Zum Inhalt springen

Nolan-Diagramm

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 23. Oktober 2025 um 16:40 Uhr durch imported>SchlurcherBot (Bot: http → https).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Vorlage:Hinweisbaustein Das Nolan-Diagramm ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist ein Modell des politischen Spektrums. Es klassifiziert Ideologien auf zwei Achsen nach ihrer Einstellung zu staatlicher Einflussnahme im wirtschaftlichen und im privaten Bereich. Libertäre verwenden es für ihre Öffentlichkeitsarbeit.<ref name="Huebert2010" /> Allgemein gilt es als libertär voreingenommen.<ref name="Mitchell2007" />

Entwickelt wurde das Modell von David Nolan. Er veröffentlichte es 1971 in der Januarausgabe von The Individualist, der Zeitschrift der Society for Individual Liberty. Ende des gleichen Jahres beteiligte sich Nolan an der Gründung der amerikanischen Libertarian Party.<ref name="advocates_nolan" /> Steve Mariotti nennt das Nolan-Diagramm “{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)” (deutsch: „das Dokument, das die Libertarian Party geprägt hat“).<ref name="Mariotti2017" />

Beschreibung

<imagemap> File:Nolan_chart_normal_de.svg|400px|right|Nolan-Diagramm

rect 359 354 762 760 Politische Mitte poly 561 10 835 283 762 355 360 355 288 283 Libertarismus poly 288 283 360 355 360 760 287 833 12 558 Sozialliberalismus poly 288 832 561 1104 835 833 762 759 360 760 Autoritarismus poly 835 283 762 355 762 759 834 834 1109 558 Konservatismus rect 0 187 215 318 Politische Linke rect 876 189 1114 322 Politische Rechte (Politik)

desc top-right </imagemap> Das Nolan-Diagramm klassifiziert politische Ideologien danach, inwieweit sie im wirtschaftlichen und im privaten Bereich staatliche Einflüsse ablehnen. Nach libertärer Definition wird das Fehlen staatlicher Einflussnahme mit Freiheit gleichgesetzt.<ref name="Mitchell2007" />

Das Diagramm wird üblicherweise als auf der Spitze stehendes Quadrat gezeichnet. Der Nullpunkt befindet sich unten. Die Achse diagonal hoch nach links beschreibt die Ablehnung staatlichen Einflusses auf das Privatleben, jene diagonal hoch nach rechts die Ablehnung staatlichen Einflusses auf die Wirtschaft.<ref name="Mitchell2007" />

In den vier Ecken ist jeweils eine Ideologie angesiedelt:<ref name="Mitchell2007" />

  • Links befindet sich die politische Linke, der Sozialliberalismus (amerikanisches Englisch: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Er befürworte eine starke staatliche Kontrolle der Wirtschaft, aber wenig über das Privatleben.
  • Rechts befindet sich die politische Rechte, der Konservatismus. Er befürworte wenig staatliche Kontrolle der Wirtschaft (Laissez-faire), aber starke über das Privatleben.
  • Oben befindet sich der Libertarismus, der in beiden Bereichen staatliche Kontrolle ablehne.
  • Unten befindet sich der Autoritarismus, der sie in beiden Bereichen befürworte.

Das Zentrum wird von der nicht näher definierten politischen Mitte eingenommen.<ref name="Mitchell2007" />

Datei:Nolan chart normal de liberales institut.svg
Vom libertären Liberalen Institut veröffentlichte Variante

Das libertäre Liberale Institut hat eine Variante des Nolan-Diagramms veröffentlicht, in der „Sozialliberal[er]“ durch Sozialdemokrat und „Autoritär[er]“ durch Sozialist/Kommunist/Faschist ersetzt ist.<ref>Robert Nef, Dr. Bernhard Ruetz (Redaktion): Reflexion. Nr. 47. Liberales Institut, Oktober 2002, S. 62 (zweckgemeinde.ch [PDF; abgerufen am 12. Juli 2019]).</ref>

Rezeption

Libertäre verwenden das Nolan-Diagramm für ihre Öffentlichkeitsarbeit. Das kleinste politische Quiz der Welt ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) der Advocates for Self-Government weist einem anhand von 10 Fragen eine Position auf dem Nolan-Diagramm zu.<ref name="advocates_about" /> Jacob H. Huebert schreibt: “{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)” (deutsch: „es zeigt manchen Menschen, dass sie libertärer sind, als sie dachten“).<ref name="Huebert2010" />

Für Brian Patrick Mitchell war das Modell ein klarer Fortschritt. Es zeigt, dass sich der Libertarismus sowohl von der Rechten als auch von der Linken unterscheidet. In High Schools wurde es im Gemeinschaftskundeunterricht verwendet. Dennoch genießt es außerhalb libertärer Kreise kein großes Ansehen.<ref name="Mitchell2007" />

Das liegt laut Mitchell an folgenden Mängeln des Modells:<ref name="Mitchell2007" />

  • Die grundsätzliche Unterscheidung von Gesellschafts- und Wirtschaftspolitik hat keine theoretische Grundlage. Ein Beispiel ist die Einwanderungspolitik. Einwanderung kann den Multikulturalismus fördern (Gesellschaftspolitik) und billige Arbeitskräfte bereitstellen (Wirtschaftspolitik).
  • Die These, Rechte würden staatlichen Einfluss auf das Privatleben grundsätzlich befürworten und Linke ihn ablehnen, ist nicht haltbar. Zum Beispiel tritt die amerikanische Rechte für ein lockeres Waffenrecht ein, die Linke für ein scharfes.
  • Die libertäre Definition von Freiheit ist nicht allgemein anerkannt. Libertäre berücksichtigen nur die negative Freiheit, die Abwesenheit von Zwang. Vor allem im linken Spektrum wird hingegen Wert auf die positive Freiheit gelegt. Zu ihr gehört auch, die Möglichkeit und Gelegenheit zu haben, seine Bedürfnisse und Wünsche zu erfüllen.

Auch von libertärer Seite wird das Model kritisiert. Wie Mitchell hält Huebert Nolans Definition von links und rechts für fragwürdig. Er hält sowohl die Einstellung der Linken zu persönlicher als auch die Einstellung der Rechten zu wirtschaftlicher Freiheit für inkonsequent. Weiterhin führt er auf:<ref name="Huebert2010" />

  • Persönliche und wirtschaftliche Freiheit seien schwierig zu trennen. Man könne die Freiheit, Drogen zu verkaufen und sich zu prostituieren, auch als wirtschaftliche Freiheit bezeichnen, die Freiheit, unter Bedingungen und für einen Lohn seiner Wahl zu arbeiten, auch als persönliche.
  • Libertäre lehnen Kriege generell ab. Das Thema sei vielen von ihnen so wichtig, dass es herausgehoben behandelt werden sollte. Das Nolan-Diagramm behandelt es jedoch gar nicht.

Weiterführende Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="Huebert2010"> </ref> <ref name="Mariotti2017"> Steve Mariotti: Economically Conservative Yet Socially Tolerant? Find Yourself on the Nolan Chart. In: The Huffington Post. 6. Dezember 2017, abgerufen am 16. Oktober 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Mitchell2007"> </ref> <ref name="advocates_nolan"> David F Nolan. The Advocates for Self-Government, abgerufen am 16. Oktober 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="advocates_about"> About the Quiz. The Advocates for Self-Government, abgerufen am 14. Oktober 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> </references>