Zum Inhalt springen

Michael Billen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 31. Januar 2026 um 20:58 Uhr durch imported>AF666 (Abgeordneter).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:2014-02-20 - Michael Billen - Landtag Rheinland-Pfalz - 2846.jpg
Michael Billen (2014)

Michael Billen (* 4. Oktober 1955 in Trier; † 4. Januar 2022 in Kaschenbach) war ein deutscher Politiker (CDU) und Mitglied des rheinland-pfälzischen Landtags.

Leben und Beruf

Sein Vater war der CDU-Politiker Adolf Billen. Nach der Mittleren Reife machte Billen eine Ausbildung und 1976 seinen Meisterbrief, er war von Beruf Landwirtschaftsmeister in Kaschenbach, mit 62 Einwohnern der kleinste Ort der Verbandsgemeinde Südeifel.<ref>Kaschenbach. Ein Ortsportrait von Wolfgang Bartels. Hierzuland, SWR Fernsehen. Letzte Änderung am: 12. November 2008, 18.18 Uhr.</ref>

Billen war verheiratet, hatte vier Kinder und war Vorsitzender des Aufsichtsrats der Flugplatz Bitburg GmbH.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vertrag zur Übernahme von 40,53 % freien und weiteren Anteilen an der Flugplatz Bitburg GmbH. (Memento vom 13. Dezember 2013 im Internet Archive) News von 27. Januar 2010 – 18:16:26 Uhr. / Angelika Koch: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vor dem Fliegen kommt das Schweigen. (Memento vom 20. Januar 2010 im Internet Archive) Luxemburger Wort, 16. Januar 2010, 20:17 Uhr.</ref> Er starb am 4. Januar 2022 an den Folgen einer Leukämie.<ref>Langjähriger CDU-Landtagsabgeordneter Billen gestorben. In: Zeit Online, 4. Januar 2022, abgerufen am 4. Januar 2022.</ref>

Partei

Mit 17 trat er in die Junge Union und 1973 in die CDU ein. 1993 wurde er Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Bitburg-Prüm, 1999 auch Vorsitzender der Kreistagsfraktion der CDU im Eifelkreis Bitburg-Prüm. 2005 wählte man ihn schließlich zum Vorsitzenden des CDU-Bezirksverbands Trier.

2008 ist Billen wegen seiner Rolle unter anderem im Zusammenhang mit der von der CDU verfolgten Fusion der Sparkassen des Eifel- (Bitburg-Prüm) und Vulkaneifelkreises (Daun) in die öffentliche Kritik geraten. Dabei wurden auch Forderungen nach seinem Rücktritt laut.<ref>Sparkassen-Fusion vom Tisch: Billen denkt nicht an Rücktritt. Trierischer Volksfreund, Archiv: 21. Juli 2008. Abgelesen am 3. Februar 2010.</ref>

Auch im Zusammenhang mit dem von ihm forcierten Ausbau des Flughafens Bitburg, der – ebenso wie bei den von ihm verfolgten Bankenfusionen – politisch umstritten war, kam es zu heftiger Kritik an Billen.<ref>Braucht das Land den Flugplatz Bitburg?, in: Trierischer Volksfreund vom 29. September 2008, abgerufen am 5. Dezember 2011.</ref> 2009 war er Mitglied der 13. Bundesversammlung.

Im November 2009 geriet er aufgrund eines Polizeidatenskandals in die Kritik. Er legte daraufhin seine Mitgliedschaft im Untersuchungsausschuss des Landtags zur Nürburgring-Affäre nieder. Seine Tochter, Kriminalkommissarin, habe aus dem Polizeifahndungssystem Daten über Personen abgefragt, die als Investoren für den Nürburgring galten, diese illegalerweise ausgedruckt und mit nach Hause genommen. Nach Aussage Billens habe er diese ohne Wissen seiner Tochter an sich genommen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ermittlungen gegen rheinland-pfälzischen Landtagsabgeordneten Michael Billen. (Memento vom 31. Dezember 2009 im Internet Archive), in: Mainspitze vom 28. Dezember 2009. / Die dreisten Hacker der Union. in: taz vom 19. Januar 2010.</ref> Darauf legte Billen seinem Sitz im Untersuchungsausschuss des Landtags nieder.

Datei:Michael Billen im Jet.jpg
Michael Billen in einem Kampfjet bei einem Besuch der US-Luftwaffenbasis Tyndall Air Force Base (2009)

Anfang Januar 2010 nahm die Staatsanwaltschaft Landau ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts zur Anstiftung zum Geheimnisverrat gegen ihn auf.<ref>Thomas Holl: Billen will auf jeden Fall Mandat behalten. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 5. Januar 2010.</ref> Das Landgericht Landau in der Pfalz sprach ihn am 21. September 2011 vom Vorwurf des Geheimnisverrats frei. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil jedoch am 13. Dezember 2012 auf und verwies das Verfahren zurück an das Landgericht.<ref>Prozess gegen Michael Billen wird neu aufgerollt in: Die Welt vom 13. Dezember 2012; abgerufen am 16. Dezember 2012</ref><ref>Urteil des BGH vom 13. Dezember 2012; AZ: 4 StR 33/12</ref> Am 18. Dezember 2013 wurde er vom Frankenthaler Landgericht zu 3600 Euro Geldstrafe verurteilt.<ref>Nürburgring-Affäre: Gericht verurteilt CDU-Abgeordneten Billen wegen Geheimnisverrats</ref>

Am 6. Februar 2010 wurde der Bundestagsabgeordnete Patrick Schnieder als Nachfolger von Billen zum CDU-Bezirksvorsitzenden gewählt.<ref>CDU: Patrick Schnieder neuer Bezirksvorsitzender., in: Trierischer Volksfreund vom 6. Februar 2010.</ref> Billen betonte, dass er freiwillig nicht mehr angetreten sei.

