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Ch (Digraph)

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Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 26. Oktober 2025 um 21:44 Uhr durch imported>BurghardRichter (Deutsche Aussprache: überzähliges Wort entfernt).
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Datei:Braille Ô.svg
Ch in Brailleschrift (Blindenschrift)
Datei:Fraktur ligature CH.png
Die ch-Ligatur in Frakturschrift
Datei:Fraktur Sperrsatz.png
Beispiel für das ch im Sperrsatz (Frakturschrift)

Die Buchstabenkombination Ch ist im Deutschen und einigen anderen Sprachen (etwa Polnisch) ein Digraph, der für stimmlose Reibelaute benutzt wird; in anderen Sprachen wird er auch für Affrikaten oder andere Konsonanten verwendet (z. B. Englisch, Spanisch [tʃ]; Italienisch [k]). In einigen Alphabeten, etwa im slowakischen oder sorbischen, gilt der Digraph als eigener Buchstabe.

Der Digraph wird im Morsecode mit - - - - dargestellt, ist aber nicht als selbstständiges Zeichen in Unicode kodiert, da es sich heute im Allgemeinen nicht mehr um eine Ligatur handelt. Im Fraktursatz muss dagegen eine ch-Ligatur gesetzt werden. Diese erkennt man unter anderem im Sperrsatz (eine im Fraktursatz sehr häufige Textauszeichnungsmethode), da die ch-Ligatur nicht gesperrt wird.

Das schweizerische und liechtensteinische Fingeralphabet für Gehörlose bzw. Schwerhörige stellt den Digraphen ch dar, indem Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger einen offenen Halbkreis bilden, während Ringfinger und kleiner Finger geschlossen sind. Im Luxemburger Fingeralphabet wird eine geschlossene Faust vom Körper weg gezeigt, während der Daumen ganz offen ist. Im deutschen und österreichischen Fingeralphabet werden c und h nacheinander buchstabiert.

Deutsche Aussprache

Ch wird im Deutschen als starker (stimmloser) Reibelaut auf zwei unterschiedliche Arten ausgesprochen:<ref>Max Mangold (Bearb.): Duden Aussprachewörterbuch: Wörterbuch der deutschen Standardaussprache. 3. Auflage. Dudenverlag, Mannheim 1990, ISBN 3-411-20916-X, S. 37.</ref>

  • Nach „dunklen“ (velaren) Vokalen (a, o, u oder au) als stimmloser velarer Frikativ (Hintergaumenlaut) <templatestyles src="IPA/styles.css" />x oder als stimmloser uvularer Frikativ <templatestyles src="IPA/styles.css" />χ, sofern es nicht Bestandteil des Diminutiv-Suffixes -chen ist. Beispiele: auch [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ʔaux]/[<templatestyles src="IPA/styles.css" />ʔauχ], Buch [<templatestyles src="IPA/styles.css" />buːx]/[<templatestyles src="IPA/styles.css" />buːχ], Loch [<templatestyles src="IPA/styles.css" />lɔx]/[<templatestyles src="IPA/styles.css" />lɔχ], nach [<templatestyles src="IPA/styles.css" />naːx]/[<templatestyles src="IPA/styles.css" />naːχ] (in Wörtern aus dem Griechischen selbst dann, wenn Vokal und Reibelaut ursprünglich zu zwei verschiedenen Wortbestandteilen gehören: autochthon, Hypochonder; gelegentlich kommt bei der Übernahme von Wörtern aus anderen Sprachen <templatestyles src="IPA/styles.css" />​[⁠x⁠]​ oder <templatestyles src="IPA/styles.css" />​[⁠χ⁠]​ auch am Wortanfang vor, bei Wörtern z. B. aus dem Jiddischen, Hebräischen und Russischen auch geschrieben mit ch: Chuzpe).
  • In allen anderen Positionen, in denen ch als Reibelaut gesprochen wird (nach hellen Vokalen und nach Konsonanten, am Wortanfang vor hellen Vokalen und am Anfang des Suffixes -chen), als stimmloser palataler Frikativ (Vordergaumenlaut) <templatestyles src="IPA/styles.css" />ç. Beispiele: ich [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ʔɪç], Milch [<templatestyles src="IPA/styles.css" />mɪlç], Chemie [<templatestyles src="IPA/styles.css" />çe'miː], Autochen [<templatestyles src="IPA/styles.css" />'ʔaʊtoçən], euch [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ʔɔʏ̯ç].

(In einigen süddeutschen Varietäten wie dem Schweizerdeutschen wird jedoch jedes ch in den genannten Fällen als <templatestyles src="IPA/styles.css" />​[⁠x⁠]​ oder <templatestyles src="IPA/styles.css" />​[⁠χ⁠]​ ausgesprochen.)

Im Deutschen kommt es also ausschließlich auf den vorhergehenden Vokal an, der nachfolgende spielt für die Entscheidung [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ç/x] (im Gegensatz zum χ im Griechischen) keine Rolle. (Anders aber bei der Entscheidung [<templatestyles src="IPA/styles.css" />k] oder nicht [<templatestyles src="IPA/styles.css" />k], v. a. bei Wörtern aus dem Griechischen, wie im Folgenden dargestellt.)

