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Niehorst

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Niehorst
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Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(780)&title=Niehorst 51° 57′ N, 8° 21′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(780) 51° 57′ 0″ N, 8° 20′ 50″ O
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Höhe: 73 m
Fläche: 9,16 km²
Einwohner: 780 (1. Jan. 2022)<ref name="Einwohner">Der Kreis Gütersloh: Zahlen | Daten | Fakten 2022. (PDF; 7,34 MB) Abgerufen am 27. Oktober 2022.</ref>
Bevölkerungsdichte: 85 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1970
Postleitzahl: 33334
Vorwahl: 05241
Datei:Niehorst in Gütersloh.svg
Karte
Lage von Niehorst in Gütersloh
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Niehorst <templatestyles src="IPA/styles.css" />['niːhɔʁst] <phonos file="Niehorst.ogg"></phonos> ist ein nördlicher Stadtteil von Gütersloh in Ostwestfalen-Lippe, welcher 1970 im Rahmen der kommunalen Neugliederung in die heutige Kreisstadt Gütersloh eingemeindet wurde.

Geografie

Niehorst liegt im Osten der Westfälischen Bucht.

Die Lutter bildet die südliche Grenze, der Lichtebach einen Teil der nördlichen. Ein weiteres über Ortsgebiet verlaufendes Gewässer ist der Krullsbach.

Die Landschaft um die Hauptsiedlung herum ist geprägt von Ackerflächen, Wiesen, kleinen Kiefernwälder und einigen Birken. Dazwischen liegen verstreut einige Bauernhöfe.

Nachbargemeinden

Brockhagen GT-Hollen
Marienfeld Datei:Windrose klein.svg GT-Isselhorst
GT-Blankenhagen GT-Nordhorn

Die westliche Grenze des Stadtteils zu Marienfeld ist nicht nur eine Gemeindegrenze, sondern historisch gesehen auch eine Glaubens- und Kulturgrenze. Bis Niehorst ging das protestantische Ravensberger Land, ab Marienfeld begann das katholische Münsterland.

Geschichte

1556 wurde im Ravensberger Urbar zum ersten Mal der Eigenbehörige Johann Nigehorster erwähnt. Zu jener Zeit ließ Johann der Friedfertige, Graf von Ravensberg, acht neue Höfe im Gebiet des heutigen Niehorsts ansiedeln (von denen bis heute noch sieben existieren). Dieses Gebiet wurde im Urbar nach Nigehorsters Hof als „in die Nigehorstere“ bezeichnet. Kurios: Heute liegt der namensgebende Hof (mittlerweile „Hof Niehörster“) nicht auf dem Gebiet des Gütersloher Stadtteils Niehorst, sondern rund 50 m jenseits der Grenze auf Harsewinkeler Stadtgebiet. „Schuld“ sind vermutlich Vorfahren der Niehörsters, die sich im 16. Jahrhundert weigerten, den protestantischen Glauben des Grafen von Ravensberg anzunehmen und beim katholischen Kloster Marienfeld blieben.

Die Bauerschaft Niehorst gehörte bis zur Franzosenzeit zur Vogtei Brackwede im Amt Sparrenberg der Grafschaft Ravensberg und von 1807 bis 1813 zum Kanton Brackwede im Königreich Westphalen. 1816 kam Niehorst zum neuen Kreis Bielefeld. Mit der Konstituierung der Bauerschaft Niehorst zu einer Landgemeinde 1847 wurde Niehorst zunächst dem kurzlebigen Amt Isselhorst zugewiesen.<ref>Amtsblatt Minden 1847 Stück 42 Seite 278 Nr. 452</ref> Die Ämter Isselhorst und Brackwede wurden 1852 zu dem Amt Brackwede-Isselhorst vereinigt.<ref>Amtsblatt Minden 1852 Stück 25 Seiten 211 u. 212 Nr. 383</ref> Später wurde das Amt nur noch Amt Brackwede im Kreis Bielefeld genannt. Im Jahr 1969 beschloss der Niehorster Gemeinderat den Anschluss an die Stadt Gütersloh und sprach sich damit gegen den möglichen Anschluss an die Stadt Bielefeld aus. Diese Zuordnung trat am 1. Januar 1970 in Kraft.<ref>Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 110.</ref> Durch die Gebietsreform von 1973 wurde Niehorst ein Teil des Kreises Gütersloh.

Religionen

Niehorst gehört zum Kirchspiel Isselhorst. Eine eigene Kirche hatte Niehorst nie. Von den 607 Einwohnern mit Hauptwohnsitz in Niehorst (Stand Dezember 2000) sind 377 oder 62,1 % evangelisch und 116 oder 19,1 % katholisch. 114 oder 18,8 % gehören einer anderen oder keiner Religionsgemeinschaft an.

