robert Hierner: Plastische Chirurgie: Mamma. Stamm. Genitale. Springer, 2007. ISBN 978-3-540-68842-6. S. 139ff.
  • Manfred Kaufmann, Ismail Jatoi, Jean-Yves Petit (Hrsg.): Atlas der Brustchirurgie. Springer, 2008. ISBN 978-3-540-48882-8. S. 116ff.
  • Werner L. Mang (Hrsg.): Tipps und Tricks für den ästhetisch-plastischen Chirurgen: Problemlösungen von A – Z. Springer, 2007. ISBN 3-540-28409-5. S. 119ff.
  • Melvin A. Shiffman (Hrsg.): Mastopexy and Breast Reduction: Principles and Practice. Springer Science & Business Media, 2009. ISBN 978-3-540-89873-3.

Einzelnachweise

<references />

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