Daneben ist ch im Deutschen eine Schreibung für den Laut [<templatestyles src="IPA/styles.css" />k], die nur in bestimmten Fällen Verwendung findet. ch wird [<templatestyles src="IPA/styles.css" />k] gesprochen

  • regelmäßig in Verbindung mit einem folgenden s: wachsen, Deichsel,
  • am Wortanfang vor dunklen Vokalen (a, o, u) und vor Konsonanten: Chor, Chlor, chronisch (in Fachwörtern oder bei gelehrter Aussprache kommt auch in diesen Positionen bei Wörtern griechischer Herkunft die Aussprache mit <templatestyles src="IPA/styles.css" />​[⁠ç⁠]​ vor: Charisma, chthonisch), generell am Wortanfang in süddeutschen Varietäten anstelle von [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ç] (Chemie, China) und am Wortanfang deutscher geographischer Eigennamen (Chiemsee, Chemnitz, Cham),
  • in bestimmten, nicht integrierten Fremdwortschreibungen, vor allem aus dem Italienischen: Chianti, Pinocchio.

Die Aussprache als [<templatestyles src="IPA/styles.css" />k] (und nicht als Reibelaut [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ç/x]) ist abhängig von der Bedeutung und dem Aufbau eines Wortes (morphologische Struktur): vgl. wachst (zu wachsen) vs. wachst (zu wachen); Chöre [<templatestyles src="IPA/styles.css" />'køːʁə], abgeleitet von Chor.

Außerdem kommen für ch auch die Aussprachen als sch [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ʃ] und tsch [<templatestyles src="IPA/styles.css" />] vor:

  • wie [ʃ] als regionale Variante von [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ç] am Wortanfang vor einem hellen Vokal: (Chemie, China), nicht aber vor Konsonanten: Christbaum, Chrom. Vor allem im Rheinland und in Sachsen verbreitet.
  • in nicht (vollständig) integrierten Fremdwortschreibungen vor allem aus dem Französischen und Portugiesischen (als [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ʃ]: Champignon, Charlotte, Recherche), dem Englischen und Spanischen (als [<templatestyles src="IPA/styles.css" />]: Chip, chatten, Macho).

Aussprache in anderen Sprachen

In den Alphabeten folgender Sprachen ist das Ch ein eigener Buchstabe und hat jeweils eine andere lautliche Bedeutung.

  • Chamorro: <templatestyles src="IPA/styles.css" />​[⁠ts⁠]​
  • Igbo: <templatestyles src="IPA/styles.css" />​[⁠⁠]​
  • Guaraní: <templatestyles src="IPA/styles.css" />​[⁠ʃ⁠]​
  • Bretonisch: <templatestyles src="IPA/styles.css" />​[⁠ʃ⁠]​
  • Kornisch: <templatestyles src="IPA/styles.css" />
  • Walisisch: <templatestyles src="IPA/styles.css" />​[⁠x⁠]​
  • Quechua: <templatestyles src="IPA/styles.css" />​[⁠⁠]​
  • Slowakisch: <templatestyles src="IPA/styles.css" />[x],[ɣ]
  • Sorbisch
    • Obersorbisch: im Wurzelanlaut <templatestyles src="IPA/styles.css" />[kʰ], sonst <templatestyles src="IPA/styles.css" />​[⁠x⁠]​
    • Niedersorbisch: <templatestyles src="IPA/styles.css" />​[⁠x⁠]​
  • Tschechisch: <templatestyles src="IPA/styles.css" />[x],[ɣ],[ɦ]
  • Belarussisch (lateinisches Alphabet): <templatestyles src="IPA/styles.css" />[x],[ç]

Die Aussprache des Ch in weiteren Sprachen ist Folgende:

  • Englisch:
    • <templatestyles src="IPA/styles.css" />​[⁠⁠]​ bis auf Ausnahmen
    • <templatestyles src="IPA/styles.css" />​[⁠k⁠]​ in Wörtern griechischen Ursprungs
    • <templatestyles src="IPA/styles.css" />​[⁠ʃ⁠]​ in französischen Lehnwörtern
  • Französisch:
    • <templatestyles src="IPA/styles.css" />​[⁠ʃ⁠]​ bis auf Ausnahmen
    • <templatestyles src="IPA/styles.css" />​[⁠k⁠]​ in Wörtern griechischen Ursprungs
  • Italienisch: <templatestyles src="IPA/styles.css" />​[⁠k⁠]​ vor e und i
  • Mandarin (Hochchinesisch): <templatestyles src="IPA/styles.css" />[tʂʰ] in der offiziellen Pinyin-Umschrift
  • Niederländisch: <templatestyles src="IPA/styles.css" />​[⁠x⁠]​
  • Polnisch: <templatestyles src="IPA/styles.css" />[x],[ɣ]
  • Portugiesisch: <templatestyles src="IPA/styles.css" />​[⁠ʃ⁠]​
  • Rumänisch: <templatestyles src="IPA/styles.css" />​[⁠k⁠]​ vor e und i
  • Spanisch: <templatestyles src="IPA/styles.css" />​[⁠⁠]​, siehe Ch (spanische Sprache)
  • Schwedisch: <templatestyles src="IPA/styles.css" />​[⁠ɧ⁠]​ und <templatestyles src="IPA/styles.css" />​[⁠ɕ⁠]​ in Lehnwörtern (bzw. aus [ʃ] und [tʃ]), <templatestyles src="IPA/styles.css" />​[⁠k⁠]​ oder stumm in der Konjunktion och
  • Vietnamesisch: <templatestyles src="IPA/styles.css" />​[⁠c⁠]​ am Silbenanfang, <templatestyles src="IPA/styles.css" />[k̟] am Silbenende
  • isiXhosa und isiZulu: <templatestyles src="IPA/styles.css" />[kǀʰ] (dentaler Klick)

Siehe auch

Einzelnachweise

<references/>