Politik

Wappen

[[Datei:{{#property:p94}}|100px|links|Wappen von Niehorst]] Blasonierung: „In silbernem Schild unter rotem Sparren ein rotes Fachwerk-Bauernhaus mit großem Deelentor und Giebelschmuck; im Deelentor ein goldener Adler in rotem Schild.“
Wappenbegründung: Der rote Sparren steht für die frühere Zugehörigkeit zur Grafschaft Ravensberg. Der Adler zeigt das Wappen der Grafen von Rietberg, die hier einst einflussreiche Grundherren waren.

Parteien

Der erste CDU-Ortsverband im Kirchspiel Isselhorst wurde am 3. Januar 1969 in Niehorst gegründet. Wenige Wochen später wurde der CDU-Ortsverband „Kirchspiel Isselhorst“ gegründet, dem sich der Niehorster Ortsverband anschloss.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Datei:Baumallee in Niehorst.jpg
Baumallee in der Hakenheide

In Niehorst stehen einige zum Teil mehr als 500 Jahre alte Bauernhöfe mit kunstvoll verzierten Deelentorbögen. Insbesondere der Hof Diekmann zeichnet sich durch seinen äußeren Schmuck beim Fachwerk aus. Der Eichenhof von 1807 steht auf der Liste der Baudenkmäler in Gütersloh.

Die „Niehorster Heide“ rund um das ehemalige NATO-Tanklager gilt als „Kleine Senne“. Auf dem gesetzlich geschützten Biotop mit seinem Heide- und Sandmagerrasen ist eine große Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren nährstoffarmer Standorte zu beobachten. So kommen dort Stechimmen, Feldgrillen, Heidelerchen, Baumpieper sowie eine Vielzahl von Flechten, Moosen und typischen Pflanzen wie Heidekraut vor.

Datei:Janstein Niehorst.jpg
Denkmal zur Gründung des Ortsteils Niehorst

Am Reithallenweg Ecke Holler Straße steht das Denkmal zur Gründung des Ortsteils Niehorst, auch als Janstein bekannt. Dieses Denkmal wurde 1950 in Erinnerung an Gründer von Niehorst, den Ravensberger Grafen Johann III, aufgestellt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Datei:Windkraftanlage Niehorstwind.jpg
Windkraftanlage Niehorstwind

Niehorst ist geprägt durch Streubesiedlung. Ein Ortskern im klassischen Sinn fehlt.

Anfang der 1960er Jahre wurde in Niehorst ein Gewerbegebiet ausgewiesen. Hier haben sich kleine Industrie- und Handwerksbetriebe angesiedelt. Zu überregionaler Bedeutung hat sich allein die Firma Huxohl entwickelt, die von einer kleinen Mühle mit Sägegatter zu einem bundesweit operierenden Holzhandel und Sägewerk wurde. Ansonsten ist der Stadtteil wirtschaftlich von klein- und mittelbäuerlicher Landwirtschaft geprägt. Seit Anfang des neuen Jahrtausends bietet der Hof Birkenhake als erster und einziger Anbieter im Stadtgebiet Gütersloh Urlaub auf dem Bauernhof an und erschloss damit Niehorst für den Tourismus.

Seit dem Jahr 2000 steht an der Straße An den Sandgruben eine Windenergieanlage. Ihr Turm ist 85 Meter hoch.

Vereine

Der Schützenverein Niehorst e.V. wurde 1924 gegründet und feierte 2024 sein 100-jähriges Jubiläum. Seit 1998 befindet sich das Schützenhaus mit Luftgewehr Schießanlage an der Brockhagener Straße.<ref>Schützenverein Niehorst 1924 e.V. Abgerufen am 10. April 2026.</ref>

Persönlichkeiten

Gebürtig aus Niehorst stammen:

In Niehorst wohnte:

Trivia

  • Der Filmemacher Thilo Gosejohann (* 1971), Bruder von Simon Gosejohann, nutzte sein Heimatdorf als Filmkulisse für die Filme Operation Dance Sensation und Captain Cosmotic. Seine Filmgesellschaft nannte er entsprechend „Neverhorst Film Company“.
  • Gleich zweimal stürzten auf Niehorster Gebiet Flugzeuge ab: 1978 verunglückte ein britischer Düsenjäger an der Grenze zu Ebbesloh, 1988 stürzte ein Harrier ab und explodierte. Niehorst liegt unweit des Militär-Flughafens Gütersloh.

Einzelnachweise

<references />

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Stadtteile: Avenwedde | Ebbesloh | Friedrichsdorf | Gütersloh-Stadt | Hollen | Isselhorst | Niehorst | Spexard

Bereiche von Gütersloh-Stadt: Blankenhagen | Gütersloh-Kernstadt | Kattenstroth | Nordhorn | Pavenstädt | Sundern

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