Abgeordneter

Mitglied des Kreistags wurde er 1984, von 2004 bis 2009 war er zugleich Erster Kreisbeigeordneter des Kreises Bitburg-Prüm. Vom 20. Mai 1996 bis 18. Mai 2020 war Billen Mitglied des Rheinland-Pfälzischen Landtags. Er war Vorsitzender im Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr des Rheinland-Pfälzischen Landtags und gehört auch dem Ausschuss für Landwirtschaft und Weinbau als ordentliches Mitglied an.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Abgeordnete: Michael Billen (Memento des Vorlage:IconExternal vom 12. Dezember 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.landtag.rlp.de Landtag Rheinland-Pfalz. Abgelesen am 3. Februar 2010. 18:15 Uhr.</ref>

Die Aufforderung des CDU-Fraktionsvorsitzenden Christian Baldauf, auf sein Landtagsmandat zu verzichten, wies Billen zurück. Am 7. Januar 2010 teilte Baldauf mit, dass die Fraktion mit Billen vereinbart habe, dass dessen Mitgliedschaft in der Fraktion unbefristet ruhe.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.cdurlp.deDer Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Christian Baldauf, teilt mit: (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive ) Medienportal der CDU Rheinland-Pfalz, Nr.007/2010.</ref> In einem Zeitungsinterview<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />TV-Interview mit dem Eifeler Abgeordneten Michael Billen, der sich diese Woche auf der politischen Bühne zurückgemeldet hat. (Memento vom 3. September 2011 im Internet Archive) (PDF; 81 kB)</ref> erklärte Billen am 8. Januar 2010, er habe seiner Partei angeboten, die Fraktionsmitgliedschaft ruhen zu lassen und aus den Ausschüssen auszusteigen. Laut Gutachten wären Billen die Rechte eines Abgeordneten verblieben, selbst wenn ihn die Partei aus der Fraktion ausgeschlossen hätte.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.wiesbadener-kurier.deGutachten: CDU-Mann Michael Billen hat weiter Rechte eines Abgeordneten. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive ) Wiesbadener Kurier, 30. Januar 2010.</ref>

Billen trat bei der Landtagswahl 2011 erneut als Direktkandidat der CDU Bitburg-Prüm an und gewann den Wahlkreis Bitburg-Prüm mit 33,2 Prozent<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wahlergebnis Eifelkreis Bitburg-Prüm (Memento vom 14. März 2016 im Internet Archive) beim Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 4. Dezember 2011.</ref> der Stimmen. Die Spitzenkandidatin Julia Klöckner hatte dazu aufgerufen, Billen nicht aufzustellen,<ref>Billen gewinnt CDU-Duell klar gegen Weinandy., in: volksfreund.de, 28. Juni 2010.</ref> akzeptierte dann aber das Votum des Kreisparteitags in Bitburg, bei dem Billen sich gegen die Prümer Bürgermeisterin Mathilde Weinandy durchsetzte. Am 12. März 2015 wurde er mit rund 98 Prozent der Stimmen als Spitzenkandidat der CDU Bitburg-Prüm für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz 2016 nominiert.<ref>Eifel-CDU nominiert Michael Billen für Landtagswahl, in: welt.de, 12. März 2015.</ref> Bei dieser gewann erstmals seit dem Bestehen des Wahlkreises, der bis dahin als Hochburg der CDU galt, ein Kandidat der SPD.<ref>Diese Wahl fand einige Monate nach dem Beginn der Flüchtlingskrise in Deutschland 2015/2016 statt; bei dieser Wahl erhielt die AfD landesweit 12,6 Prozent der Stimmen und zog danach erstmals in den Landtag ein.</ref> Billen verlor mit 34,6 Prozent gegen Nico Steinbach, zog aber über die Landesliste in den Landtag ein.<ref>Wenn die schwarze Eifel rot sieht. Trierischer Volksfreund vom 14. März 2016. Abgerufen am 18. April 2016.</ref>

Billen gab auf dem traditionellen Neujahrsempfang des CDU-Kreisverbandes Bitburg-Prüm am 12. Januar 2020 bekannt, zum 19. Mai sein Landtagsmandat abzugeben und im Sommer auch den Vorsitz abzugeben. Der Bitburger Stadtrat Michael Ludwig rückte für Billen in den Landtag nach.<ref>Trierischer Volksfreund: Paukenschlag in der Eifel vom 13. Januar 2020.</ref>

Literatur

  • Der Präsident des Landtags Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Die Stellvertreter des freien Volkes: Die Abgeordneten der Beratenden Landesversammlung und des Landtags Rheinland-Pfalz von 1946 bis 2015. Springer, Wiesbaden 2016, ISBN 3-658-04751-8, S. 66–67.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein